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Was ist Fußpilz und wie bekommt man ihn?

Fußpilz (Tinea pedis) bezeichnet eine Infektion der Füße (insbesondere der Zehenzwischenräume und Fußsohlen) durch Fadenpilze oder Dermatophyten. Sie befallen Hornsubstanz wie Haut, Haare und Nägel. Fußpilz verursacht Symptome wie zum Beispiel starken Juckreiz, Rötung der Haut, Schuppenbildung und die Bildung nässender Bläschen. Die Infektion überträgt sich von Mensch zu Mensch und tritt häufig auf: In Industrieländern litt jeder Dritte schon unter dem unangenehmen Pilz.

Fußpilz unter der Lupe - Grafik© debert – Fotolia

Fußpilz: Eine der häufigsten Infektionskrankheiten

Warum tritt bei barfuß laufenden Naturvölkern praktisch kein Fußpilz auf? Weil sie ihre Füße nicht in enge und schweißfördernde Schuhe zwängen. Das feucht-warme Klima in vielen Schuhen ist der ideale Nährboden für Pilzerreger.

Fußpilz zählt mit einem Auftreten von 30 bis 70 Prozent in der deutschen Bevölkerung zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Auslöser für diese Pilzerkrankung der Haut (Dermatomykose) sind bestimmte Fadenpilze. Sie breiten sich typischerweise in der Hornschicht, der obersten Hautschicht, aus und leben dort schmarotzerhaft (parasitär). In der Regel verläuft der Übertragungsweg „von Mensch zu Mensch“. Überall dort, wo Menschen mit Fußpilz barfuß gehen und Hautschuppen auf dem Boden hinterlassen, können Sie sich anstecken:

  • auf Fußböden in öffentlichen Bädern und Duschen
  • an Fuß-Desinfektionsduschen in öffentlichen Bädern und Duschen (sie sind oft Pilztummelplätze und wimmeln von Erregern)
  • auf Hotel-Teppichböden (in Tests waren neun von zehn Hotelteppichen belastet)
  • durch Hautkontakt z. B. bei Kontaktsportarten wie Judo

So stecken Sie sich mit einem Fußpilz an

Damit sich diese Schmarotzer auf der Haut Ihrer Füße einnisten können, spielen ein feucht-warmes Klima und fehlende Verdunstungsmöglichkeit im Schuh eine entscheidende Rolle. Durch die Überfeuchtung wird die Haut erweicht und bietet dadurch den Pilzen den idealen Nährboden. Da die Pilzsporen in Schuhen, Badematten, Duschkabinen, Teppichböden etc. monatelang überleben, kommt es bei einer vorgeschädigten Haut immer wieder zu einer neuen Infektion. Wenn Sie den Pilzbefall nicht konsequent behandeln, entstehen im Laufe der Zeit schmerzhafte Einrisse, die eine perfekte Eintrittspforte für Bakterien sind.

Drei Faktoren tragen zu einer Ansteckung bei:

  1. Ein feuchtes Fußklima, beispielsweise durch das Tragen von nicht atmungsaktiven Socken und Schuhen aus synthetischen Materialien.
  2. Eine kleine Verletzung oder ein gestörter Säureschutzmantel der Haut, wodurch der Pilz die Haut durchdringt.
  3. Ein geschwächtes Immunsystem, das den Erregern nichts entgegenzusetzen hat.

Seien Sie vorsichtig bei regelmäßigen Schwimmbadbesuchen

Wenn Sie regelmäßig in Fitnessstudio, Sporthalle, Schwimmbad oder Sauna sind, haben Sie garantiert auch schon die unangenehme Bekanntschaft mit Fußpilzen gemacht. Normalerweise ist Ihre Hautoberfläche gegen Pilzangriffe gefeit. Ist Ihre Haut jedoch bereits leicht lädiert, aufgeweicht oder mit winzigen Verletzungen versehen, verliert sie ihre Widerstandsfähigkeit. Das erleichtert dem Pilz das Eindringen in die Haut.

Hat sich der Pilz erst einmal in der obersten Hautschicht eingenistet, kann er sich blitzschnell in alle Richtungen ausbreiten. Der Körper reagiert mit einer Entzündung auf den Eindringling. Doch da sich der Pilz schon so auf den Menschen „eingeschossen“ hat, verläuft die Entzündung oft unmerklich, sodass sie Ihnen nicht auffällt. Dann kann sich eine chronische Infektion ausbilden. Das ist besonders gefährlich für Menschen, die bereits an einer anderen Grunderkrankung wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen leiden. Bei Infektionen, die länger als vier Wochen dauern, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Symptome und Diagnose

Eine Fußpilz-Infektion beginnt häufig mit leichtem Juckreiz und einer feinen Schuppung auf einer leicht entzündeten Haut. Diese Symptome können sich zu einer dicken Hornhautschicht mit schmerzhaften Rissen intensivieren. Bläschen entstehen unter Umständen, die periodisch an anderen Stellen wiederkommen. Der Fußpilzerreger mag besonders die Zehenzwischenräume, den Fußrücken, vor allem aber die Fußsohle und die Fersen sind sehr beliebt. Auch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an den Fußkanten und dem Fußgewölbe sind keine Seltenheit.

Sitzt der Pilz unter dem Nagel (Onychomykose), wird dieser brüchig, verdickt sich und nimmt je nach Pilz eine gelblich-braune, graue oder schwarze Farbe an. Die Haut um den Nagel kann schmerzhaft rot anschwellen und der Nagel sich vom Nagelbett lösen. Eine Form von Psoriasis (Schuppenflechte) erfasst die Nägel erfasst und imitiert das beschriebene Aussehen von Nagelpilz. Fand bei Ihnen noch keine Diagnose des Nagelpilzes statt, empfiehlt sich vor einer Selbstbehandlung das Aufsuchen einer dermatologische Praxis. Haben Sie einmal mit der Behandlung begonnen, sind die Pilze schlechter nachzuweisen. Eine genaue Diagnose ist dann nicht mehr möglich.

Behandlungsmöglichkeiten

Fußpilz sollte man rasch behandeln, damit er sich nicht ausbreitet und weitere Komplikationen nach sich zieht. So befällt er unbehandelt die Nägel und schädigt die Haut, sodass es durch Bakterien und Viren zu unangenehmen Sekundärinfektionen kommt. Darüber hinaus breitet er sich auf den Rest des Körpers aus. Dies geschieht beispielsweise durch verschleppte Partikel, die sich beim Kratzen unter den Fingernägeln festgesetzt haben. Nagelpilz heilt nicht von selbst. Ist der Fuß- oder Nagelpilz nicht in den Griff zu bekommen, suchen Sie unbedingt einen Dermatologen auf.

Die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Fußpilz

  • Schneiden Sie die befallenen Stellen so weit wie möglich sehr vorsichtig ab, das darf nicht wehtun und nicht bluten. Die Schere sollten Sie davor und danach desinfizieren. Die Reste werden mit einer Sandblattfeile, die Sie nach dem Gebrauch wegwerfen, sanft abgefeilt. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie diese Prozedur einer medizinischen Fußpflege überlassen.
  • Bei nicht vollständigem Befall des Nagels (weniger als 3/4) stehen Ihnen nun spezielle Nagellacke aus der Apotheke zur Verfügung, die sechs bis acht Monate lang täglich (Batrafen) oder ein- bis zweimal pro Woche (Loceryl) aufgetragen werden. Ihre Wirkstoffe dringen tief in den Nagel ein und zerstören dort die Plagegeister.
  • Sind Sie schlimmer vom Pilz betroffen, müssen Sie mindestens drei bis sechs Monate lang verschreibungspflichtige Nagelpilztabletten einnehmen. Diese Medikamente sind enorm teuer und bringen Nebenwirkungen wie Magen- und Darmstörungen, Blutbildveränderungen und eine Belastung der Leber mit sich, deshalb sollten Blutbild und Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Laufen Sie viel barfuß oder in Sandalen.
  • Sprühen Sie Ihre Schuhe regelmäßig mit Antipilzspray aus.
  • Wechselbäder steigern die Durchblutung Ihrer Füße ebenso wie ausreichend Bewegung.
  • Baden Sie Ihre Nägel zweimal täglich für zehn Minuten in lauwarmem Olivenöl oder Eichenrinde (Apotheke), die über pilzhemmende Eigenschaften verfügt. Massieren Sie das Öl anschließend gründlich in Nagel- und Nagelbett ein.
  • Trockene und rissige Stellen brauchen eine feuchtigkeitsspendende Pflege.
  • Nach dem Waschen, Baden oder Schwimmen die Füße gründlich (vor allem zwischen den Zehen) mit einem sauberen, trockenen, kochfesten Handtuch abtrocknen. Wenn möglich an der Luft nachtrocknen lassen (notfalls mit Hilfe eines auf „lau“ gestellten Föns). Sind Ihre Füße bereits befallen, jedes Mal ein frisches Handtuch verwenden.
  • Tragen Sie Socken aus kochfester, atmungsaktiver Baumwolle. Sie dienen auch im Hotel als Schutz vor vermutlich Pilz-tragenden Teppichböden. Waschen Sie sie regelmäßig bei mindestens 60 Grad. Wenn Sie an den Füßen schwitzen, wechseln Sie Ihre Strümpfe zweimal täglich.
  • Bei Nagelpilz verzichten Sie auf Nagellack (so unangenehm dies sein mag).
  • Tragen Sie immer bequemes, nicht zu enges Schuhwerk, das möglichst atmungsaktiv ist. Gummi- und Plastikschuhe (auch -sohlen) bringen die Füße zum Schwitzen. Im Winter ziehen Sie tagsüber im Büro die Stiefel aus.
  • Lüften Sie regelmäßig Ihre Schuhe aus. Sogar Sandalen sollten Sie an der Luft stehen lassen und wie andere Schuhe erst am übernächsten Tag wieder anziehen.
  • Bei hartnäckig wiederkehrenden Infektionen nehmen Sie ein Anti-Pilzmittel wie Clotrimazol und Micanazol nehmen.
  • Zum Schutz Ihrer Angehörigen sollten Sie auch auf keinen Fall barfuß in der Wohnung laufen, wenn der Pilz noch nicht abgeheilt ist. Verwenden Sie für Ihre Wäsche auch einen Hygienespüler (z. B. Canesten©), der die Keime schon bei 60 °C bekämpfen kann.

Fußppilz - Nahaufnahme© gabrielejasmin – Fotolia

Backpulver als Geheimtipp bei Fußpilz

Mischen Sie Backpulver mit etwas lauwarmem Wasser zu einer festen Paste. Diese geben Sie auf die befallenen Nägel und lassen sie drei Minuten lang einwirken. Mit reichlich lauwarmem Wasser wieder abspülen. Nägel gut abtrocknen und mit Stärkepuder betupfen. Das lindert den Juckreiz und entzieht den Pilzen die Nahrung.

Fußpilzbekämpfung mit Hilfe der Alfalfa-Lupine

Extrakte aus der blauen Luzerne (Medicago sativa), den Liebhabern von Keimen und Sprossen unter dem Namen Alfalfa-Lupine vertraut, können Pilzerkrankungen der Haut bekämpfen. Das haben Forscher des King’s College in London gemeinsam mit Kollegen von der polnischen Universität in Pulawy nachgewiesen.

Wie der Leiter des Teams, Professor Peter Houghton, bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse auf der „Britischen Pharmazeutischen Konferenz“ im September 2004 in Manchester erläuterte, enthält die Luzerne Saponine, die das Wachstum von Hautpilzen hemmen und chemischen Antipilzmitteln ebenbürtig seien. Besonders wirksam erwiesen sich die Alfalfa-Extrakte gegen den Pilz Trichophyton tonsurans, dem Haupterreger von Fußpilz.

Weitere Behandlungstipps

Starten Sie Ihre Behandlung mit einer pilztötenden Salbe (z. B. Lamisil©, Canesten©), die Sie rezeptfrei in jeder Apotheke erhalten. Wenden Sie diese Präparate jedoch nicht länger als eine Woche an und setzen Sie von Anfang an parallel zu dem chemischen Mittel auch natürliche Methoden ein.

Da Fußpilz ebenso wie jede andere Pilzerkrankung auch immer ein Anzeichen für ein schwaches Immunsystem ist, sollten Sie unbedingt etwas für Ihre Abwehr tun, wenn Sie sich immer wieder aufs Neue mit den Pilzen infizieren. Hierzu sollten Sie eine kleine Symbioselenkung für Ihre Darmflora vornehmen, da im Darm über 70 Prozent der Immunabwehr lokalisiert sind. Entsprechende Fertigpräparate (z. B. Mutaflor©, ProSymbioflor©) erhalten Sie in der Apotheke.

Mittel aus der Naturheilkunde

Naturheilkundlich haben sich vor allem drei Arzneien bewährt: Teebaumöl, Thymianöl und Ringelblume.

  • Rezept Nr. 1: Mischen Sie zwei Tropfen Thymianöl und einen Teelöffel Ringelblumensalbe.
  • Rezept Nr. 2: Mischen Sie fünf Teelöffel Ringelblumenöl mit einem Teelöffel Teebaumöl.
  • Rezept Nr. 3: Mischen Sie zwei Teelöffel Teebaumöl und einen Teelöffel Lavendelöl.

Die Mischung jeweils zwei- bis dreimal täglich mit einem Wattestäbchen auf die befallenen Stellen auftragen. Bei Nagelpilz dauert die Behandlung sehr viel länger. Es empfiehlt sich, den ganzen Nagel mitsamt dem gesund nachwachsenden Teil bis zum vollständigen Herauswachsen regelmäßig zu behandeln. Wenn Sie jetzt gleich anfangen, reicht nach ein paar Wochen die Behandlung morgens und abends, wenn der Fuß ohnehin unbekleidet ist. Auch Akupunktur sowie homöopathische Mittel (z. B. Borax, Sulfur, Silicea) haben sich bewährt. Fragen Sie Ihren Therapeuten danach.

Salbei gegen den Pilz

Wenn Sie immer wieder mit Fußpilz kämpfen, ist Salbei die richtige Heilpflanze für Sie. Salbei entzieht dem Keim den Nährboden und greift den Fußpilz gleich von zwei Seiten an: Er drosselt die Schweißbildung und nimmt dadurch dem Pilz seine Überlebensgrundlage. Außerdem enthält Salbei Gerbstoffe, die auf die Haut zusammenziehend wirken. Dadurch wird die Hautoberfläche gekräftigt und vor neuen Infektionen geschützt.

Von diesen Wirkungen profitieren Sie am besten mit einem Salbei-Fußbad. Übergießen Sie dazu in einer geeigneten Wanne fünf Esslöffel Salbeiblätter mit zwei Litern kochend heißem Wasser. Lassen Sie den Sud so lange ziehen, bis er eine angenehme Badetemperatur hat und baden Sie dann Ihre Füße zehn Minuten lang darin. Machen Sie dieses Fußbad zweimal täglich.

Grapefruitkernextrakt

Ein weiteres natürliches Anti-Pilzmittel ist Grapefruitkernextrakt. Die Kerne frischer Grapefruits enthalten Flavonoide, die das Wachstum von Pilzen hemmen. Diese abtötende Wirkung von Grapefruitkernextrakten konnte auch eine Laborstudie der Universität Cardiff in Großbritannien nachweisen.

Flüssigen Grapefruitkernextrakt können Sie entweder unverdünnt mit einem Wattestäbchen auf die betroffenen Hautstellen auftragen oder Sie stellen sich selbst ein Gel her, das zusätzlich kühlend und entzündungshemmend wirkt. Rühren Sie zehn Tropfen Grapefruitkernextrakt in 50 ml reines Aloe-vera-Gel ein. Tragen Sie das Gel einmal täglich nach einem Fußbad auf die gut abgetrockneten Füße auf.

Geheimtipp: Kokosöl

Fast schon ein pflanzlicher Geheimtipp gegen Fußpilz ist biologisches Kokosöl. Die in diesem Öl enthaltene Laurinsäure tötet die Pilze ebenso ab wie eine weitere Fettsäure des Kokosöls, die Caprylsäure. Für eine optimale Wirkung sollten Sie Ihre Füße jeden Abend vor dem Schlafengehen mit einem hochwertigen Kokosöl aus dem Bioladen einmassieren.

Ein Tipp zum Schluss: Streuen Sie Acidophilus-Pulver (aus dem Bioladen oder Reformhaus) in Ihre Strümpfe und zwischen die Zehen. Lactobacillus acidophilus ist eine Bakterienart, die zur Herstellung von Joghurt verwendet wird. Auf der Hautoberfläche schaffen diese Keime ein Milieu, in dem sich die Pilze absolut nicht wohlfühlen und daher auch nicht weiter vermehren.

Die richtige Ernährung

Pilze lieben Süßigkeiten. Wenn Sie Ihren Pilz loswerden wollen, sollten Sie konsequent sein und Ihren Zuckerkonsum erheblich einschränken. Steigen Sie von Limonaden auf Gemüsesäfte um und essen Sie viel Salat und Knoblauch (sofern es Ihre menschlichen Beziehungen erlauben). Sie sollten ausreichend Mineralstoffe und Vitamine durch Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Fisch bekommen. Dies geschieht in diesem Falle überwiegend durch allem B-Vitamine. Vorübergehend unterstützt Sie eine Nahrungsergänzung mit Zink und Selen.

Achten Sie auf das richtige Schuhwerk!

Schuhe, die nicht optimal passen, können Ihre Füße kaputt machen und Ihre Wirbelsäule schädigen. Sie sollten deshalb schon im Schuhgeschäft an Ihre Gesundheit denken und mit ein paar Tricks das für Sie richtige Schuhwerk finden.

Tipps für den Kauf des richtigen Schuhwerks

  • Füße brauchen Platz. Die Schuhe dürfen im vorderen Bereich maximal 1 cm schmaler sein als Ihr Fuß. Stellen Sie sich dazu barfuß auf ein Platt Papier. Verlagern Sie das Gewicht erst auf den einen, dann auf den anderen Fuß und zeichnen Sie die Umrisse mit einem Bleistift nach. Beide Teile ausschneiden und zum Schuhkauf mitnehmen.
  • Größenangaben genügen nicht. Die Größen, vor allem die der aus dem Ausland importierten Schuhe, fallen oft sehr unterschiedlich aus. Kaufen Sie deshalb nie nach Größenangaben, sondern nehmen Sie sich genügend Zeit, um anzuprobieren und so die passenden Schuhe zu finden.
  • Gut ist nicht gleich teuer. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität, z. B. auf Knöpfe, Schnallen und Verarbeitung der Nähte. Sind diese sehr dick, kann es zu Druckstellen kommen. Wichtig: Die Schuhe sollten bequem sein, aber trotzdem einen guten Halt bieten.
  • Ihre Füße dehnen sich aus. Nur wenige wissen, dass die Füße mit zunehmendem Alter länger und breiter werden. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Ihnen plötzlich Ihre gewohnte Größe nicht mehr passt.
  • Füße sind unterschiedlich. Bei Rechtshändern ist meist der rechte Fuß größer, bei Linkshändern der linke. Probieren Sie deshalb immer das Paar, nicht nur einen einzelnen Schuh.
  • Auch die Tageszeit ist wichtig. Die Füße schwellen im Laufe des Tages an. Kaufen Sie deshalb Ihre Schuhe am besten abends oder laufen Sie vorher ein Stück, damit die Füße vor der Anprobe etwas geschwollen sind. Kaufen Sie morgens Schuhe, die Ihnen prima passen, kann es sein, dass Sie Ihnen abends zu eng sind.

Frau mit lackierten Zehennägeln sitzt neben Schuhen© xalanx – Fotolia

Was zeichnet gesunde Schuhe aus?

Schuhmode ist zwar häufig schön anzusehen, aber dennoch nicht unbedingt gesund für die Füße. Klar ist, dass gerade die Schuhe mit hohen Absätzen absolutes Gift für Bänder, Sehnen und sogar den Rücken sind. Sie können sogar dazu führen, dass sich Ihre Sehnen verkürzen und Sie in flachen Schuhen kaum noch oder nur noch unter Schmerzen laufen können. Ebenfalls nicht wirklich empfehlenswert sind Keilabsätze. Sie haben aber wenigstens den Vorteil, dass durch sie das Körpergewicht besser verteilt wird.

Grundsätzlich ist Laufen ohne Schuhe am besten. Das geht natürlich kaum. Zu Hause können Sie entweder auf Socken laufen (am besten wählen Sie Anti-Rutsch-Socken) oder zum Beispiel Hüttenschuhe tragen. Auch Lederpuschen gibt es mittlerweile nicht mehr nur für Babys und Kleinkinder. Deren Ledersohlen sorgen ebenfalls für ein gesundes Laufen. Für unterwegs bieten Ihnen neben Flip-Flops auch Mokassins und Ballerinas ein Barfuß-Laufen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie das natürliche Abrollen erleichtern. So werden Ihre Gelenke geschont und die Muskeln gestärkt. Achten Sie auch darauf, dass die Sohle Ihrer Schuhe vorne möglichst leicht nach oben gebogen ist. So ist es Ihren Füßen möglich, einigermaßen natürlich abzurollen.

Tipps zur Vorbeugung

Leider gibt es keinen hundertprozentigen Schutz, mit dem Sie Fußpilz vermeiden können. Sie können aber Ihr Infektionsrisiko senken, indem Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Begutachten Sie Ihre Füße regelmäßig und schauen Sie auf Veränderungen – wie Risse, Schuppen, Rötungen oder Schwellungen, vor allem in den Zehenzwischenräumen.
  • Halten Sie Ihre Nägel kurz, aber nicht zu kurz. Schneiden Sie die Nägel gerade, vermeiden Sie Verletzungen.
  • Tragen Sie dünne Baumwollsocken, die bei hohen Temperaturen gewaschen werden können. Wechseln Sie die Strümpfe am besten täglich.
  • Benutzen Sie ausschließlich Ihre eigenen Handtücher zum Abtrocknen Ihrer Füße.
  • Trocknen Sie den Zehenzwischenraum besonders sorgfältig ab. Wechseln Sie die Handtücher oft und regelmäßig, waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad.
  • Entfernen Sie regelmäßig die Hornhaut.
  • Vermeiden Sie Verletzungen oder Wundscheuern an den Füßen.
  • Wählen Sie einen gut durchlüfteten Schuh: Tragen Sie Sandalen, Leder- oder Turnschuhe mit Entlüftungsöffnungen, damit Ihre Füße „atmen“ können. Meiden Sie Schuhe aus synthetischen Materialien wie PVC oder Gummi.
  • Tragen Sie nicht täglich dasselbe Paar Schuhe. Ziehen Sie nasse Schuhe sofort aus. Bewahren Sie Schuhe, die Sie für längere Zeit nicht tragen wollen, nicht in Plastik auf.
  • Tragen Sie in Bereichen öffentlicher Schwimmbäder, Duschen und Umkleidekabinen wasserfeste Badeschuhe bzw. -sandalen und gehen Sie niemals barfuß.
  • Wenn Sie geschlossene Schuhe tragen, sollten Sie Strümpfe aus Baumwolle oder Polypropylen anziehen, welche die Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugen. Textilien wie Nylon oder Kunstseide verhindern das Verdunsten von Feuchtigkeit.
  • Wenn Sie an den Füßen schwitzen, sollten Sie Ihre Strümpfe zweimal täglich wechseln.
  • Bei hartnäckig wiederkehrenden Infektionen sollten Sie ein Anti-Pilzmittel wie Clotrimazol und Micanazol nehmen.
  • Zur Reinigung und Abwehrstärkung sind Fußbäder mit speziellen Zusätzen zwei- bis dreimal in der Woche für fünf bis maximal zehn Minuten geeignet:
    • Molke (Reformhaus, Apotheke, Drogerie, Aufguß aus Gelbwurz (Apotheke oder Reformhaus): Nehmen Sie davon jeweils einen Esslöffel pro Liter Wasser.
    • Salzlösung: Nehmen Sie pro Liter Wasser zwei Esslöffel Salz oder vier Esslöffel Meersalz.

Sportler raten zu einem rezeptfreien Anti-Fußpilz-Spray aus der Apotheke, mit dem Sie Ihre Füße schon vorsorglich vor dem Gang „in die Pilze“ einsprühen. So kann Ihnen auch nichts blühen.

Vorsicht vor Fußpilz in Ihrem Kleiderschrank!

Der Pilz kann auch im Wäschekorb lauern, zumindest immer dann, wenn ein Familienmitglied betroffen ist. Denn wenn Socken, die Pilzsporen enthalten, auf der Wäsche liegen, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden kann, dann können Sie sich durch die Wäsche anstecken. Sie sollten, wenn Sie oder ein Familienmitglied unter Fußpilz leidet, die Socken separat von der anderen Wäsche sammeln und bei mindestens 60 Grad waschen. Nur dann werden die Schimmelsporen abgetötet und können sich nicht im gesamten Kleiderschrank weiterverbreiten.

Keine Chance für Schweißfüße!

Jeder Mensch schwitzt an den Füßen. Und fast jeder trägt Schuhe, die ein warmes, feuchtes Milieu schaffen, das ideal für Bakterien und Pilze ist. Natürlich fangen Füße deshalb häufig an, unangenehm zu riechen. Wenn Sie übermäßig viel schwitzen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Therapien. Von einem krankhaften Fußschweiß (Hyperhidrosis plantaris) sprechen Ärzte dann, wenn die Füße pro Minute mehr als 50 ml Feuchtigkeit absondern.

Mit folgenden Methoden bekämpft der Hautarzt dann Ihre Schweißfüße:

  • Salben und Lösungen mit Aluminiumchlorid
  • Reizstromtherapie (Iontophorese)
  • Botulinumtoxin
  • Blockierung der Nervenleitung (Sympathikusblockade)

Aluminiumchlorid verengt vorübergehend die Ausgänge der Schweißdrüsen, wodurch die Schweißproduktion als körpereigene Regulation gedrosselt wird. Sie können sich eine Salbe mit dem Wirkstoff vom Arzt verschreiben lassen oder ein entsprechendes Gel selbst herstellen. Bei der Iontophorese werden Ihre Füße etwa 20 Minuten lang in einer flachen Fußbadewanne schwachem elektrischem Gleichstrom ausgesetzt. Dabei können Sie ein leichtes Kribbeln verspüren. Um die Schweißproduktion einzudämmen, müssen Sie zu Anfang jedoch drei- bis viermal pro Woche beim Hautarzt behandelt werden. Nach einigen Wochen reicht eine einmalige Behandlung pro Woche, die Sie jedoch dauerhaft beibehalten müssen. Um dieses zeitaufwändige Verfahren für Sie zu erleichtern, kann Ihr Arzt Ihnen bei einer krankhaften Hyperhidrosis auch ein Heimgerät verordnen. Die Kosten von etwa 500 Euro übernimmt dann Ihre Krankenkasse. Aber Achtung: Wenn Sie einen Herzschrittmacher haben, dürfen Sie keine Iontophorese-Behandlung durchführen.

Der Sommer kommt

Im Frühjahr können die dicken Stiefel und Winterschuhe wieder in den Keller gestellt werden und die Füße freuen sich auf leichteres Schuhwerk. Damit Sie im Frühjahr gut zu Fuß sind, benötigen Sie jetzt eine Extraportion Fußpflege. Beginnen Sie dazu mit einem warmen Senf-Fußbad, indem Sie fünf Esslöffel Haushaltssenf in einer Fußwanne mit 38 °C warmem Wasser vermischen. Duschen Sie nach zehn Minuten Ihre Füße ab, die jetzt rosig durchblutet sind.

Jetzt geht es an die Hornhaut. Verrühren Sie einen Esslöffel Meersalz mit Olivenöl zu einem dicken Brei und rubbeln Sie damit die verhornten Stellen ab. Spülen Sie die Reste ab. Feilen Sie nun Ihre Fußnägel gerade, damit die Ecken nicht einwachsen können. Massieren Sie Ihre Füße zum Abschluss mit Mandelöl aus der Apotheke. Ziehen Sie ein Paar Baumwollsöckchen darüber und lassen Sie das Öl über Nacht einwirken.

Frauenfüße im Rosenbad© Fotowerk – Fotolia

Machen Sie den Test: Haben Sie Fußpilz?

Mit den nachfolgenden Fragen können Sie Ihr Infektionsrisiko checken:

Haben Sie in der letzten Zeit Hautveränderungen an Ihren Füßen festgestellt?

  • Ja
  • Nein

Wenn ja: Wo, zwischen den Zehen?

  • Ja
  • Nein

An den Nägeln?

  • Ja
  • Nein

Juckt die Haut dort?

  • Ja
  • Nein

Brennt die Haut?

  • Ja
  • Nein

Ist die Haut gerötet?

  • Ja
  • Nein

Schuppt sich die Haut dort?

  • Ja
  • Nein

Haben Sie verfärbte, brüchige oder ungewöhnlich dicke Zehennägel?

  • Ja
  • Nein

Haben Sie häufig kalte Füße?

  • Ja
  • Nein

Tragen Sie regelmäßig Sportschuhe?

  • Ja
  • Nein

Laufen Sie viel barfuß und zwar auch in Sportanlagen, in der öffentlichen Sauna und in Hotelzimmer?

  • Ja
  • Nein

Haben Sie häufig „schwitzige“ Füße?

  • Ja
  • Nein

Leiden Sie unter Fußfehlstellungen?

  • Ja
  • Nein

Sind Sie Diabetiker?

  • Ja
  • Nein

Wechseln Sie Ihre Handtücher eher selten?

  • Ja
  • Nein

Hatten Sie schon mal Fußpilz beziehungsweise einer Ihrer Familienangehörigen?

  • Ja
  • Nein

Wenn Sie dreimal mit „Ja“ geantwortet haben, haben Sie womöglich bereits eine Pilzinfektion oder gehören zur Risikogruppe. Sie sollten im Zweifelsfall Ihren Hautarzt aufsuchen oder in der Apotheke nach Anti-Pilz-Mitteln fragen.