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Immer mehr Erwachsene erkranken: So erkennen Sie, ob Sie gefährdet sind

Neurodermitis ist keine Kinderkrankheit: Von den rund 3 Millionen Patienten in Deutschland sind 1 Million Erwachsene. Besonders häufig trifft es Frauen ab Mitte 40. Darüber hinaus erkranken Männer der gleichen Altersgruppe erkranken immer öfter an diesen stark juckenden Hautbeschwerden. Sind wirklich nur genetische Faktoren verantwortlich oder führen unsere Ernährungsgewohnheiten und Umweltbelastungen zum Ausbruch der atopischen Dermatitis?

An einer Neurodermitis erkrankt nur der, der eine genetische Veranlagung dazu mitbringt. Diese ist leider nicht mit einem Bluttest eindeutig nachweisbar. Inzwischen kennt die Medizin neun Hautzeichen, die eine Anfälligkeit für eine Neurodermitis anzeigen.

Neurodermitis: 9 Zeichen für eine genetische Veranlagung

  • trockene Haut
  • verstärkte Linien an den Innenflächen der Hände
  • doppelte Lidfalten unter den Augen („Allergikerfalte“)
  • weiße Streifen auf der Haut nach Kratzen („weißer Dermographismus“)
  • Blässe des Gesichts mit dunklen Schatten über und unter den Augen
  • Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen
  • glänzende Fingernägel
  • bräunlich verfärbte Haut im Nacken („Dirty Neck“)
  • verstärkte Verhornung und Schuppung der Haut an den Haarbälgchen („Hühnerhaut“)

Wenn Sie mehrere dieser Hautzeichen an sich bemerken, liegt bei Ihnen unter Umständen ein erhöhtes Neurodermitis-Risiko vor. Dieses steigt, wenn Sie an echten Allergien wie einer Pollenallergie (Heuschnupfen) oder einem allergischen Asthma leiden.

Kleine Reize lösen Beschwerden aus

Trotz einer genetischen Veranlagung erkranken bei Weitem nicht alle Betroffenen. Die Medizin geht davon aus, dass die Gene und äußere Einflüsse jeweils etwa zur Hälfte zum Ausbruch der Neurodermitis bei Erwachsenen beitragen.

Diese äußeren Einflüsse sollten Sie unbedingt vermeiden:

  • kratzende bzw. luftundurchlässige Kleidung aus Wolle bzw. Synthetikfasern
  • trockene Heizungsluft, kalte Winterluft, Tabakrauch
  • scharfe Reinigungsmittel, Seifen, Kosmetika mit Emulgatoren (Bindemittel für Wasser und Fett) und Konservierungsmittel

Gehen Sie mutig voran!

Darüber hinaus führen eventuell echte Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel zum Auftreten einer Neurodermitis. Da die Betroffenen die unterschiedlichsten Nahrungsmittel nicht vertragen, gibt es keine sichere Neurodermitis-Diät. Das rote, stark juckende Neurodermitis-Ekzem befällt die Beugeseiten der Gelenke, Hände und Füße sowie Gesicht und Hals.

Seelische Belastungen können ebenfalls „unter die Haut gehen“. Wenn Sie etwa unter familiären Konflikten leiden oder einen Verlust erlitten, scheuen Sie sich nicht, sich Ihrem Therapeuten anzuvertrauen. Beratungsstellen (Pro Familia, Caritas, Diakonie) helfen Ihnen, Belastendes zu überwinden und neue Perspektiven zu entwickeln.

Neurodermitis-Vorbeugung: gute Hautpflege und viel trinken!

Pflegen Sie Ihre trockene Haut täglich mit möglichst reizarmen Produkten. In der Apotheke erhalten Sie verschiedene spezielle Pflegeserien ohne Binde- und Konservierungsmittel. Dazu gehören beispielsweise Physiogel® oder Asche-Basiscreme®. Trinken Sie mindestens zwei Liter reine Flüssigkeit über den Tag verteilt. Bei Neurodermitis sind die Schweißabgabe und die Entgiftung über die Haut gestört. Mit kalziumreichem (> 500 mg/l), natriumarmem Mineralwasser fördern Sie die Entgiftung an den nicht erkrankten Hautarealen und entlasten die gefährdeten Stellen.

Verzichten Sie möglichst auf:

  • Nahrungsmittel mit hohem Allergenpotenzial (Eier, Milchprodukte, Fisch, Nüsse, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Pfirsiche, Kiwis, Sellerie)
  • histaminhaltige Nahrungsmittel (Thunfischkonserven, Sauerkraut, Käse, Salami, Bananen)
  • Lebensmittelfarben, Konservierungsstoffe
  • scharfe Gewürze
  • Alkohol

Pflanzen mit Kontaktgiften

Einige Pflanzen wie Bärenklau (Heracleum-Arten) enthalten Furocounmarine, die gemeinsam mit UV-Licht zu einer phototoxischen Dermatitis führen. Bei Berührung verursachen sie starke Hautausschläge. Diese Wirkung nutzt man bei der PUVA-Therapie zur Behandlung der Psoriasis. Bärenklau-Arten wachsen auf Wiesen oder am Wegrand und zeichnen sich durch große Blätter und weiße, tellerförmige Blütenstände (Dolden) aus. Des Weiteren lösen unter Umständen beliebte Zierpflanzen wie Primel, Geranie oder Hortensie eine allergische Kontaktdermatitis aus. Wenn diese Pflanzen mit Ihren Augen, Gesicht oder dem Genitalbereich in Berührung kommen und Sie eine heftige Reaktion bemerken, suchen Sie schnell einen Arzt auf. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt sich folgendes:

  • Waschen Sie die Haut gründlich mit Seife ab, um Pflanzenrückstände zu entfernen. Bei sofortigem Abwaschen (innerhalb von 5 bis 10 min) lässt die Reaktion unter Umständen nach.
  • Verwenden Sie Wasser und Seife für Kleidung und Schuhe (inklusive Schnürsenkel) sowie Schmuck oder andere Objekte, an denen die Pflanzensäfte möglicherweise kleben.
  • Wenn sich Quaddeln bilden, versuchen Sie nicht zu kratzen. Kühlen Sie die Stellen mit fließendem Wasser oder einem feuchten Umschlag.
  • Decken Sie offenen Bläschen mit sterilem Verbandmaterial ab.
  • Gegen den Juckreiz helfen rezeptfreie Präparate (z. B. Hydrocortisoncreme), eine Antihistaminsalbe oder eine Backpulver-Wasser-Mischung.
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