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Weißer Hautkrebs: Das sollten Sie wissen

Weißer Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für Hautkrebsformen, die nicht wie das Melanom durch die Einlagerung des Hautpigments Melanin dunkel gefärbt sind. Sie alle entstehen in der oberen Hautschicht (Epidermis).

Welche hellen Hauttumore gibt es?

  • das Basalzellkarzinom (Basaliom)
  • das Plattenepithelkarzinom (Stachelzellkrebs, Spinaliom)
  • aktinische Keratosen (Frühformen oder Präkanzerosen)

Bis zu ihrer Entwicklung vergehen meistens mehrere Jahrzehnte und ihr unscheinbares Aussehen führt nicht selten dazu, dass sie lange Zeit nicht wahrgenommen werden.

Häufigste Krebsart: Basalzellkrebs

Die häufigste Form von weißem Hautkrebs ist der Basalzellkrebs. Er entsteht in der untersten Zellschicht (Basalzellen) der Oberhaut. Hier haben die Zellen die Fähigkeit, sich zu teilen, liefern den Nachschub für die darüber liegenden Stachelzellen, die nach oben wandern und schließlich als Hornschüppchen abgestoßen werden. Auf diese Weise kann sich unsere Haut ständig erneuern. Durch schädigende Einflüsse auf die Erbsubstanz (DNS) in den Zellkernen kann die geordnete Selbsterneuerung der Haut jedoch aus der Kontrolle geraten. Die Zellen teilen sich wahllos und es entsteht ein Basalzellkarzinom, die häufigste Krebsart überhaupt.

So kann ein Basalzellkrebs aussehen:

  • stecknadelkopfgroßes, gelblich-rötliches Knötchen
  • perlschnurartiger Randsaum
  • erweiterte Äderchen auf dem Knötchen
  • kleine Geschwüre, die nicht abheilen

Weitere Hautkrebsarten

Die zweithäufigste Hautkrebsart ist das in den Stachelzellen entstehende Plattenepithelkarzinom. Es kann einer kleinen Warze ähneln oder wie ein nässendes Geschwür aussehen. Häufig entsteht es aus einer aktinischen Keratose. Diese Krebsvorstufe zeigt sich zunächst als rötlicher Fleck, später bilden sich braun-graue Krusten.

80 Prozent aller weißen Hautkrebserkrankungen entstehen im Gesicht. Das liegt daran, dass es dem Sonnenlicht am stärksten ausgesetzt ist. Die UV-Strahlen der Sonne lösen je nach Hauttyp nach einiger Zeit Veränderungen am Erbgut der Hautzellen aus und damit einen Sonnenbrand. Starke Schäden führen zum Zelltod, der sich in einer Blasenbildung mit anschließendem Abschälen der Haut äußert. Summieren sich im Laufe der Jahre derartige Hautschäden, entsteht der weiße Hautkrebs.

Wie Sie sich vor weißem Hautkrebs schützen

Im Jahr 2011 veröffentlichten Forscher der berühmten Harvard-Universität in Boston (USA) das erstaunliche Ergebnis ihrer Studie: Kaffee kann offenbar vor weißem Hautkrebs schützen. Die Forscher hatten die Daten von 113.000 Erwachsenen erhoben und sie 20 Jahre lang beobachtet. In diesem Zeitraum erkrankten 23.000 der Probanden an einem Basaliom. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für weißen Hautkrebs bei Frauen, die täglich mindestens drei Tassen Kaffee tranken, um 20 Prozent niedriger war als bei den Frauen, die weniger als eine Tasse Kaffee im Monat zu sich nahmen. Männer konnten durch drei Tassen Kaffee täglich ihr Basaliom-Risiko um 13 Prozent verringern. Die Forscher vermuten, dass das Koffein für den schützenden Effekt verantwortlich ist. Der genaue Wirkungsmechanismus ist jedoch noch nicht bekannt.

Ihre Haut vergisst keinen einzigen Sonnenstrahl. Hautärzte sehen daher die Obergrenze der erträglichen Strahlenbelastung bei 50 Sonnenbädern pro Jahr. Dabei zählt die natürliche Sonne ebenso wie die künstliche auf der Sonnenbank. Wenn Sie älter als 35 sind, bezahlt Ihre Krankenkasse alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Sie sollten diese Leistung unbedingt in Anspruch nehmen und zwischendurch Ihre Haut selbst auf verdächtige Stellen untersuchen. Rechtzeitig behandelt sind die Heilungschancen mit etwa 95 Prozent sehr gut. In 5 Prozent der Fälle kommt es jedoch zu einem Rückfall. Die lebenslange Vorsorge ist daher das A und O!

Schutz vor Hautschäden durch UV-Licht

  • Meiden Sie die Mittagssonne und halten Sie sich zwischen 12 und 15 Uhr nur im Schatten auf.
  • Falls Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob sie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Besondere Vorsicht erfordern hier einige Rheuma-, Diabetes- und Johanniskrautpräparate sowie Antibiotika.
  • Cremen Sie eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel gegen UVA- und UVB-Strahlung ein.
  • Beachten Sie bei der Auswahl Ihres Sonnenschutzmittels die Eigenschutzzeit Ihres Hauttyps.
  • Tragen Sie bei der Gartenarbeit oder bei ausgedehnten Spaziergängen eine Kopfbedeckung.
  • Setzen Sie im Freien unbedingt eine Sonnenbrille auf, da Plattenepithelkarzinome auch die Augenlider befallen können.
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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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