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Krankhaftes Schwitzen: Die besten Mittel bei überaktiven Schweißdrüsen

Mehr als zwei Millionen Schweißdrüsen sorgen dafür, dass wir überschüssige Wärme loswerden und so die Körpertemperatur konstant halten. Besonders zahlreich sind sie unter den Achseln, in Stirn und Nacken sowie an den Innenflächen von Händen und Füßen.

Meist beruht krankhaftes Schwitzen (medizinisch: Hyperhidrose) auf einer Überaktivität des vegetativen Nervensystems, das u. a. die Körpertemperatur (und damit auch die Schweißdrüsen) reguliert.

Ursachen für übermäßiges Schwitzen sind:

  • emotionaler Stress (Angst, Schmerzen)
  • hormonelle Störungen (Überfunktion der Schilddrüse, Wechseljahre)
  • Erkrankung von Nerven oder Gehirn (z. B. Parkinson-Krankheit)
  • Fettleibigkeit
  • Alkoholentzug
  • Neurodermitis
  • Diabetes
  • Medikamente (Schilddrüsenhormone, Kortison, Acetylsalicylsäure)
  • erbliche Veranlagung

Das enorme Schwitzen ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich: Die Hornhaut weicht an den betroffenen Regionen auf. Krankheitserreger können leichter eindringen, und es kommt verstärkt zu Entzündungen.

Botox: Nur in Ausnahmefällen wirklich empfehlenswert

Um das überaktive Nervensystem zu bremsen, verordnen viele Ärzte so genannte Anticholinergika (Methantheliniumbromid oder Bornaprin). Diese Wirkstoffe führen zu Blutdruckabfall, Schwindel und Depressionen. Sie sollten sie nur einnehmen, wenn alle Hausmittel versagen.

Eine weitere Alternative ist Botulinumtoxin (Botox). Das Bakteriengift verhindert die Übertragung von anregenden Nervenimpulsen an die Schweißdrüsen. Bei Achselschweiß wird es an bis zu 50 Einstichpunkten in die Achselhaut injiziert. Allerdings empfinden viele Patienten die Behandlung als schmerzhaft. Ein weiteres Problem: Botox hemmt auch die Reizübertragung auf benachbarte Muskeln. So können Sie in der ersten Zeit nach dem Eingriff die Feinmotorik Ihrer Hände nicht mehr richtig steuern. Die Kosten für eine Anwendung (nach sechs Monaten muss die Behandlung wiederholt werden) belaufen sich auf rund 1.000 Euro, die Sie selbst zahlen müssen.

Wenn Sie an Fußschweiß leiden, verzichten Sie besser von vornherein auf Botox: Einstiche in die Fußsohlen sind extrem schmerzhaft. Unter Umständen können Sie im Anschluss daran einige Tage lang nicht laufen.

Schwache Stromimpulse bremsen Schweißfüße aus

Bei einer Hyperhidrose an Füßen und Händen hat sich eine Reizstromtherapie (Iontophorese) bestens bewährt. Hände oder Füße werden dabei ca. 30 Minuten lang in ein Wasserbad getaucht, durch das ein schwacher Strom fließt. Sie spüren dabei lediglich ein leichtes Kribbeln. Zu Beginn sind drei Sitzungen pro Woche beim Hautarzt nötig. Hat sich Ihre Schweißproduktion verringert, genügt meist eine Behandlung pro Woche. Ist die Anwendung erfolgreich, kann Ihnen Ihr Arzt auf Kassenkosten ein Heimgerät verordnen. Menschen mit Herzrhythmusstörungen oder Herzschrittmacher sollten diese Methode jedoch nicht anwenden.

Sind alle Behandlungsversuche erfolglos, bleibt Ihnen noch die operative Entfernung der Schweiß drüsen unter den Achseln. Als Nebenwirkungen können Infektionen, Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Der Eingriff kostet 2.000 Euro und muss selbst gezahlt werden. Bedenken Sie jedoch: Die Schweißdrüsen-Entfernung ist im Gegensatz zu allen anderen beschriebenen Verfahren nicht mehr rückgängig zu machen. Deshalb sollte sie nur der letzte Ausweg im Kampf gegen den Schweiß sein.

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Alte Kommentare
  • chris schrieb am 03.08.2010, 18:50 Uhr

    Habe Ihren Artikel über Schwitzen gelesen, trifft für mich alles nicht zu. Bin 67, leide nicht an Hitzewallungen, bin Kopfschwitzerin, - Schweiß rinnt mir über das Gesicht, Haare nass, Körper nass, aber kein Hand oder Fußschweiß, wess nicht mehr was ich machen soll. chris

  • Ada Di Domenico schrieb am 04.08.2010, 09:57 Uhr

    Werte Dr.Martina Hahn-Huebner. Ihnen tausend Dank fuer diese Aufklaerung von unserem vielen Schwitzen. Habe eine Schwaegerin die sehr unter Schweissausbruechen leidet und mich oefters fraegt ob ich ein Rezept dagegen haette. Ihr Sohn ist Chirurg und der will sie immer zu den Spezialisten,seine Kollegen,bringen. Ich sage immer warte etwas ab kann sein dass es sich bessert probiere doch mal etwas von der Hoemopathie aus,vielleicht hilft es Dir? Jetzt werde ich mir Ihre so wichtigen Notizien drucken und versuchen ihr es zu uebersetzen waehrend ich bei ihr Besuch mache,hoffe mir das Beste aus Ihrem Verzeichnis. Vielen Dank fuer Ihre Sorge fuer alle Menschen die sich auch mit Naturprodukten behandeln lassen Freundliche Gruesse aus Rom