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Sylvia Schneider
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Vor Kurzem haben Sie festgestellt, dass Ihr Haupthaar über den Schläfen dünner geworden ist. Sie wünschen sich zwar keinen zurückweichenden Haaransatz wie bei Ihrem Bruder, der 10 Jahre älter ist, aber was kann man schon tun?

Ausdünnende Haare kommen sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor. Aber entgegen den viel versprechenden Aussagen der Werbung gibt es meistens keine Heilung. Am Besten sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt und finden die Ursache für den Haarverlust heraus.

Wenn bei Ihnen die weit verbreitete Form der androgenetischen Alopezie vorliegt, gibt es einige von den Zulassungsbehörden anerkannte Behandlungen.


Medikamente haben Vorrang

In Deutschland sind mehrere Medikamente zur Behandlung der androgenetischen Alopezie zugelassen. Ihre Wirksamkeit hängt mit dem Ausmaß des Haarverlustes zusammen und wie Ihr Körper auf die Wirkstoffe anspricht. Dazu gehören:

Minoxidil (Regaine®, u. a.) – Minoxidil kann von Männern und Frauen verwendet werden. Es ist als rezeptfreie Darreichungsform erhältlich – als 2%ige und als 5%ige Lösung. Diese Flüssigkeiten müssen zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Sie sollen den Haarausfall bremsen und neues Wachstum anregen.

Obwohl nur 7% der Männer und Frauen neues Haarwachstum verzeichnen, berichten 75% von einer deutlichen Verlangsamung des Haarausfalls. Nachwachsende Haare sind in der Regel dünner – und dieser neue Wuchs stoppt, sobald Minoxidil abgesetzt wird. Wenn es innerhalb der ersten 6 bis 9 Monate keine sichtbaren Ergebnisse gibt – also weder neues Wachstum noch Erhaltung der vorhandenen Haarpracht – kann Ihr Arzt ein Absetzen empfehlen.

Finasterid (Propezia®) – Dieses verschreibungspflichtige Medikament in Tablettenform ist nur für Männer zugelassen. Es hemmt das Hormon, das normalerweise für die Schrumpfung des Haarfollikels verantwortlich ist. Einige Männer finden, dass die Kombination von Finasteridpillen und Minoxidiltinktur gut funktioniert. Doch wie bei Minoxidil geht auch die mögliche positive Wirkung der Finasterideinnahme verloren, sobald das Medikament abgesetzt wird.

Klinische Studien haben gezeigt, dass etwa 75% der Männer, die nur Finasterid eingenommen hatten, eine Verlangsamung des Haarausfalls erlebten. Etwa die Hälfte berichtete von neuem Haarwachstum. Wenn keine positiven Ergebnisse innerhalb der ersten 12 Monate nach der Finasteridgabe zu verzeichnen sind, sollten Sie das Medikament am besten absetzen.

17a-Östradiol (Ell Cranell® alpha, Pantostin®) – Dieser in Deutschland erhältliche Wirkstoff ist sowohl für Männer als auch für Frauen zugelassen. Es handelt sich ebenfalls um eine Tinktur, die einmal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden sollte. 17a-Östradiol hemmt ebenfalls die Bildung des Hormons, das für den androgenetischen Haarausfall verantwortlich ist. Studien haben ergeben, dass bei etwa 75% der Patienten eine Verbesserung des Haarwachstums festgestellt werden kann. Auch hier ist der Erfolg der Behandlung erst nach frühestens 3 Monaten zu sehen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Hautarzt über die verschiedenen Medikamente, um die Vor- und Nachteile besser abwägen zu können.

Chirurgische Möglichkeiten

Wenn Sie von starkem Haarausfall betroffen sind, oder Sie auf die dafür vorgesehenen Medikamente nicht ansprechen, können Sie auch operative Methoden in Betracht ziehen. Zu den Verfahren, die Sie mit Ihrem Arzt diskutieren können, gehören:

Haartransplantation – Das geschieht meist in mehreren Sitzungen. Winzige, so genannte Mikrografts mit 1 bis 2 Haaren werden operativ Ihrem Hinterkopf entnommen und in haarlose oder haararme Areale der Kopfhaut (meist Scheitel) verpflanzt. Zuerst fällt das transplantierte Haar zwar aus, wächst aber innerhalb der nächsten Monate nach. Haare in transplantierten Mikrografts wachsen so lange, wie sie an ihrer ursprünglichen Stelle in der Kopfhaut gewachsen wären.

Kopfhautreduktion – Bei dieser Methode wird der haarlose Teil der Kopfhaut chirurgisch entfernt und die behaarten Areale näher zusammengezogen, sodass sich die blanke Stelle etwas verkleinert.

Lappen-Chirurgie – Dieses Vorgehen beinhaltet das Falten und Befestigen eines behaarten Areals der Kopfhaut über einer blanken Stelle.

Haartransplantationen können mit der Lappen-Chirurgie oder der Kopfhautreduktion kombiniert werden. Aber auch Menschen, die von den Medikamenten profitieren, können eine chirurgische Lösung zusätzlich in Betracht ziehen.

Operative Verfahren zur Korrektur von Haarausfall sind sehr teuer und werden nicht von den Krankenkassen ersetzt. Es gibt medizinische Risiken, wie mögliche Infektionen und Schmerzen. Aber auch die Chirurgie kann keine dauerhafte Haarpracht garantieren.


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