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Nagelpilz an Händen und Füßen

Früher waren die Nägel gesund und hellrosa, jetzt sind sie aufgrund einer Pilzinfektion verdickt und gelblich. Sie schlagen sich schon seit Jahren damit herum. Werden Sie den Pilz jemals wieder los?

In der Vergangenheit waren Pilzinfektionen der Nägel schwierig zu behandeln. Aber jetzt gibt es neue Medikamente, die eine Infektion oft dauerhaft beseitigen können.

Inhalt

Sind Pilzinfektionen ansteckend?

Manche Hautpilzerkrankungen wie z.B. der Flechtengrind der Kopfhaut, kann durch Benutzen gemeinsamer Handtücher oder durch Kontakt mit der infizierten Haut übertragen werden. Die meisten anderen Pilzinfektionen erfolgen über Sporen, die sich in unserer Umgebungs- und Atemluft befinden und denen wir nun mal nicht ausweichen können.

Pilze mögen es feucht und warm

Pilzinfektionen der Nägel – Onychomykosen genannt – sind vor allem ein kosmetisches Problem. Manchmal sind sie jedoch auch schmerzhaft. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sie den Nagel anfälliger für andere, ernstere Nagelerkrankungen machen. Außerdem können sie ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko für Diabetiker und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem darstellen.

Die Infektionen, die Finger- und Fußnägel betreffen können, treten häufig bei älteren Menschen auf. Das liegt daran, dass nach dem 40. Lebensjahr die Nägel langsamer wachsen und dicker werden. Sie sind dann anfälliger für Infektionen.

Die Pilze, die diese Infektionen hervorrufen, sind überall um uns herum vorhanden. Sie bereiten dem Menschen jedoch nur dann Probleme, wenn sie ständig warmer und feuchter Umgebung ausgesetzt sind.

Eine Infektion beginnt in der Regel mit einem weißen oder gelben Punkt unter der Nagelspitze. Wenn sich der Pilz ausbreitet, kann sich der Nagel verdicken, oder krümelig und zerfurcht werden. Eventuell beginnt er sich vom Nagelbett zu lösen.

Manchmal färbt sich der infizierte Nagel durch die zusätzliche Bakterienbesiedlung auch grün, gelb, grau, schwarz oder braun, und die umgebende Haut juckt, schwillt an oder rötet sich. Es kann ein leichter Geruch auftreten.

Zehennägel sind häufiger betroffen als Fingernägel

Gerade Fußnägel sind ein beliebter Aufenthaltsort für Nagelpilze, da die Umgebung einen Pilzbefall fördert. Es ist häufig feucht-warm, zudem tragen viele Menschen Schuhe mit schlechter Belüftung oder leiden unter kleinen, fast unmerkbaren Nagelverletzungen. All dies sorgt dafür, dass sich die Nagelpilze schnell verbreiten und dauerhaft einnisten können.

Eine Pilzinfektion der Nägel kann von Zehennägeln auf Fingernägel übertragen werden (und umgekehrt) und auch auf die übrige Haut des Körpers.

Vorbeugung und Behandlungsmethoden

In der warmen Jahreszeit hat der Nagelpilz Hochsaison, der dann wieder in feuchten Gemeinschafts-Räumen, vor allem in Schwimmbädern und Saunas, auf seine Opfer wartet. Pilze greifen dabei die Hornzellen des Nagelbetts an, was sich in weißlich-gelben Flecken auf den Nägeln zeigt.

Lassen Sie dem Nagelpilz keine Chance!

  • Trocknen Sie Füße und Zehen nach dem Baden immer gründlich ab. Für die Zehenzwischenräume eignet sich auch ein Fön zum Trocknen.
  • Wechseln Sie täglich Ihre Strümpfe. Tragen Sie Strümpfe aus synthetischen Fasern. Sie halten die Feuchtigkeit besser von Ihren Füßen ab als Strümpfe aus Baumwolle oder Wolle. Vermeiden Sie enganliegende Strumpfwaren. Tragen Sie Schuhe, die gut passen und aus Materialien sind, die atmen.
  • Ziehen Sie im Schwimmbad Flip-Flops oder wasserfeste Sandalen an. Gehen Sie der Desinfektionsanlage aus dem Weg. Besonders dort ist die Ansteckungsgefahr hoch.
  • Wenn Sie starken Fußschweiß haben, benutzen Sie einen Antipilzpuder (Talk, nicht Maisstärke) oder ein Antipilzspray für Ihre Füße, das Sie auch in Ihre Schuhe sprühen sollten.
  • Pflegen Sie Ihre Nägel – Schneiden Sie die Nägel gerade ab und nicht zu kurz. Zupfen Sie nicht an Ihren Nägeln oder der umgebenden Haut.
  • Tragen Sie zum Putzen Handschuhe – Infektionen der Fingernägel sind oft das Ergebnis eines zu langen Kontakts mit Wasser und Reinigungsmitteln. Schützen Sie Ihre Hände.
  • Wählen Sie einen anerkannten Fußpflegesalon – Wählen Sie einen Salon, der seine Instrumente sterilisiert.

Wenn alle Vorsichtsmaßnahmen nicht gefruchtet habe: Ein Nagelpilz gehört immer in hautärztliche Behandlung.

Nagelpilz: Muss der Nagel entfernt werden?

Früher war es so, dass bei einem Nagelpilzbefall der Nagel gezogen oder entfernt wurde. Heute wissen wir, dass diese Methode veraltet ist. In der Regel wird solch ein Pilz mit Medikamenten behandelt.

Wann muss zu Tabletten gegriffen werden?

Ob bei einer Nagelpilzentzündung eine äußerliche Behandlung ausreicht oder Tabletten ranmüssen, hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Die entscheidende Frage ist, wie tief sitzt der Pilz in der Haut beziehungsweise unter dem Nagel.

Als wirksame Medikamente stehen die Wirkstoffe Terbinafin und Itraconazol zur Verfügung. Auch diese Behandlung braucht bei Fingernagelmykosen ein halbes Jahr, bei Befall der Fußnägel ein ganzes Jahr. Die Blutwerte sollten regelmäßig überprüft werden. Denn in ganz seltenen Fällen kann es zu Leberversagen kommen. Bei Vorerkrankungen der Leber verbietet sich diese Therapie meistens.

Eine Therapiealternative ist der Wirkstoff Fluconazol. In hartnäckigen Fällen werden Nagellack und Arzneien gleichzeitig verabreicht. Gelegentlich muss auch die Nagelplatte aufgelöst werden.

Handelt es sich um einen leichten Befall, dann gibt es speziellen Nagellack oder eine Lösung, die Sie auftragen müssen. Diese werden über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig angewendet und führen dann zum Erfolg. Es muss auch untersucht werden, ob ein innerlicher Pilzbefall vorliegt, der natürlich ebenfalls behandelt werden muss.

Unser Tipp: Viele Präparate versprechen, die Erkrankung schnell, einfach und unaufwändig zu heilen. Leider aber sind diese Mittel immer nur so gut wie ihr Anwender – und viele Menschen verwenden sie eben falsch. Dann dauert es lange, bis der lästige Pilz verschwunden ist.

Am besten ist es nämlich, Sie wenden die Mittel abends an, bevor Sie ins Bett gehen. Natürlich könnten Sie sie auch morgens auftragen. Aber alleine der leichte Schweiß in Socken und Schuhen sowie die Reibung, die hier entsteht, sorgen dafür, dass das Medikament zumindest zum Teil wieder abgewischt wird. Die Wirkung ist dann deutlich geringer.

Tragen Sie solche Anti-Pilz-Mittel daher immer abends auf. Dann haben sie genügend Zeit, am Nagel zu wirken. Die Gefahr, dass sie zum großen Teil wieder abgewischt werden, ist deutlich geringer. Am nächsten Morgen sind sie so gut durchgetrocknet bzw. eingezogen, dass Sie sogar duschen können, ohne befürchten zu müssen, das Medikament zu entfernen.

Warum sind Pilzerkrankungen so schwierig zu behandeln?

Pilzzellen sind sehr ähnlich aufgebaut wie unsere menschlichen Zellen. Daher ist es kaum möglich, ein Medikament zu entwickeln, das die Pilzzellen abtötet, ohne unsere eigenen Körperzellen in Mitleidenschaft zu ziehen. Dennoch ist es jetzt gelungen, eine völlig neue Klasse von Medikamenten zu entwickeln, die so genannten Echinocandine, mit denen sehr gute Erfolge bei Aspergillose und schweren Candida-Infektionen erzielt werden.

Dazu gehört der bereits in Deutschland zugelassene Wirkstoff Caspofungin (Handelsname: Cancidas). Für weitere Medikamente dieser Kategorie ist die Zulassung beantragt: Micafungin (Mycamine) und Anidulafungin (Eraxis). Diese – intravenös verabreichten – Wirkstoffe verhindern, dass der Pilz eine bestimmte Substanz synthetisieren kann, die er zum Aufbau seiner Zellwände benötigt.

Da menschliche Zellen diese Substanz nicht besitzen, werden sie davon auch nicht geschädigt. Daher sind Echinocandine weniger toxisch und verursachen geringere Nebenwirkungen als herkömmliche Pilz-Therapeutika. Pilzinfektionen, die bereits die Lunge oder andere innere Organe angefallen haben, gehören schnellstens in ärztliche Behandlung – je früher, desto besser sind die Heilungschancen.

Zusammengefasst: Wann besteht ein erhöhtes Nagelpilzrisiko?

  • Wenn Sie oft luftundurchlässige Schuhe (Turnschuhe, Gummistiefel) tragen; sie bieten Pilzen ihr bevorzugtes warmes und feuchtes Milieu;
  • Wenn Sie oft enge Schuhe tragen, denn dadurch kann es zu einer Nagelverkrümmung und Schädigung der Nagelstruktur kommen, den idealen Voraussetzungen für eine Infektion;
  • Wenn Sie viel Sport treiben. Sportschuhe werden wegen des besseren Haltes oft zu eng gewählt. Außerdem gelten Gemeinschaftsduschen oder Schwimmbäder als mögliche Infektionsquelle. Ein weiterer Grund: Beim Sport treten oft kleinere Nagelverletzungen auf, die den Pilzen als Einfallstor dienen;
  • Wenn Sie eine kleine Verletzung des Nagels oder des Nagelhäutchens haben;
  • Wenn Sie älter als 50 Jahre sind;
  • Wenn Sie an Durchblutungsstörungen leiden und oft kalte Füße haben;
  • Wenn Sie Diabetiker sind oder an einer anderen Stoffwechselkrankheit leiden;
  • Wenn Sie Fußpilz haben. Ein unbehandelter Fußpilz kann leicht auch die Nägel befallen.
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