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Cremen Sie Narben mit Pflanzensalben wieder klein

„Wissen Sie ein Mittel, wie ich meine Narben etwas unscheinbarer machen kann? Ich habe durch mehrere Operationen nach einem Motorradunfall einige Narben, die dick, wulstig und unansehlich sind.“ Mit diesem Problem trat FM-Leser Rüdiger K. vor einigen Tagen an mich heran.

Narben können in der Tat sehr störend sein, wenn ihr Wachstum „außer Rand und Band gerät“. Mit ein bisschen Geduld und den richtigen Mitteln haben Sie aber durchaus Chancen, die störenden Hautmale wieder klein zu kriegen. Wegzaubern lassen sie sich allerdings nicht. Oberflächliche Wunden heilen normalerweise rasch wieder ab, so dass man sie nach einer Weile kaum noch sieht. Es bildet sich neue Haut und die verletzte Stelle sieht fast wieder aus wie früher. Narben entstehen bei tieferen Wunden – sei es nach Operationen, Unfällen, Verbrennungen oder Bisswunden.

Manchmal beginnen aber auch Bagatell-Verletzungen zu wuchern

Geht die Wunde in die unter der Oberfläche liegenden Hautschichten, werden meist zu viele Zellen zerstört, um wieder genügend neue Haut zu bilden.Deshalb greift der Körper zu einem Notmechanismus: Er verschließt dieWunde mit Zellen aus dem tiefer gelegenen Bindegewebe. Diese sind jedoch weniger elastisch, anders gefärbt und in ihrer Funktion sehr eingeschränkt. Die Narbe bleibt farblos, weil ihr die pigmentbildenden Zellen fehlen. Es können Dellen oder Narbenwülste entstehen. Die Narben können gerötet sein, jucken, schmerzen und nässen. Manchmal neigen sie zum „Wildwuchs“ – besonders bei Frauen. Das nennen Mediziner dann Narbenkeloide. Östrogene können die Keloidbildung fördern. Hellhäutige Frauen sind häufiger betroffen als Dunkelhaarige.

Diese frei verkäuflichen Naturmittel helfen Ihrer Haut

Narben brauchen Feuchtigkeit. Täglich ausgeführt bringt eine behutsame Massage etwa mit einer Wund- und Heilsalbe auch bei älteren Narben etwas. Schieben Sie dabei mit der flachen Hand ganz vorsichtig in kreisförmigen Bewegungen über die Narbe und die umliegende Haut. Das löst Verklebungen und macht die Haut geschmeidiger. Es darf niemals weh tun. Tabu: Die Narbe quer auseinanderziehen. Auch beim Kratzen heißt es: Finger weg. Da die speziellen Narbensalben die Durchblutunganregen, kann es zu einer ziemlichen Herausforderung werden, dem Juckreiz zu widerstehen. Wenn Sie es nicht mehr aushalten, waschen Sie die Narbe mit einem Wattepad vorsichtig lauwarm wieder ab und massieren Sie anschließend Wund- und Heilsalbe ein.

Diese frei verkäuflichen Mittel helfen Ihrer Haut:

  • entzündungshemmende und abschwellende Salben und Cremes aus der Apotheke – etwa mit Zwiebelextrakt, Heparin oder Allantoin. Das Präparat Contratubex (von Merz) beispielsweise mildert den Juckreiz und macht das Gewebe geschmeidiger. Sie können es einmassieren, als Badezusatz verwenden oder unter Haushaltsfolie eine Packung damit machen (das kann allerdings sehr stark jucken). Narben Gel (von Wala) mit Inhaltsstoffen aus Lebensbaum, Rosmarin und Zwiebel macht sogar alte Narben ebener und weicher. Sie können es auch im Gesicht verwenden.
  • Wund- und Heilsalben wie Bepanthen (von Bayer) oder die Zaubernuss-Creme Hametum (von Schwabe) bewirken täglich einmassiert auch bei alten Narben etwas.
  • Silikon-Gel und Narbenpflaster schließen die frische Wunde luftdicht ab, durchfeuchten das Narbengewebe und lassen die Narben flacher und blasser werden. Ein Gel mit Pflaster-Effekt ist beispielsweise Cicoplast (von La Roche-Posay). Es sorgt für eine schnellere Wundheilung und eine hauteigene Schutzbarriere.
  • Präparate mit Vitamin A und E fördern die Generation der Hautzellen. Pflege Öl (von frei) oder Propolissalbe können Sie täglich in alte Narben einmassieren und damit das Hautbild ebnen.
  • Schließlich bieten naturheilkundlich orientierte Ärzte noch die Neuraltherapie an. Hierbei wird das Narbengewebe mit Procain unterspritzt und dadurch weicher.
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