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Diese Nahrungsmittel sind bei Neurodermitis meist unverträglich

Psychischer Stress und unverträgliche Nahrungsmittel gelten als die häufigsten Gründe, warum bei Neurodermitikern die Haut rebelliert. Ein medizinisches Heilmittel für das quälende Leiden existiert nach wie vor nicht. Für viele Betroffene bedeutet eine Veränderung ihres Speiseplans den wichtigsten Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Besserung.

Der Körper gegen sich selbst!

Die Haut juckt, schuppt, ist gerötet und sieht unappetitlich aus. Der Juckreiz ist unerträglich und fordert zum ständigen Kratzen heraus. „Man möchte sich geradezu aus seiner Haut herauskratzen“, sagt ein Hautarzt. Am Ende sehen die Hautareale manchmal aus, als seien sie durch einen Fleischwolf gedreht. Die Betroffenen schämen sich vor ihren Mitmenschen und ziehen sich zurück. Die Seele liegt am Boden. Neurodermitis heißt die Krankheit, die dahinter steckt. Die Zahl der Neurodermitiker steigt ebenso wie die der Allergiker. Etwa 2 Millionen Menschen leiden Schätzungen zufolge unter diesem Hautleiden.

Die Neurodermitis gilt als häufigste Erkrankung des atopischen Formenkreises: Es gibt eine erbliche Bereitschaft des Körpers, ähnlich wie bei einer Allergie eine Abwehrreaktion am falschen Platz an den Tag zu legen. Das Immunsystem richtet sich gewissermaßen gegen sich selbst. Zusätzlich spielen unsere heutigen Lebensbedingungen wie falsche Ernährung und Stress eine wesentliche Rolle dafür, dass die Haut schubweise derart aus dem Takt gerät. Diese Krankheit tritt vor allem bei westlichem Lebensstil auf.

Die Schübe beginnen meist nachts

Die Krankheit verläuft in Schüben und beginnt an besonders trockenen, zarten und dünnen Hautstellen. Am häufigsten betroffen sind die Beugestellen der Gelenke wie Ellenbogen, Handgelenke, Kniekehlen oder Fußrücken. Auch im Nacken, unter dem Kinn und an den Wangen kann die Haut betroffen sein. Erst treten Rötungen und Entzündungen auf, die dann zu knötchenartigen und pustulösen Hauterhebungen anschwellen. Bei manchen Menschen ist der ganze Körper übersät mit solch entzündeten Arealen.

Häufig beginnen die Anfälle über Nacht. Viele merken im Schlaf nicht, dass sie sich kratzen. Morgens beim Aufstehen sieht die Haut schon malträtiert aus. Wer seine Kratzattacken mit nicht sauberen oder zu langen Nägeln vornimmt, bekommt oft zusätzlich noch eine bakterielle Superinfektion der offenen Hautwunden. Bei vielen Neurodermitikern verträgt die überempfindliche Haut Kälte schlecht.

Irreparable Schädigung der Haut

Erfahrungsgemäß dauert es mehrere Wochen, bis die Haut wieder zur Ruhe kommt und alle Pusteln und Borken abheilen. Neue Juckattacken unterbrechen den Heilungsprozess immer wieder, die zum Aufkratzen des Wundschorfes führen. Sind alle Krusten abgefallen, stellt sich allmählich das seelische Gleichgewicht wieder ein. Bis zum nächsten Mal.

Zwischen den einzelnen Neurodermitisschüben liegen wochen- bis monatelange symptomfreie Phasen, in denen die Haut Ruhe gibt. Gelegentlich kommt es zum spontanen Ausheilen der Krankheit. Vollständig intakt ist eine neurodermitisgeschädigte Haut allerdings nicht mehr. Ihre Struktur bleibt an den verheilten Stellen sichtlich verändert. Die oberste Hautschicht verhornt mit der Zeit lederartig und verhärtet sich. Die Hautzellen an den chronischen Entzündungsherden sind nicht mehr in der Lage, eine einwandfreie Selbstreparatur hinzubekommen.

Häufig bessert sich das Leiden um das 60. Lebensjahr

Das hartnäckige Leiden, das Neugeborene ebenso wie Senioren befallen kann, wird oft von Bronchialasthma und nervösem Schnupfen begleitet. Langjährige Neurodermitiker stellen häufig eine Besserung um die Sechzig fest. Die Ursache dafür ist nicht bekannt. Ebenso wenig weiß man, warum manche Menschen an Neurodermitis erkranken und andere nicht, obwohl sie ähnliche Voraussetzungen mitbringen. Fest steht jedenfalls, dass die Neurodermitis nicht ansteckend ist.

Ganzheitlich orientierte, naturheilkundlich versierte Ärzte und Heilpraktiker sehen in der Neurodermitis keine eigenständige Krankheit. Vielmehr stellt sie eine Allgemeinerkrankung des gesamten Organismus, eine Stoffwechselentgleisung oder einen Defekt des Immunsystems dar. Sie bricht aus, wenn zur erblichen Veranlagung weitere innere und/oder äußere Einflüsse hinzukommen, die das Immunsystem aus dem Takt bringen.

Wenn die Seele aus dem Tritt kommt, reagiert die Haut

Vor allem Stress löst die Neurodermitis-Schübe aus. Etwa der Stress, den das Abstillen für einen Säugling bedeuten kann, den erste Trennungen von der Mutter hervorrufen können, den Partnerschaftskrisen oder finanzielle Nöte auslösen. Ärger, Wut, Angst, selbst Freude führen zu einem Anstieg der Stresshormone und können die Beschwerden auslösen. Weitere Einflussfaktoren sind Umweltbelastungen wie Pollen, Hausstaub (Hausstaubmilben), Küchenschaben, Tierhaare, chemische Reize oder Lebensmittelzusatzstoffe. Aus dem Grund ändert der Neurodermitiker zunächst sein Verhalten so, dass er zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit findet. Die Patienten bauen äußeren und inneren Stress abbauen. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine ausgeglichene Lebensweise.

Familiäre Geborgenheit und ein relativ regelmäßiger Tagesablauf scheinen den meisten Betroffenen gut zu tun. Seltsamerweise tritt die Neurodermitis bei Säuglingen nach dem Abstillen auf. Die Krankheit befällt viele Kinder erst, wenn sie Lebensmittel wie Milch, Getreidebreie, Obst und Gemüse zugefüttert bekommen. Aus dem Grund lag es nahe, nach einem Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Ernährungsfaktoren zu suchen. Heute fordern die behandelnden Ärzten Neurodermitiker meist zum Schreiben eines Tagebuches auf, in dem sie alle verzehrten Speisen festhalten. Stellt sich heraus, dass ein bestimmtes oder mehrere Nahrungsmittel schlecht verträglich sind, so kann man diese gezielt vermeiden.

Umstellung der Ernährung fördert Selbstheilung

Zwar ist noch nicht vollständig geklärt, welchen Einfluss die Nahrung tatsächlich auf die Neurodermitis hat. Aber man stellte vielfach fest, dass eine Umstellung der Ernährung die Selbstheilung günstig beeinflusst. Der Körper gibt Ruhe, solange Sie sich an Ihre eigenen Ernährungsregeln halten.

Am sichersten gehen Sie, wenn Sie sich alle Nahrungsmittel so weit es geht selbst herstellen, alles frisch kochen und selbst backen. Denn in Fertigprodukten ist ja nicht immer ersichtlich, was alles drinsteckt. Da Säuren Entzündungen der Haut fördern, empfiehlt sich eine basenreiche Kost mit hohem pflanzlichen Anteil. Eine Einschränkung bei Zucker und ausgemahlenem Mehl zieht bei den meisten Neurodermitikern eine merkliche Verbesserung nach sich. Bei der Ernährungsumstellung müssen Sie allerdings darauf achten, dass die Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl nicht zu einer Mangelernährung führen. Sie sollten sich auf alle Fälle ausgewogen und ausreichend ernähren.

Die Schulmedizin bietet wenig Hilfe

Eine rein äußerliche Behandlung des Hautausschlages mit juckreizlindernden Salben und wundheilenden Lotionen hilft auf Dauer nicht weiter, wenn Sie den Stress nicht abbauen und die Ernährung nicht umstellen. Die Möglichkeiten der medizinischen Behandlung von Neurodermitis sind nach wie vor beschränkt. Als unersetzlich gilt die Kortisonbehandlung. Sie taugt zwar nicht zur Dauerbehandlung, ist aber zur kurzfristigen Therapie eines akuten Schubes notwendig. Die synthetisch hergestellten Hormone der Nebenniere in Tabletten- oder Salbenform wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Dennoch entwickeln fast alle Neurodermitiker auf Dauer wegen der Nebenwirkungen und Spätfolgen des Kortisons wie Gewichtszunahme oder auffällige Veränderungen der Körperkonturen eine fast panische Angst vor Kortison.

Die Haut selbst wird durch Kortison dünner. Neuerdings existieren auch andere Immunsuppressiva zur Lokalanwendung. Manche Ärzte geben ihren gequälten Neurodermitis-Patienten Beruhigungsmittel, damit sie den Juckreiz ertragen und nachts ruhiger schlafen. Hilfreich scheinen alle bewährten Entspannungsmethoden wie autogenes Training und Yoga. Sie spenden dem erregten Gemütszustand die notwendige Ruhe. Darüber hinaus lindern homöopathische Mittel, Akupunktur, Bestrahlungen mit UV-Licht und rückfettende Ölbäder das Leiden. Klimakuren in den Alpen, an der Nordsee oder am Toten Meer bringen vielen Betroffenen zeitweise Besserung.

Unverträgliche Nahrungsmittel bei Neurodermitis

  • Lebensmittel mit hohem allergischem Potential: Kuhmilch und kuhmilchhaltige Produkte, Hühnereier, hühnereihaltige Produkte, Nüsse, Kräuter, Gewürze, Weizen und andere typische Brotgetreide, Soja, Erdnuss, Fisch
  • Säuren und Säurebildner: fruchtsäurereiches Obst wie Zitrusfrüchte, Kiwi, Stachelbeeren, Rhabarber, Johannisbeeren, Fruchtsäfte, Essig, Süßungsmittel und Zucker, tierisches Eiweiß in großer Menge
  • histaminreiche Lebensmittel: vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut, Tomaten, geräucherter Fisch, Fischkonserven, reifer Käse
  • Entzündungsverstärker: Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee, Nikotin
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