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Schlechte Zeiten für Frostbeulen: 6 Tipps gegen Erfrierungen

Lustig ist es im Winter, auf der Skipiste und auch im Karneval! Die Kälte werden Sie kaum bemerken, wenn Sie in geselliger Runde feiern oder Sport treiben. Warnhinweise, wie Kribbeln an Fingern, Nase und Zehen, werden ignoriert. Oft ist dann auch noch Alkohol im Spiel, und das ist besonders tückisch: Alkohol erweitert die Blutgefäße und erzeugt so ein subjektives Wärmegefühl. Tatsächlich kommt es durch die Gefäßweitstellung aber zu einem Wärmeverlust des Körpers. Nässe und Wind begünstigen noch den Kälteschaden.

Vor allem ungeschützte Körperpartien sind bei starker Kälte gefährdet. Das sind die Ohren, die Nase, die Wangen sowie natürlich Hände und Füße. Schlimmstenfalls kommt es zum Absterben von Gliedmaßen, meist Fingern oder Zehen. Kälte schädigt das Gewebe und die Haut in unterschiedlicher Weise. Einmal indem die Kälte das Gewebe direkt schädigt. Zum anderen durch das Auslösen einer Verengung der Gefäßund damit durch eine Minderdurchblutung des betroffenen Gewebes.

Meine 6 Tipps zur Vorbeugung

  1. Tragen Sie angemessen warme, aber locker sitzende Kleidung.
  2. Die Kopfbedeckung ist mit am wichtigsten: Tragen Sie lieber eine Mütze, die nur die Augen frei lässt, als dass Sie chic mit flatternden Haaren die Piste hinabwedeln. Der Kopf strahlt sehr viel Wärme ab und ist enorm ungeschützt.
  3. Schuhe dürfen nicht zu eng sein, dies gilt besonders für Skischuhe.
  4. Tragen Sie Handschuhe, auch wenn dann das ,,Fingerspitzengefühl“ etwas leidet. Bei Erfrierungen an den Fingern kann das Fingerspitzengefühl dauerhaft Schaden nehmen!
  5. Wird Ihre Kleidung von außen nass oder schwitzen Sie sehr stark: sofort wechseln! Das gilt erst recht bei zusätzlichem Wind. Nasse Kleidung kann nämlich anfrieren. Aus demselben Grund sollten Sie auf Schmuck aus Metall, wie Ohrringe, Ketten etc. auf der Haut verzichten.
  6. Hände weg vom Alkohol! Dieser hat nicht nur die ungünstigen Wirkungen auf das Gefäßsystem, er macht Sie außerdem auch noch unvernünftig und leichtsinnig!

Vorsicht: Falsche Weisheiten

Es gibt bei Erfrierungen einige ,,Weisheiten“, wie dem Problem abzuhelfen sei, die aber nicht nur nicht empfehlenswert, sondern im Gegenteil auch noch zusätzlich schädigend sind. Deshalb verbieten sich folgende Aktionen:

  • Mit Schnee abreiben. Dadurch wird noch mehr Wärme entzogen.
  • Anhauchen der kalten Stellen. Die Verdunstungskälte schadet zusätzlich.
  • Öffnen der Blasen. Eine Wundinfektion kann entstehen.

So handeln Sie richtig bei Erfrierungen

Wenn die Vorbeugung nicht richtig funktioniert hat, sollten Sie wissen, wie man eine Erfrierung richtig behandelt. Beachten Sie folgende Regeln:

  • Bei leichten Erfrierungen reicht es, die erfrorene Körperpartie am eigenen Körper zu wärmen. Stecken Sie z. B. die betroffene Hand unter die Achselhöhle.
  • Ziehen Sie nasse Kleidung sofort aus.
  • Heiße, gezuckerte Getränke können helfen, sich von innen aufzuwärmen.
  • Erwärmen Sie die betroffenen Stellen unter maximal 38 Grad warmem ­ nicht heißem! ­ Wasser.
  • Keine einschnürenden oder beengenden Kleidungsstücke o. Ä. anziehen, auch nicht zum Wärmen.
  • Bei einem ausgeprägten Kälteschaden: Sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus!
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