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So besiegen Sie quälenden Juckreiz

Früher nannte man den Juckreiz den „kleinen Bruder des Schmerzes“. Heute weiß man, dass dem Hautjucken andere Mechanismen zugrunde liegen. Zwar ist er wie der Schmerz auch eine Art Warnsystem, das uns auf Insekten oder andere schädliche Substanzen auf unserer Haut aufmerksam macht – die Sinnesempfindung ist jedoch eigenständig und vom Schmerzempfinden unabhängig. Die Nervenendigungen in der Haut reagieren vielmehr auf Botenstoffe (u. a. Histamin, Prostaglandine, Interleukin 6, Serotonin) aus der Haut und dem Blut mit einer Juckempfindung. Diese Empfindung wird über das Rückenmark zum Gehirn geleitet, das daraufhin den Impuls zum Kratzen auslöst.

Diese Erkrankungen können mit Juckreiz verbunden sein:

  • Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Pilzinfektionen Schuppenflechte)
  • Allergien, Nesselsucht
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenüber- und -unterfunktion, Diabetes)
  • Lebererkrankungen
  • Krebserkrankungen (z. B. Leukämie)
  • psychische Erkrankungen

Sie sollten daher zunächst eine mögliche Grunderkrankung ärztlich ausschließen bzw. behandeln lassen. In vielen Fällen wird das Jucken allerdings dadurch ausgelöst, dass die Haut zu trocken ist. In der zweiten Lebenshälfte lassen die Produktion der Talgdrüsen und die Konzentration der hauteigenen Hyaluronsäure nach. Dadurch wird die Haut trocken und verliert die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden. Der Wassergehalt in der oberen Hautschicht sinkt bei Senioren dann nicht selten unter 10 %, was nur etwa die Hälfte des Feuchtigkeitsgehalts junger Haut beträgt. Gleichzeitig wird der schützende Hydrolipidfilm (Gemisch aus Hauttalg, Schweißsekret und Hornzellen) auf der Hautoberfläche dünner, wodurch die Haut nun empfindlicher auf äußere Einflüsse wird und mit Jucken reagiert. Mediziner sprechen dann vom Altersjuckreiz (Pruritus senilis).

Viele Menschen scheuen sich, mit ihrem „Juckreiz-Problem“ einen Arzt aufzusuchen, denn sie fürchten, man könnte ihnen mangelnde Hygiene unterstellen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Durch den abnehmenden Hydrolipidfilm steigt die Empfindlichkeit der Haut gegenüber alkalischen Seifen und chemischen Substanzen. Durch häufiges Baden und Duschen mit Seifen oder Dusch-Gelen, deren pH-Wert nicht im sauren Bereich liegt, wird das Leiden daher nicht selten erst ausgelöst. Mit einer Anpassung Ihrer täglichen Körperpflege an die altersgemäß veränderte Hautbeschaffenheit schaffen Sie schon die besten Voraussetzungen, um den Juckreiz in den Griff zu bekommen. Welche natürlichen Maßnahmen Ihnen den Juckreiz nehmen, erfahren Sie gleich.

Natürliche Maßnahmen gegen Juckreiz

Harnstoff ist ein natürlicher in der Hornschicht der Haut enthaltener Feuchthaltefaktor. Diese auch Urea genannte Verbindung entsteht beim Abbau von Eiweißen und gelangt über die Schweißdrüsensekretion in die obere Hautschicht. Bei trockener Altershaut ist die Harnstoff-Konzentration in der Haut um etwa 50 % vermindert, was die haut nicht nur austrocknet sondern auch Juckreiz auslösen kann. Harnstoffhaltige Cremes und Lotionen sind daher die Grundlage für die Pflege juckender Haut. Achten Sie allerdings darauf, dass die entsprechenden Produkte mindestens fünf besser noch 10 % Urea enthalten. Entsprechende Präparate erhalten Sie in Apotheken und Drogeriemärkten.

Das ätherische Öl der Minze lindert aufgrund seines hohen Mentholgehalts wirkungsvoll jede Art von Hautjucken. Es wirkt auf die Nervenenden in der Haut leicht betäubend und hat einen kühlenden Effekt, da es die Kälterezeptoren anregt. Zur Juckreizlinderung können Sie entweder das reine ätherische Öl (aus dem Bioladen)oder Fertigpräparate des Öls in wässriger Lösung verwenden. Geben Sie von dem Öl ein paar Tropfen in ein reines Aloe-vera-Gel oder in Jojobaöl, und reiben Sie damit die juckenden Hautstellen ein.

Eine der stärksten natürlichen Waffen gegen chronischen Juckreiz sind die in Cayennepfeffer enthaltenen Capsaicinoide. Diese Inhaltsstoffe binden an die sensiblen Nervenendigungen der Haut an und führen so zu einer Art Desensibilisierung. Als erstes werden Sie beim Auftragen ein Wärmegefühl sowie ein leichtes Brennen spüren das jedoch bald vergeht und eine Juckreizlinderung nach sich zieht. Capsaicinhaltige Salben kann der Apotheker für Sie herstellen oder Sie greifen zu einem Fertigpräparat .

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Peter schrieb am 12.09.2014, 02:13 Uhr

    Bei Schuppenflechte viel Wasser trinken, viel Butter bei Mahlzeiten verwenden, Duschen mit 45 bis 47Grad Wassertemperatur - lähmt die Hautnerven, danach mit Aloveracreme einschmieren (3mal am Tag). Keine Erdnüsse, kein Rauchen, keine scharfe, süße, salzige und saure Speisen essen und vorallem kein Alkohol und kein Kaffee. Ausschließlich positiv Denken, das Allerwichtigste. 1mal pro Woche mit Meersalz vom Toten Meer in die Badewanne geben und mind. 45min bei 36Grad bis (40Grad) baden, wobei die oberer Brust nicht im Wasser sein soll (Hitze - Vorsicht, besser 32Grad) Will man jedoch die Schuppenflechte ausheilen und die Vorzüge des Lebens geniesen, sollte man Schöllkrauttee 3mal am Tag trinken - gemischt mit Ruprechtskraut/Ruprechtsstorchschnabel, Wegwarte, usw. Auch Teerezept von Maria Treben einbringen. Haut ist das größte Organ des Körpers und somit muss man mit Giftpflanzen, wie Schöllkraut/Warzenkraut arbeiten. Schöllkraut lähmt Nervenden in der Haut und daher wird der Juckreiz reduziert. Vorsicht: lichter Magen - geht gleich ins Blut - Reduzierung der Droge - auch frisches Kraut ist effektiver, daher kleinere Menge. Ausheilungsdauer 8 Monate, bei Einhaltung der oben angeführten Diät von 70%. Die Leber entgiftet bei Schuppenflechte das Blut zuwenig, daher wäre auch das Leberblümchen zu verwenden. Hauptsächlich ist das Warzenkraut für die Galle - weiterlesen bei Hildegard von Bingen. Möchte man jedoch die Hautkrankheit behalten, für dem sollte mein Kommentar belanglos sein. (Schuppenflechte ist unheilar, so die Schulmedizin - Krankheit wird unterdrückt, jedoch nicht ausgeheilt) Heute trinke ich wieder mindestens 6 bis 8 Kaffee, rauche ein Pk. Zigaretten und esse wieder alles was beliebt. Kaffee muss man jedoch während der Krankheit zu 100% weglassen, und sehr wenig Alkohol trinken. Das Zuckerkipferl mit Butter war jedoch meine Lieblingsspeise und das Rauchen hatte ich nie aufgehört - Grund, die Beanspruchung der Nerven hätte nachteilige Wirkung. Vorsicht: zu hohe Dosierung von Schöllkraut führt zu kurzfristigen Lähmungserscheinung im Körper - (auf den eigenen Körper hören)