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Eigenschaften der Schuppenflechte

Bei der Schuppenflechte oder Psoriasis handelt es sich um eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, die sich durch erhöhte Schuppenbildung und Veränderungen an den Nägeln auszeichnet und nicht ansteckend ist. Das Krankheitsbild der Schuppenflechte ist uneinheitlich.

Die typischen roten, von silbrigen Schuppen bedeckten, oft handtellergroßen Hautveränderungen treten bevorzugt an Knien, Ellenbogen und Kopfhaut auf.

Bei der Schuppenflechte erneuert sich die Haut bis zu 9-mal so schnell wie normal

Normalerweise brauchen Hautzellen zur Ausreifung und Abschilferung etwa 28 Tage, um zu reifen und abgestoßen zu werden. Bei der Psoriasis reifen die Hautzellen viel schneller – in nur 3 bis 6 Tagen. Die Haut bildet infolgedessen eine raue, trockene Außenschicht.

Niemand kennt die Ursache von Psoriasis. Erbfaktoren und das Immun-system scheinen eine Rolle zu spielen. Wenn Sie an Psoriasis leiden, sind die Schübe oft an einen Auslöser gebunden. Ein akuter Schub kann zum Beispiel durch eine Infektion in einer anderen Körperregion ausgelöst werden.

Oder er kann nach einer Hautverletzung auftreten. Auch Stress und andere Umweltfaktoren können der Grund für einen Schub sein. Von einigen Medikamenten wie Betablockern und Lithiumpräparaten weiß man, dass sie Schübe auslösen können.

Die Erkrankung entwickelt sich gewöhnlich langsam. Obwohl sie in jedem Alter auftreten kann, erscheint sie im Allgemeinen zum erstmals in der Pubertät oder im Alter um die 40 Jahre. Gelegentlich ist sie mit einer Gelenkentzündung verbunden (Arthritis psoriatica).

Inhalt

Symptome

Die Haut juckt und schuppt sich. Teilweise sind auch die Gelenke mit betroffen, die Symptome bleiben nicht auf die Haut beschränkt. Schuld an der Krankheit ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Dieses erkennt körpereigenes Gewebe nicht mehr, hält es vielmehr für Fremdstoffe und greift es an. Schuppenflechte ist zwar nicht ansteckend, allerdings kann die Veranlagung für die Krankheit vererbt werden.

Psoriasis bedroht aber auch Ihre Augen und kann bis zur Erblindung führen. Eine Erkrankungsfolge, die nur den wenigsten Menschen bekannt ist. Dies kommt häufig bei Patienten vor, bei denen auch die Gelenke betroffen sind, also bei Menschen, die unter sogenannter Psoriasis-Arthritis leiden.

Häufig leiden sie unter trockenen Augen. Hinzu kommt ein Fremdkörpergefühl – es macht ständig den Eindruck, als würden Sandkörnchen über die Augenoberfläche reiben. Grund für dieses Gefühl ist ein nicht intakter Tränenfilm. Bakterien und Viren können dann sehr einfach ins Auge gelangen.

Leiden Sie unter Schuppenflechte, sollten Sie aber noch auf ganz andere Symptome achten. Dazu gehören:

  • rote Augen
  • Lichtempfindlichkeit, die durchaus auch schmerzt
  • verschwommenes Sehen.

In all diesen Fällen kann eine Entzündung der Gefäßhaut des Auges vorliegen. Betroffen sind dann die Iris, der Strahlenkörper und die Aderhaut. So eine Gefäßhautentzündung ist bei uns in Deutschland die zweithäufigste Ursache für ein Erblinden und das schon in relativ frühem Alter. Das Risiko, eine Gefäßhautentzündung zu erleiden, ist für Menschen, die an Psoriasis erkrankt sind, rund drei bis vier Mal so hoch wie bei gesunden Menschen.

Die Gefahr an einer Gefäßhautentzündung: Sie verläuft in den meisten Fällen langsam und schleichend. Daher ist es für Sie als Betroffener schwierig zu erkennen, ob Sie überhaupt erkrankt sind. Fällt dann auf, dass Ihre Gefäßhaut tatsächlich entzündet ist, dann kann sie schon sehr weit fortgeschritten sein. Daher sollten Sie immer sofort zum Arzt gehen, wenn Sie die typischen Symptome bemerken oder auch länger unter trockenen Augen leiden.

Abgrenzung zur Seborrhoe

Seborrhoe

Sie ist auch als seborrhoische Dermatitis bezeichnet, ist eine Entzündung in den seborrhoischen“, das heißt den talgdrüsenreichen Arealen. Die Seborrhoe ist eine häufig vorkommende, normalerweise ungefährliche Hauterkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch fettend schuppige, leicht gerötete und juckende Haut. In der Regel betroffen sind Kopfhaut, Nase, Augenbrauen, der Bereich hinter den Ohren und die Brust.

Seborrhoe ist häufig familiär vererbt und verursacht auf der Kopfhaut Schuppen und Juckreiz. Bei Kindern kann sie als verkrustete schuppige Kopfhaut auftreten. Die Behandlung von seborrhoischer Dermatitis kann grundsätzlich helfen, die Krankheit unter Kontrolle zu halten.

Gegen die Schuppen kann die tägliche Anwendung bestimmter Shampoos und vorsichtiges Spülen helfen. Ihr Arzt empfiehlt wahrscheinlich ein nicht verschreibungspflichtiges medizinisches Shampoo, das Ketoconazol, Teer, Zink (zinc pyrithionat), Selenium-Sulfid oder Salicylsäure enthält.

Cremes oder Lösungen, die Hydrokortison enthalten, oder Ketoconazole-Cremes können zur Behandlung anderer betroffener Bereiche eingesetzt werden.

Psoriasis (Schuppenflechte)

ist ebenfalls eine häufig vorkommende Hauterkrankung. In einigen Fällen äußert sie sich als eher leichte Beeinträchtigung, während sie in anderen Fällen bis zur völligen Handlungsunfähigkeit führt. Psoriasis wirkt sich auf den Lebenszyklus der Hautzellen aus und führt zu einer schnellen Ansammlung von Zellen, die trockene, rote Hautmuster mit silbrigen Schuppen bilden.

Die Entzündung betrifft normalerweise die Ellbogen, Knie, den Rumpf und die Kopfhaut. Psoriasis neigt dazu, periodisch auszubrechen. Dann klingt sie für eine Weile ab, kommt jedoch fast immer wieder zurück. Die Unterscheidung zwischen Kopfhaut-Seborrhoe und Kopfhaut-Psoriasis ist schwierig. Manchmal überschneiden sich die Krankheitsbilder.

Glücklicherweise erfordern beide eine ähnliche Behandlung. Wie bei der Seborrhoe nimmt man auch bei der Psoriasis an, dass sie eine genetische Erkrankung ist. Obwohl Psoriasis nicht heilbar ist, ist die Behandlung doch normalerweise sehr wirksam. Sie muss jedoch genau auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sein, insbesondere bei schwereren Fällen.

Stress schadet Ihrer Haut besonders

Die Auslöser der Psoriasis sind meist mechanische Reize. Schon scheuernde Kleidung kann einen Schub verursachen. Aber auch Alkohol und einige Medikamente gehören zu den bekannten Auslösern. Hinzu kommt Stress in jeglicher Form.

Er ist ein besonders großes Risiko für einen Psoriasis-Schub. Der Leidensdruck der Erkrankten ist enorm. Sie werden häufig aufgrund der schuppigen Haut angestarrt, teilweise sogar gemieden und ausgegrenzt. Dabei ist die Schuppenflechte nicht ansteckend – und kann durch entsprechende Behandlung in vielen Fällen völlig verschwinden.

Treiben Sie trotz Erkrankung Sport!

Ärzte raten ihren Patienten immer wieder dazu, wegen der möglichen Schweißentwicklung auf körperliche Aktivitäten zu verzichten. Doch diese Empfehlung entbehre jeder Grundlage. Denn der Schweiß verschlimmere die Hautentzündungen nicht.

Darauf verweist Professor Peter Elsner von der Universität Jena in der Fachzeitschrift Der Hautarzt. Schon vor mehreren Jahren hätten dies verschiedene Studien gezeigt. Gerade für Patienten mit Hautkrankheiten, die sich durch emotionale Einflüsse verschlechtern (z. B. Stress oder psychische Belastungen), wirke Sport ausgleichend und sei eine wichtige Komponente der Therapie.

Der Jenaer Experte empfiehlt vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren.

Konsequenzen der Schuppenflechte

Die Ursachen der Schuppenflechte sind nach wie vor nicht völlig klar. Experten vermuten eine genetische Disposition in Kombination mit einem Defekt des Immunsystems. Schuppenflechte ist vererbbar, muss aber auch bei Vorhandensein des verantwortlichen Gens nicht zwangsläufig ausbrechen.

Eine Schuppenflechte kann eine Reihe von anderen Erkrankungen nach sich ziehen, zum Beispiel eine Psoriasisarthritis, Uveitis sowie diverse arterielle Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

Der Winter und seine Konsequenzen

Der Winter stellt eine besondere Belastungsprobe für das größte Organ des Menschen dar: Die Haut leidet unter dem ständigen Wechsel aus frostigen Außentemperaturen und trockenwarmer Luft in den Innenräumen. Selbst gesunde Menschen haben während der kalten Jahreszeit vermehrt mit Hautproblemen zu kämpfen.

Patienten mit einer chronischen Hauterkrankung wie Schuppenflechte macht die kühle Luft noch mehr zu schaffen. Doch Kälte ist nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance für Betroffene mit Psoriasis.

 

 

Ein kalter Winter birgt Risiken für Schuppenflechte-Patienten

Je kälter es draußen wird, desto mehr nimmt die Talgproduktion der Haut ab. Unter sechs Grad stellt die Haut diese Funktion komplett ein. Die Haut trocknet aus, sie juckt, spannt und reißt. Durch die trockene Heizungsluft in den Gebäuden wird die Epidermis zusätzlich gereizt und reagiert noch empfindlicher.

Schon Menschen, die eigentlich keine Hautprobleme haben, müssen jetzt ihre Hautpflege umstellen. Patienten mit Psoriasis sind in besonderem Maße darauf angewiesen, ihre Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen, um einer Austrocknung vorzubeugen.

Bei Schuppenflechte spielt die Haut ohnehin verrückt: Durch eine fehlerhafte Autoimmunreaktion werden körpereigene Zellen bekämpft. Infolgedessen bildet sich die Haut um ein Vielfaches schneller neu als gewöhnlich. Rote, entzündliche Stellen mit silbrigen treten auf. Am häufigsten sind Schienbeine, Ellenbogen, die Kopfhaut und der Steiß von der Störung betroffen. Im Winter werden die Beschwerden noch schlimmer.

Das hängt mit einer weiteren Auswirkung zusammen: In der kalten Jahreszeit steigt durch das geschwächte Immunsystem die Infektanfälligkeit deutlich an. Ein Virusinfekt gilt indes als Risikofaktor, der einen neuen Krankheitsschub auslösen kann.

Wer unter Schuppenflechte leidet, sollte im Winter also nicht nur seine Abwehrkräfte stärken, sondern noch mehr auf eine intensive Pflege der Haut achten. Dabei helfen rückfettende Salben, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Urea, oder Pflegebäder mit Meersalz.

Kälte hilft bei der Behandlung von Psoriasis

Kälte kann obgleich der Risiken bei der Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte durchaus positive Effekte erzielen. Eine Kältetherapie lindert den Juckreiz und dämmt entzündliche Gelenkbeschwerden ein, die ebenfalls häufig in Zusammenhang mit Psoriasis auftreten.

In den meisten Fällen greift die gängigste Form der Schuppenflechte, die Psoriasis vulgaris, nach einigen Jahren die Gelenke an. Fachleute sprechen dann von Psoriasis arthritis, die im Verlauf der Krankheit oftmals zu schweren Beeinträchtigungen im Alltag führt.

In einer Kältekammer wird diesen Leiden im wahrsten Sinne zu Leibe gerückt. Bei minus 110 Grad bibbern die Patienten für etwa zwei bis fünf Minuten – nur mit Schuhen, Mundschutz und Badesachen bekleidet. Während dieser Schocktherapie in trockener Kälte kühlt die Haut auf etwa zwei Grad herab, die innere Körpertemperatur bleibt jedoch konstant.

Auf die Haut wirkt sich dieser Kälteschock positiv aus: Wie in einem Glücksrausch werden Hormone ausgeschüttet, die die Leistungsfähigkeit steigern, Entzündungen mildern und die Durchblutung verbessern. Dadurch können Schmerzen oder Juckreiz innerhalb kürzester Zeit gelindert werden.

Auch bei der Klimatherapie, die bei Hautbeschwerden eingesetzt wird, spielt Kälte eine Rolle. Ein Reizklima mit kühlen Temperaturen, rauem Wind und salzhaltiger Luft – am besten vorzufinden an der Küste und auf den Inseln der Nordsee – führt bei einem chronischen Leiden wie Schuppenflechte zur Linderung des Juckreizes und zur Verbesserung des Hautzustandes.

Diagnose und Behandlung

Eine Schuppenflechte lässt sich aufgrund des typischen Verhaltens der Hautveränderungen leicht diagnostizieren. Kratzt man an deren Oberfläche, zeigt sich eine Kratzspur ähnlich der an einer Wachskerze. Fährt man fort, so erscheint ein dünnes, feucht glänzende „letztes Häutchen“. Entfernt man dieses, kommt es zu punktförmigen Blutungen.

Schuppenflechte kann nicht geheilt werden. Ziel einer Behandlung kann lediglich eine Verbesserung der Symptomatik sein. Zu den bevorzugten Methoden gehört eine angepasste Ernährung und äußerliche Behandlung durch Salben. Zur einfachen „Lasertherapie“ werden Soft-Laser eingesetzt.

Dabei werden keine Akupunkturpunkte stimuliert, sondern ein ganzes Bündel von Lasern bestrahlt größere Hautareale. Eine solche Flächenbestrahlung kommt unter anderem bei Verbrennungen, Wunden und blauen Flecken (Hämatomen) zum Einsatz.

Hilfe für Betroffene

Psoriasis ist zwar nicht ansteckend, dennoch reagieren einige Menschen auf diese Hautkrankheit mit Furcht und Abscheu. Bei vielen betroffenen Psoriatikern führt dies zu psychischen Belastungen. Eine mögliche Hilfe bietet dabei der Deutsche Psoriasis Bund e. V. (DPB).

Mit über 10.000 Mitgliedern und 50 Kontaktstellen auf regionaler Ebene bietet der DPB seinen Mitgliedern umfangreiche Informationsbroschüren, Vorträge und Seminare. Vermittelt werden auch Adressen von Kurbädern und Spezialkliniken.

Schuppenflechte Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Eckpfeiler der Psoriasisbehandlung

Schuppenflechte ist eine unheilbare Krankheit. Wir geben Ihnen Tipps, um die einhergehenden Beschwerden zu lindern.