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Haarausfall kontrollieren

Vor Kurzem stellten Sie fest, dass Ihr Haupthaar über den Schläfen dünner ist. Ausdünnende Haare kommen sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor. Entgegen den viel versprechenden Aussagen der Werbung gibt es meistens keine Heilung. Am Besten sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt und finden die Ursache für den Haarverlust heraus. Wenn bei Ihnen die weit verbreitete Form der androgenetischen Alopezie vorliegt, existieren einige von den Zulassungsbehörden anerkannte Behandlungen.

In Deutschland sind mehrere Medikamente zur Behandlung der androgenetischen Alopezie zugelassen. Ihre Wirksamkeit hängt mit dem Ausmaß des Haarverlustes zusammen und wie Ihr Körper auf die Wirkstoffe anspricht. Dazu gehören:

Minoxidil

Minoxidil (z.B. Regaine®) können sowohl Männer als auch Frauen verwenden. Sie erhalten es als rezeptfreie Darreichungsform als 2-prozentige und als 5-prozentige Lösung. Diese Flüssigkeiten trage Sie zweimal täglich auf die Kopfhaut auf. Sie sollen den Haarausfall bremsen und neues Wachstum anregen.

Obwohl lediglich 7 Prozent der Männer und Frauen neues Haarwachstum verzeichnen, berichten 75 Prozent von einer deutlichen Verlangsamung des Haarausfalls. Nachwachsende Haare sind in der Regel dünner und dieser neue Wuchs stoppt, sobald man Minoxidil absetzt. Wenn es innerhalb der ersten sechs bis neun Monate keine sichtbaren Ergebnisse gibt – weder neues Wachstum noch Erhaltung der vorhandenen Haarpracht – empfiehlt Ihr Arzt ein Absetzen.

Finasterid (Propezia®)

Dieses verschreibungspflichtige Medikament in Tablettenform ist ausschließlich für Männer zugelassen. Es hemmt das Hormon, das im Normalfall für die Schrumpfung des Haarfollikels verantwortlich ist. Einige Männer finden, dass die Kombination von Finasteridpillen und Minoxidiltinktur gut funktioniert. Wie bei Minoxidil geht die mögliche positive Wirkung der Finasterideinnahme verloren, sobald man das Medikament absetzt.

Klinische Studien zeigten, dass etwa 75 Prozent der Männer, die nur Finasterid einnahmen, eine Verlangsamung des Haarausfalls erlebten. Etwa die Hälfte berichtete von neuem Haarwachstum. Wenn keine positiven Ergebnisse innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Finasteridgabe zu verzeichnen sind, setzen Sie das Medikament am besten ab.

17a-Östradiol

Dieser in Deutschland erhältliche Wirkstoff (z.B. Ell Cranell® alpha, Pantostin®) ist sowohl für Männer als auch für Frauen zugelassen. Es handelt sich um eine Tinktur, die der Patient einmal täglich auf die Kopfhaut aufträgt. 17a-Östradiol hemmt die Bildung des Hormons, das für den androgenetischen Haarausfall verantwortlich ist.

Studien ergaben, dass Ärzte bei etwa 75 Prozent der Patienten eine Verbesserung des Haarwachstums feststellen. Auch hier sieht man den Erfolg der Behandlung nach frühestens drei Monaten. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Hautarzt über die verschiedenen Medikamente, um die Vor- und Nachteile besser abzuwägen.

Chirurgische Möglichkeiten

Wenn Sie von starkem Haarausfall betroffen sind oder Sie auf die dafür vorgesehenen Medikamente nicht ansprechen, können Sie operative Methoden in Betracht ziehen. Zu den möglichen Verfahren gehören:

  • Haartransplantation – Das geschieht in der Regel in mehreren Sitzungen. Winzige Mikrografts mit einem bis zwei Haaren entnimmt der Chirurg operativ Ihrem Hinterkopf und verpflanzt sie in haarlose oder haararme Areale der Kopfhaut (meist Scheitel). Zuerst fällt das transplantierte Haar aus, wächst aber innerhalb der nächsten Monate nach. Haare in transplantierten Mikrografts wachsen so lange, wie sie an ihrer ursprünglichen Stelle in der Kopfhaut gewachsen wären.
  • Kopfhautreduktion – Bei dieser Methode entfernt man den haarlosen Teil der Kopfhaut chirurgisch. Anschließend zieht der Chirurg die behaarten Areale näher zusammen, sodass sich die blanke Stelle verkleinert.
  • Lappen-Chirurgie – Dieses Vorgehen beinhaltet das Falten und Befestigen eines behaarten Areals der Kopfhaut über einer blanken Stelle.

Es besteht die Möglichkeit, Haartransplantationen mit der Lappen-Chirurgie oder der Kopfhautreduktion zu kombinieren. Menschen, die von den Medikamenten profitieren, können zudem eine chirurgische Lösung in Betracht ziehen. Operative Verfahren zur Korrektur von Haarausfall kosten viel Geld, das die Krankenkassen nicht ersetzen. Es bestehen medizinische Risiken wie mögliche Infektionen und Schmerzen. Die Chirurgie garantiert keine dauerhafte Haarpracht.

Haarersatz als Alternative

Wer eine Alternative zu aufwendigen Operationen und langfristigem Medikamenteneinsatz sucht, für den besteht eine weitere Möglichkeit: Eine Vielzahl von Haarersatzformen wie Perücken oder Toupets ist erhältlich. Je besser der Haarersatz in Farbe und Form an das verbliebene Kopfhaar angepasst ist, desto unauffälliger und schöner wirkt er. Konsequenterweise muss man den Haarersatz im Laufe der Jahrzehnte wechseln, da sich die eigenen Haare verändern.

Die Befestigung des Haarersatzes erfolgt unter Umständen über das Hairweaving. Dabei webt man das Ersatzhaar in das vorhandene Eigenhaar ein und sorgt so für einen sicheren Halt. Diese Methode erfordert ebenfalls regelmäßige Anpassungen.

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