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Pflanzenfarben färben mit Einschränkungen

von Sylvia Schneider

Etwa die Hälfte aller Frauen färbt sich regelmäßig die Haare. Viele folgen damit ihrem Wunsch, frischer und jugendlicher auszusehen. Nicht wenige wollen die ersten grauen Haare aus dem Blickfeld verbannen. Obwohl auch bei den Haarfarben die pflanzlichen Färbemittel im Trend liegen, greifen die meisten Frauen dennoch zu den chemischen Mitteln. Naturfarben ergeben zwar besonders sanfte Töne, schonen das Haar, den Organismus und die Umwelt. Doch das Färbeergebnis reicht für den gewünschten Erfolg oft nicht aus.

Mit chemischen Färbungen lässt sich dem Haar jede mögliche Farbvariante aufzwingen. Das Ergebnis hält länger und sieht mittlerweile auch nicht mehr unnatürlich aus. Der Nachteil ist, dass einzelne Inhaltsstoffe der chemischen Färbemittel mit Allergien und sogar mit Krebs in Zusammenhang gebracht wurden. Damit stellt sich die Frage, wie hoch der Preis ist, den Sie bereit sind, für das farbige Haar zu zahlen. Bei der Beantwortung dieser Frage werden Sie ziemlich allein gelassen. Denn die Wissenschaft liefert Ihnen hier keine eindeutige Schützenhilfe. Und die lapidare Aufforderung, sich doch einfach die grauen Haare herauswachsen zu lassen, stammt meist aus dem Munde von Menschen, die selbst davon noch weit entfernt sind – da wollen wir doch mal ganz ehrlich sein.

Welches Farbergebnis wollen Sie erreichen?

Im Prinzip bestimmt Ihre Vorstellung vom Farbergebnis, welches Mittel in Frage kommt. Wenn Sie nur die eigene Haarfarbe intensivieren oder einen leichten rötlichen oder bräunlichen Schimmer ins Haar bringen möchten, können Sie die Methode mit dem geringsten Risiko wählen – das gilt sowohl für die gesundheitliche Unbedenklichkeit als auch für das Farbergebnis. Wollen Sie kräftigere Farben, ist ein größerer Eingriff in Ihr Haar vonnöten.

Mit Naturfarben können Sie keine großen Farbexperimente machen, dennoch lässt sich mit ihnen mehr erreichen als nur ein Öko-Henna gefärbter orangefarbener Schopf. Pflanzenfarben lagern sich wie Tönungen nur in den Randschichten der Haare ein, sind dafür aber haltbarer als diese. Da die Wirkung mit der Zeit allmählich verblasst, gibt es mit dem nachwachsenden Haaransatz wenig Probleme.

Zudem pflegen die Pflanzenfarben das Haar, denn sie enthalten von Natur aus pflegende Bestandteile, die die Schuppenschicht des Haares durch eine Schutzschicht glätten, stärken und glänzen lassen. Schon Shampoos mit Pflanzenfarben bewirken, langfristig angewendet, schöne Reflexe im Haar. Blonde Haare bekommen mit Kamille, Zimt, Hopfen und Kurkuma einen goldenen Farbschimmer. Dunkle Haare mögen Shampoos mit Efeu, Sandelholz, Walnuss und Krappwurzel, sie intensivieren das Leuchten. Hennashampoo verleiht einen rötlichen Reflex.

Bereits gefärbtes Haar nimmt die Pflanzenfarben nicht an

Wenn Sie von Chemie auf Natur umsteigen wollen, müssen Sie erst die alte Kunstfarbe herauswachsen lassen. Auch Aufhellen und Grau überdecken ist nicht möglich. Als Farben kommen nur Rot, Braun und Schwarz in Frage. Durch die Schutzschicht, die Pflanzenfarben um das Haar legen, wird das Haar kräftiger und widersetzt sich meist erfolgreich einer neuen Dauerwelle. Problematisch ist es mit trockenen Haarspitzen, da sie die Farbe stärker annehmen und das Haar dann scheckig wird. Das ist bei chemischen Farben anders, sie erzielen so ziemlich sofort den erwünschten Farbton – unabhängig von Struktur und Ausgangston des Haares. Die Haarfarbe künstlich zu verändern, ist jedoch ein starker Eingriff, der nur durch aggressive Mittel zu bewerkstelligen ist.

Pflanzenfarben wie Henna entstehen aus Kräutern, Rinden, Schalen, Zweigen, Blättern und Früchten. Sie erhalten solche Präparate unter anderem im Naturkosthandel. Sie sind frei von künstlichen Farb-, Konservierungs- und Duftstoffen, werden außerdem regelmäßig auf Rückstände von Pestiziden und Schwermetallen geprüft. In der vergangenen Zeit kam es zu keinen Beanstandungen mehr.

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