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Was ist eine Gürtelrose?

Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Erkrankung, die durch die Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus entsteht. Es gehört zur Familie der Herpesviren. Der Erreger des Lippenherpes ist ein enger Verwandter, und auch dieses Virus überdauert ja in Nervenzellen, von wo aus es in Zeiten von Stress und Abwehrschwäche wieder aktiv wird.

Inhalt

Jährlich erkranken etwa 400.000 Menschen daran. 2/3 der Erkrankungen betreffen Menschen, die ihr 50. Lebensjahr hinter sich gelassen haben. Jahre nach der ersten Infektion mit Windpocken kann das Virus in bestimmten Nervenzellen (Spinalganglien) durch verschiedene Faktoren reaktiviert werden.

Umstände, die zur Reaktivierung des Windpocken-Virus führen können:

  • Abwehrschwäche
  • Fortgeschrittenes Alter
  • körperlicher und psychischer Stress
  • Medikamente (z. B. Immunsuppressiva nach Organtransplantationen)
  • chronische Krankheiten
  • Chemo- und Strahlentherapie

Einmal reaktiviert, wandert das Virus durch die Faser der einen Nervenzelle bis an die Haut und in das Rückenmark, was häufig mit Schmerzen verbunden ist. An der Haut angekommen, verursachen die Viren einen Ausschlag und stecknadelkopf- bis erbsengroße Bläschen.

Die Bläschen der Gürtelrose enthalten den Windpocken-Virus. Nachdem der Wundschorf verschwunden ist, stellen Sie für andere ein Infektionsrisiko dar, die noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Vermeiden sie daher den Körperkontakt mit solchen Menschen, schwangeren Frauen, Neugeborenen und Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Wichtig ist auch, dass sich je nach Lokalisation Komplikationen ergeben können (Auge, Ohr).

Windpocken: Jucken und Brennen sind die ersten Vorboten

Charakteristisch für die Gürtelrose sind Hautbläschen, die auf entzündetem Grund entstehen. Das betroffene Gebiet zieht sich wie ein schmaler Gürtel – häufig im Bereich des Brustkorbs – halbseitig um den Körper.

Die Gürtelbildung kommt dadurch zustande, dass sich das aktivierte Virus nur über Nervenfasern ausbreitet. Und die von einem Nervenknoten (dem Virusreservoir) ausgehenden Fasern versorgen jeweils nur ein eng begrenztes, streifenförmiges Hautareal (Segment).

Die Krankheit kündigt sich schon Tage, bevor die Hautausschläge sichtbar werden, an. Die Haut beginnt zu jucken und zu brennen, und es treten Missempfindungen auf.

Krankheits-Symptome

Herpes Zoster ist eine Nervenentzündung und zeigt sich in der Mehrzahl der Fälle im Bereich des Brustkorbes. Die Erscheinungen können aber auch an jeder anderen Körperstelle auftreten.

Zunächst macht sich die Krankheit durch starke brennende Schmerzen im betroffenen Hautbereich bemerkbar, nach etwa 2 – 3 Tagen rötet sich die Haut und es bilden sich Bläschen. Vorsicht: Die Flüssigkeit, die aus den Bläschen austritt, ist hochgradig ansteckend!!!

Ausschlag und Bläschen zeigen sich typischerweise auf Brust oder Rücken, obwohl sie auch im Gesicht, um das Auge, auf der Mundinnenseite oder an Arm oder Bein auftreten können. Im Gegensatz zu Windpocken betrifft die Erkrankung meist nur ein Hautareal, das von einem einzigen Ganglion versorgt wird. Somit ist meist nur eine Körperhälfte betroffen.

Zu den Symptomen einer Gürtelrose gehören:

  • Brennende Schmerzen, und Missempfindungen wie Jucken oder Kitzeln in einer begrenzten Fläche, das etwa 1 bis 3 Tage andauert. Diese Schmerzen können je nach Lokalisation andere Krankheiten wie zum Beispiel Rippenfellentzündungen vortäuschen. Häufig taucht der Ausschlag erst danach auf
  • Ein schmerzhafter roter Ausschlag mit Bläschen im selben Areal, der 2 bis 3 Wochen anhält bevor er verschwindet.
  • Fieber
  • Kopfschmerzen

Besonders gefährlich ist die Gürtelrose im Gesicht – hier besonders in der Nähe der Augen: Sie sollten in diesem Fall zusätzlich einen Augenarzt konsultieren, denn die Erkrankung kann die Hornhaut der Augen in Mitleidenschaft ziehen und zur Erblindung führen.

Behandelt wird Herpes Zoster mit Virostatica und starken Schmerzmitteln. Die Gürtelrose sollten Sie ernst nehmen: Wenn Sie zu lange mit dem Arztbesuch warten, quälen Sie diese Nervenschmerzen nämlich u. U. lebenslang.

Gürtelrose ist ansteckend!

Hatten Sie bereits die Windpocken, ist Ihr Körper immunisiert. Sie können sich nicht also erneut infizieren. Zeigt sich dann eine Gürtelrose, kommt sie von innen; nämlich von den Viren, die Sie im Körper tragen. Hatten Sie jedoch noch keine Windpocken, ist beim Kontakt mit an Gürtelrose erkrankten Personen Vorsicht geboten – besonders während der Schwangerschaft.

Glücklicherweise gibt es verschreibungspflichtige Medikamente, die – frühzeitig eingenommen – die Dauer der Infektion verkürzen und wahrscheinlich auch das Risiko von langfristigen Komplikationen verkleinern können.

Windpockenimpfung beugt Gürtelrose vor

Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommision des Robert-Koch-Institutes für alle Kinder und Jugendlichen die Impfung gegen Windpocken. Aber hilft diese Impfung auch vor einer Gürtelrose?

Da die Impfung, die seit mehreren Jahren empfohlen wird, eine Windpockenerkrankung verhindert, können die Viren sich nicht im Körper festsetzen. So wird dann auch die Entstehung der Gürtelrose und chronischen Nervenschmerzen (postzosterische Neuralgie, PZN) verhindert. In einer Untersuchung an mehr als 38.000 Erwachsenen überprüfte man den Lebendimpfstoff.

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