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Eine Gürtelrose kann jeden treffen!

Der Name Gürtelrose leitet sich von dem auffälligen Hautausschlag ab, der häufig von der Wirbelsäule ausgeht. Dabei bildet sich ein- oder seltener beidseitig ein gürtelähnlicher Streifen aus Bläschen, die auch rosettenförmig gruppiert sein können. Die starken Schmerzen, die die flüssigkeitsgefüllten Bläschen begleiten, sind die Folge von Nervenentzündungen, die schließlich auf die Haut übergreifen.

Inhalt

Schuld ist ein Herpes-Virus

Weniger bekannt ist, dass Mitglieder der Herpes-Familie neben der Gürtelrose auch für andere Erkrankungen verantwortlich sind. So haben wir fast alle in unserer Kindheit mit dem Varizella-Zoster-Virus Bekanntschaft gemacht. Es löst die Kinderkrankheit Windpocken aus.

Bei dieser durch Tröpfcheninfektion übertragenen Krankheit bildet sich auf dem gesamten Körper ein roter pusteliger Ausschlag, der etwa nach fünf Tagen wieder abheilt. Die juckenden Bläschen sind mit einer zunächst klaren Flüssigkeit gefüllt, die sich bald eintrübt. Die Bläschen trocknen aus, es bilden sich Schorf und Krusten. Werden die stark juckenden Bläschen aufgekratzt, können dauerhafte Narben entstehen.

Nach Abklingen der Windpockenerkrankung, meist im Kindesalter, verstecken sich einige Viren in den Nervenknoten des Rückenmarks. Dort warten diese „Schläfer“ über Jahrzehnte auf eine Abwehrschwäche, um sich dann tückisch im Verborgenen zu vermehren. Das passiert sehr häufig bei länger andauerndem Stress: Während das Nervensystem und der Stoffwechsel auf Hochtouren laufen, halten die beiden Stresshormone Adrenalin und Kortisol die Immunabwehr auf Sparflamme.

Neben körperlichem und psychischem Stress können weitere Umstände zur Reaktivierung des Windpocken-Virus führen:

  • Abwehrschwäche
  • Fortgeschrittenes Alter
  • Medikamente (z. B. Immunsuppressiva nach Organtransplantationen)
  • chronische Krankheiten
  • Chemo- und Strahlentherapie

Dadurch können sich Gürtelrose- Viren reaktivieren. Sie wandern entlang des zugehörigen Nervs und zerstören dessen schützenden Myelinscheiden. Dieser Prozess, das so genannte Prodomalstadium, dauert je nach Länge des Nervs zwei bis vier Wochen und verursacht, wenn überhaupt, nur unklare Beschwerden.

Bekommen Erwachsene Windpocken, sollte rasch ein Arzt zu Rate gezogen werden, denn in diesen Fällen kann es zu besonders schweren Verläufen mit ernsthaften Komplikationen kommen. Je älter Sie sind, desto stärker die Schmerzen Gelingt es einigen von den Varizella-Zoster- Viren, sich – trotz heftiger Abwehrreaktion des Körpers – in Nervenknoten einzunisten, kennen diese ebenfalls später wieder in Aktion treten.

Dann lernen wir sie als Herpes-Zoster oder Gürtelrose kennen, jener schmerzende Bläschenreif um die Leibesmitte. Diese Infektion tritt allerdings gelegentlich auch an anderen Körperteilen auf – etwa als Kopfrose. Jeder Fünfte über 50 soll davon betroffen sein.

Die Gürtelrose kündigt sich meist durch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit leichtem Fieber an. Danach tritt der Ausschlag auf, der mit heftigen Schmerzen verbunden sein kann. Je älter der Betroffene ist desto stärker sind die Schmerzen. Innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage entwickeln sich immer neue Hautausschläge, die dann nach zwei bis drei Wochen abgeheilt sind.

Symptome einer Gürtelrose

Erst fühlen Sie sich nur angeschlagen und erschöpft, haben vielleicht leichtes Fieber und Kopfschmerzen. Irgendetwas scheinen Sie auszubrüten. Einige Tage später aber treten dann die typischen Gürtelrose-Symptome auf: Ein schmerzhafter, roter Hautausschlag, der sich aus flüssigkeitsgefüllten Bläschen zusammensetzt. In den meisten Fällen heilt die Gürtelrose folgenlos ab, allerdings sind bei manchen Betroffenen noch Wochen später Nervenschmerzen möglich.

Abfolge der Symptome

  • Vorsymptome: plötzliche Leistungsschwäche, unerklärliche Müdigkeit, Gliederschwere, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen sowie Kribbel- und Taubheitsgefühle oder eventuell ein leichtes Brennen im Verlauf des erkrankten Nervs
  • Eindeutige Symptome: schmerzhafter Hautausschlag mit Schwellungen und Bläschenbildung
  • Reaktivierungsphase: Nervenschmerzen (bei einigen Patienten)

Bei den ersten Anzeichen der Gürtelrose müssen Sie sofort handeln

Kaum kehrt nach einer stressreichen Zeit etwas Ruhe ein, werden viele Menschen krank. Dieses Phänomen ist in der Medizin wohlbekannt: Am häufigsten sind es Infekte der Atemwegs- oder Verdauungsorgane, die einen dann aufs Krankenlager werfen. Eine weitere bedeutende „Nach-Stress-Erkrankung“ ist die oft äußerst schmerzhafte Gürtelrose, eine virusbedingte Nervenentzündung, die vorzugsweise im Bereich des Brustkorbs oder im Gesicht auftritt.

Während früher vor allem ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr betroffen waren, nimmt die Zahl der jüngeren Patienten um die 40 immer mehr zu. Pro Jahr erkranken etwa 250.000 bis 300.000 Bundesbürger.

Schmerz noch vor den Bläschen

Im Allgmeinen kann man sagen, dass sich die Gürtelrose durch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit leichtem Fieber ankündigt. Typischerweise tritt zuerst der Schmerz auf, bevor sich die Bläschen bilden. Danach tritt der Ausschlag auf, der mit heftigen Schmerzen verbunden sein kann. Je älter die betroffene Person, desto stärker die Schmerzen. Innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage entwickeln sich immer neue Hautausschläge, die nach zwei bis drei Wochen abgeheilt sind.

Die typische Gürtelbildung der Bläschen ist darauf zurückzuführen, dass sich das Virus von einem Nervenknoten über die von dort ausgehenden Nervenbahnen ausbreitet, die ein begrenztes streifenförmiges Areal versorgen. Genauso wie die Windpocken enthalten die Bläschen bei der Gürtelrose aktive Viren.

Bei Gürtelrose Ansteckung vermeiden

Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus ist gering. Gürtelrose ist nur über Tröpfcheninfektion ansteckend, denn die in den Bläschen enthaltene Flüssigkeit ist hoch infektiös. Wer zum ersten Mal damit in Berührung kommt, wird allerdings zunächst von Windpocken befallen. Gerade Schwangere sollten also beim Kontakt mit Infizierten Vorsicht walten lassen.

Gerne befällt das Virus ältere Menschen sowie Personen, die unter einem erhöhten Stresspegel leiden. Patienten, deren Immunsystem durch bereits bestehende Krankheiten angegriffen ist, wie beispielsweise HIV-Patienten, sind ebenfalls häufiger betroffen. Auch wer krankheitsbedingt Immunsuppressiva einnehmen muss, hat ein höheres Risiko, an Herpes zoster zu erkranken.

Da mit zunehmendem Lebensalter die Schutzfunktion des Immunsystems nachlässt, kann für ältere Erwachsene eine Impfung sinnvoll sein.
Mit der richtigen und frühzeitigen Gürtelrose-Behandlung fallen die Symptome weniger stark aus und die Erkrankung ist in drei bis vier Wochen überstanden.
Sowohl durch konventionelle Methoden als auch mittels Naturheilverfahren. Ein bewährtes Mittel aus der Homöopathie ist Rhus toxicodendron.

Was ist zu tun wenn man betroffen ist?

Wenn Sie an einer Gürtelrose erkrankt sind, sollten Sie Ihre benutzte Wäsche in einem Plastikbeutel aufbewahren und getrennt von der Wäsche der übrigen Familie waschen. Auch eventuelle Wundauflagen gehören – in einer Plastiktüte fest verpackt – sofort in die Mülltonne. Auf diese Weise schützen Sie Ihre Angehörigen vor einer möglichen Infektion.

Wer noch keine Windpocken hatte, kann sich bei einem Gürtelrose-Patienten infizieren. Das Risiko ist jedoch gering, da fast 95 % aller Bundesbürger über 14 Jahren bereits eine Windpockeninfektion durchgemacht haben. Der Erkrankte sollte jedoch engen Kontakt mit Säuglingen oder Kleinkindern vermeiden, die bisher noch keine Windpocken hatten oder nicht geimpft wurden.

Besonders gefährlich ist die Gürtelrose im Gesicht – hier besonders in der Nähe der Augen: Sie sollten in diesem Fall zusätzlich einen Augenarzt konsultieren, denn die Erkrankung kann die Hornhaut der Augen in Mitleidenschaft ziehen und zur Erblindung führen.

Behandelt wird Herpes Zoster mit Virostatica und starken Schmerzmitteln. Die Gürtelrose sollten Sie ernst nehmen: Wenn Sie zu lange mit dem Arztbesuch warten, quälen Sie diese Nervenschmerzen nämlich u. U. lebenslang.

Windpockenimpfung beugt Gürtelrose vor

Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommision des Robert-Koch-Institutes für alle Kinder und Jugendlichen die Impfung gegen Windpocken. Aber hilft diese Impfung auch vor einer Gürtelrose?

Da die Impfung, die seit mehreren Jahren empfohlen wird, eine Windpockenerkrankung verhindert, können die Viren sich nicht im Körper festsetzen. So wird dann auch die Entstehung der Gürtelrose und chronischen Nervenschmerzen (postzosterische Neuralgie, PZN) verhindert. In einer Untersuchung an mehr als 38.000 Erwachsenen überprüfte man den Lebendimpfstoff.

herkömmliche Behandlungsmethoden

Wenn sich die Anzeichen einer Gürtelrose (Herpes Zoster) zeigen, sollten Sie rasch reagieren. Bekommen Erwachsene Windpocken oder eine Gürtelrose, müssen Sie schnell einen Arzt zu Rate ziehen. Bei ihnen kann es nämlich zu schweren Verläufen mit ernsthaften Komplikationen kommen.

Besonders gefürchtet ist die Gesichts-Rose: Das Virus greift im unbehandelten Zustand unter Umständen Hirnhaut, Augen und Ohren an. In einem solchen Fall drohen bleibende Schäden. Behandeln Sie die Gürtelrose mit Virus hemmenden Medikamenten wie Aciclovir oder Brivudin, die sich ebenfalls als Salbe bei Herpes an den Lippen empfehlen.

Die schulmedizinische Therapie bei Gürtelrose besteht in der Gabe von virushemmenden Medikamenten (Virustatika). Dazu stehen inzwischen vier Wirkstoffe zur Verfügung: Aciclovir (Zovirax®), Brivudin (Zostex®), Famciclovir (Famvir®) und Valaciclovir (Valtrex®).

Unverzichtbare Medikation

Da sich das Virus unter Umständen über mehrere Wochen im Verborgenen vermehrt, verhindern diese Medikamente die Gürtelrose in der Regel nicht. Sie gelten jedoch als unverzichtbar, um beispielsweise bei einem Befall des Gesichts ein Übergreifen der Infektion auf die Augen mit der Gefahr der bleibenden Erblindung oder bei stark geschwächten Patienten eine lebensgefährliche Ausbreitung auf den gesamten Körper (Zoster generalis) zu verhindern.

Man verabreicht die Medikamente als Tabletten oder Infusion über einen Zeitraum von einer Woche.Alle vier gegen Gürtelrose zugelassenen Wirkstoffe sind gleich gut und verträglich. Allerdings hat das im Jahr 2000 hinzugekommene Brivudin eine längere Haltbarkeit und Sie müssen es lediglich einmal täglich einnehmen (andere Wirkstoffe drei- bis fünfmal). Diesen Vorteil bezahlt Ihre Krankenkasse mit dem doppelten Preis (ca. 100 Euro).

Die Einnahme der Mittel sollte innerhalb der ersten drei Tage erfolgen. Zu einem späteren Zeitpunkt nützen sie nichts, da sich das Virus dann zu stark vermehrt hat. Darüber hinaus tragen sie zur Linderung des Juckreizes und zur Schmerzkontrolle bei, denn es gilt: Je mehr Viren, desto stärker die Entzündung und die Schmerzen. Spezifische Antikörper gegen das Gürtelrose-Virus (Zoster-Hyperimmunglobuline) haben sich bei sehr schweren Erkrankungen bewährt.

Beginnen Sie so schnell wie möglichmit der Medikation!

Eine sofortige Behandlung mit einem antiviralen Medikament innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten des Ausschlages verkürzt die Infektion und verhindert unter Umständen spätere Komplikationen. Obwohl Ärzte die Gürtelrose mit dem synthetischen Kortikosteroid Prednison behandeln, ist sein Einsatz heutzutage umstritten.

Je früher Sie die Gürtelrose behandeln, umso eher vermeiden Sie eine Schädigung der Nervenknoten durch den Druck der Schwellung. Gute Erfahrungen machte man mit Akupunktur und der zusätzlichen Einnahme von Vitamin C und B-Vitaminen.

Exkurs: Prednison gegen unterschiedliche Erkrankungen

Prednison lautet der allgemeine Name für ein Steroidhormon, das wie ein natürliches Hormon Ihrer Nebenniere wirkt. Dieses Hormon beeinflusst im Wesentlichen alle körpereigenen Systeme. Ärzte verschreiben Prednison in der Regel zur Linderung von Entzündungen, die mit einer Vielzahl von Erkrankungen einhergehen.

In den meisten Fällen reduziert Prednison Entzündungssymptome wie Schmerz, Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und allergische Reaktionen. Es beeinflusst nur selten die zugrundeliegende Krankheit. Der Arzt stellt die entsprechende Dosis auf das jeweilige individuelle Krankheitsbild und die Verträglichkeit des Patienten ein. Wegen seiner vielen Nebenwirkungen versuchen Ärzte die niedrigste Dosis über einen so kurzen Zeitraum wie möglich zu verschreiben.

Seien Sie vorsichtig!

Ferner besteht besonders bei chronisch abwehrgeschwächten Patienten (z. B. Krebskranken) die Gefahr, dass sich die erkrankten Hautbezirke bakteriell infizieren. Eine solche „Superinfektion“, die schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führt, können Sie in der Kürze der Zeit nur mit schulmedizinischen Antibiotika bannen!

Wenn sich die Bläschen in Augennähe befinden, ist eine aggressive Behandlung erforderlich, da sonst ein Sehverlust oder sogar Blindheit drohen. Zu der Behandlung können antivirale Medikamente und Kortikosteroide gehören. Falls sich die Bläschen der Gürtelrose mit einer gelblichen Flüssigkeit oder mit Blut füllen, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf. Diese Veränderungen stellen ein untrügliches Zeichen für eine zusätzliche bakterielle Infektion dar.

Impfung gegen Gürtelrose?

Als sinnvoll erweist sich die Impfung für Sie vom 60. Lebensjahr an. Die zügige Behandlung der Gürtelrose mit Virushemmern und Schmerzmitteln verringert das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie. Alle auf dem Markt befindlichen Virushemmer sind annähernd gleich gut und verträglich. Zum besseren Abheilen verschreibt Ihnen der Arzt eine Zinksalbe oder –tinktur.

Die Bläschen trocknen auf diese Weise rascher aus. Sind die Schmerzen mit normalen Schmerzmitteln nicht beherrschbar, verschreibt man Opioide. Antidepressiva finden ihren Einsatz, um die Schmerzschwelle zu erhöhen. Antikonvulsiva lösen Krämpfe und verlangsamen die Aussendung von Schmerzimpulsen.

Seit 2009 befindet sich der Lebendimpfstoff Zostavax zur Vorbeugung von Herpes Zoster und den damit verbundenen Neuralgien in Deutschland auf dem Markt. Eine Impfung empfiehlt sich für Patienten ab 60 Jahren. Neben einer Verhinderung von Neuinfektionen unterdrückt er die die Reaktivierung von Varizella Zoster in Form einer Gürtelrose auch dann, wenn der Patient das Virus aufgrund einer Windpockenerkrankung in der Kindheit in sich trägt.

Zostavax gegen die Schmerzen

In klinischen Studien senkte Zostavax die Schmerzbelastung bei Ausbruch einer Gürtelrose um 61 Prozent und das Auftreten von postherpetischer Neuralgie als Folgeerkrankung um 51 Prozent. Darüber hinaus verhinderte es den Ausbruch einer Gürtelrose zu 51 Prozent.

Die Impfung übernehmen die gesetzlichen Kassen im Moment nicht, sondern der Patient muss sie aus eigener Tasche bezahlen. Es laufen Verhandlungen, Zostavax in den Impfkatalog aufzunehmen.

Ausleitungstherapie als Alternative

Zur Ausleitungstherapie haben sich bewährt:

  • Homotoxikologie nach Dr. Reckeweg
  • Enderlein-Therapie
  • Eigenbluttherapie
  • hoch dosierte Enzymtherapie Schröpfen (nicht im Entzündungsgebiet!)
  • Sauerstoff- und Ozontherapie
  • allgemeine Entsäuerung und Entgiftung über Darm und Nieren

Bis auf das letzte dürfen diese Verfahren nur ein Arzt oder Heilpraktiker durchführen. Der schlimmste Fehler ist die Unterdrückung des Ausschlags durch austrocknende Maßnahmen. Die Bläschen gelten als wichtiges Ausleitungsventil für die Entzündungstoxine. Verzichten Sie auf austrocknende schulmedizische und naturheilkundliche Lösungen zum Einpinseln.

Einander ergänzende Verfahren als Lösung

Gut eignen sich Umschläge, die die Toxine aus dem Gewebe ziehen. Besprechen Sie die Anwendung jedoch zuvor mit Ihrem Therapeuten. Bei bakteriellen Infektionen dürfen Sie diese Umschläge lediglich mit ausdrücklicher Zustimmung Ihres Arztes anwenden. In aller Regel setzt man zwei oder drei einander ergänzende Verfahren ein, um den Organismus möglichst schnell und durchgreifend zu entlasten.

Das so genannte Besprechen der Gürtelrose bewährte sich als suggestives Verfahren bei manchen Patienten. Etliche Ärzte und Heilpraktiker kennen erfahrene „Besprecher“, auch wenn sie das nicht sofort zugeben. Fragen Sie bei Interesse einfach danach und klären Sie vorher die Preisfrage: Mehr als 50 Euro sollte das Besprechen auf keinen Fall kosten.

Kohlauflagen bei Gürtelrose

Als erfolgreiches Hausmittel gegen den Ausschlag bei einer Gürtelrose sowie entzündete Gelenke gelten Kohlauflagen. Denn das grüne Blattgewächs enthält entzündungshemmende Wirkstoffe, kühlt und beruhigt die „aufgebrachte“ Haut. Umschläge aus Weißkohlblättern reduzieren Schwellungen und Schmerzen, wirken günstig auf das Entzündungsgeschehen.

Für eine Kohlauflage brauchen Sie einen frischen, saftigen Weißkohl, von diesem nehmen Sie die großen Blätter, waschen sie und entfernen Sie die dicke Blattrippe. Geben Sie die Blätter in ein Sieb und erwärmen Sie sie über einem Topf mit heißem Wasser. Anschließend walken Sie die Blätter mit einem Nudelholz, bis sie zerquetscht und weich sind.

Nun legen Sie die Blätter auf die erkrankte Haut, umwickeln dies mit einem dünnen Baumwolltuch, das Sie mit einer Mullbinde fixieren. Diesen Umschlag sollten Sie mehrere Stunden liegen lassen. Diese Prozedur wiederholen Sie so lange, bis Sie Besserung verspüren. Das ist in der Regel bereits nach einigen Tagen der Fall. Es ist normal, dass der Weißkohlsaft einen üblen Geruch verbreitet.

Schmerztherapie ab dem ersten Tag

Die Gürtelrose ist unter Umständen mit außerordentlichen, unerträglichen Schmerzen verbunden, die allen Schmerzmitteln trotzen. Unbehandelt heilt der Ausschlag nach rund vier bis sechs Wochen ab. In 10 Prozent aller Fälle bleiben die Schmerzen nach dem Abheilen der Bläschen bestehen.

In manchen Fällen nehmen sie dann sogar zu und machen ein normales Leben unmöglich. Dann handelt es sich um die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie. Die Therapie sollte von Anfang an zweigleisig verlaufen: Erstens direkte Schmerzbekämpfung und zweitens indirekte Schmerztherapie durch Ausleiten der Entzündungstoxine.

Bei den Entzündungstoxinen handelt es sich um Reste der zerstörten Nervenumhüllungen sowie um zerfallene Viren. Sie unterhalten die Entzündung weiter, verhindern eine Regeneration des Nervs und führen damit zu unter Umständen extremen Dauerschmerzen.

Verfahren zur Schmerzlinderung

  • Akupunktur: Nadelung rund um den Ausschlag der Gürtelrose sowie zugehöriger Punkte auf dem Blasenmeridan und Windausleitungspunkte je nach befallenem Körperbereich (Segment)
  • Neuraltherapie: Unterflutung des an Gürtelrose erkrankten Hautbezirks mit lokalen Betäubungsmitteln, z. B. Procain, Mischinjektionen mit Vitamin B12 oder Schlangen-Reintoxinen (Horvi-Therapie)
  • Homöopathie: Gabe individuell ausgewählter Mittel, v. a. Rhus toxicodendron, Mezereum, Ranunculus bulbosus, Mercurius solubilis und Theridion sowie Herpes-Nosoden und als Komplexpräparat Gelsemium Oligoplex.

Bei sehr starken Schmerzen eignen sich übergangsweise stärkere rezeptpflichtige Schmerzmittel wie Tramadol, Novaminsulfon oder Opiate, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt.

Folgeerkrankung: Post-Zoster-Neuralgie

Es kann einige Wochen dauern, bis die Bläschen verheilt sind. In den meisten Fällen verschwindet damit der heftige Schmerz und weitere Episoden sind in der Regel nicht zu befürchten. Vor allem bei älteren Patienten bleibt jedoch in etwa 20 Prozent der Fälle ein Dauerschmerz zurück.

Dieses Phänomen bezeichnet man als Post-Zoster-Neuralgie. Über die Ursachen ist bisher wenig bekannt. Auch hier können Sie als Patient selbst einiges zur Schmerzlinderung tun. Bewährt haben sich beispielsweise Salben, die den Wirkstoff des Cayenne-Pfeffers (Capsicum) enthalten. Tragen Sie diese nicht auf eine noch nicht abgeheilte Gürtelrose auf. Eine weitere Therapieoption stellt die TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) dar.

Zum Glück heilt der Dauerschmerz bei vielen Patienten von selbst ab, wenn dies auch unter Umständen Monate oder Jahre dauert. Für andere entwickelt er sich zum ständigen Begleiter, dessen Behandlung viel Geduld und ärztliche Erfahrung in der Schmerztherapie bedarf. Aus diesem Grund ist es um so wichtiger, dass Sie in der akuten Phase der Gürtelrose die Therapiemaßnahmen nutzen, um den Dauerschmerz nicht entstehen zu lassen.

weitere Behandlungsmöglichkeiten

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Virusinfektion und tritt meistens als Zweiterkrankung nach einer überstandenen Windpockenerkrankung in der Kindheit auf. Sie beginnt mit Abgeschlagenheit, allgemeinem Krankheitsgefühl und brennendem Schmerz in dem der Nervenbahn zugehörigen Hautbereich, in dem die Herpes-Viren sich befinden.

Zwei bis drei Tage später rötet sich der betroffene Hautbereich und es entwickeln sich kleine Bläschen auf geschwollenem Grund, die jucken oder brennen können. Innerhalb von sieben Tagen platzen die Bläschen und hinterlassen Wunden, die allmählich verschorfen. Nach zwei bis drei Wochen fallen die Schorfe ab und die Krankheit ist im günstigen Fall überstanden.

Arzt hält Tafel mit Aufschrift "Gürtelrose" in der Hand© DOC RABE Media – Fotolia

Nicht immer harmlos!

Bei manchen Betroffenen treten jedoch Wochen oder Monate später an den befallenen Stellen wieder Schmerzen auf. Diese Nervenschmerzen werden als Post-Zoster-Neuralgie bezeichnet: Etwa 70 Prozent aller älteren Gürtelrosepatienten leiden jahrelang an derartigen, teilweise heftigsten Schmerzen. Nicht selten wird hier der Einsatz von starken Schmerzmitteln (Opiaten) erforderlich, um den quälenden Schmerz auszuschalten.

Um den Krankheitsverlauf zu verkürzen und Folgeschäden zu vermeiden, ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Rechtzeitig eingenommen, kann ein das Wachstum der Viren hemmendes Medikament (z. B. mit den Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir) den Ausbruch bremsen, es wirkt jedoch nur innerhalb der ersten drei bis vier Tage nach Auftreten der Symptome. Suchen Sie daher bei den ersten Anzeichen Ihren Arzt auf und äußern Sie Ihren Verdacht.

Schüßler-Salze stärken die Nervenzellen

Mit den nach dem deutschen Arzt Wilhelm Schüßler (1821 bis 1891) benannten Salzen fördern Sie die Heilung der Gürtelrose, indem Sie den Mineralhaushalt harmonisieren. Das wichtigste Salz zur Behandlung der Gürtelrose ist das Salz Nr. 5, Kalium phosphoricum, da es als Baumaterial der Nervenzellen benötigt wird. Somit hilft es wirkungsvoll, die geschädigten Nervenbahnen zu regenerieren.

Als zweites Schüßler-Salz sollten Sie die Nr. 7, Magnesium phosphoricum, einnehmen, da es ebenfalls ein Bestandteil der Nervenbahnen ist. Um die Viren-Toxine besser auszuschwemmen, ist das Salz Nr. 8, Natrium chloratum, hilfreich. Von allen drei Salzen sollten Sie einmal täglich zwei bis drei Tabletten langsam im Mund zergehen lassen. Aus dem Salz Nr. 8 können Sie auch mit etwas Wasser einen Brei anrühren und diesen direkt auf die Bläschen aufstreichen.

Pflanzenextrakte wirken juckreizlindernd und heilend

Auch wenn es noch so schwer fällt: Kratzen Sie nicht an den juckenden oder brennenden Bläschen herum. Zum einen enthalten sie ansteckende Viren und zum anderen riskieren Sie damit bleibende Narben. Betupfen Sie die entzündeten Hautstellen stattdessen mit Pflanzentinkturen, die das Virenwachstum hemmen, zusammenziehend und wundheilend wirken.

Die wirkungsvollsten Pflanzentinkturen

  • Melissenblätter wirken virenhemmend (z. B. in Ceres® Melissa officinalis Urtinktur, 20 ml ab 19 €; DHU® Melissa Urtinktur, 20 ml ab 9,50 €)
  • Salbei zieht die Haut zusammen (z. B. in Curarina®, 100 ml a 13,50 €; Salvysat®, 30 ml ab 3,80 €)
  • Roter Sonnenhut stärkt das Immunsystem (z. B. in Echinacea Urtinktur Hevert, 100 ml um 16 € ; Esberitox® mono, 50 ml um 9 €; Echinacin® Liquidum Madaus, 50 ml um 11 €)

Tupfen Sie die Tinktur Ihrer Wahl einfach mehrmals täglich mit einem Wattestäbchen auf die Bläschen bzw. Schorfe auf.

Cayennepfeffer-Früchte lindern die Nervenschmerzen

Cayennepfeffer-Früchte enthalten Scharfstoffe, deren wichtigster Vertreter das Capsaicin ist. Dieser Wirkstoff kann äußerlich aufgetragen durch die oberste Hautschicht zu den Schmerzrezeptoren in der Haut vordringen, wo es zur Freisetzung von Nervenbotenstoffen (Neuropeptid Substanz P) führt.

Diese hemmen daraufhin die Weitervermittlung von Schmerzimpulsen zum Gehirn. Daher empfinden Sie nach dem Auftragen capsaicinhaltiger Präparate zunächst ein Wärme- und Schmerzgefühl, nach kurzer Zeit kommt es jedoch zu einer Schmerzunempfindlichkeit. Gegen die Nervenschmerzen bei einer Gürtelrose können Sie capsaicinhaltige Fertigpräparate (z. B. Hot Thermo Dura® C-Creme, 50 g ab 4 €; Capsamol®-Salbe, 50 g ab 6 €; Thermo Bürger® Salbe, 50 g ab 4 €) auf den befallenen Bereich auftragen.

Achtung: Salben mit Cayennepfeffer dürfen Sie nicht auftragen, wenn die Schorfe noch nicht abgeheilt sind. Es würde sonst zu einer extremen Reizung der Haut kommen.

Homöopathische Hilfe bei Gürtelrose

Homöopathische Mittel fördern die Heilung und wirken schmerzlindernd. Wählen Sie aus den unten aufgeführten Mitteln das am besten zu Ihren Beschwerden passende Mittel aus. Ergänzen Sie die homöopathische Behandlung durch äußerlich lindernde Anwendungen und gönnen Sie Ihrem Körper vor allem so lange Ruhe, bis die Symptome abgeklungen sind.

Diese homöopathischen Mittel fördern die Heilung der Gürtelrose:

  • Rhus toxicodendron, wenn die Haut gerötet ist und die Bläschen wässrig gefüllt sind und brennen.
  • Mezzereum bei unerträglichem Juckreiz, der in Brennen übergehen kann.
  • Mercurius solubilis, wenn sich eitrige Krusten bilden und die Schmerzen in der Bettwärme schlimmer werden.
  • Arsenicum album, wenn Wärme den brennenden Schmerz lindert.

Legen Sie von dem ausgewählten Mittel täglich drei Globuli in der Potenz D6 unter die Zunge.

Anwendungen bei Juckreiz und Schmerzen

  • Teebaumöl zur Entzündungshemmung: Betupfen Sie die entzündeten Bläschen einmal täglich mit einem in Teebaumöl (Apotheke) getränkten Wattestäbchen. Das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend und antiviral.
  • ausleitende Heilerdepackung: Rühren Sie einen Brei aus Heilerde und Wasser an und bestreichen Sie damit ein Kompressentuch. Legen Sie die Kompresse täglich so lange auf die befallene Haut, bis der Brei getrocknet ist. Diese Packung wirkt kühlend und bindet die Giftstoffe aus der erkrankten Haut.
  • juckreizlindernde Apfelessigwaschung: Wenn Sie unter quälendem Juckreiz leiden, können Sie sich mit Apfelessig Linderung verschaffen. Tränken Sie ein Kompressentuch in 1:1 mit Wasser verdünntem Apfelessig und waschen Sie damit den betroffenen Hautbereich ab.
  • entgiftende Kartoffelmehlauflage: Wenn die Herpesbläschen nässen und schon der Druck der Kleidung schmerzhaft ist, hilft Ihnen Kartoffelmehl. Bestäuben Sie die Bläschen mit dem Mehl wie mit einem Puder und decken Sie die Haut darüber mit Watte ab.
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