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Haben Sie raue, rötliche Hautstellen? Vorsicht, sie können auf ein Stachelzellkarzinom hinweisen!

von Dr. Dietmar Kowertz

Rötlich verfärbte Hautstellen mit einer verhärteten Oberfläche sollten Sie nicht als harmlos abtun. Sie können ein Anzeichen ür den so genannten hellen Hautkrebs sein. Er tritt seltener auf als der schwarze Hautkrebs, kann aber ebenso gefährlich werden und trifft vor allem über 60-Jährige. Die typischen Merkmale treten bevorzugt an Nase, Ohren, Unterlippe und Mundschleimhaut auf, sie können aber auch Handrücken, Unterarme, Stirn, Wangen und die Geschlechtsteile befallen. Der helle Hautkrebs ist zwar weniger gefährlich als der schwarze, er artet aber in ca. 15 Prozent der Fälle zu dem metastasenbildenden Stachelzellkarzinom aus.

Benannt ist diese Erkrankung nach der Hautschicht, in der er entsteht, der Stachelzellschicht (Stratum spinosum). Sie ist die zweite der insgesamt fünf Schichten der Oberhaut. Da die Geschwulst nahe der Oberfläche liegt, kann sie bzw. ihr Vorstadium im Allgemeinen leicht erkannt werden. Leider tarnt sie sich zunächst als verhornte Hautpartie, als Knötchen oder derber Knoten in der Haut und bereitet keine oder nur selten auftretende Schmerzen.

Erst mit zunehmendem Wachstum zerstört sie umliegendes Gewebe und wächst in tiefere Gewebeschichten. Trifft sie dort auf Blut- oder Lymphgefäße, kann sie Lymphknoten- und Fernmetastasen ausbilden. Der weiße Hautkrebs wird durch verschiedene, meist chronische Vorschädigungen der Haut ausgelöst. Dazu zählen:

  • übermäßige Sonnenbestrahlung der Haut,
  • Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen (Arsen, Teer, Benzol, Asphalt, Paraffin),
  • Tabakrauch (vor allem bei Pfeifenrauchern),
  • Verbrennungsnarben,
  • Entzündungen der Geschlechtsorgane,
  • altersbedingte Schleimhautschädigung (Leukoplakie).

Wenn Sie bei sich oder Ihrem Partner solche Hautstellen entdecken, sollten Sie diese unbedingt einem Hautarzt zeigen. Er wird zur Sicherung seiner Diagnose eine Gewebeprobe untersuchen lassen und ggf. die benachbarten Lymphknoten per Ultraschall, Röntgenuntersuchung oder Kernspintomografie diagnostizieren. Sollte bei Ihnen ein Stachelzellkarzinom vorliegen, besteht die übliche Therapie aus einer operativen Entfernung des Tumors und evtl. betroffener Lymphknoten.

Mein Tipp:Wie bei fast allen Krebsarten ist auch hier die Früherkennung und -behandlung der beste Garant für eine erfolgreiche Therapie. Tumore mit einem Durchmesser von weniger als 2 Zentimetern bilden seltener Tochtergeschwulste und haben daher die besten Aussichten auf Heilung. Vermeiden Sie Vorschädigungen durch Sonnenbrand sowie den direkten Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen und Flüssigkeiten.

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