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Ein Schwefel-Wirkstoff zieht Entzündungen und Schmerzen aus dem Körper

Salben auf der Basis von Ölschiefer werden auch als Zugsalben“ bezeichnet, denn sie haben die Eigenschaft, eine Entzündung oder Schwellung aus Ihrem Körper herauszuziehen“. Ihr Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat wird aus einem speziellen Gestein, dem Ölschiefer, gewonnen.

In diesen Erdschichten haben sich stark schwefelhaltige Sedimente abgelagert, die vor allem aus den Resten von Fischen und Plankton bestehen und durch den hohen Gesteinsdruck verflüssigt wurden.

Ammoniumbituminosulfonat ist eine braune bis schwarze Flüssigkeit, die mit Vaseline zu einer Salbe verarbeitet werden kann (schwarze Salbe“). Je nachdem, wie hoch der Anteil des Wirkstoffs in der Ölschiefersalbe ist, können Sie sie bei verschiedenen Beschwerden nutzen.

Bei diesen Krankheiten hilft Ihnen Ölschiefersalbe:

10 bis 20 % Wirkstoff:

  • oberflächliche Hautkrankheiten wie Abszesse, Akne
  • Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris, offenes Bein“)
  • Nagelbettentzündungen

50 % Wirkstoff:

  • tiefere Hautkrankheiten (z. B. Furunkel)
  • Sehnenscheidentzündungen
  • Schleimbeutelentzündungen
  • stumpfe Gelenkverletzungen (durch Schlag oder Stoß)
  • rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung)

85 % Wirkstoff:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)

Ammoniumbituminosulfonat hemmt beispielsweise die Produktion von Prostaglandinen und Leukotrienen. Diese Botenstoffe werden während einer Entzündung im Gewebe ausgeschüttet und erhöhen dann Ihre Schmerzempfindlichkeit. Außerdem erweitern sie die Blutgefäße, so dass sich die betroffenen Körperregionen röten oder anschwellen. Der Ölschiefer-Wirkstoff verhindert zudem, dass zu viele weiße Blutkörperchen in das betroffene Gewebe eindringen und sich die Entzündung so weiter ausbreitet.

Studie beweist: Offene Wunden heilen schneller ab

Ganz neu sind Untersuchungen, wonach die schwarze Salbe“ auch bei Unterschenkelgeschwüren (offenen Beinen) die Wundheilung unterstützt. Dies zeigt eine Studie der Universität Tübingen aus dem Jahr 2006. Dort wurden 57 Patienten, die aufgrund einer Venenschwäche an einem offenen Bein litten, mit der herkömmlichen Kompressionstherapie behandelt. Weitere 62 Patienten erhielten zusätzlich eine Therapie mit 10 %-iger Ölschiefersalbe. Das Ergebnis: Nach 20 Wochen war das Geschwür in der Kompressionstherapie-Gruppe durchschnittlich noch 15 cm groß, bei den Ölschiefersalbe-Patienten hingegen nur noch 11 cm. Dank der Ölschiefersalbe waren außerdem die venösen Schwellungen zurückgegangen und Entzündungen abgeklungen. Bitte bedenken Sie jedoch: Die Wundbehandlung bei offenen Beinen gehört stets in die Hände erfahrener Experten.

Grundsätzlich sollten Sie mit Ölschiefersalbe vorsichtig umgehen und sie wegen möglicher Reizungen stets mit Handschuhen auftragen. Achten Sie außerdem darauf, dass die Salbe nicht mit Mund, Augen oder dem Genitalbereich in Kontakt kommt, sonst können unangenehme Schleimhautreizungen auftreten.

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Alte Kommentare
  • Bodo Gogolin schrieb am 17.11.2009, 16:45 Uhr

    Zugsalbe-richtigerweise Ichtiol oder Thiubitumsalbe ist schon seit meiner Kindheit ich bin 66 Jahre ein fester Bestandteil unserer Hausapotheke.Eingesetzt, bei allen frischen Verletzungen auch größerer Art z.B. Stück Daumenkuppe abgesägt. bzw.älteren Verletzungen, die schlecht heilen, Entzündungen jeglicher Art bzw. auch bei Ekzemen Ich selbst und meine Familie hat seit Jahrzehnten nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn frische Wunden damit versorgt werden, heilen sie etwas langsamer, aber sauber, ohne Infektionen.Bei größeren Wunden brennt es etwas, wenn man die Salbe aufträgt, daß isz besonders bei der Wundversorgung mit Kindern zu beachten.Selbst hartnäckige Warzen sind nach längerer Behandlung verschwunden Stark verschmutzte bzw.eiternde Wunden heilen wurderbar ab.Besondere Vorsichtsmaßnahmen haben wir nie getroffen, und hatten auch keinerlei Hautreizungen.Selbstverständlich gehört die Salbe nicht in den Mund oder in die Augen.

  • Carola Clark schrieb am 19.11.2009, 20:44 Uhr

    Wo bekommt man diese Salbe, und unter was welchem Namen? Danke Carola Clark