MenüMenü

Psoriasis: Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Haut zum Feind wird

Die Psoriasis wird auch Schuppenflechte genannt, bedingt durch die silbrigen Hautschuppen, die meist an den Knien, den Ellenbogen und am Steißbein entstehen können. Aber auch Gelenke wie die Hüfte können betroffen sein. Hinzu kommen bei zwei Dritteln der Betroffenen die Schuppenflechte, die sich auf die Kopfhaut ausbreitet, sowie die Nagelpsoriasis. Allen diesen Erkrankungsfällen ist gemein, dass die Veranlagung genetisch bedingt ist und lebenslang bestehen bleibt.

Stress schadet Ihrer Haut besonders

Die Auslöser der Psoriasis sind meist mechanische Reize. Schon scheuernde Kleidung kann einen Schub verursachen. Aber auch Alkohol und einige Medikamente gehören zu den bekannten Auslösern. Hinzu kommt Stress in jeglicher Form. Er ist ein besonders großes Risiko für einen Psoriasis-Schub. Der Leidensdruck der Erkrankten ist enorm. Sie werden häufig aufgrund der schuppigen Haut angestarrt, teilweise sogar gemieden und ausgegrenzt. Dabei ist die Schuppenflechte nicht ansteckend – und kann durch entsprechende Behandlung in vielen Fällen völlig verschwinden.

UV-Strahlen und Cremes – die wichtigen Säulen der Psoriasis-Therapie

Wenn der Arzt eine Psoriasis festgestellt hat, wird er Ihnen wahrscheinlich Cremes, Lotionen und Ähnliches empfehlen. Bekanntestes Mittel in der Therapie einer Psoriasis ist der Harnstoff, auch Urea genannt. Er ist in der Lage, Feuchtigkeit zu binden. Zudem kann er Schuppen lösen und eine Neuentstehung hemmen. So hält er die Haut geschmeidig. Im Gegensatz zur Salicylsäure, die früher häufig zur Therapie verwendet wurde, hat Harnstoff den Vorteil, dass er sich nicht im Körper anlagern kann. Allerdings muss er in der richtigen Konzentration eingesetzt werden. Hier werden meist Konzentrationen von 3 bis 10 % verwendet. Höhere Dosierungen können die Haut reizen.

Auch UV-Strahlen sind ein Standbein der Psoriasis-Therapie. So gibt es zum Beispiel einen speziellen UV-Lichtkamm. Er wird bei Kopfhaut-Psoriasis eingesetzt. Diese kann bei vielen Menschen durch die Haare kaum mit anderen Behandlungsmethoden erreicht werden. Beim Kämmen dagegen werden die UV-Strahlen direkt an die betroffenen Kopfhautstellen weitergeleitet. Als hilfreich hat sich dieser Kamm auch erwiesen, wenn schwer zugängliche Stellen behandelt werden müssen. Das ist der Fall, wenn Sie zum Beispiel Psoriasis im Genitalbereich haben.

So pflegen Sie Ihre Haut richtig

Wenn bei Ihnen Psoriasis diagnostiziert wurde, ist die richtige Körperpflege besonders wichtig. So können Sie die Schuppenflechte nicht nur ausreichend behandeln, sondern auch Ihre Haut pflegen. Es gibt viele frei verkäufliche Produkte auf dem Markt, und Sie müssen selbst ausprobieren, was Sie vertragen. Es gibt jedoch einige Regeln, an die Sie sich halten können:

  • Nicht zu häufig und zu heiß duschen oder baden. Natürlich ist es wichtig, wenn Sie an Psoriasis erkrankt sind, Ihre Haut frei von Schmutz und Keimen zu halten. Dennoch dürfen Sie nicht zu oft und zu heiß duschen oder baden. Das würde Ihre Haut zu sehr austrocknen. Mehr als dreimal pro Woche sollte es nicht sein. Verzichten Sie dabei auf so genannte Syndets, also synthetische Badezusätze. Greifen Sie lieber zu rückfettenden Produkten. Sehr gut geeignet sind hier Ölbäder auf pflanzlicher Basis.
  • Reizen Sie Ihre Haut nicht. Nach dem Baden oder Duschen sollten Sie auf jeden Fall ein weiches Handtuch verwenden. Rubbeln Sie sich nicht trocken, sondern tupfen Sie das überflüssige Wasser ab.
  • Schützen Sie Ihre Haut vor dem Austrocknen. Cremes oder Lotionen sorgen dafür, dass Ihre Haut genügend Feuchtigkeit erhält. Sehr gut geeignet sind Produkte mit Harnstoff. Achtung: Verwenden Sie Cremes oder Lotionen, die Schuppen entfernen sollen (Keratolytika) und verteilen Sie diese auf der gesamten Haut (nicht nur auf den betroffenen Stellen).
  • Die richtige Haarpflege. Wenn Sie unter Kopfhaut-Psoriasis leiden, heißt das nicht, dass Sie nur einen Kurzhaarschnitt tragen dürfen. Es kommt nur darauf an, dass Sie Ihre Kopfhaut richtig pflegen. Dazu gibt es zum einen Lösungen, die einen Vitamin-D3-ähnlichen Stoff enthalten. Außerdem sollten Sie medizinische Shampoos verwenden, um die Schuppenbildung so gering wie möglich zu halten. Sie enthalten zum Beispiel Teer, Selensulfid oder auch Zinkpyrithion. Leiden Sie unter besonders starken Schuppen, kann Ihnen Ihr Arzt auch ein kortisonhaltiges Shampoo verschreiben.

Finger weg von speziellen Diäten!

Immer wieder kursieren auch besondere Ernährungsempfehlungen, die die Schuppenflechte lindern sollen. Mal sollen Sie auf Fett verzichten, dann wieder auf Kalium oder Eiweiß. Solche Diätvorschriften sind nicht nur schwer einzuhalten, sie können auch gefährlich für Sie werden. Es kann zu einer Mangelversorgung kommen, weil Ihnen wichtige Stoffe fehlen. Allerdings hat sich gezeigt, dass eine gesunde Ernährung eine positive Auswirkung auf Ihre Haut hat. Wenn Sie sich vitamin- und mineralstoffreich ernähren, schaden Sie Ihrer Haut auf keinen Fall. Auch berichten viele Menschen, dass sich ihre Schübe verringern, wenn sie auf übermäßigen Zucker und zu viel Fett verzichten.

Alkohol und Gewürze lassen Ihre Haut leiden

Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass gerade scharfe Gewürze Psoriasis verschlimmern. Hierzu gehören Paprika, Pfeffer oder Chili und Curry. Würzige Soßen bekommen den meisten Patienten ebenfalls nicht – übrigens genauso wenig wie Kaffee. Auch von Alkohol wissen wir Mediziner heute, dass er Psoriasisanfälle auslösen kann. Zudem kann er bereits bestehende Symptome verschlechtern und Hautjucken verstärken. Patienten, die Alkohol trinken, merken darüber hinaus, dass die Therapien und pflegenden Methoden schlechter anschlagen.

Generell empfehle ich Ihnen, über vier bis sechs Wochen ein Ernährungstagebuch zu führen. Notieren Sie sich dazu genau, was Sie gegessen haben und wie Ihre Haut aussah. So können Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten überprüfen und bekommen schnell ein Gespür dafür, was Ihre Haut verschlechtert.

Die Auswertung dieses Tagebuches sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt vornehmen. Eventuell sollten Sie es auch mit einem Ernährungsberater besprechen. So können Sie sicherstellen, dass es bei Ihnen durch eine angepasste Ernährung nicht zu Mangelerscheinungen kommt.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten