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Gewöhnung lässt Sie weniger frieren

Gewöhnung ist alles – das gilt auch für Kälte. Sind Sie eher ein Mensch, der im Haus bleibt, frieren Sie schneller, auch wenn Sie sich warm und gut einpacken. Dennoch gehören kalte Finger, Zehen und eine eiskalte Nasenspitze dann dazu.

Dennoch sind kalte Gliedmaßen erst einmal ungefährlich. Aufpassen müssen Sie aber in dem Moment, wenn Ihre Haut anfängt zu zwicken, kribbeln und schmerzen. Dies alles sind Zeichen dafür, dass es Ihrem Körper zu kalt wird und dass Sie nun handeln müssen, bevor Gewebe dauerhaft geschädigt wird.

Die Schmerzen stammen von Nervenenden in der Haut. Diese sind sehr empfindlich gegen Kälte und senden normalerweise Schmerzsignale zum Gehirn – zum Beispiel, wenn Sie sich verletzen. Allerdings frieren sie früher ein als andere Nervenenden. Bestehen bleibt lediglich die Empfindsamkeit für Kälteschmerzen, aufgrund eines Proteins, des so genannten Natriumkanals NAV1.8. So erhält Ihr Gehirn immer noch Signale über zu kalte Temperaturen, auch wenn die Nerven eigentlich nicht mehr arbeiten.

Diese Weiterleitung von Kälteschmerzen, die auch dann funktioniert, wenn andere Schmerzen schon nicht mehr wahrgenommen werden, funktioniert bei Männern und Frauen gleichermaßen gut – und zum gleichen Zeitpunkt. Erfrierungen treten bei Männern nicht früher oder später auf, als bei Frauen.

Dennoch sagt man, Frauen seien empfindlicher, was Kälte betrifft. Sie sollen eher frieren als Männer. Doch bei dieser Behauptung muss immer auch die Statur der betroffenen Männer und Frauen beachtet werden.

Häufig frieren Frauen in der Tat eher als Männer, weil sie fast immer über eine dünnere Unterhautfettschicht verfügen. Die gesteigerte Dicke der Fettschicht, wie sie beim Mann überwiegend vorhanden ist, isoliert gegen die Kälte und hält so warm.

Hinzu kommt, dass Männer in den meisten Fällen mehr Muskeln aufweisen als Frauen. Diese Muskeln halten ebenfalls warm – sie sind in der Lage, selbst in totaler Ruhestellung mehr Wärme zu produzieren als das restliche Körpergewebe.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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