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Neurodermitis: So kommen Sie den Ursachen auf die Spur

In Schüben auftretender quälender Juckreiz sowie gerötete und sich schuppende Hautstellen sind typische Kennzeichen einer Neurodermitis. Sie ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.

Akute Schübe sind eine enorme Belastung

Neurodermitis ist eine Erkrankung mit vielen Namen. Ihr Hautarzt spricht vermutlich von atopischer Dermatitis, atopischem Ekzem oder endogenem Ekzem. Diese Begriffe beschreiben alle das gleiche Krankheitsbild: Eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut. Neurodermitis kann in jedem Alter auftreten. In der Regel beginnt sie allerdings bereits im ersten Lebensjahr. Typisch für Neurodermitis sind entzündlichen Hautveränderungen (Ekzeme). Sie treten in Bereichen auf, in denen Ihre Haut zu wenig Fett bildet und speichert. Als Folge trocknet die Haut aus, sie wird spröde und rissig. Das trockene Hautbild begleitet den Betroffenen ein Leben lang.

Entzündet sich Ihre Haut, sprechen Mediziner von einem akuten Schub. Diese Schübe treten in der Regel phasenweise nach dem Kontakt mit einem speziellen Auslöser oder einer belastenden Situation auf. Im akuten Stadium (Schub) der Neurodermitis ist Ihre Haut gerötet, geschwollen und nässend. Es bilden sich Bläschen, Krusten und vermehrt Schuppen. Akute Schübe werden von einem starken Juckreiz begleitet, der für die Betroffenen und ihre Familien eine große Belastung darstellt.

Oft sind Lebensmittelallergien die Auslöser

Bei einem Drittel der Kinder mit Neurodermitis spielen echte Lebensmittelallergien, bei denen das Immunsystem beteiligt ist, bei der Ausprägung der Neurodermitis eine Rolle. Die Kinder reagieren meist nur auf ein oder zwei Lebensmittel allergisch. Die gute Nachricht: Mit zunehmendem Alter können sich die Allergien wieder verlieren. Besonders häufige Auslöser bei Kindern sind:

  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Weizen
  • Soja

Allergische Reaktionen der Haut können sofort oder zeitlich versetzt auftreten, nämlich bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr der Lebensmittel. Die Allergieauslöser müssen Sie nach eindeutiger Diagnose in jedem Fall auch in kleinsten Mengen meiden.

Pollenallergiker aufgepasst!

Wenn Sie als Erwachsener unter Neurodermitis leiden, stehen oft diepollenassoziierten Lebensmittelallergien (Kreuzreaktionen) im Vordergrund: Viele Allergiker mit Heuschnupfen haben auch nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Probleme. Meist gehören die Lebensmittel dann zur gleichen Pflanzenfamilie wie die Auslöser für den Heuschnupfen. So besteht beispielsweise bei 50 bis 80 Prozent der Birkenpollen-Allergiker gleichzeitig eine Unverträglichkeit auf rohe Äpfel und Haselnüsse. Diese Kreuzreaktionen können beim erwachsenen Neurodermitiker das Hautbild stark beeinflussen.

Leiden Sie unter einer Allergie gegen Birkenpollen?

Dann achten Sie darauf, ob diese Lebensmittel Ihre Beschwerden verstärken:

  • rohes Obst, wie Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche, Zwetschge, Kiwi
  • rohes Gemüse, besonders Knollensellerie, Karotte
  • Nüsse: Haselnuss, Walnuss
  • Gewürze: Zimt

In vielen Empfehlungen hält sich immer noch die Aussage, dass Sie als Neurodermitiker keinen Zucker (Saccharose) essen dürfen. Als Ersatz nennen diese „Experten“ alternative Süßungsmittel wie Honig oder Ahornsirup. Diese Empfehlungen sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Zum einen bestehen die alternativen Süßungsmittel aus denselben Bausteinen wie Zucker. Zum anderen zeigen Studien (auch an Kindern), dass der normale Verzehr von Zucker im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung die Neurodermitis in keiner Weise beeinflusst.

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