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Sanfte Faltentherapie: Welche Behandlung kommt in Frage?

Zuerst treten sie um die Augen- und Mundpartie auf. Dann erstrecken sie sich über die Stirn und die Wangenknochen: Falten. Niemand kann ihnen entrinnen. Kosmetische und chirurgische Maßnahmen tragen dazu bei, leichte Fältchen zu beseitigen oder tiefere Falten unauffälliger zu machen.

Was ist die Ursache für Falten?

Zunächst unterscheidet man zwischen mimischen Falten (durch den Gesichtsausdruck bedingte Falten wie Lachfalten oder Stirnrunzeln), Schlaffalten und Altersfalten. Die mimischen Falten sind die tiefstreichenden und aus dem Grund einer Behandlung am schwersten zugänglich. Auf der anderen Seite entsteht dadurch die charakteristische Mimik eines ganzen Lebens. Aus dem Grund bestimmen sie Gesichtsausdruck und Bild der Persönlichkeit mit.

Eine wesentliche Altersveränderung der Oberhaut (Epidermis) der Haut besteht darin, dass sie weniger Fett bildet. Dadurch erscheint die Epidermis rauh und trocken. In der darunterliegenden Hautschicht (Korium) nimmt der Gehalt an den beiden Faserproteinen Collagen und Elastin allmählich ab. Diese sorgen für die Straffheit der Haut. Zunächst bilden sich Falten und dann erschlafft die Haut. Die Bildung des Hautpigments Melanin verläuft ebenfalls unregelmäßig, wodurch die Haut fleckig aussieht. Sonnenbaden und Rauchen beschleunigen den Alterungsprozess.

Retin A und Alphahydroxydsäuren

Durch das tägliche Auftragen einer verschreibungspflichtigen Salbe mit Retinolsäure (synthetisch hergestelltes Derivat des Vitamins A) glätten sich leichte Falten. Retin A löst die äußeren Hautschichten ab und bringt die darunterliegende glattere Haut ans Tageslicht. Es bewirkt darüber hinaus eine verstärkte Collagenansammlung und eine Verdickung der Hautfasern, die die Feuchtigkeit speichern. Das Auftragen von Retin A führt für etwa zwei Wochen zu Reizungen und Rötung der Haut.

Verschreibungspflichtige Salben mit Säuren aus Obst, Milch und Zuckerrohr fördern die Abstoßung der äußeren Hautschicht. Alphahydroxydsäuren reizen die Haut nicht in dem Maße wie Retin A. Da sie nicht so tief in die Haut eindringen, ist die Verzögerung des natürlichen Alterungsprozesses nicht so deutlich erkennbar. Ebenso ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dass Alphahydroxydsäuren die Bildung von Collagen anregen.

Chemische Hautpeeling-Präparate

Diese Produkte enthalten aggressivere Säuren als verschreibungspflichtige Salben. Der Arzt trägt sie auf. Eine einmalige Anwendung führt zur kurzzeitigen Entzündung der Haut.und einer spürbaren Abschälung („Peeling“) der äußeren Hautschicht. Chemische Peelingprodukte wirken bei tieferen Falten effektiver als verschreibungspflichtige Salben, rufen jedoch unter Umständen Narbenbildung oder Hautinfektion hervor. Es dauert etwa zwei Wochen bis zur Abheilung der Haut. Erst nach drei Monaten erhält die Haut wieder ihre normale Farbe und Oberflächenstruktur zurück.

Einige Ärzte kombinieren eine verschreibungspflichtige Salbe mit einem chemischen Peeling-Präparat, um tiefere Falten zu glätten. In manchen Fällen setzt man zusätzlich eine Bleichsalbe ein. Diese entfernt Altersflecken und frischt den Teint auf.

Unterspritzung

Kollagen aus Rinderhaut oder aus dem Fett des eigenen Unterhautgewebes des Oberschenkels bzw. Bauches spritzt man unter die Gesichtsfalten. Durch die Faltenunterspritzung mit Kollagen vermehrt sich das Volumen der obersten Bindegewebsschicht und die Falten glätten sich, so dass diese weniger auffallen. Das Kollagen bzw. Fett baut sich jedoch allmählich wieder ab.

In der Regel erfordert die Erhaltung des kosmetischen Effekts eine Wiederholung der Behandlung in 12- bis 18-monatigen Abständen. Injizierbares Rinderkollagen gilt nicht als Kosmetikum, sondern als Fremdeiweiß, dessen Anwendung mit einem Nebenwirkungsrisiko behaftet ist. Deshalb benötigt man genaue Voruntersuchungen wie Allergierisikotests.

Hautabschleifung (Dermabrasion)

Bei diesem mechanischen Verfahren behandelt der Arzt die Haut mit schnell rotierenden feinen Stahlbürsten oder mit diamantenbeschichteten Schleifköpfen, um die Oberfläche der Falten oder Narben abzuschleifen. Schorfbildung und die Schwellung klingen in der Regel nach zwei bis vier Wochen ab.

Die exakte Tiefe der Abrasion ist von kritischer Bedeutung für den Behandlungserfolg, da die enstandene flächige Wunde mit einer Narbe abheilt. Ist diese Wunde zu tief, treten deutliche Vernarbungen auf. Ist sie zu oberflächlich, bleibt der gewünschte kosmetische Effekt aus. Weitere unerwünschte Effekte können Pigmentverschiebungen sein.

Operation

Beim Facelifting, der traditionellen Straffungsoperation des Gesichts, entfernt der Chirurg Falten im Gesicht und am Hals, indem er die Haut strafft und überschüssige Hautpartien entfernt. Durch größere Schnitte kommt es zur Narbenbildung und vorübergehenden Gefühlsstörungen infolge Nervenschädigungen. Es dauert darüber hinaus Monate, bis die Schwellung wieder abklingt. Wie bei allen operativen Verfahren können Komplikationen (Schmerzen, Nachblutungen, Wundinfektionen usw.) auftreten. Außerdem muss man damit rechnen, dass es zu einem kosmetisch objektiv oder subjektiv unbefriedigenden Ergebnis und zu einem maskenhaft starren Gesichtsausdruck kommen kann.

Bei einem neuentwickelten Verfahren verwendet man minimal-invasive Operationstechniken (endoskopische Chirurgie), um die Falten nahezu oder völlig ohne Narbenbildung oder Hautgefühlsstörungen zu entfernen. Es ist jedoch ungewiss, ob dieminimal-invasive Chirurgie eine ähnliche Haltbarkeit wie die der traditionellen Verfahren erwarten lässt. Das Doppelschichten-Lifting hat beispielsweise eine Haltbarkeit von zehn bis zwölf Jahren. Da man bei der endoskopischen Chirurgie kein überschüssiges Hautgewebe entfernt, eignet sie sich am besten für Patienten im Alter zwischen Mitte 40 und Mitte 50, solange diese keine tiefen Falten aufweisen.

Kein Jungbrunnen

Wenn Sie Ihr Aussehen verjüngen möchten, tragen kosmetische und chirurgische Maßnahmen zu einem sichtbar jüngeren äußeren Erscheinungsbild bei. Man entfernt damit jedoch nicht alle Falten und die Resultate sind unter Umständen nicht so dauerhaft.

Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Behandlungskosten, da in der Regel keine medizinischen, sondern kosmetische Gründe ausschlaggebend sind.

WELCHE FALTENBEHANDLUNG KOMMT FÜR SIE IN FRAGE?
Ihr AlterIhr HautzustandIhre Möglichkeiten
20 bis 30erste Fältchen zeigen sich, insbesondere dann, wenn Ihr Gesicht in Bewegung ist, das Unterhautfettgewebe wird etwas dünner, Schäden durch Sonnenlicht zeigen sich jetztbei Bedarf eine vorsichtige Behandlung von Mimikfalten mit Botox, gezielte Unterspritzungeiniger Falten mit Hyaluronsäure –oberflächliches bis mitteltiefesPeeling
30 bis 40die Falten werden etwas hartnäckiger und bleiben auch, wenn das Gesicht nicht bewegt wird, es zeigen sich vermehrt Schäden durch die Sonne, das Unterhaut-fettgewebe wird wenigerbei Bedarf eine vorsichtige Behandlung von Mimikfalten mit Botox, gezielte Unterspritzungeiniger Falten mit Hyaluronsäure – oberflächliches bis mitteltiefes Peeling
40 bis 50die Falten werden etwas hartnäckiger und bleiben auch, wenn das Gesicht nicht bewegt wird, es zeigen sich vermehrt Schäden durch die Sonne, das Unterhautfettgewebe wird wenigervorbeugende Behandlung: Anti-Aging-Cremes mit Antioxidantien und Pflanzenhormonen, Peeling, sanfte Lasertherapie, eventuell Beginn eines gezielten Gewebeaufbaus mit Eigenfett oder Milchsäure, bei hängendem Gewebe Einbau von Aptos-Fäden
50 bis 60das Unterhautfettgewebe ist deutlich weniger geworden, Sonnen-schäden sind unübersehbar, erste Pigmentierungsstörungen und Hängebäckchen zeigen sich, aus Fältchen sind Falten geworden, der Hals weist verräterische Spuren aufPeeling, Behandlung einzelner Falten mit Botox und Falten Füllern, bei stärkerem Gewebeverlust flächenhaftere Falten Behandlung, zum Ausgleich eventuell mit Eigenfett oder Milchsäure, Peeling oder Laser Peeling
über 60die Alterung der Haut ist deutlich sichtbar, der Hals zeigt „Jahresringe“, die Haut ist fahl und schaut grau aus, Doppelkinn und Hängebäckchen sind deutlich ausgeprägtLaser Peeling, Botox Behandlung, Gewebeaufbau mit Falten Füllern, eventuell leichtere chirurgische Verfahren
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