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Heuschnupfen: Definition, Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie entsteht ein Heuschnupfen?
  2. Der Pollenflugkalender als Hilfe
  3. Unbehandelter Heuschnupfen schädigt die Lunge
  4. Medikamente gegen Heuschnupfen
  5. Alternative Behandlungsmethoden
  6. Die neuesten Entwicklungen auf einen Blick
  7. Gehen Sie trotz Heuschnupfen ins Grüne!
  8. Vorbeugende Maßnahmen

Im Frühling beginnen die Augen zu jucken und tränen und die Nase läuft. Wo andere im Garten ihren Kaffee genießen, fliehen Heuschnupfen-Geplagte vor Pollen und Gräsern ins Haus. Wer den genauen Auslöser der Allergie noch nicht weiß, sollte einen Allergietest machen. Mithilfe eines Pollenflugkalenders lässt sich das Auftreten der Beschwerden zeitlich einschätzen.

Heuschnupfen / Pollenallergie© absolutimages – Fotolia

Wie entsteht ein Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Blütenstaub, weshalb die Krankheit auch Pollinosis oder Pollenallergie genannt wird. Etwa 15 Prozent der Deutschen werden alljährlich zwischen Frühjahr und Sommer von Heuschnupfen geplagt. Beim Einatmen kommen Ihre Schleimhäute in Kontakt mit dem Blütenstaub. Er wirbelt vor allem vom Frühjahr bis zum Sommer durch die Luft. Auf den Schleimhäuten sondern die Pollen einen pflanzlichen Eiweißstoff ab.

Der Organismus betrachtet diesen Eiweißstoff als Feind und beginnt, ihn zu bekämpfen. Dazu bildet er vermehrt Antikörper. Diese Antikörper verbinden sich mit der allergieauslösenden Substanz. Nun tritt der Abwehrstoff Histamin auf den Plan, der die akuten allergischen Beschwerden auslöst. Vor allem erweitern sich die Blutgefäße in den Schleimhäuten. Die Folge: Rötung, Schwellung, Juckreiz. Gefürchtet ist die Wanderung der Pollen in die Bronchien, denn das kann unter Umständen asthmatische Anfälle auslösen.

Typische Allergiebeschwerden

Diese Beschwerden kann die Pollenallergie auslösen:

  • Fließschnupfen
  • Verstopfung der Nase
  • Brennen, Jucken oder Tränen der Augen
  • Niesreiz
  • Kitzelhusten
  • Juckreiz im Hals

Zusätzlich fühlen sich Heuschnupfen-Geplagte matt, müde und leiden häufig unter Konzentrationsproblemen.

Der Pollenflugkalender als Hilfe

Pollenflugkalender geben Auskunft darüber, wann welche Pflanze blüht und ihre Pollen zur Bestäubung anderer Pflanzen auf den Weg schickt. Hier kann man ablesen, wann die Belastung durch welches Gras, welche Pflanze oder welchen Baum am höchsten ist und wann man als Allergiker folglich besser im Haus bleiben und die Fenster schließen sollte. In unseren Breiten ist folgendes Belastungsprofil für Allergiker vorhersehbar:

Hasel und Erle

Januar: In der ersten Hälfte leichte Belastungen (< 4 Pollen pro m³ Luft) durch die Pollen von Hasel und Erle, welche zur zweiten Monatshälfte mäßig stark (4 – 20 Pollen pro m³ Luft) ausfallen.

Februar: Starke Belastung (21 – 50 Pollen pro m³) durch Haselpollen in der ersten Monatshälfte, welche sich zu einer sehr starken (> 50 Pollen pro m³) Belastung in der zweiten Monatshälfte auswächst. Die mäßige Belastung der Erle bleibt hingegen in der ersten Monatshälfte konstant niedrig. Sie steigt langsamer an bis zum Ende des Monats auf ein starkes Niveau.

Birke

März: Die Belastung durch Haselpollen sinkt auf ein starkes Niveau und bleibt über den Monat konstant. Die Belastung durch Erlenpollen ist stark in der ersten Monatshälfte und sinkt auf ein starkes Niveau gegen Monatsende. Die Birke beginnt am Monatsbeginn langsam mit der Blüte, wodurch ihre Pollen in der zweiten Monatshälfte auf ein mäßiges Niveau ansteigen.

April: Hasel und Erle belasten am Monatsbeginn mäßig und beenden ihre Blühsaison in den letzten Tagen des Monats. Die Birke verzeichnet im monatlichen Pollenflugkalender eine starke, bis zu Monatsende auf sehr stark anwachsende Pollenmenge. Ebenso beginnen die ersten Gräser in diesen Monat mit der Blüte. Auf den Feldern blüht der erste Roggen und belastet leicht.

Roggen und Wildgräser

Mai: Die letzten Hasel- und Birkenpollen verschwinden im Laufe des Monats, während die Birke in der ersten Monatshälfte eine stark belastende Pollenmenge erzeugt. Erst gegen Monatsende mäßigt sich ihre Blühaktivität. Sowohl Roggen als auch Wildgräser beginnen mit ihrer vollen Blühphase und steigern ihre Pollenproduktion gegen Monatsende zu einer starken Belastungskonzentration für den Allergiker.

Juni: Die Birke verblüht im Laufe des Monats während die Hauptblütephase von Roggen und Wildgräsern mit sehr starken Pollenbelastungen zum Monatsbeginn einsetzt. Ebenfalls belastend wirkt der Beginn der Beifußblüte in der zweiten Monatshälfte.

Beifußblüte

Juli: Während die Belastung durch Roggenpollen in diesem Monat langsam dem Ende zu geht, beginnen die Wildgräser mit einer weiteren sehr stark belastenden Blütezeit. Ebenfalls stark ist die Belastung durch die Beifußblüte besonders gegen Monatsende. Neu hinzu kommt die eingeschleppte Ambrosia. Ihre Pollen gelten als besonders aggressiv und allergen. Ihre Blütezeit beginnt in der zweiten Monatshälfte. Eine einzelne Ambrosie kann pro Saison bis zu einer Billion Pollen in die Luft schleudern.

August: Der Roggen verblüht langsam, während die Belastung durch Gräserpollen mäßig bleibt. Die Belastung durch Beifuß und gegen Monatsende durch die Ambrosia verstärkt sich.

Ambrosia

September bisNovember: Die Gräser verblühen und die Ambrosia lässt in ihrem Pollenflug langsam nach. Bis Mitte November ist mit einer schwachen Belastung durch Ambrosia zu rechnen.

Dezember: In der zweiten Monatshälfte beginnt der Hasel mit seiner Blüte und belastet die Luft gering.

Pollenflug© Fotowerk – Fotolia

Keine Angst vor schönen Blumen!

Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, halten sich häufig von wunderschönen Blumensträußen fern aus Angst vor einem Allergieanfall. Dabei ist dies in den meisten Fällen gar nicht nötig. Denn schöne Blumen sind fast niemals schuld an laufender Nase und tränenden, brennenden Augen. Wie Sie oben sehen, sind es eher die unscheinbaren oder gar „hässlichen“ Pflanzen, die einen Allergieanfall verursachen, wie beispielsweise Beifuß, Giersch oder Ambrosie. Sie bestechen nicht durch hübsche Blütenpracht, sondern blühen vielmehr im Verborgenen. Teilweise haben sie sehr kleine Blüten, die kaum zu erkennen sind. Hinzu kommt, dass sie massiv Pollen produzieren, die bei drei Vierteln aller Allergiker Beschwerden auslösen.

Es ist übrigens genau der Verbreitungsunterschied der Pollen, der dafür sorgt, dass hübsche Pflanzen kaum Allergien auslösen. Diese nämlich nutzen Insekten für die Verbreitung ihrer Pollen. So sind diese quasi „gebunden“. Zudem kommen Pollen durch Insekten in der Regel immer ans Ziel, also zur nächsten Pflanze. Dadurch müssen „hübsche“ Pflanzen deutlich weniger Pollen produzieren. Die eher als „hässlich“ zu bezeichnenden Pflanzen dagegen lassen ihre Pollen vom Wind verteilen. Diese fliegen also weiträumig herum. Außerdem werden deutlich mehr Pollen freigesetzt, damit so viele wie möglich ihr Ziel erreichen und so kommt es, dass diese deutlich eher zu Allergien führen.

Unbehandelter Heuschnupfen schädigt die Lunge

Trotz der oft massiven Beschwerden gehen viele Heuschnupfen-Geplagte nicht zum Arzt. Sie halten die Symptome zwar für lästig, aber nicht gefährlich. Nur jede zweite Frau mit einer Pollenallergie wird auch dagegen behandelt. Viele doktern auf eigene Faust herum oder tun gar nichts.

Das kann jedoch Spätfolgen nach sich ziehen: Die Nasenschleimhäute können nachhaltig geschädigt werden, das Immunsystem ist möglicherweise so gestört, dass es auch auf andere Substanzen überreagiert, die Bronchien können sich entzünden und lebensgefährliches Asthma kann drohen. Besser ist es deshalb, möglichst schon bei den ersten Symptomen einen Allergologen aufzusuchen. Denn steht der auslösende Übeltäter erst einmal fest, kann Ihnen gezielt geholfen werden.

Mögliche Naturheilverfahren gegen Pollen

Nasen- und Augenspülungen gegen die Pollenplage

So spülen Sie Ihre Nase: Füllen Sie das Nasenkännchen und legen Sie Ihren Kopf schräg nach rechts hinten. Gießen Sie mit dem Kännchen so viel Wasser in das rechte Nasenloch, bis die Flüssigkeit in Ihren Rachen rinnt. Wiederholen Sie die Prozedur einige Male und spülen Sie das andere Nasenloch auf dieselbe Weise.

So spülen Sie Ihre Augen: Füllen Sie die fertige Spülflüssigkeit in die ovale Augenbadewanne und beugen Sie Ihren Kopf so weit nach unten, dass ein Auge „unter Wasser“ liegt. Öffnen und schließen Sie nun mehrmals das Auge. Wiederholen Sie diese Spülung mit dem anderen Auge.

Medikamente gegen Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine Form allergischer Rhinitis und betrifft nach Angaben des Allergiker- und Asthmatiker-Bundes mehr als 12 Prozent der Bevölkerung. Das sind knapp 10 Millionen Menschen. Innerhalb der letzten 60 Jahre verzehnfachte sich die Zahl der Betroffenen. Doch vielleicht müssen Sie nicht Jahr für Jahr unter den unangenehmen Folgen eines Heuschnupfens leiden: Ein wachsendes Angebot an Medikamenten hilft dabei, die Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

Eine Überreaktion des Immunsystems

Die allergische Rhinitis stellt eine Entzündung der Schleimhäute der Nase dar. Im Hausstaub enthaltene Hausstaubmilben und andere Milbenarten sowie Tierschuppen lösen unter Umständen eine jahreszeitunabhängige, ganzjährige allergische Rhinitis aus. Wenn Sie ein Allergen einatmen, veranlassen Antikörper des Immunsystems die Freisetzung chemischer Substanzen in den Schleimhäuten der Augen und Atemwege, darunter auch Histamin.

Das Histamin erzeugt die bekannten Symptome des Heuschnupfens: rote, geschwollene und brennende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase, einen juckenden Hals, Niesen und Husten. Viele Pollenallergiker reagieren zusätzlich auf ein Nahrungsmittel allergisch, das Stoffe der entsprechenden Blütenpflanze enthält. Aus diesem Grunde sollte man wissen, gegen welche Pflanzen sich die Allergie richtet.

Die richtige Allergiebehandlung

Wenn Sie einen Verdacht auf Heuschnupfen haben, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt abklären. Er stellt fest, auf welches Allergen Sie reagieren und informiert Sie über eine Hyposensibilisierung. Der erste Schritt in der Allergiebehandlung liegt in der Vermeidung der allergieauslösenden Substanz.

Die meisten Personen mit Heuschnupfen benötigen darüber hinaus Medikamente, die zwar den Heuschnupfen nicht heilen, die Intensität der Symptome aber einschränken.
Beginnen Sie rechtzeitig vor dem Einsetzen der Pollenflugzeit mit der Behandlung, ist die Wirksamkeit am größten. Einige Heuschnupfenpräparate sind rezeptfrei erhältlich. Von einer Selbstmedikation bei Risikogruppen wie Schwangeren, stillenden Frauen, Säuglingen und Kleinkindern ist abzuraten. Andere Personen sollten vor allem am Anfang im Hinblick auf die Nebenwirkungen nicht auf eine ärztliche Beratung verzichten. Im Folgenden finden Sie die üblichen Medikamente.

Wirkt eine Desensibilisierung gegen Heuschnupfen nach?

Eine neuere Studie wies nach, dass eine dreijährige Desensibilisierung gegen eine Pollenallergie bis zu drei Jahre oder länger Linderung bringt. Britische Forscher verglichen über drei Jahre hinweg die jahreszeitlichen Symptome und den antiallergischen Medikamentenverbrauch in zwei Patientengruppen mit Heuschnupfen. Eine Gruppe wurde über drei Jahre hinweg desensibilisiert und die Behandlung im Studienjahr fortgeführt. Die andere Gruppe erhielt ebenfalls drei Jahre lang eine Desensibilisierungsbehandlung, jedoch im Studienjahr keine mehr. Beide Gruppen wiesen wenige jahreszeitlich bedingte Symptome auf und benötigten wenig andere Medikamente.

Zusätzlich waren die Symptome in beiden Gruppen deutlich geringer im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die niemals eine Desensibilisierungsbehandlung erhalten hatte. Den Ärzten der Mayo Clini dient die Studie als Indiz dafür, eher eine Desensibilisierung vorzunehmen als symptomatisch wirkende Antiallergika zu verschreiben.

Antihistaminika

Diese Medikamente sind teilweise rezeptfrei erhältlich oder verschreibungspflichtig. Sie blockieren die Histaminaktivität, lindern das Niesen, den Fließschnupfen und das Jucken in den Augen und im Rachen. Im Allgemeinen wirken sie nicht bei verstopfter Nase. Die Einnahme erfolgt als Tropfen oder Tabletten. Solange die Gefahr besteht, dass Symptome auftreten können, sollten Sie diese Mittel einnehmen. Die älteren Präparate der sogenannten ersten Generation bringen häufiger Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen mit sich (z. B. Fenistil®, Avil®, Polaronil®, Tavegil®).

Neuere Antihistaminika der zweiten Generation sind nicht unbedingt wirksamer, verursachen jedoch keine Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen mehr. Diese Medikamente wie Astemizol (Hismanal®), Cetirizin (Zyrtec®), Loratidine (Lisino®) oder Terfenadine (Teldane®, Hisfedin®) kosten bis zu zehnmal mehr als die der ersten Generation. Von einigen Antihistaminika der zweiten Generation ist abzuraten, wenn Sie an einer Lebererkrankung oder Herzrhythmusstörungen leiden. Des Weiteren sollten Sie diese meiden, wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen. Dazu zählt unter anderem das Antibiotikum Erythromycin oder Antipilzmittel wie Ketoconazol (Nizoral®) oder Itroconazol (Sempera®, Siros®). Wenn Sie diese zusammen einnehmen, verursachen die Antihistaminika möglicherweise lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen.

Abschwellende Medikamente

Diese Nasentropfen und Sprays sind rezeptfrei erhältlich und werden immer weniger verschrieben. Sie schwellen die Nasenschleimhaut ab und ermöglichen eine freiere Atmung. Abschwellende Medikamente gehören zur Gruppe der Stimulantien (anregenden Mittel). Sie erzeugen unter Umständen Nervosität und Schlaflosigkeit und verschlechtern einen Bluthochdruck.

Diese Medikamente können eine Verspannung oder Verkrampfung des Blasenschließmuskels hervorrufen und auf diese Weise bestehende Blasenentleerungsschwierigkeiten vergrößern. Begrenzen Sie den Gebrauch abschwellender Medikamente auf drei Tage. Bei längerer Verwendung können die Sprays einen Rebound-Effekt auslösen: Wenn Sie damit aufhören, können die Symptome wiederkehren und sich verschlechtern.

Corticosteroide, Cromoglicinsäure, Ipratropium und Augentropfen

Die rezeptpflichtigen Nasensprays mit Corticosteroiden verschreiben die Ärzte häufig, wenn Antihistaminika in Tablettenform nicht wirksam sind oder die Symptome dennoch anhalten. Die Sprays haben nicht dieselben schweren Nebenwirkungen wie Steroidtabletten oder -spritzen. Sie können aber ein Glaukom verschlimmern und Schnupfen, leichtes Brenngefühl, Nasenbluten oder einen unangenehmen Nachgeschmack hervorrufen.

Sprays mit Cromoglicinsäure sind rezeptfrei erhältlich. Sie eignen sich am besten zur Vorbeugung kürzerer Anfälle bei leichter bis mittelschwerer Symptomatik. Jedoch müssen Sie drei bis vier Wochen vor dem üblichen Auftreten der Symptome mit der Anwendung beginnen. Die regelmäßige Einnahme ist wichtig. In den USA ist ein neuer rezeptpflichtiger Nasenspray mit dem Wirkstoff Ipratropium (Atrovent®, Itrop®) hinzugekommen, der gegen die laufende Nase hilft. Freiverkäufliche und rezeptpflichtige Augentropfen lindern das Jucken und Tränen der Augen. Da sie sich nachteilig auf weiche Kontaktlinsen auswirken, sollten Sie diese nicht während der Behandlung tragen.

Neue Antikörper gegen Immunglobuline E

Mit gentechnisch veränderten Antikörpern aus Mäusen wollen Wissenschaftler der Universität Mainz gegen allergische Erkrankungen vorgehen. Dies berichtet die Zeitschrift „Allergie konkret“ in ihrer Herbstausgabe. Bei der Entstehung einer allergischen Reaktion spielt das Überschießen der Immunglobuline E (IgE) eine entscheidende Rolle. Sie lösen die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen wie Histamin, Leukotriene und Zytokine aus. Die Ärzte spritzen die neuen Antikörper (rhuMAb-E25) unter die Haut. Sie sollen die Immunglobuline E (IgE) abfangen, bevor diese sich an den Mastzellen der Immunabwehr festsetzen und dort ihre Wirkung ausüben. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Dosierung ist, dass man vor einer Behandlung der IgE-Spiegel des Allergikers misst.

Gegen akute Beschwerden helfen diese Antikörper nicht. Man muss sie im Falle von Heuschnupfen sechs Wochen vor dem zu erwartenden ersten Allergenkontakt spritzen. Dies geschieht dann ein- bis zweimal im Monat. Ganzjährig betroffene Allergikerinnen und Allergiker erhalten regelmäßig über das Jahr alle zwei bis vier Wochen E25. Geprüft sind diese Antikörper bei allergischer Rhinitis und allergischem Asthma. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Antikörper auf Grund ihres Wirkprinzips allen IgE-vermittelten Allergieformen begegnen. Die Nebenwirkungen beschränken sich auf leichte Hautrötungen an der Injektionsstelle.

Heuschnupfen© PSDesign1 – Fotolia

Alternative Behandlungsmethoden

Große Chancen auf Besserung liegen in der Alternativmedizin. Damit kann sogar Allergikern geholfen werden, denen Arzneien und Desensibilisierung keine Linderung gebracht haben. Wenn Sie unter heftigen Beschwerden leiden, sollten Sie zu Beginn der Pollensaison eine Zink-Kur machen: Nehmen Sie täglich 10 bis 15 mg Zink ein. Das Spurenelement wirkt ausgleichend auf Ihre Abwehr und kann Allergieschübe verhindern.

Ein Spray mit Quitten- und Zitronenextrakten (von Weleda) kann die Symptome eines Heuschnupfens auf sanfte Weise lindern. Eine gezielte Behandlung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) etwa mit Akupunktur kann sogar Medikamente überflüssig machen. Nach einer in Deutschland durchgeführten Studie spürten 90 Prozent der Teilnehmer nach zehn Nadelsitzungen eine deutliche Besserung. Die Akupunktur sollte bereits im Herbst vor der Pollensaison erfolgen.

Mit Qi Gong können Sie wieder durchatmen

In der TCM wird nicht das Krankheitsbild, sondern der ganze Mensch mit seiner speziellen Konstitution und seinen individuellen Beschwerden behandelt. Deshalb steht am Anfang einer Behandlung immer eine ganz eingehende und persönliche Diagnose. Bei den TCM-Therapien gegen Heuschnupfen nimmt die Akupunktur eine Sonderstellung ein. Bereits nach der fünften Sitzung ist in der Regel eine Besserung spürbar. 10 bis 15 Sitzungen reichen fast immer aus. Bei manchen verschwindet die Allergie ganz. Wichtig ist, schon vor der jeweiligen Pollensaison mit der Akupunktur zu beginnen. Auch individuell abgestimmte TCM-Kräutermischungen helfen Ihrem angeschlagenen Immunsystem wieder auf die Beine.

Qi Gong, die sanfte Bewegungstherapie der TCM, bringt Ihre durch die Allergie durcheinandergebrachten Körperenergien wieder ins Lot. Praktiziert werden dabei Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Ihr Immunsystem kann dabei so stabilisiert werden, dass es wieder normal reagiert. Außerdem werden die Symptome gemildert und Sie können wieder richtig durchatmen.

Konstitutionsbehandlung löscht die Allergiebereitschaft

Wenn Sie Allergiker sind, ist das bereits in Ihrem Erbgut verankert. Diese erbliche Belastung durch über die Generationen weitergereichte Gesundheitsbelastungen nennen Homöopathen Miasma. Mit dem richtigen homöopathischen Mittel, das diese persönliche Veranlagung und Krankheitsbereitschaft stabilisiert gelingt es in vielen Fällen, die genetisch vorprogrammierte Allergiebereitschaft wieder zu löschen.

Eine solche Behandlung wird Konstitutionsbehandlung genannt und muss bei einem erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden. In einem bis zu mehrere Stunden dauernden Anamnesegespräch erhebt der Homöopath dann Ihre Krankengeschichte und die Ihrer Familie und wird nach der Auswertung Ihrer Angaben das für Sie richtige Mittel auswählen.

Naturmedizin gegen Heuschnupfen

Homöopathische Mittel können Ihnen wirkungsvol durch die Heuschnupfenzeit helfen und die Beschwerden rasch lindern. Lassen Sie von dem am besten passenden Mittel ein- bis dreimal täglich zwei Tabletten in der Potenz D6 langsam im Mund zergehen. Die am häufigsten angezeigten Mittel sind:

  • Allium cepa: Ein gutes Heuschnupfenmittel, wenn die Nase wässrig läuft, dabei brennt und die Augen gleichzeitig tränen.
  • Sabadilla kann helfen, wenn sowohl die Augen als auch die Nase brennen, die Nase verstopft ist und der Gaumen juckt.
  • Luffa bewährte sich bei Fließschnupfen, der mit Stirnkopfschmerz und Niesattacken verbunden ist.
  • Euphrasia ist das richtige Mittel, wenn sich die allergische Reaktion vor allem an den Augen abspielt, die Tränen brennen und eine starke Lichtscheu besteht.
  • Arundo hilft, wenn Ihnen der Gaumen juckt und Sie krampfartige Niesanfälle bekommen.

Mit der homöopathischen Zwiebel gegen Niesanfälle

Gräser- und Birkenpollen machen im Mai Heuschnupfen-Geplagten das Leben schwer. Wenn Sie immer wieder unter Niesanfällen leiden, Ihre Augen tränen und die Nase läuft, dann sollten Sie einen Versuch mit der homöopathisch aufbereiteten Küchenzwiebel starten. Lassen Sie dazu einfach bis zu dreimal täglich drei Globuli des Mittels Allium cepa in der Potenz D6 langsam im Mund zergehen. Falls sich am zweiten Tag keine Besserung zeigt, war das Mittel für Sie allerdings nicht passend und Sie sollten die Einnahme stoppen.

Zusätzlich können Sie mit einer einfachen Maßnahme Ihre Pollenbelastung vermindern: Waschen Sie Ihre Haare wenn möglich jeden Abend. Tagsüber verfangen sich Pollen in Ihren Haaren und Sie tragen sie nachts mit auf Ihr Kopfkissen. Geschwollene Augen und eine verstopfte Nase am nächsten Morgen sind dann die Folge. Durch das Waschen entfernen Sie die Plagegeister und sorgen so für eine erholsame Nacht.

Gegensensibilisierung nach Theurer

Die Gegensensibilisierung nach Theurer ist eine spezielle Eigenblutbehandlung, durch die überschießende Reaktionen des Immunsystems gebremst werden. Hierzu nimmt Ihnen der Arzt anders als bei der schulmedizinischen Hyposensibilisierung auf dem Höhepunkt der Erkrankung etwas Blut ab. Zu der Zeit, zu der Sie die heftigsten Beschwerden haben, sind auch die meisten Antikörper auf die Allergene in Ihrem Blut enthalten. Diese werden dann in einem Speziallabor isoliert und in einer homöopathischen Verdünnungsreihe aufbereitet.

Wenn der Arzt Ihnen diese Verdünnungen spritzt, erkennt Ihr Körper die Antikörper nicht mehr als seine eigenen und bildet neue Antikörper (Anti-Antikörper) gegen sie. Dadurch werden die Pollen-Antikörper in Schach gehalten und die Heuschnupfen-Beschwerden gelindert. Die Herstellung der Gegensensibilisierungs-Lösungen müssen Sie mit etwa 170 Euro selbst bezahlen, die Injektionen der Lösungen kann Ihr Arzt mit der Krankenkasse abrechnen.

Symbioselenkung oder Mikrobiologische Therapie

Auch wenn es sich seltsam anhört: Ein gesunder Darm ist die Basis für ein stabiles Immunsystem und damit auch die beste Voraussetzung dafür, überschießende Immunreaktionen zu vermeiden. Diese Zusammenhänge entstehen dadurch, dass der Darm unser größtes Immunorgan ist. Denn wie die Wissenschaft heute weiß, sind über 70 Prozent der Immunzellen in der Darmwand lokalisiert.

Trainingspartner für dieses Darm-Immunsystem sind die Darmbakterien, deren geregelte Zusammensetzung für eine funktionierende Abwehr unverzichtbar ist. Wenn diese Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, werden fehlerhafte Immunreaktionen wie ein allergischer Schnupfen begünstigt. Für Abhilfe kann hier eine Symbioselenkung oder Mikrobiologische Therapie sorgen. Hierzu nehmen Sie über mehrere Wochen Präparate aus speziell aufbereiteten Keimen ein und bringen dadurch Ihre Immunabwehr wieder in die Balance.

Die neuesten Entwicklungen auf einen Blick

  • sublinguale Therapie: Allergenhaltige Tropfen, die unter die Zunge geträufelt werden, sollen das Immunsystem langsam an die Allergie-Auslöser gewöhnen. Gute Alternative zur bisher üblichen Desensibilisierung: weniger Arztbesuche, keine Spritzen, allerdings auch etwas weniger wirksam.
  • Grastablette: Eine Tablette, die Allergene aus Gräserpollen enthält, wird unter die Zunge gelegt, wo sie langsam schmilzt. Prinzip und Erfolgsquote sind ähnlich wie bei der sublingualen Therapie.
  • RUSH-Therapie: Desensibilisierung per Spritze, allerdings mit erheblich weniger Arztbesuchen, da die Dosis viel rascher gesteigert wird. In den USA gut erprobt, beginnt sich auch in Deutschland langsam zu etablieren.
  • Xolair®: Mittel, das die Ausschüttung von Histaminen verhindert. Darf zunächst nur bei allergischem Asthma verordnet werden. Bei Heuschnupfen nur im Rahmen eines Therapieversuchs anwendbar.
  • Selbsthypnose: Schweizer Ärzte haben im Jahr 2005 etwa 80 Heuschnupfenpatienten in die Selbsthypnose eingewiesen. Danach sank der Verbrauch von Medikamenten um fast 50 Prozent und die Symptome nahmen um bis zu 45 Prozent ab.
  • UV-Licht: Ungarische Ärzte haben im Jahr 2005 Heuschnupfen-Patienten erfolgreich mit einer Mischung aus energiereichem UVund sichtbarem Licht behandelt. Das Licht wurde in die Nasenlöcher gestrahlt. Entsprechende Geräte sind in der Entwicklung. Achtung: Ähnliche Geräte auf der Basis von Rotlicht sind damit nicht vergleichbar und nach Meinung von Experten absolut wirkungslos.

Gehen Sie trotz Heuschnupfen ins Grüne!

Für Heuschnupfler und Allergiker beginnt die schönste Jahreszeit mit Tropfnase, Triefaugen, Reizhusten oder Hautausschlag. Wenn Sie dazu gehören: Sie müssen trotzdem nicht drinnen bleiben! Jeder vierte Bundesbürger niest, kratzt und reibt sich zur Zeit des Pollenflugs die Nase. Der frühe Sommer ist die schlimmste Jahreszeit für die meisten Allergiker. Die beste Strategie ist, den Kontakt mit den Problem-Allergenen zu meiden.

Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden, sollten Sie am besten jedes Mal die Kleidung wechseln, wenn Sie von draußen kommen. Abends waschen Sie sicherheitshalber die Haare, damit Sie die Pollen herausspülen können. Besorgen Sie sich einen Raumluftfilter. Er sollte eine geprüfte Filterleistung haben, leicht zu bedienen sein und einen niedrigen Geräuschpegel haben. Auch in Ihr Auto sollten Sie einen Pollenfilter einbauen lassen.

Die grüne Natur© pixabay – Antranias

Tipps und Tricks für Bewegung im Freien

Wenn Sie draußen spazieren gehen oder Sport treiben wollen – und das sollten Sie, denn das tut Ihnen ganz besonders gut – sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Belasten Sie sich draußen nicht mehr als nötig, denn durch Belastung nehmen Sie besonders viele Pollen auf. Holen Sie aber weniger tief Luft, im Idealfall reicht sogar die Nasenatmung aus und Ihre Nase kann für Sie die Pollen aus der Atemluft herausfiltern. Also lieber spazieren gehen statt joggen.
  • In der Stadt ist der Pollenflug morgens zwischen 6 und 8 Uhr am geringsten, auf dem Land abends zwischen 18 und 23 Uhr.
  • Nach einem Regenguss ist die Luft fast „reingewaschen“. Das ist die beste Zeit für Freiluftaktivitäten.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper nicht noch zusätzlich durch zu viel Sonne gestresst wird. Tragen Sie lockere Schutzkleidung und meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.
  • Wenn Sie Sport treiben, gehen Sie lieber in die freie Natur als in die abgasbelastete Innenstadt. Die Umweltgifte verstärken Ihre allergischen Reaktionen und machen obendrein die Pollen noch aggressiver.
  • Bei hohen Ozonkonzentrationen sollten Sie auf Sport im Freien besser verzichten und zu Hause bleiben.
  • Besonders für Sie geeignet sind alle Wassersportarten, da Wasser die umherfliegenden Pollen bindet.
  • Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Allergie

Hohe Ozonwerte im Sommer wirken sich direkt auf unsere Leistungsfähigkeit aus und können sogar der Gesundheit schaden. Aber sie sind auf lange Sicht auch für Allergiker ein Problem. Denn Luft, die viel Ozon enthält, lässt den Allergengehalt von Pflanzen ansteigen. Das haben Wissenschaftler der Medizinischen Universität in Wien herausgefunden. Sie hatten zwei Sorten Roggen in ozonhaltiger Luft wachsen lassen, Vergleichspflanzen dagegen in normaler Luft gezüchtet.

Als die Forscher die Pollen untersuchten, stellten sie fest, dass die Pflanzen, die dem Ozon ausgesetzt waren, Pollen aufwiesen, die mehr Allergene und Eiweiße enthielten. Mit diesen Pollen wurden dann die Immunzellen von Allergikern vermischt. Das Ergebnis: Sie waren stärker allergieauslösend als die Pflanzen, die eben nicht dem starken Ozon ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Erkenntnis die These bestätigt, dass Umweltverschmutzung und steigende Zahl der Allergien zusammenhängen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Waschen Sie sich die Haare bevorzugt am Abend, damit Sie keine Pollen, die sich tagsüber in den Haaren verfangen haben, mit auf Ihr Kopfkissen nehmen.
  • Regen wirkt wie ein natürlicher Pollenfilter. Gehen Sie jedoch nicht gleich bei den ersten Regentropfen nach draußen, da mit ihnen zunächst vermehrt Pollen aus höheren Luftschichten nach unten gedrückt werden.
  • Halten Sie Ihr Fenster nachts geschlossen, da morgens zwischen 4 und 5 Uhr die meisten Pollen aufgewirbelt werden.
  • Falls Sie unbedingt mit offenem Fester schlafen möchten, können Sie vor Ihrem Schlafzimmerfenster auch ein Pollenschutz-Gitter (aus dem Baumarkt) anbringen.
  • Nehmen Sie keine getragene Kleidung mit ins Schlafzimmer. Ziehen Sie sich abends in einem anderen Zimmer aus, damit die Pollen nicht in Ihr Schlafumfeld kommen.

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