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Neurodermitits, die unheilbare Hautkrankheit

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem) beschreibt eine chronische entzündliche Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist. Neurodermitis tritt schubweise auf. Sie ist nicht heilbar, man kann sie aber durch eine gezielte Behandlung in Schach halten.

In Schüben auftretender quälender Juckreiz sowie gerötete und sich schuppende Hautstellen sind typische Kennzeichen einer Neurodermitis. Sie ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.

Inhalt

Akute Schübe sind eine enorme Belastung

Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut. Sie kann in jedem Alter auftreten. In der Regel beginnt sie allerdings bereits im ersten Lebensjahr. Typisch für Neurodermitis sind entzündliche Hautveränderungen (Ekzeme). Sie treten in Bereichen auf, in denen Ihre Haut zu wenig Fett bildet und speichert. Als Folge trocknet die Haut aus, sie wird spröde und rissig. Das trockene Hautbild begleitet den Betroffenen ein Leben lang.

Entzündet sich Ihre Haut, sprechen Mediziner von einem akuten Schub. Häufig beginnen die Anfälle über Nacht. Viele merken im Schlaf nicht, dass sie sich kratzen. Morgens beim Aufstehen sieht die Haut schon malträtiert aus. Wer seine Kratzattacken mit nicht sauberen oder zu langen Nägeln vornimmt, bekommt oft zusätzlich noch eine bakterielle Superinfektion der offenen Hautwunden.

Die Schübe treten in der Regel phasenweise nach dem Kontakt mit einem speziellen Auslöser oder einer belastenden Situation auf. Im akuten Stadium (Schub) der Neurodermitis ist Ihre Haut gerötet, geschwollen und nässend. Es bilden sich Bläschen, Krusten und vermehrt Schuppen. Akute Schübe werden von einem starken Juckreiz begleitet, der für die Betroffenen und ihre Familien eine große Belastung darstellt.

Zwischen den einzelnen Neurodermitisschüben liegen wochen- bis monatelange symptomfreie Phasen, in denen die Haut Ruhe gibt. Gelegentlich kommt es zum spontanen Ausheilen der Krankheit. Vollständig intakt ist eine neurodermitisgeschädigte Haut allerdings nicht mehr. Ihre Struktur bleibt an den verheilten Stellen sichtlich verändert.

Die oberste Hautschicht verhornt mit der Zeit lederartig und verhärtet sich. Die Hautzellen an den chronischen Entzündungsherden sind nicht mehr in der Lage, eine einwandfreie Selbstreparatur hinzubekommen.

Diagnose und Behandlung

Umwelteinflüsse sowie eine erbliche Veranlagung begünstigen den Ausbruch. Hauptsymptome einer Neurodermitis sind trockene, feuchtigkeitsarme Haut, die aufgrund eines Mangels an Hautfetten rau und schuppig ist. Ebenfalls dazu gehören eine gestörte Schweißbildung, Hautdurchblutung und Temperaturregelung, eine veränderte Besiedelung der Haut mit Mikroorganismen sowie oft quälender Juckreiz.

Neurodermitis diagnostiziert man nach einer gründlichen Anamnese mit nachfolgender Untersuchung, oft in Kombination mit Hauttests und Blutuntersuchungen.
Pflegen Sie Ihre trockene Haut täglich mit möglichst reizarmen Produkten. In der Apotheke erhalten Sie verschiedene spezielle Pflegeserien ohne Binde- und Konservierungsmittel. Dazu gehören beispielsweise Physiogel® oder Asche-Basiscreme®. Trinken Sie mindestens zwei Liter reine Flüssigkeit über den Tag verteilt.

Bei Neurodermitis sind die Schweißabgabe und die Entgiftung über die Haut gestört. Mit kalziumreichem (> 500 mg/l), natriumarmem Mineralwasser fördern Sie die Entgiftung an den nicht erkrankten Hautarealen und entlasten die gefährdeten Stellen.

Übersicht

Oft sind Lebensmittelallergien die Auslöser

Bei einem Drittel der Kinder mit Neurodermitis spielen echte Lebensmittelallergien, bei denen das Immunsystem beteiligt ist, bei der Ausprägung der Neurodermitis eine Rolle. Die Kinder reagieren meist nur auf ein oder zwei Lebensmittel allergisch.

Die gute Nachricht: Mit zunehmendem Alter können sich die Allergien wieder verlieren.

Besonders häufige Auslöser bei Kindern sind:

  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Weizen
  • Soja

Allergische Reaktionen der Haut können sofort oder zeitlich versetzt auftreten, nämlich bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr der Lebensmittel. Die Allergieauslöser müssen Sie nach eindeutiger Diagnose in jedem Fall auch in kleinsten Mengen meiden.

Am sichersten gehen Sie, wenn Sie sich alle Nahrungsmittel so weit es geht selbst herstellen, alles frisch kochen und selbst backen. Denn in Fertigprodukten ist ja nicht immer ersichtlich, was alles drinsteckt. Da Säuren Entzündungen der Haut fördern, empfiehlt sich eine basenreiche Kost mit hohem pflanzlichen Anteil.

Eine Einschränkung bei Zucker und ausgemahlenem Mehl zieht bei den meisten Neurodermitikern eine merkliche Verbesserung nach sich. Bei der Ernährungsumstellung müssen Sie allerdings darauf achten, dass die Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl nicht zu einer Mangelernährung führen. Sie sollten sich auf alle Fälle ausgewogen und ausreichend ernähren.

Pflanzen mit Kontaktgiften

Einige Pflanzen wie Bärenklau (Heracleum-Arten) enthalten Furocounmarine, die gemeinsam mit UV-Licht zu einer phototoxischen Dermatitis führen. Bei Berührung verursachen sie starke Hautausschläge. Diese Wirkung nutzt man bei der PUVA-Therapie zur Behandlung der Psoriasis.

Bärenklau-Arten wachsen auf Wiesen oder am Wegrand und zeichnen sich durch große Blätter und weiße, tellerförmige Blütenstände (Dolden) aus. Des Weiteren lösen unter Umständen beliebte Zierpflanzen wie Primel, Geranie oder Hortensie eine allergische Kontaktdermatitis aus.

Wenn diese Pflanzen mit Ihren Augen, Gesicht oder dem Genitalbereich in Berührung kommen und Sie eine heftige Reaktion bemerken, suchen Sie schnell einen Arzt auf. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt sich folgendes:

  • Waschen Sie die Haut gründlich mit Seife ab, um Pflanzenrückstände zu entfernen. Bei sofortigem Abwaschen (innerhalb von 5 bis 10 min) lässt die Reaktion unter Umständen nach.
  • Verwenden Sie Wasser und Seife für Kleidung und Schuhe (inklusive Schnürsenkel) sowie Schmuck oder andere Objekte, an denen die Pflanzensäfte möglicherweise kleben.
  • Wenn sich Quaddeln bilden, versuchen Sie nicht zu kratzen. Kühlen Sie die Stellen mit fließendem Wasser oder einem feuchten Umschlag.
  • Decken Sie offenen Bläschen mit sterilem Verbandmaterial ab.
  • Gegen den Juckreiz helfen rezeptfreie Präparate (z. B. Hydrocortisoncreme), eine Antihistaminsalbe oder eine Backpulver-Wasser-Mischung.

Pollenallergiker aufgepasst!

Wenn Sie als Erwachsener unter Neurodermitis leiden, stehen oft diepollenassoziierten Lebensmittelallergien (Kreuzreaktionen) im Vordergrund: Viele Allergiker mit Heuschnupfen haben auch nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Probleme. Meist gehören die Lebensmittel dann zur gleichen Pflanzenfamilie wie die Auslöser für den Heuschnupfen.

So besteht beispielsweise bei 50 bis 80 Prozent der Birkenpollen-Allergiker gleichzeitig eine Unverträglichkeit auf rohe Äpfel und Haselnüsse. Diese Kreuzreaktionen können beim erwachsenen Neurodermitiker das Hautbild stark beeinflussen.

Leiden Sie unter einer Allergie gegen Birkenpollen?

Dann achten Sie darauf, ob diese Lebensmittel Ihre Beschwerden verstärken:

  • rohes Obst, wie Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche, Zwetschge, Kiwi
  • rohes Gemüse, besonders Knollensellerie, Karotte
  • Nüsse: Haselnuss, Walnuss
  • Gewürze: Zimt

In vielen Empfehlungen hält sich immer noch die Aussage, dass Sie als Neurodermitiker keinen Zucker (Saccharose) essen dürfen. Als Ersatz nennen diese „Experten“ alternative Süßungsmittel wie Honig oder Ahornsirup. Diese Empfehlungen sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.

Zum einen bestehen die alternativen Süßungsmittel aus denselben Bausteinen wie Zucker. Zum anderen zeigen Studien (auch an Kindern), dass der normale Verzehr von Zucker im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung die Neurodermitis in keiner Weise beeinflusst.

Neurodermitis therapiert man durch eine Kombination aus Basistherapie und Behandlung der Hautentzündung. Bei leichten Formen der Neurodermitis reicht eine äußere Behandlung der entzündeten Haut durch Salben und Lotionen aus. In schwereren Fällen ist eine medikamentöse Behandlung mittels Tabletten oder Infusionen notwendig.

Eine frühzeitige und intensive Behandlung empfiehlt sich, um weitere Schübe einzudämmen. Verlässliche vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung einer Neurodermitis sind nicht bekannt, auch wenn man davon ausgeht, dass Stillen und die Vermeidung der Gabe von Kuheiweiß bei Säuglingen sich positiv auswirkt.

Linolsäure statt Kortison?

Juckende Hautekzeme muss man nicht unbedingt mit Kortisonsalbe behandeln. Darauf deuten die Ergebnisse der Universitäts-Hautklinik in Kiel hin. Professor Erhard Proksch präsentierte sie auf einer Fachtagung in München im Oktober 2006.

Die Wissenschaftler lösten bei 30 Testpersonen durch chemische Reize künstliche Hautekzeme aus. Unabhängig davon, ob die Testpersonen die betroffene Hautpartie mit einer Kortison- oder einer Linolsäure-Creme (z. B. Linola®) behandelten, gingen Rötung, Juckreiz und Hautbläschen in etwa gleich effektiv zurück. Sie sollten bei leichteren Beschwerden wegen der geringeren Gefahr von Nebenwirkungen die natürlichen essenziellen Fettsäuren bevorzugen.

Vorsicht bei Bufexamac!

Bei entzündlichen Hautreaktionen oder Hämorrhoiden achten Sie darauf, dass Ihr Arzt Ihnen keine Salbe mit dem Wirkstoff Bufexamac verordnet. Man pries ihn einst als Alternative zum Kortison an und setzte ihn sehr häufig ein. Allergologen hegen jedoch schon länger den Verdacht, dass er zu allergischen Reaktionen führt.

Wie die Deutsche Medizinische Wochenschrift im Dezember 2005 schrieb, bewahrheiteten sich nun die schlimmsten Befürchtungen. Experten des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK), in dem sich 40 deutsche Hautkliniken zusammenschlossen, errechneten, dass jedes Jahr mehr als 6.000 Deutsche neu an einer Bufexamac-Allergie erkranken.

Das führt zu der absurden Situation, dass ein unwissender Arzt ein durch Bufexamac ausgelöstes Ekzem mit eben diesem Wirkstoff behandelt. Enthalten ist dieser unter anderem in den Produkten Windol®, Durodermal®, Hämoratiopharm® oder Mastu®. Da die Wirksamkeit von Bufexamac ohnehin umstritten ist, verzichten Sie von vornherein auf diese Substanz verzichten.

Kapseln halten Ihre Haut jung

Gamma-Linolensäure (GLA) aus Nachtkerzenöl hilft nicht nur bei allergischen Hautekzemen wie Neurodermitis, sondern schützt auch diegesunde Haut gegen schädliche Umwelteinflüsse und Stress. Das berichtete die FachzeitschriftInternational Journal of Cosmetic Science im August 2005 unter Verweis auf eine Schweizer Untersuchung.

An dieser placebokontrollierten Doppelblindstudie hatten 40 Probanden im Durchschnittsalter von 44 Jahren teilgenommen. Sie nahmen täglich je 6 Kapseln à 500 mg Nachtkerzenöl ein. Nach zwölf Wochen verbesserten sich die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut in der Nachtkerzenöl-Gruppe um bis zu 20 Prozent im Vergleich zu den Placebo-Probanden.

Achten Sie beim Kauf von Nachtkerzenöl-Kapseln auf einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure, wie er etwa in Efamol® 500 oder Epogam® 500 enthalten ist. Der Monatsbedarf an hochwertigem Nachtkerzenöl kostet bis 40 Euro.

Sind Sie gefährdet?

An einer Neurodermitis erkrankt nur der, der eine genetische Veranlagung dazu mitbringt. Diese ist leider nicht mit einem Bluttest eindeutig nachweisbar. Inzwischen kennt die Medizin neun Hautzeichen, die eine Anfälligkeit für eine Neurodermitis anzeigen.

9 Zeichen für eine genetische Veranlagung

  • trockene Haut
  • verstärkte Linien an den Innenflächen der Hände
  • doppelte Lidfalten unter den Augen („Allergikerfalte“)
  • weiße Streifen auf der Haut nach Kratzen („weißer Dermographismus“)
  • Blässe des Gesichts mit dunklen Schatten über und unter den Augen
  • Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen
  • glänzende Fingernägel
  • bräunlich verfärbte Haut im Nacken („Dirty Neck“)
  • verstärkte Verhornung und Schuppung der Haut an den Haarbälgchen („Hühnerhaut“)

Wenn Sie mehrere dieser Hautzeichen an sich bemerken, liegt bei Ihnen unter Umständen ein erhöhtes Neurodermitis-Risiko vor. Dieses steigt, wenn Sie an echten Allergien leiden.

Kleine Reize lösen Beschwerden aus

Trotz einer genetischen Veranlagung erkranken bei Weitem nicht alle Betroffenen. Die Medizin geht davon aus, dass die Gene und äußere Einflüsse jeweils etwa zur Hälfte zum Ausbruch der Neurodermitis bei Erwachsenen beitragen.

Diese äußeren Einflüsse sollten Sie unbedingt vermeiden:

  • kratzende bzw. luftundurchlässige Kleidung aus Wolle bzw. Synthetikfasern
  • trockene Heizungsluft, kalte Winterluft, Tabakrauch
  • scharfe Reinigungsmittel, Seifen, Kosmetika mit Emulgatoren (Bindemittel für Wasser und Fett) und Konservierungsmittel

Darüber hinaus führen Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel zum Auftreten einer Neurodermitis. Da die Betroffenen die unterschiedlichsten Nahrungsmittel nicht vertragen, gibt es keine sichere Neurodermitis-Diät. Das rote, stark juckende Neurodermitis-Ekzem befällt die Beugeseiten der Gelenke, Hände und Füße sowie Gesicht und Hals.

Seelische Belastungen können ebenfalls „unter die Haut gehen“. Wenn Sie etwa unter familiären Konflikten leiden oder einen Verlust erlitten, scheuen Sie sich nicht, sich Ihrem Therapeuten anzuvertrauen. Beratungsstellen (Pro Familia, Caritas, Diakonie) helfen Ihnen, Belastendes zu überwinden und neue Perspektiven zu entwickeln.

Saunabesuche sind auch möglich!

Im Herbst und Winter ist traditionell die Zeit, in der viele Menschen in die Sauna gehen. Von den warmen Temperaturen profitiert nicht nur die Seele. Der Wechsel zwischen heißen und kalten Temperaturreizen, denen Sie sich bei den Saunagängen aussetzen, regt Ihr Immunsystem an und schützt Sie so vor Infekten.

Immer wieder aber stellt sich die Frage: Darf ich eigentlich in die Sauna? Dies betrifft unter anderem Menschen, die unter Neurodermitis leiden. Sie haben häufig Angst, dass die Saunaluft die Haut zusätzlich strapaziert und so einen neuen Krankheitsschub auslösen kann.

Leiden Sie unter Neurodermitis, müssen Sie aber auf den Gang in die Sauna keinesfalls verzichten. Wichtig ist, dass Sie für Ihren Saunabesuch eine Phase auswählen, in der Ihre Haut stabil ist. Sie sollten also auf keinen Fall gerade einen Neurodermitisschub durchmachen.

Erkundigen Sie sich vorher, ob es möglich ist, die Sauna zu Zeiten zu besuchen, in denen keine Aufgüsse stattfinden. Denn in diesen sind in der Regel ätherische Öle enthalten. Bei Neurodermitikern ist die Gefahr noch größer als bei anderen Menschen, auf diese allergisch zu reagieren.

Eingerissene Mundwinkel

Wenn sich die feucht-kühle Jahreszeit wieder einstellt, entwickeln sich bei etlichen Menschen eingerissene Mundwinkel, die mit jedem Outdoor-Aufenthalt schlimmer werden. In der feuchten Umgebung entwickeln sich schnell kleinere und größere Entzündungen durch Bakterien oder Pilze. Häufige Ursachen sind Allergien oder Neurodermitis, Mundsoor, Vitamin-B2-Mangel sowie Eisen- oder Zinkmangel.

Übersicht

Eingerissene Mundwinkel: Ein häufiges und schmerzhaftes Leiden

Sie sind unangenehm, lästig und treten in Herbst und Winter verstärkt auf: Eingerissene Mundwinkel sind ein Problem, das viele Menschen kennen. Die feine Haut am Übergang von Gesichtshaut zu Mundschleimhaut rötet sich zunächst und wird trocken. Danach kommt es zu kleinen Einrissen, die sich leicht entzünden. Auf diese Weise können Lachen oder Essen zur Qual werden, scharfe Speisen und sogar das tägliche Zähneputzen führen zu unerträglichen Schmerzen.

Zur akuten Behandlung eignen sich entzündungshemmende Cremes und Zinksalben. Wenn Sie nur hin und wieder unter Rissen in den Mundwinkeln leiden, sollte eine normale Wundsalbe reichen. Doch bei hartnäckigen Rissen ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen. Wenn die Rhagaden nicht wieder verschwinden, kann er je nach Ursache Vitamine, Mineralstoffe, Anti-Pilz-Medikamente oder antibiotische Salben verschreiben.

Für eingerissene Mundwinkel gibt es viele Ursachen

Natürlich kann es sein, dass Sie einfach nur unter spröden Lippen leiden. Dann würde zum Beispiel Honig helfen. Geben Sie diesen immer wieder auf die betroffenen Stellen. Die Ursachen für Einrisse in den Mundwinkeln können ganz banal sein, manchmal aber auch Ausdruck einer dahintersteckenden Erkrankung. Betroffen sind in erster Linie Menschen, die unter Neurodermitis leiden.

Aber die Ursachen für die gerissenen Mundwinkel können auch woanders versteckt liegen. Ein Pilz im Mundbereich zum Beispiel (Soor) kann schuld an den Rissen sein. In diesem Fall hilft es nichts, die Lippen und Mundwinkel mit Cremes oder zum Beispiel Honig geschmeidig zu halten. Sie müssen den Pilz bekämpfen.

Hauptursachen für eingerissene Mundwinkel

  • mechanische Ursachen wie vermehrte Speichelbildung und Speichelfluss bei schlechtem Mundschluss
  • Infektionen mit Pilzen, Herpes-Viren oder Staphylokokken
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Vitaminmangel und Eisenmangel

Um eine systemische Erkrankung auszuschließen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Das gilt natürlich nicht für die Menschen, bei denen die Mundwinkel einmal einreißen und dann wieder verheilen. Kommt es aber ständig zu neuen Rissen, sollten Sie die Ursache hierfür abklären lassen.

Die richtige Pflege ist das A und O

Damit die Einrisse wieder abheilen können, müssen Sie die Mundwinkel zunächst „trockenlegen“. Tupfen Sie dazu den Mund regelmäßig ab und lecken Sie nicht mit der Zunge über den Mund. Einen austrocknenden und wundheilenden Effekt hat auch Salbeitinktur bzw. stark konzentrierter Salbeitee, die Sie beide mit einem Wattestäbchen auf den betroffenen Mundwinkel auftragen können.

Damit die Ecken zwar trocken, aber dennoch geschmeidig bleiben, sollten Sie die Mundwinkel regelmäßig mit einer zinkhaltigen Creme behandeln.

Manchmal steckt auch ein Vitalstoffmangel dahinter

Auch Vitaminmangel kann zu rissigen Mundwinkeln führen. Wenn der Körper zu wenig Vitamin B2 (Riboflavin) erhält, kann das neben einer verringerten Sehschärfe und erhöhten Lichtempfindlichkeit auch ein Einreißen der Mundwinkel zur Folge haben. Bei einem leichten Mangel hilft es schon, mit der Ernährung gegenzusteuern. Bringen Sie dazu öfter Vollkornprodukte, Eier, Fisch und Nüsse auf den Speiseplan. Größere Defizite gleichen Sie am besten mit einem Vitamin-B-Komplex-Präparat aus, das Sie in jedem Drogeriemarkt erhalten.

Eingerissene Mundwinkel können auch ein Symptom von Eisenmangel sein. Wenn Sie zusätzlich auch unter ständiger Müdigkeit und Haarausfall leiden, sollten Sie Ihren Eisenspiegel im Blut untersuchen lassen. Eisen können Sie mit grünem Blattgemüse, Fleisch oder Fisch aufnehmen oder Ihr Arzt verordnet Ihnen bei einem stärkeren Mangel ein Fertigpräparat.

Schüßler-Salze regenerieren die Haut in den Mundwinkeln

Mit den nach dem Oldenburger Arzt Wilhelm Schüßler (1821 bis 1898) benannten Mineralsalzen regeneriert sich die geschädigte Haut in den Mundwinkeln schneller wieder. Hierzu nehmen Sie die Salze als Tabletten ein und tragen sie gleichzeitig auf die geschädigte Haut auf. Diese Salze benötigen Sie für die Behandlung:

  • Nr. 1 Calcium fluoratum zur Festigung von Haut und Bindegewebe
  • Nr. 13 Kalium arsenicosum wirkt regulierend auf Haut und Schleimhäute
  • Nr. 8 Natrium muriaticum reguliert den Flüssigkeitshaushalt und hält die Haut geschmeidig

Lassen Sie von diesen Salzen dreimal täglich jeweils drei Tabletten langsam im Mund zergehen. Unterstützen Sie diese Behandlung, indem Sie mehrmals täglich Calcium-fluoratum-Salbe mehrmals täglich dünn auf die Mundwinkel auftragen.

Neurodermitis Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Dermatitis der Hand: Eine häufige Entzündung, die sich gut behandeln lässt

Handdermatitis ist weit verbreitet und lästig. Viele Faktoren können zu einer Dermatits der Hand führen. Lesen Sie hier nützliche Tipps zur Behandlung.

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