Hirsutismus: Definition
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So sehr wir unsere Haarfülle auf dem Kopf lieben, so sehr können uns die Härchen an anderen Stellen, ärgern, wenn sie da nicht hingehören und unserem Ideal von weiblicher Schönheit nicht entsprechen. Doch die Maßnahmen, die sich anbieten, sind gut zu überlegen.
„Damenbart” – das ist für die meisten von uns ein Schreckenswort, und wir rücken den borstigen Auswüchsen in unserem Gesicht sofort vehement zu Leibe. Dabei hat Hirsutismus, also die verstärkte Gesichts- und Körperbehaarung bei Frauen, in den meisten Fällen nichts Krankhaftes, sondern könnte eher als Normvariante gelten.
Varianten innerhalb der Norm
Einen gewissen Einfluss hat die ethnische Zugehörigkeit. Südeuropäerinnen z. B. sind in der Regel wesentlich stärker behaart als der nordische Typ oder gar fernöstliche Völker, die nur eine sehr spärliche Gesichts- und Körperbehaarung aufweisen. Kaukasierinnen, also Europäerinnen, gelten als die am stärksten behaarten Frauen überhaupt. Schon daraus lässt sich ersehen, dass Hirsutismus nicht unbedingt krankhaft ist.
Viele Frauen in Deutschland tragen Zeichen eines männlichen Behaarungsmusters. Diese reichen von ein paar einzelnen Auswüchsen um die Brustwarzen oder ein rassiges Oberlippenbärtchen über einen ausgeprägten Haarwuchs auf Brust oder Rücken bis hin zum Vollbart. Manche Frauen tragen z.B. ihren Damenbart mit Fassung, einige sogar mit einem gewissen Stolz. Doch die meisten leiden unter dieser haarigen Vermännlichung und möchten sie schnell und möglichst für immer loswerden.
Zu viele männliche Hormone?
Als Ursache kommen erhöhte Blutspiegel an männlichen Hormonen, den Androgenen, in Frage. Auch der weibliche Körper bildet ja Androgene, wenn auch in geringeren Mengen als der männliche Körper; s. Kasten. Die meisten Frauen mit Hirsutismus haben jedoch einen normalen Hormonspiegel. Allerdings sprechen bei ihnen die Haarwurzeln offensichtlich verstärkt auf Androgene an, so dass aus Flaumhaaren richtige Langhaare (Terminalhaare) werden. Man nennt dies idiopathischen (von selbst entstandenen) Hirsutismus. Er ist wohl genetisch bedingt und damit erblich. Ein solcher Haarwuchstyp findet sich dann oft bei mehreren Frauen in der Familie oder Verwandtschaft.
Die verstärkte Körperbehaarung beginnt typischerweise schleichend nach der Pubertät und erreicht ihre volle Ausprägung im dritten Lebensjahrzehnt.
Auch mit Einsetzen der Wechseljahre kann sich das Behaarungsmuster ändern. Manche Frauen stellen fest, dass ihnen am Kopf die Haare ausgehen; dafür sprießen sie am Kinn, auf der Oberlippe oder auf Leberflecken. Verantwortlich gemacht werden die hormonellen Veränderungen im Klimakterium. Weil die Östrogene weniger werden und die Androgene bleiben, erhalten die Androgene ein relatives Übergewicht.
Nur selten liegen Kranheiten zugrunde
Manchmal sind allerdings auch Tumoren und andere Leiden schuld an einem männlichen Behaarungsmuster. Das kann vor allem der Fall sein, wenn sich der Hirsutismus relativ rasch entwickelt hat. Funktionsstörungen der Nebennierenrinde kommen ebenso in Frage wie Krankheiten der Eierstöcke (etwa das Stein-Leventhal-Syndrom mit zahlreichen Zysten oder Androgen-bildende Geschwülste der Ovarien = Eierstöcke).