Hautkrebs: Die negativen Folgen von zu viel Sonne
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Hautkrebs
Die UV-Strahlung der Sonne erhöht die Pigmentbildung, verursacht aber auch Erbgutschäden (DNA-Schäden) in den Pigmentzellen. Daraus können dann Zellen des schwarzen Hautkrebses entstehen.
Nach einer Hochrechnung aufgrund des Modellversuchs „Hautkrebs-Test“ von 2003 bis 2004 in Schleswig-Holstein, an dem 366.000 Bürger und rund 1.700 speziell geschulte Hausärzte teilgenommen hatten, erkranken jährlich etwa 100.000 Bundesbürger an einem Basaliom und jeweils rund 20.000 an einen Spinaliom bzw. einem Melanom. Das sind, so Professor Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention in Hamburg, erheblich mehr Erkrankungen, als die Medizin bislang angenommen hatte.
Untersuchen Sie sich regelmäßig selbst!
Die wichtigste Ursache für alle drei Hautkrebsraten ist zu intensive UV-Strahlung durch langes Sonnenbaden und Solariumsbesuche (siehe N&G Nr. 12/04). Hinzu kommen weitere individuelle Risikofaktoren.
Diese individuellen Faktoren erhöhen Ihr Hautkrebsrisiko:
- mehrfache Sonnenbrände
- häufiges Röntgen
- Strahlentherapie
- über 40 Leberflecke am gesamten Körper
- auffällige (atypische) Leberflecke
- angeborene Pigmentmale (Naevi)
- lokale sandpapierartige Hautveränderungen
- Hautkrebserkrankungen bei Verwandten 1. Grades
Da sich gerade der schwarze Hautkrebs sehr schnell entwickeln kann, sollten Sie schon beim Vorliegen eines der genannten Risikofaktoren unbedingt einmal pro Monat Ihre Haut von Kopf bis Fuß auf ungewohnte Veränderungen inspizieren. Sorgen Sie dabei für gute Lichtverhältnisse und benutzen Sie einen Handspiegel, um die Haut auf Ihrem Hinterkopf, auf Ihrem Rücken und Ihrem Po zu überprüfen. Vergessen Sie auch nicht, die Zwischenräume zwischen Ihren Fingern und Zehen sowie Ihre Nägel zu untersuchen. Denn auch dunkle Verfärbungen unter einem Nagel, die plötzliche Ablösung eines Nagels oder eine schmerzlose Nagelwallentzündung können auf ein Melanom hinweisen.
Auf diese Hautveränderungen sollten Sie besonders achten:
- scharf abgegrenzte sandpapierartige, gerötete Hautareale, v. a. an den Händen und am Kopf
- neue Pigmentmale (Leberflecke)
- alte Pigmentmale, die sich vergrößern oder plötzlich bluten
- kleine Knötchen oder porzellanartige Pickel, auf denen winzige Blutgefäße zu sehen sind
Nehmen Sie die Selbstuntersuchung bitte wirklich ernst. Denn auch das zeigte der norddeutsche Modellversuch: Früherkennung ist wirklich lebensrettend. Gut 44 % der während der einjährigen Testzeit diagnostizierten rund 600 Melanome wurden in einem so frühen Stadium entdeckt, dass sie sich problemlos entfernen ließen. Allgemein gilt: Hautkrebs im Anfangsstadium, der noch nicht in die Blutbahn (Melanom) bzw. in die Lymphbahn (Spinaliom) eingedrungen ist, kann vollständig geheilt werden!
Modernste Technik ermöglicht sekundenschnelle Diagnostik
Während die Hautärzte früher nach der so genannten ABCD-Regel zur Abschätzung eines Melanom-Verdachts vorgingen, steht ihnen heute mit dem computergestützten „DANAOS-Expertensystem“ modernste Medizintechnik zur Verfügung. Dieses Diagnosesystem, das von der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität in Bochum mit entwickelt wurde, besteht aus einer Minikamera, die direkt mit einem Computer verbunden ist. Dieser gleicht die Aufnahme des verdächtigen Hautmals innerhalb von Sekundenbruchteilen mit fast 50 Parametern wie Größe, Asymmetrie und Farbverteilung ab und teilt dem Arzt auf einem Monitor sofort mit, ob eine Operation notwendig ist.
Risikokontrolle per Computer
Das mit einer Spezialkamera aufgenommene Bild eines verdächtigen Pigmentmals wird vom Computer mit 50 verschiedenen Risikoparametern für Hautkrebs, z. B. Asymmetrie der Form und der Farbintensität, abgeglichen.
Unser Tipp: Um Form- und Größenveränderungen zu identifizieren, sollten Sie einen durchsichtigen mehrfach verwendbaren Klebestreifen oder Butterbrotpapier auf das Hautmal legen und seine Grenzen mit einem feinen wasserfesten Stift abzeichnen. Bei der nächsten Kontrolle legen Sie diesen Streifen auf das Hautmal und prüfen, ob das Mal größer geworden ist.
Gehen Sie umgehend zum Hautarzt, falls Ihnen ein Hautmal verdächtig erscheint. Gerade beim Hautkrebs gilt: lieber einmal zu viel als einmal zu wenig! Ab 35 haben Sie zudem alle zwei Jahre Anrecht auf einen kostenlosen ärztlichen Gesund-heitscheck, bei dem Ihr Arzt auch Ihre Haut inspizieren sollte.
Oft vergessen: Sonnenschutz von innen
Der Verzicht auf die pralle Mittagssonne, Sonnenschutzmittel mit dem richtigen Lichtschutzfaktor und sonnenundurchlässige leichte Kleidung inkl. Sonnenhut reduzieren Ihr Hautkrebsrisiko schon sehr deutlich. Aber wussten Sie, dass Sie Ihre Haut auch von innen vor Krebserkrankungen schützen können und angesichts der immer stärkeren UV-Strahlung infolge des Ozonlochs auch schützen sollten?
Diese 4 Vitalstoffe braucht Ihre Haut gegen UV-Schäden:
- Vitamin A zur Zellregeneration und als Radikalfänger: 3.300 I. E.* pro Tag
- Zink zur besseren Vitamin-ANutzung und als Radikalfänger: 10 bis 20 mg pro Tag
- Folsäure für eine korrekte Zellteilung und intakte Immunabwehr: 400 µg pro Tag
- Biotin für die Bildung von hochwertigem Kollagen: 60 bis 100 µg pro Tag
*I. E. = Internationale Einheiten
Um täglich wirklich ausreichend mit diesen Vitalstoffen versorgt zu sein, greifen Sie am besten zu einem der zahlreichen Kombi-Präparate. Diese erhalten Sie als Spezialmittel für „Haut, Haare und Nägel“ in Drogerien, Supermärkten und Apotheken. Für ca. 3 bis 9 € pro Monat können Sie damit Ihre Haut optimal von innen mit Schutzstoffen versorgen – und das sollte Ihnen die Gesundheit Ihrer Haut doch wirklich wert sein.