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7 gute Gründe, warum Sie um Sonnenstudios einen weiten Bogen machen sollten

von Inga-Maria Riechberg, Chefredakteurin von „Natur und Gesundheit“, dem Dienst, der Ihnen hilft, vorzubeugen, zu heilen und gesund zu bleiben – mit den Kräften der Natur

Die Brathähnchen von heute sind die Dörrpflaumen von morgen.“ Dieser Satz über eingefleischte Solariumfreunde klingt zwar sehr böse, aber er ist richtig: Das künstliche Sonnenlicht schädigt Ihre Gesundheit. Denn es leistet nicht nur der vorzeitigen Hautalterung Vorschub. Wir nennen Ihnen in diesem Beitrag sieben Gründe, warum Sie sich das Geld für die teuren Solariumsbesuche sparen und auch Ihren Gesichtsbräuner schleunigst entsorgen sollten.

Bräune ist nur eine Schutzreaktion der Haut

Jedes Kind weiß heute, dass der Aufenthalt in der prallen Mittagssonne tunlichst zu vermeiden ist. Doch Solariumbesucher setzen sich der bis zu sechsfachen UV-Licht-Dosis aus, allerdings meist, ohne das zu wissen.

Das sind die Bestandteile des natürlichen Sonnenlichts:

  • sichtbares Licht ca. 50 %
  • Infrarotlicht (Wärmestrahlung) ca. 44 %
  • UV-A-Licht: ca. 5,6 %
  • UV-B-Licht: ca. 0,4 %

Am gefährlichsten ist das UVLicht. Die UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein, führen dort zu einem kurzfristigen Wandern der bräunlichen Melaninpigmente in die oberen Hautschichten (Schnellbräune) und schädigen die elastischen Gewebefasern (vorzeitige Faltenbildung). Die UV-B-Strahlen regen die Produktion neuer Pigmente an, die nach ca. 48 Stunden „fertig“ sind (Spätbräune). Außerdem führt die UV-B-Strahlung zu einer Verdickung der Oberhaut (Lichtschwiele). Die Bräune ist also nichts anderes als eine Schutzreaktion der Haut gegen ungesunde Strahlung und kein Ausdruck einer besonders guten Gesundheit! Im Solarium entspricht der UV-BAnteil meist der Mittagssonne. Die Intensität der UV-A-Strahlung liegt jedoch bis zu sechsmal höher. Gesichtsbräuner erreichen sogar zehnmal höhere Werte! Das führt nicht nur zu vorzeitiger Hautalterung – Ihre gesamte Gesundheit gerät in Gefahr.

Auch Solariumsonne führt zu Hautkrebs

„Gesunde Bräune ist im Solarium nicht zu haben“, warnte das Bundesamt für Strahlenschutz in Berlin schon 2001 in einer gemeinsamen Erklärung mit der Deutschen Krebshilfe vor dem künstlichen Sonnenlicht. Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft hat sich die Zahl der Melanompatienten (schwarzer Hautkrebs) in Deutschland zwischen 1966 und 1990 v. a. aufgrund exzessiven Sonnenbadens versechsfacht. Jährlich erkranken etwa 8.000 Bundesbürger, 2.000 sterben. Erste Schätzungen der Deutschen Krebshilfe gehen von bis zu 80 Todesfällen pro Jahr infolge von langjähriger Solariumstrahlung aus.

Gefahr für Immunsystem und Augen

Zu viel UV-Strahlung kann sogar die Immunabwehr lähmen. Besonders die Langerhans’schen Zellen in den tiefen Hautschichten (Fresszellen) werden durch UV-Strahlung in ihrer Tätigkeit gehemmt. Diese Entdeckung machte die Immunologin und Strahlenexpertin Dr. Margaret L. Kripke bereits 1989 an der Universität Houston/US-Bundesstaat Texas. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass eine Lähmung dieser Zellen die gesamte Immunabwehr beeinträchtigen kann, da die einzelnen Zellen untereinander Informationen austauschen. Die Gefahr für die Augen geht von der UV- und der Infrarot-Strahlung

aus. Beide können zu Eintrübungen der Augenlinse führen. Schmerzhafte Hornhaut- und Bindehautentzündungen sind ebenfalls möglich. Nur spezielle und sehr teure Schutzbrillen, die längst nicht in jedem Solarium vorhanden sind, wie das Bundesamt für Strahlenschutz mehrfach kritisierte, bieten Sicherheit. Doch trotz aller Gefahren machen Sonnenstudios immer noch gute Geschäfte. Deshalb hat das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz im Juni 2003 ein „Gütesiegel für Solarien“ entwickelt, das durch strenge Auflagen und eine Beratungspflicht das Gesundheitsrisiko für die Kunden minimieren soll. Allerdings tragen bislang nur ganz wenige Betriebe dieses Siegel.

Unser Rat:Verzichten Sie auf das künstliche Sonnenlicht. Auch wenn Sie zur Osteoporosevorbeugung Ihre körpereigene Vitamin-D-Produktion ankurbeln wollen, reicht die normale Sonnenstrahlung – sogar bei bedecktem Himmel – aus. Dazu müssen Sie nicht braun wie ein Grillhähnchen werden.

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