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Schlechte Zeiten für Frostbeulen: Richtiger Umgang mit Erfrierungen

Lustig ist es im Winter auf der Skipiste und auch im Karneval. Die Kälte werden Sie kaum bemerken, wenn Sie in geselliger Runde feiern oder Sport treiben. Warnhinweise wie Kribbeln an Fingern, Nase und Zehen werden ignoriert. Oft ist dann auch noch Alkohol im Spiel und das ist besonders tückisch: Alkohol erweitert die Blutgefäße und erzeugt so ein subjektives Wärmegefühl. Tatsächlich kommt es durch die Gefäßweitstellung aber zu einem Wärmeverlust des Körpers. Nässe und Wind begünstigen noch den Kälteschaden.

Vor allem ungeschützte Körperpartien sind bei starker Kälte gefährdet. Das sind die Ohren, die Nase, die Wangen sowie natürlich Hände und Füße. Schlimmstenfalls kommt es zum Absterben von Gliedmaßen, meist Fingern oder Zehen. Kälte schädigt das Gewebe und die Haut in unterschiedlicher Weise. Einmal als Schädigung des Gewebes direkt und zum anderen durch das Auslösen einer Verengung der Gefäßund damit durch eine Minderdurchblutung des betroffenen Gewebes.

Frau mit Schal und Mütze vor dem Gesicht© Robert Kneschke - Fotolia

Typische Risikofaktoren für Erfrierungen

Erfrierungen drohen, wenn Ihr Körper über einen längeren Zeitraum mehr Wärme abgibt, als er produziert.

  • Wind und Nässe steigern den Kälteeffekt: Erfrierungen an Ihren Füßen sind in nassen Schuhen schon bei Temperaturen über 0 Grad möglich. Wasser leitet Wärme viel besser ab als Luft und der Wind bläst die schützende warme Luftschicht um Ihren Körper oder aus der Kleidung weg.
  • Enge Kleidungsstücke oder Schuhe: Sie vermindern die lokale Blutzirkulation, vor allem in den Fingern und Zehen. Kaufen Sie Winterstiefel deshalb lieber eine Nummer größer und ziehen Sie dicke Socken an. In den Winterhandschuhen sollten Ihre Finger reichlich Bewegungsfreiheit haben.
  • Verlust von Kleidungsstücken: Statten Sie sich mit Ersatzhandschuhen aus. Fäustlinge wärmen die Hände besser als Fingerhandschuhe.
  • Wassermangel führt zu einer „Blut-Eindickung“, welche die Blutzirkulation verlangsamt. Dadurch wird das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Trinken Sie vor Ihrem Ausflug in die Kälte reichlich oder nehmen Sie eine Thermoskanne mit Tee mit.
  • große Höhe: Auch Sauerstoffmangel durch Luftdruckabfall begünstig örtliche Erfrierungen im Gewebe.
  • bereits bestehende Durchblutungsstörungen: kalte Hände (Raynaud-Symptomatik), Diabetes mellitus, vorausgegangene Erfrierungen, Rauchen

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Tipps zur Vorbeugung

  • Tragen Sie angemessen warme, aber locker sitzende Kleidung.
  • Die Kopfbedeckung ist mit am wichtigsten: Tragen Sie lieber eine Mütze, die nur die Augen frei lässt, als dass Sie chic mit flatternden Haaren die Piste hinabwedeln. Der Kopf strahlt sehr viel Wärme ab und ist enorm ungeschützt.
  • Schuhe dürfen nicht zu eng sein, dies gilt besonders für Skischuhe.
  • Tragen Sie Handschuhe, auch wenn dann das „Fingerspitzengefühl“ etwas leidet. Bei Erfrierungen an den Fingern kann das Fingerspitzengefühl dauerhaft Schaden nehmen.
  • Wird Ihre Kleidung von außen nass oder schwitzen Sie sehr stark: sofort wechseln! Das gilt erst recht bei zusätzlichem Wind. Nasse Kleidung kann nämlich anfrieren. Aus demselben Grund sollten Sie auf Schmuck aus Metall, wie Ohrringe, Ketten etc. auf der Haut verzichten.
  • Hände weg vom Alkohol. Dieser hat nicht nur die ungünstigen Wirkungen auf das Gefäßsystem, er macht Sie außerdem auch noch unvernünftig und leichtsinnig.

Vorsicht: Falsche Weisheiten

Es gibt bei Erfrierungen einige „Weisheiten“, wie dem Problem abzuhelfen sei, die aber nicht nur nicht empfehlenswert, sondern im Gegenteil auch noch zusätzlich schädigend sind. Deshalb verbieten sich folgende Aktionen:

  • Mit Schnee abreiben: Dadurch wird noch mehr Wärme entzogen.
  • Anhauchen der kalten Stellen: Es entsteht Verdunstungskälte, die den Schaden vergrößert.
  • Öffnen der Blasen: Eine Wundinfektion kann entstehen.

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Erfrierungen: Mit diesen Tipps reagieren Sie richtig

Wenn die Vorbeugung nicht richtig funktioniert hat, sollten Sie wissen, wie man eine Erfrierung richtig behandelt. Werden Sie sofort aktiv, wenn sich bei Kälte ein Körperteil taub anfühlt. Die erste und oft einfachste Maßnahme ist, Ihre körpereigene Wärmeproduktion zu steigern: Bewegen Sie sich intensiver, schneller und mit mehr Power als zuvor (z. B. schnelles Gehen mit kräftigem Armeinsatz).

  • Suchen Sie einen warmen Ort auf (Berghütte/beheiztes Auto). Ziehen Sie Schmuck und nasse Kleidung behutsam aus.
  • Erwärmen Sie die erfrorenen Körperteile vorsichtig. Ideal ist ein Wasserbad mit körperwarmem, nicht zu heißem Wasser (bis 38 Grad) maximal eine halbe Stunde. Steht kein warmes Wasser zur Verfügung, stecken Sie die kalten Finger in Ihre Achselhöhlen oder umfassen die erfrorenen Stellen mit warmen Händen.
  • Umwickeln Sie die betroffenen Hautbereiche mit einem sterilen lockeren Verband, jeden Finger und jede Zehe einzeln. Alternativen sind warme saubere Tücher oder Kleidungsstücke.
  • Rubbeln Sie erfrorene Körperteile niemals warm und reiben Sie sie auch nicht mit Schnee ein. Das Massieren kann zu zusätzlichen Hautschäden führen.
  • Erwärmen Sie die Haut nicht mit trockener oder zu starker Hitze (Fön, Lagerfeuer, Heizung). Das kann zu Verbrennungen führen, die Sie nicht spüren, weil die erfrorene Haut ohne Gefühl ist.
  • Ziehen Sie nasse Kleidung sofort aus.
  • Heiße, gezuckerte Getränke können helfen, sich von innen aufzuwärmen.
  • Keine einschnürenden oder beengenden Kleidungsstücke anziehen, auch nicht zum Wärmen.
  • Bei einem ausgeprägten Kälteschaden: Sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus!
  • Müssen Sie in der Kälte auf Rettung warten, versuchen Sie nicht, die erfrorenen Gliedmaßen zu erwärmen. Der Grund: Friert das Gewebe erneut ein, kann es zu noch größeren Schäden kommen.
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