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Allergie: Eine Überreaktion unseres Immunsystems

Der Sommer bringt viel Sonne, aber auch die Zeit der Gräserblüte. Wenn Sie zu den zahlreichen Betroffenen mit jahreszeitlich auftretenden Allergien gehören, mögen die juckenden und tränenden Augen die Schönheit des Frühlings und des Sommers überschatten. Die Symptome von jahreszeitlich auftretenden Allergien variieren erheblich. Sie kommen zusammen mit einer ganzen Reihe von allergischen Symptomen der Atemwege vor.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Allergien sind Reaktionen auf die Umwelt
  2. Welche Allergietypen gibt es?
  3. Kontaktallergien
  4. Kreuzallergien
  5. Übervorsicht kann zu Allergien führen
  6. Allergien durch gesunde Nahrungsmittel
  7. Sonnenallergie
  8. Allergierisiko durch Sperma
  9. Was tun bei einer Histaminintoleranz?

Allergien© MKRBerlin – Fotolia

Allergien sind Reaktionen auf die Umwelt

Bei einer Dauererkältung kommen immer noch nur wenige Ärzte darauf, dass es sich auch um eine Allergie handeln könnte. Und wenn sie den Verdacht haben, stehen Ihnen noch einmal zeitraubende Untersuchungen beim Allergologen bevor, bis endlich feststeht, auf was Sie allergisch reagieren.

Pflanzenpollen und Schimmelpilze gelten als häufigste Ursache für chronische, jahreszeitlich auftretende Allergien. Nach Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds leiden etwa 14 bis 17 Prozent der Deutschen (ca. 13 Millionen) an Pollenallergien und 4 bis 8 Prozent (ca. 5 Millionen Menschen) an Schimmelpilzallergien. Eine Allergie stellt die Folge einer Überreaktion des Körpers auf eine oft harmlose Substanz in der Umwelt dar. Als Reaktion auf allergieauslösende Substanzen (Allergene) produziert der Körper einen Antikörper namens Immunglobulin E (IgE). Dieser Antikörper wiederum regt Immunzellen (Mastzellen) in den Schleimhäuten der Augen und Atemwege an, entzündungsaktive Substanzen wie Histamin freizusetzen.

Typische Symptome

Ist das Histamin einmal freigesetzt, ruft es eine beliebige Menge an klassischen, eindeutigen Allergiesymptomen hervor:

  • Niesreiz und Juckreiz in der Nase
  • Juckreiz im Mund oder im Hals
  • juckende oder tränende Augen
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • geschwollene Lippen
  • Schwellungen in Gesicht, Mund und Rachen
  • asthmatische Beschwerden, pfeifende Atemgeräusche
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Nesselausschlag
  • Neurodermitisschübe
  • Ödeme
  • Kreislaufbeschwerden
  • anaphylaktischer Schock

Außerdem zeigen sich auf der Haut nässende Ekzeme, bei Heuschnupfen stellen sich erkältungsähnliche Symptome ein und bei einer Lebensmittelallergie schwellen Ihre Mundschleimhäute an. Allerdings gibt es auch Reaktionen, die sich erst später zeigen, wie Quaddeln, Juckreiz oder Flecken auf der Haut. Solche Reaktionen treten heute bei jedem fünften Erwachsenen in Deutschland auf. Zwei Drittel von ihnen leiden unter mehreren Allergien.

Ähnlich wie Allergien zeigen sich Lebensmittelunverträglichkeiten. Hier schlummert die Ursache in einer Verwertungsstörung im Darm. Darüber gibt ein Bluttest Auskunft. Werden erhöhte IgE-Werte gefunden, handelt es sich um eine Allergie. Fehlen diese Werte sowie bestimmte Enzyme, weist dies auf eine Unverträglichkeit hin.

Diagnose und Vorbeugung

In der Regel besteht keine Schwierigkeit, eine allergische Reaktion zu erkennen. Es kann jedoch schwierig sein, zwischen einer Erkältung und einer Atemwegsallergie zu unterscheiden. Erkältungsähnliche Symptome über Wochen und Monate hinweg weisen möglicherweise auf Heuschnupfen (allergische Rhinitis) hin.

Wenn Sie unter sehr starken Allergien leiden, fragen Sie Ihren Allergologen nach einem Notfallset. Es besteht in der Regel aus einem schnell wirksamen Antihistaminikum, einem Kortisonpräparat und einer Adrenalinspritze.

Welche Allergietypen gibt es?

Tatsächlich gibt es drei allergische Reaktionen, die häufiger auftreten als andere. Hierzu gehören:

  • Kontaktallergien: Allergien auf Schmuck, also Nickel oder Gold, sind klassische Kontaktallergien. Die allergische Reaktion entsteht direkt an der Kontaktstelle, zum Beispiel auf der Haut.
  • Heuschnupfen: Er tritt bei einem Viertel aller Erwachsenen auf, Kinder sind häufiger betroffen. Allergieauslöser sind Pollen von Bäumen und Gräsern, aber auch Milben, Tierhaare oder Schimmel. Direkt nach dem Kontakt kommt es zu allergischen Reaktionen, die sich durch Niesen, Schnupfen oder Bindehautentzündung äußern können.
  • Lebensmittelallergie: Sie tritt eher bei Babys auf als bei Erwachsenen. Gerade nach dem Verzehr von Milch- und Hühnereiweiß, aber auch von Nüssen kommt es zu allergischen Reaktionen. Diese äußern sich auf unterschiedliche Weise. Schwellungen im Mund sind genau so möglich wie Durchfall oder Hautausschläge am ganzen Körper.
  • Arzneimittelausschlag: Ein solcher kann unterschiedlich ausfallen. Quaddeln, Pusteln, Bläschen, Rötungen können auf eine Unverträglichkeit von bestimmten Medikamenten (-inhaltsstoffen) hinweisen. Typisch aber ist, wie die Veränderung auftritt. Sie bildet sich ganz plötzlich auf der bisher völlig normal aussehenden, gesunden Haut und tritt in der Regel auf beiden Körperseiten gleichzeitig auf, in gleicher Stärke und Form. Zudem sieht die Haut nach Abklingen des Ausschlags wieder völlig normal aus. Es bleiben keine Narben oder rauen Stellen zurück.

So unterscheiden sich Allergietypen

Allergie ist nicht gleich Allergie. Unterschiedliche Auslöser führen zu unterschiedlichen Symptomen, aber auch zu einem durchaus unterschiedlichen Auftreten der Allergiesymptome. Das macht es so schwer für Sie, erst einmal zu bemerken, dass Sie überhaupt gegen irgendetwas allergisch sind. Denn es gibt vier Typen von Allergien, die abhängig vom Allergen sich zu verschiedenen Zeiten äußern.

  • Soforttyp: Hier kommt es direkt nach dem Allergenkontakt zu den Beschwerden. Zu diesem Allergentyp gehören Pollen- oder Insektengift-Allergien.
  • zelltoxische Reaktionen: Die Reaktion tritt erst nach ein paar Minuten, vielleicht aber auch erst Stunden auf. Auslöser sind zum Beispiel Autoimmunkrankheiten wie zum Beispiel die rheumatoide Arthritis. Aber auch nach Transplantationen können solche zelltoxischen Reaktionen zu beobachten sein, wenn das Organ abgestoßen wird.
  • Immunkomplex-Reaktionen: Sie werden erst einige Stunden nach Kontakt mit dem Allergen zu bemerken sein. Es handelt sich bei ihnen um Entzündungen in den kleinen Blutgefäßen. Ihre Symptome sind sehr untypisch, kommt es doch nicht nur zu Atemnot, sondern auch zu Fieber. Ein typisches Beispiel ist die Vogelhalterlunge.
  • Spättyp-Allergie: Hier kann es bis zu 72 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen dauern, bis es zu einer Reaktion kommt. Diese äußert sich durch Hautveränderungen, durch rötliche, teilweise auch nässende Ausschläge. Auslöser sind Allergien gegen Stoffe wie zum Beispiel Nickel oder Latex.

Allergieauslöser© psdesign1 – Fotolia

Der allergische Schub

So äußert sich ein allergischer Schub:

  • Niesreiz und Juckreiz in der Nase
  • Juckreiz im Mund oder im Hals
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • geschwollene Lippen
  • Schwellungen in Mund und Rachen
  • asthmatische Beschwerden
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Nesselausschlag
  • Neurodermitisschübe
  • Ödeme
  • Kreislaufbeschwerden
  • anaphylaktischer Schock

Anaphylaxie: Der allergische Notfall

Die schwerste Form einer allergischen Reaktion ist der anaphylaktische Schock, kurz Anaphylaxie genannt. Hier geht es um Leben und Tod und Sie sollten wissen, was dann zu tun ist. Bei einer Anaphylaxie ist der ganze Körper mit allen Organsystemen wie dem Herz-Kreislauf-System, dem Atmungssystem, der Haut und dem Magen-Darm-Trakt betroffen. Die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie sind:

  • Insektengifte (Bienen- oder Wespenstich)
  • Medikamente (besonders Penicillin, Narkose- oder Röntgenkontrastmittel)
  • Lebensmittel (besonders Nüsse, Schalentiere, Fisch)
  • Naturlatex

Der innerhalb von Sekunden bis zu wenigen Stunden nach dem Kontakt mit diesen Allergen eintretende medizinische Notfall entsteht dadurch, dass die Mastzellen große Mengen von Histamin freisetzen. Dieser Botenstoff stellt die Blutgefäße weit, sodass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austreten kann. Dadurch schwillt die Schleimhaut in den Atemwegen an und die Bronchien verkrampfen sich. Das durch den Flüssigkeitsaustritt verminderte Blutvolumen lässt den Blutdruck in den Keller sinken und es kommt zum Kreislaufzusammenbruch.

Kontaktallergien

Bei Kontaktallergien reagiert die Haut von Betroffenen allergisch auf bestimmte Substanzen. Die Folgen können gerötete, juckende oder nässende Stellen sowie Bläschen auf der Haut sein. Etwa 9 Prozent der Deutschen, so schätzt der Deutsche Allergie- und Asthma-Bund, leiden an einer Kontaktallergie. Der wiederholte Kontakt mit dem Allergen kann zur Rötung und Schwellung der Haut sowie juckendem Ausschlag führen.

Zur Hitliste der Auslöser einer Kontaktallergie gehören:

  • Nickel, das häufig in Schmuckverschlüssen oder Knöpfen vorkommt.
  • Gold, das in der Regel als Schmuck getragen wird.
  • Balsam oder Perubalsam, die als Duftstoffe in Hautpflegeprodukten und Parfums verwendet werden.
  • Thimerosal, ein Konservierungsmittel, das in medizinischen Präparaten (z. B. Impfstoffen) verwendet wird.
  • Neomycitinsulfat, das bei bakteriellen Infektionen als Antibiotikum eingesetzt wird.
  • Formaldehyd, einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie, der in zahlreichen Produkten verwendet wird, darunter Bindemittel, Klebstoffe, Papierharze, Kunst- und Schaumstoffe, Textilhilfsmittel, Düngemittel, Konservierungsmittel und Medikamente.
  • Cobaltchlorid, ein Metall, das in medizinischen Produkten, Haarfärbemitteln, Deodorants, Schnaps, Knöpfen und Werkzeugen vorkommt.
  • Bacitracin, ein äußerlich angewendetes Antibiotikum.
  • Quaternium 15, ein Konservierungsmittel, das in Kosmetika sowie Industrieprodukten wie Farbe, Poliermitteln und Wachsen verwendet wird.

Wenn der Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht, kann ein Hautallergietest die Substanzen herausfinden, die zu einer allergischen Reaktion führen.

Wollallergie ist tatsächlich möglich

Vielleicht werden Sie jetzt gewissermaßen aufatmen, wenn Sie auch einen Pullover aus Merinowolle haben, durch den Sie unter Hautjucken leiden, wenn Sie ihn tragen. Bedeutet dies, dass Sie gegen die Wolle allergisch sind, also eine Wollallergie haben? Es kann sein, dass Ihre Haut durch den Pullover gereizt wird. Das können Sie einfach herausfinden: Stecken Sie Ihre Hand innen in den Pulli und fahren Sie mit ihr über die Innenseite. Fühlt sich das Material rau und kratzig an? Dann kann es sein, dass einfach „nur“ eine Reizung durch das Material vorliegt.

Empfinden Sie das Material dagegen als sehr weich und angenehm, kann eine Unverträglichkeit bzw. Allergie vorliegen. Diese ist nicht selten. Es gibt viele Menschen, die Kleidung aus reiner Wolle nicht tragen können, weil sie davon Hautjucken bekommen. Sie können dann ausprobieren, ob Sie unter Ihrem Pulli einen dünnen Unterziehpulli tragen können. Manchmal hilft das. Wenn nicht, müssen Sie leider auf Ihr Kleidungsstück verzichten.

Hennatattoos und ihre schmerzhaften Folgen

Immer wieder kann man beobachten, wie gefragt die kleinen Stände sind, an denen die schwarzen Körperbemalungen angeboten werden. Scheinbar haben diese Bilder große Vorteile: Sie bleiben nicht dauerhaft auf der Haut, schmerzen nicht, weil sie nicht gestochen werden und sind preiswert. Schon Kinder lassen sich so ein Bildchen anfertigen. Dennoch sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie sich so ein Bild aufmalen lassen. Es wird nämlich mit schwarzer Henna angefertigt. Henna scheint ja ein Naturprodukt zu sein – das trifft aber nur auf rote Henna zu. Bei ihr kommt es auch kaum zu Allergien. Schwarze Henna ist dagegen kein Naturprodukt, ganz im Gegenteil: Sie enthält viele chemische Substanzen, unter anderem das Paraphenylendiamin (PPD).

Diese Stoffe sollen eigentlich nur bewirken, dass die Bilder dunkler sind und schneller auf der Haut haften. Schwarze Henna bewirkt aber noch etwas ganz anderes. Sie kann dafür sorgen, dass sich die schönen Tattoos schnell in heftig schmerzende Wunden verwandeln. Es kommt nach drei bis vier Tagen zu schweren allergischen Reaktionen, ausgelöst eben durch das PPD. Normalerweise treten allergische Reaktionen auf das PPD erst nach rund zehn Tagen auf, dann wären die Bilder aber schon längst wieder abgewaschen. Experten vermuten, dass die frühe Ausprägung der allergischen Reaktionen daran liegt, dass die Konzentration in schwarzer Henna vier- bis fünfmal höher ist als normalerweise. Lassen Sie sich also den Sommer nicht durch hässliche Allergien verderben, sondern verzichten Sie lieber auf diese Bilder.

Hennatattoo© Adobe Stock – ninelutsk

Vorsicht Textilgifte: Kleidung kann Sie krank machen

Knitterfrei, bügelfrei, sanitized, filzt nicht, läuft nicht ein: Hinter all diesen verkaufsfördernden Attributen unserer Kleidungsstücke verbirgt sich fast immer Chemie. Rund 7.000 zugelassene textile Hilfsmittel gibt es, dazu noch gut 500 Färbemittel. Doch es kommt noch schlimmer: 80 Prozent der hierzulande verkauften Textilien stammen aus dem Ausland. Niemand kontrolliert, womit dort gearbeitet wird.

Selbst in Deutschland sind nach Untersuchungen 40 Prozent der chemischen Zusatzstoffe nicht gemeldet; darunter auch stark gesundheitsgefährdende Substanzen, die heftige Allergien auslösen können. Ganz zu schweigen von chemischen Pflanzenschutzmitteln wie Pestiziden, Fungiziden etc. Der Gesetzgeber schützt uns nicht davor. Er schreibt lediglich die Deklaration des Gewebes vor, also beispielsweise „80 Prozent Baumwolle, 15 Prozent Polyamid, 5 Prozent Polyester“. Was an Chemie in der Kleidung steckt, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

Tipps für den gesundheitsbewussten Klamottenkauf

Diese Tipps verraten Ihnen, was Sie machen müssen, damit Ihnen die Chemie in den Textilien nicht unter die Haut geht:

  • Wenn Sie nicht auf synthetische Fasern (Polyamid, Polyacryl etc.) verzichten wollen, achten Sie darauf, dass diese nicht mit Dispersionsfarbstoffen, sondern mit Säurefarbstoffen gefärbt sind. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie ein Etikett mit der Aufschrift „waschecht“ entdecken.
  • Verzichten Sie auf Kleidungsstücke mit den Hinweisen: „separat waschen“, „Farbe blutet aus“ oder „vor dem Tragen waschen“. Diese Farbstoffe haften schlecht und können von der Haut aufgenommen werden.
  • Verzichten Sie ebenso auf Textilien, die auf dem Einnäher einen der folgenden Hinweise tragen: „bügelfrei“, „knitterarm“, „wash and wear“, „crash“ (künstlicher Knittereffekt) oder Ähnliches. Sie enthalten oft spezielle Kunststoffbeschichtungen, die beim Schwitzen oder Bügeln Formaldehyd freisetzen.
  • Auch bestimmte Ausrüstungshinweise wie „sanitized“ oder „fußpilzhemmend“ sind sichere Hinweise auf chemische Substanzen, die Allergien auslösen können.
  • Waschen Sie alle waschbaren Textilien vor dem ersten Tragen. Selbst dann, wenn „vorgewaschen“ draufsteht. Das löst nicht nur überschüssige Farbe aus dem Gewebe, sondern auch Giftstoffe. Pestizide etwa sind erst nach zirka zehn Wäschen ausgewaschen.
  • Verzichten Sie auf knallbunte und dunkle Textilien. Diese enthalten besonders große Farbstoffmengen.
  • Nach dem chemischen Reinigen lassen Sie die Kleidung am besten einen Tag auf dem Balkon ausdünsten.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Label unabhängiger Prüfinstitute

Prüfinstitute, wie beispielsweise „Textiles Vetrauen“, garantiert, dass keine krebserregenden Substanzen oder allergenen Stoffe enthalten sind. „Toxproof“ und „Öko-Tex-Standard 100″ garantieren darüber hinaus ökologische Produktionsweise und dass die Rohmaterialien aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung stammen.

Ihr Auto könnte schuld sein

Wenn unerklärlicher roter, juckender, teilweise schuppender Hautausschlag auftritt, kann Ihr Auto daran schuld sein. Durch Hautkontakt mit Sitzbezügen, Lenkrad und Armaturen können die darin enthaltenen Stoffe Kontaktallergien auslösen. Gerade in der warmen Jahreszeit, wo man sich nur leicht bekleidet ins Auto setzt, können Kontaktallergien vermehrt auftreten.

Wenn Sie eine Kontaktallergie vermuten, hilft es unter Umständen schon, ein großes Handtuch auf den Sitz zu legen, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Lenkrad und Armaturen sollten Sie regelmäßig abwischen. Wenn Sie zudem eine Pollenallergie haben, sollten Sie auch den Pollenfilter der Klimaanlage regelmäßig erneuern lassen. Suchen Sie bei Verdacht auf eine Kontaktallergie einen Facharzt auf.

Kreuzallergien

Immer mehr Menschen haben Allergien gegen Pollen. 50 Prozent aller Pollenallergiker leiden an einer Kreuzallergie, einer Überreaktion auf Nahrungsmittel, die chemisch oder botanisch eng mit der Pollenart verwandt sind, auf die sie allergisch reagieren. Wenn Sie beispielsweise gegen Eichenpollen allergisch sind, können Ihnen auch Erdbeeren gefährlich werden. Das heißt nicht, dass Sie dann ebenfalls Schnupfen bekommen und Ihnen die Augen tränen. Lebensmittelallergien können sich durchaus anders äußern, zum Beispiel durch einen zugeschwollenen Hals, Magenschmerzen oder Ausschlag.

Welche Allergene ähneln sich?

  • Birke: Kreuzallergie möglich mit Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie/Beifuß, Mandeln, Karotten, Nüssen (v.a. Haselnüsse, Walnüsse), Kern- und Steinobst, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, rohes Gemüse
  • Beifuß: Kreuzallergie möglich mit Chrysanthemen/Margeriten, Birke, Löwenzahn, Kamille, Sonnenblume, Traubenkraut, Sellerie, Karotte, Kartoffeln, Kiwi, Gurke, Melone, Artischocke, Tomate, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Litschi, Anis, Koriander, Curry, Chili, Estragon, Zimt, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Wermut, Dill, Fenchel, Liebstöckel
  • Gräser: Kartoffeln, Soja, Erdnüsse, Kiwi, Tomate, Melone, Roggen, Hafer, Weizen, Gerste, Müsli, Hülsenfrüchte
  • Latex: Banane, Orange, Pfirsich, Avocado, Feige, Kiwi, Mango, Ananas und Melone

Es gibt auch Medikamente, die häufiger zu Allergien führen als andere. Dies sind neben Schmerzmitteln vor allem Antibiotika. Und tatsächlich gibt es hierbei auch Kreuzallergien, wie Sie das von Heuschnupfen zum Beispiel kennen. Wenn Sie auf Schmerzmittel allergisch reagieren, kann zum Beispiel zwischen Acetylsalicylsäure und Diclofenac eine solche Kreuzallergie entstehen. Auch bei Antibiotika gibt es solche Kreuzreaktionen.

Kreuzallergie© Fotowerk – Fotolia

Kreuzreaktionen können lebensgefährlich sein

Manche Eiweiße (Allergene) aus Obst und Gemüse haben ähnliche Strukturen wie Pflanzenpollen. Als Folge springt das Immunsystem von Pollenallergikern hier auch an. Hitze zerstört Allergene. Als Kompott oder in Gebäck vertragen viele Allergiker diese Lebensmittel dann trotzdem.

Patienten mit Gräser-Allergie können bei Sojaprodukten und Erdnüssen ein Kribbeln bzw. Brennen an der Lippe oder im Mund-Rachen-Raum verspüren. Die Beschwerden können unterschiedliche Ausprägungen haben, bis hin zu lebensbedrohlichen Schwellungen im Kehlkopfbereich. Besonders gefährlich ist eine Allergie gegen Erdnüsse. Hier können schon kleinste Mengen heftige allergische Reaktionen auslösen. Achten Sie auf die Allergenkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen, beim Bäcker/Metzger oder in Kantinen und Restaurants.

Führen Sie ein Allergie-Tagebuch

Führen Sie ein Allergie-Tagebuch (Ernährungs-Symptom-Tagebuch). Tragen Sie über einen längeren Zeitraum alle verzehrten Lebensmittel ein. Notieren Sie genau, wann welche Beschwerden bei Ihnen aufgetreten sind. Suchen Sie mit dem Tagebuch einen Allergologen auf. Er kann die Pollenallergie und damit auch die Kreuzallergie erkennen und sie ursächlich mit einer Hyposensibilisierung behandeln.

Auch Übervorsicht kann zu Allergien führen

Für die meisten Kinder gibt es nichts Schöneres, als im Sand zu buddeln und in Pfützen herumzuspringen. Sie kommen dreckig, aber glücklich von einem tollen Tag im Garten des besten Freundes oder vom nahe gelegenen Bachlauf nach Hause. Und für Erwachsene gibt es fast keine ekligere Vorstellung als die Überlegung, in welchem Dreck ihr Filius oder ihre Prinzessin spielten.

Denken Sie beim nächsten Mal an folgende wissenschaftliche Entdeckung, wenn Sie einem kleinen Dreckspatz gegenüberstehen: Übertriebene Hygiene kann krank machen und zu Asthma oder Allergien führen. Auf diese Weise versucht Professor Dr. Theodor Zimmermann, Arzt an der Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Uni Erlangen, besorgten Eltern die Angst zu nehmen: „Gerade im ersten Lebensjahr braucht ein Baby die Konfrontation mit Bakterien und Viren. Das stärkt das Immunsystem und schützt vor Allergien.“

Kind im Dreck© Adobe Stock – Brian Jackson

Reinigt Dreck den Magen?

Eine 2008 in Deutschland veröffentlichte Studie bestätigt die Ergebnisse vieler europäischer Studien zum gleichen Thema: Dreck ist nicht gesund, aber er regt das Immunsystem der Kinder an. Über 1.200 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren untersuchten die Forscher im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums. Das Ergebnis: Stadtkinder leiden 15-mal häufiger an Allergien als ihre Altersgenossen, die auf dem Land und auf Bauernhöfen aufwachsen. Je intensiver die Kinder auf dem Land in Ställen und Bauernhöfen unterwegs waren, desto ausgeprägter war der Schutz vor Asthma und Allergien.

Der britische Populär-Wissenschaftler und Beststeller-Autor Matt Ridley gab dafür eine einleuchtende Erklärung: „In der Steinzeit hatte das Immunsystem reichlich zu tun: Es bekämpfte Spulwürmer, Bandwürmer, Hakenwürmer und Leberegel. Die Abwehrzellen hatten keine Zeit, sich um Katzenhaare oder Milben zu kümmern. Heute langweilen sie sich. Aus diesem Grund treibt das Immunsystem Unfug und fährt schwere Geschütze gegen harmlose Dinge wie Katzenhaare auf.“ Wenn Sie sich das nächste Mal sorgen, dass der Sandkuchen ihrer kleinen Tochter Schaden anrichten könnte: Sehen Sie das Ganze etwas entspannter!

Selbstverursachte Allergien

In einer Studie des Londoner King’s College stellten Wissenschaftler an 5.615 Kindern aus Israel und 5.171 jüdischen Kindern aus Großbritannien Vergleichsuntersuchungen an. Es ging unter anderem um den Konsum von Erdnüssen. In den meisten Ländern raten Leitlinien vom Verzehr von Erdnüssen während Schwangerschaft, Stillzeit und der frühen Kindheit ab. Die britischen Kinder litten zehnmal häufiger unter einer Allergie als die israelischen. Und das obwohl 69 Prozent der israelischen Kinder im Alter von neun Monaten Kontakt zu Erdnüssen hatten, während es in Großbritannien in diesem Alter 10 Prozent waren.

Im Alter zwischen 8 und 14 Monaten nahmen die in Israel aufwachsenden Kinder bereits durchschnittlich 7,1 g Erdnuss-Allergen im Monat zu sich. Die gleichaltrigen britischen Kinder im Vergleich dazu in den meisten Fällen gar keins. Dies führte die Wissenschaftler zur Annahme, dass der Verzicht und die Vermeidung der gefürchteten Allergene erst den Anstieg der Allergien auslöst. Im Umkehrschluss kann der entspannte Umgang mit diesen Stoffen einer Allergie vorbeugen.

Sind Allergien vererbbar?

Es fällt auf, dass Allergien in einigen Familien gehäuft auftreten. Allerdings wurden bisher keine Gene gefunden, die man für die Übertragung von Allergien verantwortlich machen kann. Wenn beide Elternteile Allergiker sind, hat der Nachwuchs ein Allergierisiko von 60 bis 80 Prozent. Experten zufolge könnte die Umwelt ein wichtiger Einflussfaktor sein, wie beispielsweise die Hygiene. In Ländern mit hohem Hygienestandard gibt es viele Allergiker, andererseits gibt es weniger Allergien, je mehr Menschen auf engem Raum zusammen leben.

Sie sehen also, Ihre Umgebung ist ein wichtiger Faktor wenn es um Ihre Gesundheit geht. Schon falsche Farben beim Renovieren reichen aus, dass man unbewusst unter Gesundheitsbeschwerden leidet. Auch falsches Lüften, Wäschetrocknen in der Wohnung oder andere Verhaltensweisen können für Schimmel sorgen, welcher wiederum zu Allergien, aber auch schwerer Schädigung Ihres Immunsystems und weiteren Erkrankungen führen kann.

Allergien durch gesunde Nahrungsmittel

Auch gesunde Nahrungsmittel können Allergien auslösen, was die meisten Menschen vermutlich aber nicht wissen und sie deswegen ruhigen Gewissens konsumieren.

Kiwis lösen öfter Allergien aus als angenommen

Man preist sie als Vitamin-C-Wunder und sie sind als sauber zu verspeisende Winterfrucht kaum mehr wegzudenken. Doch häufiger als bislang angenommen lösen Kiwis Allergien aus. Besonders betrifft dies Menschen mit bereits vorliegenden Allergien. Nach den Ergebnissen einer Studie der Universität Southampton traten die typischen allergischen Reaktionen nach dem Genuss der kleinen grünen Frucht auf: Entzündungen im Mund, Schwellungen an Lippen, Zunge und im Gesicht. Bei manchen Studienteilnehmern stellten sich Übelkeit und Erbrechen ein.

Die Forscher halten es für möglich, dass die Zunahme von Lebensmittelallergien in den vergangenen Jahren auf den gesteigerten Konsum von Kiwis zurückzuführen ist. Kiwiallergiker entwickeln unter Umständen Kreuzallergien zu Bananen, Avocados, Walnüssen und Produkten aus Latex. In diesem Falle müssen alle Gummibaumsorten aus der Wohnung weichen.

Kiwi© Zbigniew Janusz Koby – Fotolia

Achtung Allergiker: Meiden Sie aromatisierte Tees

Nach deutschem Lebensmittelrecht muss natürliches Aroma zwar in der Natur vorkommen, kann jedoch auch anders erzeugt werden. Naturidentische Aromastoffe bedeutet nichts anderes als künstliche Aromen, welche die Aromen der Natur nachahmen. Doch so hergestellt werden sie billig und in Massen verfügbar.

Ein auch für Tee häufig verwendetes naturidentisches Aroma ist das Vanillin, das aus Sulfitablaugen der Papierherstellung gewonnen wird. Welche Substanzen sich genau in solchen Tees verstecken, bleibt Ihnen verborgen. Allergikern sei deshalb ans Herz gelegt, auf künstlich aromatisierte Tees besser zu verzichten.

Allergien durch Nahrungsergänzungsmittel

Nehmen Sie ein Vitalstoffpräparat, kann es passieren, dass Sie Ausschlag bekommen. Schnell wird dann gesagt, dass daran das (künstlich hergestellte) Vitamin schuld sei. Doch das ist zu kurz gegriffen. Denn in den meisten Fällen reagieren Sie nicht auf den Vitalstoff selbst. Vielmehr enthalten vor allem Nahrungsergänzungsmittel mit den Vitaminen A, E und D zusätzliche Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können.

Oft sind das zum Beispiel Erdnuss-, Soja- oder Kokosnussöl. Benötigt werden sie, um die fettlöslichen Vitamine aufzunehmen. Sie können bei empfindlichen Menschen aber auch zu Nessenfieber oder Ekzemen führen. Dennoch sollten Sie als Betroffener nicht mit den Präparaten experimentieren. Gehen Sie stattdessen lieber zum Arzt, damit auch die Allergiesymptome behandelt werden können.

Sonnenallergie

Schon am ersten Urlaubstag in der Sonne sind sie plötzlich da: juckende Bläschen, Quaddeln, Pickel. Statt am Strand müssen Sie dann im Zimmer liegen. Hautreaktionen, die durch Sonneneinwirkung entstanden sind, werden im Volksmund unter dem Sammelbegriff „Sonnenallergie“ zusammengefasst. Meistens steckt jedoch keine echte Allergie hinter den Hautsymptomen, sondern vielmehr eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auf ungewohnte Lichteinwirkung.

Die Polymorphe Lichtdermatose (PMD) hat nichts mit der harmlosen Mallorca-Akne zu tun, bei der lediglich ein paar kleine Pickelchen drohen, sondern kann Ihnen den ganzen Urlaub verderben. Denn sobald Sie in die Sonne gehen, fangen die Beschwerden von neuem an. Mittlerweile sind 10 bis 15 Prozent aller Frauen von dieser Krankheit betroffen – übrigens kein Wunder, denn gerade Frauen nehmen zu wenig Kalzium zu sich. Sie führen gerade einmal 50 bis 75 Prozent der erforderlichen Kalziummenge täglich zu. Und Kalzium könnte eben die Ausschüttung von zu großen Histaminmengen verhindern. Sie sollten daher schon drei Wochen vorher, aber auch während Ihres Urlaubs Ihre Kalziumvorräte füllen. So stabilisieren Sie die Zellmembranen jener Zellen, in denen Histamin gelagert wird und können Ihren Urlaub genießen.

Wie entsteht die Sonnenallergie?

Echte Allergien der Haut können durch Sonneneinwirkung entstehen, wenn Sie bestimmte Substanzen einnehmen oder auf die Haut auftragen. Diese Stoffe können Hautreaktionen in der Sonne auslösen:

  • Medikamente (z. B. Antibiotika, Johanniskraut, Roter Sonnenhut, Psychopharmaka)
  • ätherische Öle
  • Fette und Emulgatoren in Hautpflegeprodukten
  • Duftstoffe in Parfums
  • Konservierungsstoffe (z. B. Parabene)
  • chemische Lichtfilter (z. B. Oxybenzon)

Falls Sie auch während Ihres Urlaubs Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie sich vorher bei Ihrem Arzt erkundigen, ob Sie eventuell mit einer photoallergischen Reaktion rechnen und sich daher besonders schützen müssen.

Mit Antioxidantien und Kalzium beugen Sie vor

Bei bestehender Neigung zu unerwünschten Hautreaktionen auf die Sonne können Sie versuchen, Ihre Haut mit Beta-Carotin vorzubereiten. Nehmen Sie dazu etwa vier Wochen vor Ihrem geplanten Sonnenurlaub täglich 25 mg dieses Vitalstoffs in Form von Kapseln ein. Ebenso wie Beta-Carotin ist auch Lycopin als starkes Antioxidans in der Lage, die Haut für die Abwehr der durch die Sonnenstrahlen entstehenden freien Radikale zu stärken. Die tägliche Dosis für diesen Vitalstoff beträgt 10 bis 20 mg. Kombinationspräparate aus beiden Vitalstoffen bieten Ihnen doppelten Schutz.

Auch Kalzium hat sich bewährt, um die Haut vor entzündlichen Lichtreaktionen zu schützen. Es stabilisiert die Zellmembran, sodass der Botenstoff Histamin schlechter aus den Zellen austreten und allergische Reaktionen auslösen kann. Beginnen Sie mindestens zwei Tage, bevor Sie sich intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen, täglich mindestens 500 mg Kalzium (aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke) einzunehmen und führen Sie die Einnahme während Ihres gesamten Urlaubs fort. Achtung: Wenn Sie Raucher sind, dürfen Sie täglich nicht mehr als 20 mg Beta-Carotin zu sich nehmen, da sich sonst die Lungenkrebsgefahr erhöhen könnte.

Der richtige Sonnenschutz© benicce – Fotolia

Eine Darmkur schützt Sie vor Immunreaktionen auf Sonnenlicht

Eine nicht ganz billige, aber sehr wirkungsvolle Methode der Vorbeugung ist die Stärkung des Immunsystems über die Darmschleimhaut. Da alle entzündlichen und allergischen Reaktionen über das Immunsystem, das zu 70 Prozent in der Darmschleimhaut lokalisiert ist, gesteuert werden, ist eine Stärkung dieses Schleimhautimmunsystems so wirkungsvoll.

Hierzu können Sie eine Woche vor Reiseantritt beginnen, ein aus Stoffwechselprodukten von Darmbakterien (Echerichia coli) hergestelltes Medikament einzunehmen. Dieses Präparat enthält keine Keime und ist daher ein reines Schleimhauttherapeutikum und kein Mittel zur Symbioselenkung. Es hat auf die Darmschleimhaut eine entzündungshemmende und immunregulierende Wirkung und kann dadurch den ganzen Organismus gegen überschießende Immunreaktionen stabilisieren.

Homöopathisches Kochsalz vertreibt die Bläschen

Wenn es doch zu viel Sonne war und sich trotz aller Vorbeugung juckende Bläschen gebildet haben, hilft Ihnen das homöopathische Mittel Natrium chloratum. Legen Sie drei Globuli von dem potenzierten Kochsalz in der Potenz C6 trocken unter die Zunge. In den meisten Fällen lässt der Juckreiz schon nach wenigen Stunden nach.

Schnelle Helfer bei Sonnenallergie

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und halten Sie sich mindestens einen Tag lang im Halbschatten auf.
  • Aloe-vera-Gel wirkt entzündungshemmend. Tragen Sie ein naturreines Präparat aus dem Bioladen oder der Apotheke, das Sie am Öko-Gütesiegel erkennen, großzügig auf die juckenden Hautstellen auf.
  • Machen Sie eine kühlende Quarkkompresse. Bestreichen Sie die betroffenen Hautstellen messerrückendick mit Magerquark und decken Sie ein Baumwolltuch darüber. Lassen Sie die Auflage vollkommen antrocknen, ehe Sie sie abwaschen.
  • Kartoffelmehl lindert den Juckreiz. Bestäuben Sie die juckende Haut mit Kartoffelmehl aus dem Supermarkt wie mit einem Puder. Dadurch trocknen die Bläschen rasch ein und der Juckreiz verschwindet.

Allergierisiko durch Sperma

Es gibt Frauen, deren Körper auf den Samen des Mannes allergisch reagiert, und sie wissen es gar nicht. Die Anzeichen reichen von örtlichen Hautreizungen bis hin zu Erbrechen oder Durchfall. Es sind sogar Bronchialasthma oder anaphylaktische Schocks bekannt geworden, warnt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Zwar sind wissenschaftlich nur 60 Fälle einer Sperma-Allergie dokumentiert, doch weiß die Geschäftsführerin des DAAB, Andrea Wallrafen, aus ihrer Beratungstätigkeit, dass solche Allergien häufiger vorkommen.

Das auslösende Allergen ist ein Eiweiß im Seminalplasma, welches in der Prostata jedes Mannes gebildet wird. Frau Wallrafen rät Frauen, die sich für betroffen halten, unbedingt auf der Verwendung eines Kondoms zu bestehen. Auch an Oralverkehr ist nicht zu denken, solange keine Allergie-Therapie stattgefunden hat. Als Therapie kommen Antiallergika oder eine Hyposensibilisierung mit Seminalplasma in Frage.

Was tun bei einer Histaminintoleranz?

Ihr Körper selbst bildet Histamine. Die Botenstoffe haben in Ihrem Organismus vielfältige Aufgaben: Zum Einsatz kommen sie vor allem bei allergischen Reaktionen, Histamine unterstützen Ihr Immunsystem bei der Abwehr körperfremder Stoffe. Die Botenstoffe regeln zudem die Magensäureproduktion im Magen- und Darmtrakt oder sind an der Aktivität des zentralen Nervensystems beteiligt.

Nehmen Sie zusätzlich mit der Nahrung Histamine auf, so kann dies mitunter unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Aber ganz von vorne: Histamine gehören zu den biogenen Aminen, die in mehr oder weniger großen Mengen natürlicherweise in fast allen Lebensmitteln zu finden sind. Durchschnittlich 4 mg Histamin nehmen Menschen täglich mit der Nahrung auf. Normalerweise ist das kein Problem: Denn in Ihrem Dünndarm baut das Enzym Diaminoxidase (DAO) die Histamine ab. Auch in Leber und in der Niere sind DAO und ein weiteres Enzym mit dem Abbau beschäftigt.

So macht sich eine Histaminintoleranz bemerkbar

Einige Menschen reagieren jedoch sehr empfindlich auf das biogene Amin. Histaminintoleranz heißt dieses Gesundheitsproblem: Bereits kleinste Mengen (15 bis 30 µg) Histamin reichen aus, um unangenehme Symptome hervorzurufen.

Diese Gesundheitsbeschwerden verursacht eine Histaminintoleranz:

  • auf der Haut: Hautrötungen, Quaddelbildungen, Juckreiz, Nesselsucht, Ekzeme
  • im Magen-Darm-Trakt: Übelkeit bis zum Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe, Blähungen
  • Herz-Kreislauf-System: Herzrasen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck
  • sonstige Reaktionen: laufende Nase, Asthma, Kopfschmerzen und Migräne

In schlimmsten Fällen kann es zu einem allergischen Schock kommen. Diese Symptome einer Histaminintoleranz machen sich in der Regel einige Minuten bis eine Stunde nach dem Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel bemerkbar. Die Histaminintoleranz ist keine angeborene Krankheit. Sie entwickelt sich langsam und mit zunehmendem Alter. Vor allem Frauen (machen etwa 80 Prozent der Patienten) ab einem Alter von etwa 40 Jahren sind betroffen.

Machen Sie den Histamin-Test

Wenn Sie meinen, dass auch Sie möglicherweise an einer Histaminintoleranz leiden, dann testen Sie dies zunächst anhand der Eliminationsdiät: Meiden Sie über vier Wochen hinweg alle histaminreichen und histaminfreisetzenden Lebensmittel. Wenn sich die Symptome bessern, dann liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Histaminintoleranz vor.

Mit einem Provokationstest können Sie die Diagnose zusätzlich überprüfen: Verzehren Sie stark histaminreiche Lebensmittel; wenn sich die Symptome verschlechtern, dann haben Sie die Ursache Ihres Problems gefunden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was Sie tun können.

So sieht die Behandlung aus

Eine histaminarme Diät verbessert die Beschwerden oder lässt diese ganz verschwinden. Zusätzlich kann Ihr Arzt Antihistaminika verordnen. Zudem können Sie spezielle DAO-Kapseln einnehmen, die die Arbeit des Enzyms übernehmen. Fragen Sie Ihren Arzt zudem, ob unter den Medikamenten, die Sie einnehmen müssen, Mittel sind, die den Histaminabbau hemmen. Möglicherweise gibt es alternative Präparate.

In diesen Lebensmitteln finden Sie sehr viel Histamin

Die Quellen für eine hohe Histaminzufuhr sind hauptsächlich lang gelagerte oder gereifte Lebensmittel. Deshalb finden Sie große Mengen Histamin in Lebensmitteln, die mit Hilfe von Bakterien- oder Hefekulturen hergestellt oder genießbar gemacht werden.

Dazu gehören beispielsweise: Salami, Käse, Sauerkraut, (Weiß-) Bier, Wein oder Sekt. Neben dem erwünschten Prozess der Reifung entstehen hierbei nämlich mitunter große Mengen Histamin als Nebenprodukt. Bei einer Histaminintoleranz sollten Sie grundsätzlich also auf lange gelagerte oder gereifte Lebensmittel verzichten. Meiden Sie außerdem Geschmacksverstärker (E 620 bis 625), da auch diese den Histaminabbau behindern können.

Deshalb vertragen einige Menschen kein Histamin

  • Das Histamin abbauenden Enzyms DAO wird gehemmt: Das Enzym kann beispielsweise defekt sein. Aber auch bestimmte Medikamente (z.B. Antirheumatika oder hustenlösende Substanzen) sowie Alkohol können die Aktivität des Enzyms verringern.
  • Sie verzehren gleichzeitig andere biogene Amine: Tyramin, Phenylethylamin und Serotonin sind weitere biogene Amine. Auch für deren Abbau ist das Enzym DAO nötig; diese biogenen Amine werden sogar bevorzugt abgebaut. So bleibt für den Abbau von Histamin nicht mehr genügend DAO übrig. Tyramin, Phenylethylamin und Serotonin sind enthalten in Bananen, Ananas, Papaya, Cashewnüssen, Walnüssen, Kakao und Schokolade. Diese Lebensmittel sollten Sie bei einer Histaminintoleranz also besser meiden.
  • Verzehr von Histamin-Liberatoren: Histamin-Liberatoren sind Substanzen, die im Körper gespeichertes Histamin freisetzen können. Dazu gehören Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Tomaten, Meeresfrüchte, Alkohol und Glutamat. Auch diese Lebensmittel sollten Sie bei einer Histaminintoleranz also besser meiden.
Diese Nahrungsmittel können Sie problemlos aufnehmen (histaminarme Lebensmittel)Auf diese Nahrungsmittel sollten Sie besser verzichten (histaminreiche oder histaminfreisetzende Lebensmittel)
Fleisch, Geflügel, FischFrisches oder tiefgefrorenes Fleisch und Geflügel; Fischsorten wie Dorsch, Seelachs, Scholle, Kabeljau, Rotbarsch und SchellfischGeräuchertes, gepökeltes, mariniertes, getrocknetes, schlecht gelagertes Fleisch und Geflügel, Leber und Fleischextrakte; Schalentiere und Muscheln; Rohwürste (Salami, Cervelatwurst, Mettwurst); Meeresfrüchte
Milch- und

Milchprodukte

Frische Milch, Joghurt, Buttermilch, Kefir, Butter, Frischkäse, Quark, Butterkäse und junger GoudaLang gereifter Käse wie Emmentaler, Parmesan, Camembert, Brie, Tilsiter, Edamer, Chester, Cheddar, Schimmelkäse
Getreide und

Getreideprodukte

Getreide und Getreideprodukte (ohne Hefe hergestellt), Dinkel, Gerste, HirseBrot mit Zusatzstoffen (und/oder Hefe), Fertigbackmischungen
ObstMelone, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litschi, Mango, Rhabarber, Kirschen, Johannisbeeren, Äpfel, Aprikosen, Nektarinen, Pfirsiche und BirnenÜberreifes Obst, Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen, Kiwi, Himbeeren, Erdbeeren, Papaya, Obstkonserven, Cashewnüsse, Walnüsse
GemüseKartoffeln, grüner Salat, Kohl, rote Bete, Kürbis, Zwiebeln, Radieschen, Rettich, Paprika, Karotten, Brokkoli, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch, frische KräuterAuberginen, Avocado, Tomaten (auch Tomatenmark und Ketchup), Spinat, Sauerkraut, Gemüsekonserven, eingelegtes Gemüse (rote Bete, Gurken, Zwiebeln), Soja, Keime und Sprossen
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