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Katzen lösen Allergien aus!

Katzen sind reinlich, freiheitsliebend und gesellig. Sie verursachen aber bei mehr Menschen Nies- und Juckreiz als jedes andere Haustier. Trotz ihrer allergieauslösenden Eigenschaft bleibt die Katze das beliebteste Haustier.

14 % aller Haushalte in Deutschland haben insgesamt 5,6 Millionen Katzen.

In einer Untersuchung von 290 erwachsenen Patienten mit Verdacht auf eine allergische Atemwegserkrankung reagierten 29 % in einem Hauttest (Prick-Test) mit Katzenhaarextrakt positiv. Die Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift „Allergo“ veröffentlicht wurden, ergaben, daß 48 % der Katzenallergiker gegenwärtige und ehemalige Katzenhalter waren, während 52 % nie eine eigene Katze gehalten hatten.

Wenn Sie selbst oder eines Ihrer Familienmitglieder gegen Katzen allergisch sind, haben sie zwei Möglichkeiten: Sie schaffen die Katze ein für allemal aus dem Haus. Oder Sie befolgen unsere einfachen Anregungen, damit Sie und Ihre Katze in Ruhe miteinander leben können.

Inhalt

Was ist eine Katzenallergie?

Eine Allergie ist eine Art Überreaktion des Immunsystems. Das Immunsystem produziert Antikörper, die den Organismus vor schädlichen Substanzen wie Bakterien und Viren schützen.

Im Fall einer Allergie identifiziert das Immunsystem jedoch eine eigentlich unschädliche Substanz (Allergen) als Bedrohung und bildet dagegen spezifische Antikörper.

Wenn Sie gegen Katzen allergisch sind und eine Wohnung betreten, in der Katzen leben, kommen Sie mit dem Katzenallergen in Kontakt. Das Allergen wiederum reagiert mit Ihren Antikörpern und löst eine allergische Reaktion aus einschließlich der Freisetzung von Histamin. Diese kann die für Allergien typischen Beschwerden wie Niesen, Juckreiz, keuchenden Atem und geschwollene Augen auslösen.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, daß das Katzenallergen von Talgdrüsen in der Haut der Katze und vom Speichel stammt. Einige Forscher sind jedoch der Meinung, daß die Hautschuppen der Katze ebenfalls eine Rolle spielen – Allergene im Huckepack auf winzigen Hautschuppenpartikeln, die in die Luft gelangen.

Der Allergietest ist ein einfacher Prick-Test

Eines der verräterischsten Anzeichen für eine Katzenallergie ist das schnelle Einsetzen der Symptome, sobald man dem Katzenallergen ausgesetzt ist. Diese schnelle Reaktion ist wahrscheinlich auf die große Menge von Katzenallergenen zurückzuführen, die über die Luft weiterverbreitet werden. Andere Allergene, wie das Hausstaubmilben-Allergen, verbleiben nicht so lange in der Luft wie das Katzenallergen.

Katzenallergien können sich in Familien schnell ausbreiten. Wenn sie glauben, gegen Katzen allergisch zu sein, sollten Sie einen einfachen Hauttest machen zu lassen.

Im Verlauf des Tests wird ein Tropfen einer allergenhaltigen Lösung am Arm oder am Rücken auf die Haut aufgebracht. Dann wird die Haut vorsichtig aufgestochen oder aufgekratzt, um das Allergen unter die Hautoberfläche einzubringen. Gegebenenfalls wird auch eine geringe Menge an Allergen in die Haut an der Innenseite des Unterarms injiziert. Stellt sich nach etwa 20 Minuten eine Schwellung und Rötung ein, leiden Sie an einer Katzenallergie.

Maßnahmen gegen Katzenallergien: Muß man die Katze weggeben?

Der beste Weg, allergische Symptome zu beseitigen, besteht darin, Katzen völlig zu meiden. Falls das bedeutet, daß Sie für Ihre Katze ein neues Zuhause finden müssen, sollten Sie Ihr Haus sorgfältig reinigen, sobald die Katze weg ist. Doch eines sollten Sie wissen: Es dauert Wochen – sogar Monate –, bis die Allergene aus den Teppichen und Polstermöbeln verschwunden sind.

Wenn Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder infolge einer Katzenallergie an Asthma leiden, suchen Sie für Ihre Katze ein neues Zuhause. Bleiben Sie dem Katzenallergen weiterhin ausgesetzt, kann dies zu einer Verengung der Luftwege führen – und dies sogar noch, nachdem die auslösende Quelle, d. h. die Katze, beseitigt ist.

Sollten Sie oder einer Ihrer Familienangehörigen neben Asthma noch weitere allergische Symptome aufweisen, bleibt die Entfernung der Katze aus der Wohnung immer noch die beste Möglichkeit. Aus Statistiken geht jedoch hervor, daß die Katzenliebe oft über die Vernunft siegt.

Wünschen Sie trotz alledem, Ihre Katze zu behalten, können die folgenden Maßnahmen die meisten Katzenallergene beseitigen helfen, damit Sie mit Ihrer Katze in friedlicher Eintracht leben können:

  • Waschen Sie Ihre Katze – Wenn Sie Ihre Katze mehrere Wochen lang einmal wöchentlich waschen, können Sie die von Ihrer Katze über die Luft verbreiteten Allergene um 90 Prozent reduzieren.
  • Verringern Sie die Anzahl der Teppiche und Polstermöbel so weit wie möglich – Wischen Sie Ihre Böden häufig feucht und benutzen Sie zum Saugen ein Gerät mit zusätzlichem Mikrofilter.
  • Benutzen Sie einen leistungsfähigen Luftfilter – Hochleistungsfähige Luftfilter mit Mikrofeinfilter beseitigen mehr als 99 Prozent der Staubpartikel, die durch den Filter wandern. Im gefilterten Staub sind auch Katzenallergene enthalten.
  • Regulieren Sie den Zugang Ihrer Katze – Halten Sie Ihre Katze soweit wie möglich im Freien. Lassen Sie Ihre Katze nicht aufs Bett – oder gar nicht erst ins Schlafzimmer. Sorgen Sie dafür, daß die Katze zu anderen Räumen, in denen Sie einen großen Teil Ihrer Zeit verbringen, ebenfalls keinen Zutritt hat
  • Sorgen Sie für mehr Frischluftzufuhr – In extrastark isolierten, abgeschlossenen Wohnräumen herrscht ein höherer Allergen-Pegel als in anderen.

Behandlung heute und in Zukunft

Die medikamentöse Behandlung der meisten Allergien besteht hauptsächlich in der Anwendung von Antihistaminika. Diese Medikamente bewirken, daß der Organismus seine Reaktion auf Histamin reduziert, bzw. einstellt.

Andere Wirkstoffe, wie Cromoglycin-Natrium, blockieren direkt die Ausschüttung von allergieauslösenden chemischen Substanzen einschließlich Histamin.

Bei einer Allergie-Spritzenkur (Immuntherapie) werden winzige Mengen bekannter Allergene injiziert. Nach einigen Injektionen, die in der Regel wöchentlich erfolgen, wird den Allergen gegenüber erwartungsgemäß eine Toleranz (Desensibilisierung) aufgebaut. Danach werden die Injektionen nur noch im Abstand von Monaten bis hin zu einigen Jahren benötigt.

Allergie-Spritzen sind nicht nur unangenehm, einige Patienten zeigen gelegentlich auch starke Überreaktionen auf die Injektionen. Wenn Sie an einer ausgeprägten Katzenallergie leiden, so daß Sie Spritzen benötigen, empfehlen einige Ärzte, sich einfach von Katzen fernzuhalten.

Forschungen über zukünftige Behandlungsweisen konzentrieren sich darauf, die Immunreaktion des Organismus auf das Katzenallergen „herabzuschrauben”. Im Zuge einer Pionierstudie injizieren Forscher Patienten, die auf Katzen allergisch reagieren, synthetische Varianten von Katzenallergen-Peptiden (Bestandteile der Katzenallergen-Moleküle).

Indem die Forscher jeweils größere Mengen dieser Peptide injizieren, hoffen sie, daß die Immunzellen „abschalten”, die eine allergische Reaktion auf Katzenallergene zeigen. Diese Behandlung befindet sich noch im Stadium der Erprobung.

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