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Grasmilben: Der Horror im Garten: Wie Sie die Stiche der lästigen Plagegeister verhindern

von Dr. Ulrich Fricke

Kommt Ihnen das bekannt vor? Nach dem Abendessen auf der sommerlich warmen Terrasse fängt es einige Stunden später an den Beinen oder Armen an, wie verrückt zu jucken. Der erste Verdacht fällt dann auf einen Mückenstich. Aber was die wenigsten wissen: Hinter dem lästigen Juckreiz steckt oft die winzige Gras- oder Erntemilbe (Neotrombicula autumnalis).

Vor allem in den warmen Sommermonaten treibt sie ihr Unwesen, und es gibt wahrscheinlich kein Tier, das im Verhältnis zu seiner Größe für größere Schmerzen sorgt. Denn der Juckreiz übertrifft den eines Mückenstichs bei weitem und kann über eine Woche anhalten. Für viele Gartenbesitzer wird der Sommer so zum echten Horror. Wir haben im Folgenden für Sie die besten Tipps zusammengestellt, wie Sie sich vor den Bissen der Milben schützen und was Sie gegen den unerträglichen Juckreiz tun können.

Die Bisse finden sich oft an Kleiderrändern

Genau genommen sind es nicht die ausgewachsenen Milben selbst, sondern ihre Larven, die für den Juckreiz verantwortlich sind. Die erwachsenen Spinnentiere legen ihre Eier in den Boden. Aus ihnen schlüpfen ab März die nur 0,2 bis 0,3 mm großen Larven, die sich an hellen, leicht feuchten Stellen in Wiesen und Gärten ansammeln.

Das sind typische Befallsorte:

  • Knöchel
  • Lendenbereich
  • Kniekehlen
  • Achselhöhlen

Die Tiere suchen dünne Hautstellen auf und lieben es feucht und warm. Oft beißen die Milben aber auch dort zu, wo ihre Wanderung über die Haut aufgehalten wird – an den Bündchen von Socken oder am Rand der Unterwäsche. Die winzige Larve dringt mit ihren Mundwerkzeugen kaum mehr als einen hundertstel Millimeter in die Haut ein. Doch ihr Speichel, den sie in die kleine Wunde absondert, enthält Enzyme, die die oberste Zellschicht der Haut auflösen. Als Reaktion auf den Speichel bilden sich um den Kanal die juckenden Knötchen oder Quaddeln. Da sich die Rötungen erst einige Stunden nach dem Befall zeigen, bringen sie die meisten Menschen gar nicht mehr mit dem Aufenthalt im Freien in Verbindung. Der Juckreiz kann sich noch bis zu drei Tage nach dem Biss steigern.

Kratzen Sie nicht – auch wenn es schwer fällt!

So unangenehm und schmerzhaft ein Grasmilben-Befall auch sein mag: Die Tiere sind im Grunde harmlos, denn sie saugen weder Blut noch sind sie in der Lage, Krankheiten zu übertragen. Sie können auch nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Allerdings kommt es wegen des unwillkürlichen Kratzens sehr häufig zu Entzündungen. Als Erstes sollten Sie die Bissstelle mit einem Wattebausch, den Sie in 70 %igem Alkohol getränkt haben, desinfizieren.

Diese Maßnahmen helfen gegen den Juckreiz:

  • juckreizstillende Salben (z. B. Fenistil®, Traumeel®, Soventol®-Gel)
  • kalte Umschläge mit in Wasser getränkten Tüchern (eventuell 10 % Essig zum Wasser geben)
  • Abreibungen mit Salzwasser
  • Betupfen mit Zitronensaft oder Essig

In schweren Fällen kann Ihnen Ihr Arzt auch ein Antihistaminikum oder eine Kortison-Salbe verordnen. Auf keinen Fall sollten Sie einen alten Bauerntrick anwenden und die Quaddeln aufkratzen. Das bringt nichts, weil sich die Milbe meist schon gar nicht mehr in der Haut befindet und sich die aufgekratzte Stelle sehr leicht entzündet.

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