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So schützen Sie sich effektiv vor Hautkrebs

Geht es Ihnen auch so? Sonnenstrahlen und Wärme lösen gute Laune aus. Sie sind zudem unerlässlich beispielsweise für unsere Vitamin-D-Produktion in der Haut und dadurch auch für starke Knochen. Aber: Auf die Sonnen-Dosis kommt es an, denn andererseits zählt die UV-Strahlung zu den wichtigsten Krebsauslösern.

Ihre Haut vergisst nichts: Narben, Falten und andere Hautveränderungen zeugen von einem ereignisreichen Leben. Auch intensive Sonnenbäder vergisst sie nicht, vor allem wenn es zu einem Sonnenbrand gekommen ist. Rein äußerlich erholt sich Ihre Haut schon bald wieder vom zu intensiven Sonnenbad. In den Tiefen hat sich der Schaden jedoch „eingebrannt“ und fördert die vorzeitige Hautalterung, die durch Falten sichtbar wird. Weitaus schwerwiegender: Auch das Risiko für Hautkrebs steigt.

Überlasten Sie Ihr „Hautkonto“ nicht

Natürlich verursacht nicht ein Sonnenbrand Hautkrebs, doch die Summe der Strahlenbelastung kann den Unterschied ausmachen. Besonders schnell überschritten ist die Regerationsfähigkeit Ihrer Haut, wenn zu den Sonnenbädern im Freien (z. B. beim Sport und im Urlaub) auch noch wöchentliche Besuche im Solarium kommen.

Die Folgen spürt man möglicherweise erst nach 20 bis 30 Jahren, dann aber sehr deutlich. Sie können sich schon schützen, indem Sie gezielt vorbeugen und Ihre Haut monatlich selbst kontrollieren bzw. alle zwei Jahre beim Hautarzt untersuchen lassen (Kassenleistung). Unter www.hautkrebs-screening.de finden Sie ein Verzeichnis der Ärzte, die eine Genehmigung zur Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs haben.

Machen Sie Ihrer Haut keinen Sonnenstress!

Wenn Sie noch blass sind, hat Ihre Haut kaum Melanin gebildet. Das ist der natürliche Hautfarbstoff, der Sie vor UV-Schäden schützen soll. Beginnen Sie mit einem hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 (im Wintersport in den Bergen noch höher) und halten Sie sich überwiegend im Schatten auf. Etwa 50 Prozent der UV-Strahlung kommen auch im Schatten (z. B. unter einem Sonnenschirm) an.

Nehmen Sie das Thema Hautkrebs ernst!

Etwa 15 Prozent aller bösartigen Tumore gehören nach Angaben des Krebsinformationsdienstes in Heidelberg zur Kategorie Hautkrebs: Gegenüber 1970 hat sich allein die Zahl der häufigsten Krebsform, des Basalzellkarzinomes, etwa vervierfacht. Bösartige Wucherungen der Haut sind sogar so vorherrschend geworden und nehmen weiterhin so rapide zu, dass die Amerikanische Akademie der Dermatologen Hautkrebs als unentdeckte Epidemie bezeichnet. Im Allgemeinen steigt Ihr Hautkrebsrisiko mit zunehmendem Alter, weil sich die Schäden durch Sonneneinstrahlung im Laufe der Zeit summieren. Basalzellkarzinome (Basaliome) und Plattenzellkarzinom (Spinaliom) sind am häufigsten. Diese auch als „weißer“ Hautkrebs bekannten Formen wachsen meist langsam und sind fast immer gut behandelbar. „Schwarzer“ Hautkrebs (Melanom) ist dagegen sehr ernst, da er sich mit großer Wahrscheinlichkeit in andere Körpergewebe ausbreitet, indem er Metastasen bildet.

Hautschäden durch ultraviolette (UV) Strahlen, die in den ersten beiden Lebensjahrzehnten verursacht werden, können sich erst im mittleren Lebensalter oder später bemerkbar machen. Bis vor kurzem galten vor allem die besser behandelbaren „weißen“ Hautkrebsformen, Basalzellkarzinom und Spinaliom, als Problem von Menschen über 50 Jahre. Aber mittlerweile hat es eine starke Zunahme dieser Formen bei jüngeren Erwachsenen gegeben.

Je mehr Sonnenbrände, desto höher Ihr Risiko

Laut der Deutschen Krebshilfe in Bonn kommt es jährlich zu über 120.000 neuen Hautkrebserkrankungen in Deutschland, darunter etwa 80.000 Basalzellkarzinome, rund 30.000 Spinaliome und über 11.400 Melanome. Ihr persönliches Risiko verdoppelt sich, wenn Sie nur fünf oder mehr Sonnenbrände gehabt haben. Vor diesem Hintergrund untersuchten die Forscher der Mayo Clinic das Auftreten von Basalzell- und Plattenzellkrebs bei Menschen unter 40 Jahren, die im Süden des amerikanischen Bundesstaates Minnesota wohnen.

Zwischen 1976 und 2003 verdreifachte sich das Vorkommen von Basalzellkarzinom unter Frauen ungefähr (auf mehr als 30 Fälle je 100.000 Frauen), während es sich bei Männern nur schwach erhöhte (von 23 auf 27 Fälle je 100.000 Männer). Obwohl Plattenzellkrebs sehr viel seltener als Basalzellkarzinom vorkommt, vervierfachte sich das Auftreten ersterer Form im Untersuchungszeitraum (von 1 auf 4 Menschen von 100.000).

Mit diesen Regeln schützen Sie Ihre Haut

Ganz gleich ob eine längere Radtour, eine Lauf- oder Walkingrunde oder im Urlaub am Strand: Beachten Sie folgende Tipps, damit Sie Ihre Haut optimal schützen.

  • Zur groben Orientierung: Insgesamt 50 Sonnenbäder pro Jahr (einmal/Woche) sind das Maximum (Natur und Solarium zusammengerechnet).
  • Zwischen 11 und 15 Uhr sollten Sie grundsätzlich die pralle Mittagssonne für längere Sonnenbäder meiden.
  • In den ersten Urlaubstagen sollten Sie möglichst im Schatten bleiben und einen typgerechten Lichtschutzfaktor benutzen.
  • Vorsicht: Verschiedene Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel mit Johanniskraut) können Ihre Haut lichtempfindlicher machen.
  • Parfums und Kosmetika sollten Sie in der Sonne meiden, denn sie können zu bleibenden Pigmentflecken führen.
  • Der beste Hautschutz sind Textilien: langärmeliges dünnes T-Shirt, Kappe mit Schirm, Hut etc.
  • Für alle ungeschützten Stellen: Beim Eincremen heißt die Devise „Nicht kleckern, sondern klotzen“. Tragen Sie etwa acht Teelöffel auf Ihren Körper auf (bei Badebekleidung), etwas weniger zum Beispiel bei Sportbekleidung, einen Teelöffel für Ihr Gesicht (Glatze und Ohren nicht vergessen) und zwar 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad.
  • Erneuern Sie den Sonnenschutz alle drei bis vier Stunden. Trotz Nachcremen dürfen Sie aber Ihre Zeit in der Sonne nicht verlängern.
  • Auch bei wasserfesten Cremes nach dem Schwimmen den Schutz ein bisschen erneuern, da Sie beim Abtrocknen Creme wegrubbeln.
  • Schützen Sie bei strahlender Sonne Ihre Augen mit einer guten Sonnenbrille und Ihre Kopfhaut mit einer Kappe oder Mütze.
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