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Nesselsucht – eine der häufigsten Hautkrankheiten

Juckreiz und ein plötzlicher Hautausschlag, der mit Quaddeln (Erhebungen der Haut) einhergeht: Nesselsucht! Wer länger an dem juckenden Hautausschlag leidet, sollte zum Arzt gehen. Denn nur so lässt es sich wieder beschwerdefrei leben.

Übersicht

Was ist Nesselsucht?

Nesselsucht (Urtikaria), auch Nesselfieber genannt, ist eine der häufigsten Hautkrankheiten. Mediziner unterscheiden 2 Formen: die akute Nesselsucht und die chronische Nesselsucht. Während die akute Nesselsucht nach Tagen oder wenigen Wochen wieder abklingt, besteht die chronische Nesselsucht länger als 6 Wochen.

Der Name Urtikaria leitet sich vom lateinischen Namen der Brennnessel (Urtica) ab und erklärt auch schon die typischen Symptome: Juckreiz und Quaddelbildung.
Auslöser ist Histamin, das in Haut und Blutstrom gelangt. Es löstentzündliche Reaktionen aus, die zu Juckreiz, laufender Nase und tränenden Augen führen.

Weil es die Gefäßwände der Blutkapillaren erweitert, kann Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austreten und Schwellungen sowie Juckreiz verursachen.
Etwa 10% bis 20% der Menschen sind in ihrem Leben von akuter Nesselsucht betroffen. Die chronische Nesselsucht tritt in jedem Alter auf, wobei jüngere Menschen selten davon betroffen sind. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Nesselsucht: Wann die Suche nach dem Auslöser notwendig ist

Diese Frage ist anders herum allerdings etwas einfacher zu beantworten: Nicht nötig ist die Suche nach dem Auslöser nämlich, wenn der Ausschlag einmal und nicht lang anhaltend auftritt.

Dauert er aber über 6 Wochen an oder kommt es häufiger zu den Symptomen – ist er also chronisch –, kann der Arzt versuchen, dem Auslöser auf die Spur zu kommen.

So wird nach dem Auslöser für die Nesselsucht gesucht

Das funktioniert folgendermaßen:

  • Er muss sämtliche Medikamente kennen, die Sie eingenommen haben.
  • Durch eine Blutuntersuchung wird die Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen untersucht. Ist diese zu hoch, kann dies auf eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel hinweisen oder auf Parasiten im Magen-Darm-Bereich. Beides können Auslöser sein.
  • Eine Blutuntersuchung gibt auch Aufschluss über bestimmte Antikörper gegen körpereigene Stoffe. Auch dies kann zu Nesselausschlag führen.
  • Wenn der Verdacht vorhanden ist, dass Ihre Ausschläge durch Kälte ausgelöst werden, wird ein Eiswürfel aufgelegt. Nach 5 Minuten kommt es dann zu einem Ausschlag.
  • Andersherum wird, wenn der Ausschlag durch Sonne ausgelöst wird, eine UV-Lampe angewandt, um den Verdacht zu bestätigen. Nach 30 Minuten nach der Bestrahlung kommt es zu den Ausschlägen.

In einigen Fällen sind die Auslöser offensichtlich:

Die Haut reagiert auf Kälte oder Druck mit Quaddelbildung und Juckreiz. In anderen Fällen lässt sich der Auslöser nicht so einfach ausmachen. Weitere mögliche Ursachen wie Zusatzstoffe in Lebensmitteln, eine Histaminintoleranz oder eine autoreaktive Form, bei der die Reaktionen durch das Immunsystem selbst ausgelöst werden, bedürfen einer umfangreichen Diagnostik.

Häufig hilft ein Symptom-Tagebuch, in das die Patienten die Ausprägung der Symptome, die verzehrten Lebensmittel und ihre Aktivitäten eintragen, um den Auslösern auf die Spur zu kommen. Mehr Infos zur Diagnostik der Urtikaria finden Sie auf Hautwende.de.

Ursachen

In weniger als 10 Prozent der Fälle findet man den wahren Grund für den Ausschlag. Chronische Urtikaria steht nicht in Zusammenhang mit Allergenen. Studien deuten darauf hin, dass dieser Erkrankung eine Wechselwirkung zwischen Genen, Umwelt und Immunsystem zugrunde liegt.
Akute Nesselsucht kann viele Ursachen haben, die sich auch meist relativ leicht herausfinden lassen:

  • Kleine Kinder leiden im Zuge eines Infekts häufig an Nesselsucht. Ist der Infekt erfolgreich bekämpft, verschwindet auch die Nesselsucht wieder.
  • Mediziner geben häufig den Medikamenten die Schuld für die Quaddeln. Nesselsucht kann zwar durch Medikamente ausgelöst werden, aber auch durch den Infekt selber.
  • Der Verzehr bestimmter, histaminhaltiger Speisen kann ebenso Nesselsucht auslösen. Fisch, Muscheln, Eier, Milch, Nüsse und Beeren führen häufig zu Quaddeln. Dabei wirkt Rohkost stärker als gekochtes Essen. Meist tauchen die Quaddeln sofort nach Verzehr auf und verschwinden wieder, sobald das Essen verdaut wurde.
  • Insektenstiche und andere Gifte können Nesselfieber im Rahmen einer allergischen Reaktion auslösen.
  • Bei der physikalischen Urtikaria entstehen Quaddeln durch Reiben, Kratzen, Druck, Vibration, Wärme und Kälte.
  • In seltenen Fällen ist die Sonne ein Auslöser für den Hautausschlag.

Die Ursachen der chronischen Nesselsucht lassen sich hingegen nur selten herausfinden. Einige Experten gehen davon aus, dass die Erkrankung aus einer Wechselwirkung von Genen, Umwelt und Immunsystem erfolgt. Andere sehen Stress oder psychische Belastung als Ursache. Bei der Behandlung der chronischen Urtikaria werden meist nur die Symptome bekämpft.

Erfahren Sie hier noch mehr über Ursachen von Nesselsucht.

Belastungs-Nesselsucht durch Sport möglich

Wenn Sie Sport treiben, bietet sich sogenannte Sportbekleidung an. Diese besteht, im Gegensatz zum alten Baumwoll-Trainingsanzug, aus Funktionsfaser. Sie sorgt dafür, dass Sie weniger schwitzen oder frieren; gleichzeitig wird der Schweiß schnell nach außen geleitet. Wenn Sie diese Bekleidung tragen, können allerdings auch Juckreiz und Quaddeln auftreten.

Generell können Sie auf Sportbekleidung allergisch reagieren, wie auf jede andere Bekleidung auch. Meist tritt dies bei neu gekauften Kleidungsstücken auf, die dunkel gefärbt sind. Allerdings handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Allergie gegen die Fasern, sondern gegen die Farbstoffe.

Es kann aber auch sein, dass Sie unter einer sogenannten cholinergischen Urtikaia leiden. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Art der Nesselsucht. Diese tritt auf, wenn Sie sich körperlich anstrengen.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt daraufhin untersuchen. Es gibt bestimmte Antihistaminika, die Sie dann einnehmen können, damit die Symptome nicht mehr auftreten und Sie weiterhin Sport treiben können.

Symptome

Egal, was die Hautkrankheit auslöst: Die Symptome von Nesselfieber sind immer ähnlich.

Der Begriff Urtikaria leitet sich vom lateinischen Begriff für Brennnessel ab: urtica. Das kommt daher, dass die Symptome denen ähneln, die nach Kontakt mit einer Brennnessel entstehen. Es entsteht ein Hautausschlag, der stark juckt und von rötlichen Quaddeln begleitet wird. Diese können wenige Millimeter Durchmesser haben, oder so groß wie die ganze Handfläche sein. Meist verschwinden sie nach einigen Stunden wieder.

Außer den Quaddeln können sich Angiödeme bilden. Diese Schwellungen tieferer Hautschichten bilden sich im Gesicht, an den Genitalien, den Händen oder Füßen. Sie verschwinden etwas langsamer als Quaddeln.

Nesselsucht: Gefährliche Hautkrankheit?

Wer sich fragt, ob Nesselsucht ansteckend ist, der kann beruhigt werden: Nesselsucht ist nicht ansteckend!

Nesselsucht, die nur die Haut betrifft, ist nicht gefährlich. Ärztliche Hilfe ist jedoch sofort erforderlich, wenn sie in Kombination mit Schwellung der Zunge oder Kreislaufschwäche einhergeht, z. B. bei einer allergischen Reaktion.

Behandlung

Bei leichten Formen der Nesselsucht kann man sich selber helfen: Kühlende Umschläge helfen gegen den Juckreiz und halten Betroffene davon ab, sich zu kratzen.

Halten der Juckreiz und der Hautausschlag länger an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Er sucht nach den Ursachen des Hautausschlags und versucht diese mit geeigneten Mitteln zu bekämpfen. Die Ursachensuche erfolgt meist durch Allergie-, Kälte, Wärme oder Drucktests. In manchen Fällen wird auch ein Differienzialblutbild gemacht.

Ziel der Therapie bei akuter Nesselsucht-ist es, v. a. die Ursachen zu bekämpfen, z. B. durch das Meiden des Nahrungsmittels, das den Ausschlag verursacht.

In seltenen Fällen werden auch kühlende Gels mit Kortison gegeben, um den Juckreiz zu vermindern. Davon raten einige Experten allerdings ab, da die Beschwerden oft erst verschwinden und dann stärker zurückkommen.

Ein bewährtes Hilfsmittel aus der Homöopathie ist Rhus toxicodendron.

Ihr Arzt empfiehlt darüber hinaus einen Allergietest. Antihistaminika gehören zu der Standardtherapie von Nesselsucht. Einige ältere Mittel wie Diphenhydramin (Dolestan® u. a.), Chlorpheniramin (Chlortrimeton®) und Hydroxyzin (Atarax® u. a.) verursachen Schläfrigkeit und Schwindel. Die Wirkstoffe Loratadin (Lisino® u. a.), Cetrizin (Zyrtec® u. a.) und Fexofenadin (Telfast®) belasten weniger.

Antihistaminika setzt man manchmal in Kombination mit einem H2-Antagonisten ein, der die Histaminwirkung auf andere Weise blockiert. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Cimetidin (Tagamet®) und Ranitidin (Zantac®, Sostril®). Bei schwerer Nesselsucht verschreibt Ihnen Ihr Arzt Kortikosteroidtabletten wie Prednison, die Schwellung, Rötung und Juckreiz herabsetzen. Eine schwere Urtikaria-Attacke gilt als medizinischer Notfall.

Aus dem Grund ist im Notfall eine Adrenalinspritze angebracht.

Magenmedikament bei hartnäckigem Nesselausschlag

H2-Blocker sind Medikamente, die normalerweise Sodbrennen oder Magenerkrankungen lindern oder verhüten, die durch überschüssige Magensäure entstanden. Sie gehören zur Gruppe der Antihistaminika. Sie hemmen die Salzsäureproduktion in der Magenschleimhaut.

Ihr Arzt verschreibt Ihnen allerdings auch einen H2-Blocker (z.B. Tagamet®, Zantic®), wenn Sie an chronischem (mehr als sechs Wochen anhaltendem) Nesselfieber (Urticaria) leiden. Ein Nesselausschlag entwickelt sich, wenn der Körper Histamin zusammen mit anderen Substanzen in der Haut freisetzt. Das führt zu erhabenen, roten und oft juckenden Quaddeln.

Die Histaminfreisetzung hat eine Reihe von Ursachen, die man oft nicht entdeckt. Dazu gehören zum Beispiel Nahrungsmittel- und Medikamentenallergien.

Antihistaminika gelten als Standardtherapie bei Nesselausschlag. Allerdings reagiert der Nesselausschlag nicht immer befriedigend auf die üblichen Antihistaminika, zum Beispiel solchen, die die Wirkstoffe Diphenhydramin oder Chlorphenamin enthalten.

Wenn Sie starken Nesselausschlag haben oder dieser bereits länger als vier bis sechs Wochen anhält, suchen Sie Ihren Arzt auf. Bei einigen Patienten unterdrückt eine Kombination aus einem H2-Blocker und einem der Standardantihistaminika die Histaminwirkungen. Nesselausschlag ist im Allgemeinen harmlos, wenn er ein paar Wochen anhält.

Sie sollten jedoch eine Notfallambulanz aufsuchen, wenn Sie Nesselausschlag haben und gleichzeitig an Atemnot oder einer Schwellung im Hals leiden. Das weist auf eine lebensbedrohliche, allergische Reaktion hin. Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn sich ein Nesselausschlag direkt nach Einnahme eines neuen Medikaments einstellt.

Nesselsucht Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Nesselsucht: Hinter Quaddeln stecken häufig verborgene Infekte

Hinter Nesselsucht können mehr Auslöser stecken als man denkt. Oft sind die Quaddeln Ausdruck eines verborgenen Infekts. Hier mehr dazu: