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Grundlagenwissen zum Thema Hautkrebs

Hautkrebserkrankungen in den Industrieländern nahmen erschreckend zu und verdoppelten sich in den letzten 15 Jahren. Dies schätzt Professor Eckard Breitbart, Leiter der Kommision zur Früherkennung von Hautkrebs. Traten 1970 etwa 950 Todesfälle durch ein malignes Melanom in Deutschland auf, so sterben heute jährlich etwa 1.700 Deutsche an dieser Krebsart.

Worum geht es dabei eigentlich?

An Basalzellkarzinom zählt man pro Jahr 80 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner. Die USA verzeichnen eine jährliche Zuwachsrate an Hautkrebserkrankungen von 3 Prozent. Die Diagnose Hautkrebs erscheint vielen bestürzend. Bei rechtzeitiger Behandlung jedoch kann man Hautkrebs in nahezu 100 Prozent der Fälle heilen.

Hautkrebs ist grundstäzlich ein Sammelbegriff für jegliche bösartige Veränderung der Haut, wie beispielsweise Basalzellkarzinom, Spinaliom, malignes Melanom, kutane Lymphome, Kapois-Sarkom, Fibrosarkom, Schweiß- und Talgdrüsenkarzinom, Angiosarkom, Myosarkom und Merkelzellkarzinom. Umgangssprachlich verwendet man Hautkrebs synonym für das maligne Melanom.

Unkontrolliertes Wachstum der Hautzellen

Hautkrebs entsteht in der äußeren Hautschicht (Epidermis) in einem von drei Zelltypen: den Schuppenzellen, den Basalzellen oder den Melanozyten. Eine aktinische (strahlenbedingte) Keratose (Verhornung) stellt eine weitere Hautveränderung dar, die gelegentlich zu Hautkrebs führt. In der Regel wachsen Hautzellen in der untersten Schicht der Epidermis und dringen fortlaufend aufwärts, indem neue Zellen ältere nach oben drücken. Wenn diese an die Oberfläche gelangen, trocknen sie, sterben ab und der Körper stößt sie ab.

In manchen Fällen wachsen Zellen abnormal und entwickeln sich zu einem Tumor, aus dem unter Umständen Krebs hervorgeht. Jahrelange Exposition gegenüber der Sonne gilt als bedeutendster Risikofaktor für Hautkrebs. Bereits eine leichte Bräune ohne Sonnenbrand führt unter Umständen zu Genschäden.

Risikofaktoren

Ihr Risiko steigt darüber hinaus, wenn Sie hellhäutig sind und eher zu Sommersprossen und Sonnenbrand neigen als zu Sonnenbräune und wenn Ihr Immunsystem beeinträchtigt ist. Auch eine hohe Anzahl von Leberflecken, insbesondere, wenn sie größer als 5 mm sind, stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

Auch die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr, wie sie beispielsweise nach einer Organtransplantation oder bei Vorliegen einer Autoimmunerkrankung nötig sein kann, steigert das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Basalzell- und Schuppenzellkrebse machen 90 Prozent der Hautkrebsformen aus. Dieser Nichtmelanomhautkrebs ist fast immer heilbar. Melanome sind weniger verbreitet, dafür aber um so gefährlicher. Bei rechtzeitiger Behandlung sind selbst Melanome zu 99 Prozent heilbar.

Die Behandlungsmöglichkeiten

Die Hautkrebsbehandlung hängt vom Typ, der Größe und dem jeweiligen Ort des Tumors ab. Des Weiteren ist von Bedeutung, ob der Krebs erstmalig oder erneut auftritt und wie Ihr aktueller Gesundheitszustand aussieht. Ziel ist die vollständige Entfernung oder Zerstörung des Hautkrebses, wobei man die Schädigung gesunden Gewebes so minimal wie möglich halten soll. In den meisten Fällen behandelt der Arzt den Hautkrebs operativ.

Operativ schwer entfernbarer Hautkrebs kann man durch tägliche Strahlenbehandlungen über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen zerstören. Mitunter nutzen Ärzte die Bestrahlung vor einer Operation, um einen Tumor zum Schrumpfen zu bringen. Oder nach einer Operation, um eine vollständige Zerstörung aller Krebszellen zu gewährleisten.

Bewährte Operationsverfahren

  • Vollständiges Ausschneiden (Exzision) – Dieses Verfahren umfasst das Herausschneiden der Krebswucherung und wirkt gegen jede Hautkrebsform. Indem man einen ausreichenden Rand gesunder Haut mit herausschneidet, will man sicherstellen, alle Krebszellen zu entfernen. Je nach Größe und Lage näht man die zurückbleibende Wunde zu oder verschließt sie mit einem Hauttransplantat oder einem Hautlappen. Kleine Wunden heilen in der Regel von selbst.
  • Auskratzung (Kürettage) und Austrocknung (Elektrodesikkation) – Dabei schneidet man den Krebs auf und kratzt ihn mit einem scharfen Löffel (Kürette) aus. Eine elektrische Nadel zerstört die restlichen Krebszellen und unterbindet die Blutungen. Dies ist die häufigste Behandlungsmethode gegen Basalzellkrebs. Sie ist schneller als die Exzisionsmethode, hinterlässt jedoch auffälligere Narben.
  • Operationsverfahren nach Mohs (MOZ) – Mit dieser nach ihrem Erfinder Dr. Frederic Mohs benannten Technik schneidet man den Hautkrebs Schicht für Schicht heraus. Dann untersucht man ihn mikroskopisch so lange, bis kein abnormes Zellwachstum mehr festzustellen ist. Das Operationsverfahren nach Mohs findet gewöhnlich bei Schuppenzell- und Basalzelltumoren statt, die erneut auftreten oder tiefergelegene Bereiche der Nase, Ohren und Augen befallen. Für Dermatologen stellt diese Operation das beste Verfahren dar, um eine vollständige Entfernung des Krebses zu gewährleisten und gleichzeitig den größten Anteil gesunder Haut zu erhalten. Die Mehrheit der großen medizinischen Zentren beschäftigt Dermatologen, die speziell in dieser Mohs-Operationstechnik ausgebildet sind.
  • Kältechirurgie (Kryochirurgie) – Das Gefrieren mit Flüssigstickstoff zerstört entartete Zellen. Dieses Verfahren setzt man bei präkanzerogener aktinischer Keratose ein. Dabei handelt es sich um eine Krebsvorstufe strahlenbedingter Verhornung. Sie geht mit hoher Wahrscheinlichkeit in Krebs über, sofern man sie nicht vor der Krebsentstehung chirurgisch entfernt. In seltenen Fällen setzt man das Verfahren gegen Hautkrebs ein, weil keine vollständige Zerstörung des Tumors gewährleistet ist.
  • Laseroperation – Ein gebündelter Lichtstrahl schneidet Wucherungen heraus oder verdampft sie. Die Präzision der Lasertechnik zerstört lediglich wenig Gewebe. Blutungen, Schwellungen und Narbenbildung fallen zudem minimal aus. Eine Laseroperation bietet bei ungewöhnlichen Fällen von Hautkrebs Vorteile gegenüber anderen Behandlungsformen. Man setzt sie aber nicht routinemäßig ein.

Vielversprechende neue Methoden

Für die zukünftige Behandlung von Hautkrebs testen Wissenschaftler eine Immuntherapie. Diese umfasst eine Injektion von Substanzen, die die Reaktion des Immunsystems gegen Hautkrebs verstärkt. Früheren Berichten zufolge setzte man Interleukin und diverse Interferone erfolgreich zum Schrumpfen von Tumoren ein.

Ärzte experimentieren darüber hinaus mit derphotodynamischen Therapie, bei der die Injektion einer speziellen lichtempfindlichen Chemikalie erforderlich ist. Diese Substanz neigt dazu, sich in Krebszellen zu konzentrieren. Aus diesem Grund ist es mit Hilfe von Laserstrahlen möglich, Krebszellen zu identifizieren und zerstören.

Vermindern Sie Ihr Risiko!

Wenn Sie bereits unter Hautkrebs litten, leben Sie mit einem erhöhten Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt erneut Hautkrebs zu bekommen. Schützen Sie sich vor Sonnenstrahlung, achten Sie auf Hautveränderungen und gehen Sie zu den Nachbehandlungs-Terminen. Hautkrebs ist heilbar. Der Erfolg hängt von einer frühzeitigen Erkennung ab.

Eine Früherkennung von Hautkrebs und somit frühere Behandlung kann Leben retten. Aus dem Grund steht in Deutschland allen Personen über 35 Jahren alle zwei Jahre ein vom Dermatologen durchgeführtes Hautkrebsscreening zu. Dieses zahlen die Krankenkassen voll.

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