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Grundlagenwissen zum Thema Allergien

Der Somme bringt viel Sonne, aber auch die Zeit der Gräserblüte. Wenn Sie zu den zahlreichen Betroffenen mit jahreszeitlich auftretenden Allergien gehören, mögen die juckenden und tränenden Augen die Schönheit des Frühlings und des Sommers überschatten.

Die Symptome von jahreszeitlich auftretenden Allergien variieren erheblich. Sie kommen zusammen mit einer ganzen Reihe von allergischen Symptomen der Atemwege vor. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten zur Minimierung dieser Augenprobleme. Obwohl freiverkäufliche Produkte hilfreich sein können, gibt es neue verschreibungspflichtige Augentropfen, die Ihre Augenallergien wesentlich erträglicher machen.

Allergien sind Reaktionen auf die Umwelt

Pflanzenpollen und Schimmelpilze gelten als häufigste Ursache für chronische, jahreszeitlich auftretende Allergien, von denen etwa 26 Millionen Amerikaner betroffen sind. Leichtere Symptome betreffen etwa 40 Millionen Personen mehr. Nach Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds leiden 14 bis 17 Prozent der Deutschen (ca. 13 Millionen) an Pollenallergien und 4 bis 8 Prozent (ca. 5 Millionen Menschen) an Schimmelpilzallergien.

Eine Allergie stellt die Folge einer Überreaktion des Körpers auf eine oft harmlose Substanz in der Umwelt dar. Als Reaktion auf allergieauslösende Substanzen (Allergene) produziert der Körper einen Antikörper namens Immunglobulin E (IgE). Dieser Antikörper wiederum regt Immunzellen (Mastzellen) in den Schleimhäuten der Augen und Atemwege an, entzündungsaktive Substanzen wie Histamin freizusetzen. Ist das Histamin einmal freigesetzt, ruft es eine beliebige Menge an klassischen, eindeutigen Allergiesymptomen hervor:

  • Niesreiz und Juckreiz in der Nase
  • Juckreiz im Mund oder im Hals
  • juckende oder tränende Augen
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • geschwollene Lippen
  • Schwellungen in Gesicht, Mund und Rachen
  • asthmatische Beschwerden, pfeifende Atemgeräusche
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Nesselausschlag
  • Neurodermitisschübe
  • Ödeme
  • Kreislaufbeschwerden
  • anaphylaktischer Schock

Ausserdem zeigen sich auf der Haut nässende Ekzeme, bei Heuschnupfen stellen sich erkältungsähnliche Symptome ein, bei einer Lebensmittelallergie schwellen Ihre Mundschleimhäute an. Allerdings gibt es auch Reaktionen, die sich erst später einstellen wie Quaddeln, Juckreiz oder Flecken auf der Haut.

Solche Reaktionen treten heute bei jedem fünften Erwachsenen in Deutschland auf. Zwei Drittel von ihnen leiden unter mehreren Allergien.

Ähnlich wie Allergien zeigen sich Lebensmittelunverträglichkeiten. Doch schlummert die Ursache in einer Verwertungsstörung im Darm. Darüber gibt ein Bluttest Auskunft. Werden erhöhte IgE-Werte gefunden, handelt es sich um eine Allergie. Fehlen diese Werte sowie bestimmte Enzyme, weist dies auf eine Unverträglichkeit hin.

In der Regel besteht keine Schwierigkeit, eine allergische Reaktion zu erkennen. Es kann jedoch schwierig sein, zwischen einer Erkältung und einer Atemwegsallergie zu unterscheiden. Erkältungsähnliche Symptome über Wochen und Monate hinweg weisen möglicherweise auf Heuschnupfen (allergische Rhinitis) hin.

Welche Allergietypen gibt es?

Je nach Typ der Allergie lässt sie sich in verschiedene Kategorien einordnen. So gibt es zum Beispiel die Soforttyp-Allergie und die zelltoxischen Reaktionen. Bei der Soforttyp-Allergie kommt es sofort nach dem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen zu einer Reaktion. Es wird direkt nach Eindringen in den Körper an Immunglobulin E (IgE) gebunden, worauf Histamin freigesetzt wird, was dann zu den allergischen Reaktionen führt. Typische Allergene, die zu diesen Reaktionen führen, sind die Pollen, Nahrungsmittelallergene, Insektengifte, Tierallergene oder Allergene der Hausstaubmilbe.

Bei der zelltoxischen Reaktion dagegen dauert es einige Minuten bis einige Stunden vom Kontakt mit dem Allergen bis hin zur allergischen Reaktion. Dann werden Immunglobulin G und M-Antikörper freigesetzt, die das Komplementärsystem aktivieren. Dies sind unterschiedliche Proteine, die sich gegen körperfremdes Eiweiß richten können, Zellwände vernichten und dadurch Fresszellen anlocken. So können rote und weiße Blutkörperchen zerstört werden, bis nur noch wenige vorhanden sind. Solche allergischen Reaktionen können nach Transplantationen auftreten, wenn das entsprechende Organ abgestoßen wird. Aber auch Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel rheumatoide Arthritis gehören zu diesem Typ der Allergien.

Wie sie entstehen

Neben der Soforttyp-Allergie und den zelltoxischen Reaktionen gibt es noch zwei weitere Allergietypen. Der eine ist dieImmunkomplex-Reaktion. Bei dieser kommt es erst einige Stunden nach Allergen-Kontakt zur Reaktion. Die Immunglobulin G- und M-Antikörper bilden zusammen mit dem Allergen einen Komplex, der in Ihr Gewebe eindringen kann. Hier verursacht dieser Komplex dann Entzündungen. Bekannte Auslöser dieser Beschwerden sind unter anderem die Vogelhalterlunge oder allergische Gefäßentzündungen.

Die andere ist bekannt alsSpättyp-Allergie. Hier kommt es erst bis zu 72 Stunden nach Allergenkontakt zu Symptomen. Und im Gegensatz zu allen anderen Typen sind hier keine Immunglobuline beteiligt, sondern nur T-Lymphozyten. Diese Abwehrzellen erkennen, dass Allergene eingedrungen sind und rufen die Fresszellen auf den Plan. Diese Fresszellen vernichten nicht nur die Allergene, sondern auch umliegendes Gewebe. Das verursacht die Allergiesymptome, in der Regel rötliche und/oder nässende Ausschläge. Schuld daran können zum Beispiel Latex, Chlor, Metalle oder Putzmittel sein.

Dicke Lippen als Signal für eine Allergie

Herr Marcus T. aus Dortmund wollte folgendes wissen:

„Ich bekomme immer geschwollenen Lippen, wenn ich Obst oder Nüsse esse. Könnte es sich dabei um eine Allergie handeln?“

Es wäre interessant zu wissen, ob Sie unter einer Pollenallergie leiden. Dann nämlich könnte bei Ihnen tatsächlich eine sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen.

Dabei werden durch eine Ähnlichkeit von Pollenallergenen frühblühender Bäume wie Birke, Erle, Hasel mit Baumnüssen sowie Kern- und Steinobstsorten eine allergische Reaktion ausgelöst. Beim Genuss der entsprechenden Früchte und Nüsse kommt es meist zu einem oralen Allergie-Syndrom.

Dabei schwellen Lippen, Mund- und Rachenschleimhaut an. Manchmal kommt es auch zu Schleimhautbrennen und Magen-Darm-Beschwerden. Des weiteren sind auch Hautreaktionen, das Nesselfieber oder Herz-Kreislauf-Reaktionen sowie Kehlkopfschwellungen möglich. Eine Behandlung ist nur durch eine konsequente Meidung der allergieauslösenden Nahrungsmittel möglich.

Welche Behandlung greift am besten?

Der Nachteil der klassischen Therapie ist, dass Sie über drei Jahre hinweg ein- bis dreimal pro Woche zum Arzt müssen, um sich mit dem Allergen impfen zu lassen. Darüber hinaus zeigt sie nur guten Erfolg, wenn lediglich eine oder zwei Allergien vorliegen und diese erst seit kurzer Zeit bestehen. Damit ist die Therapie kaum eine Hilfe für langjährige Mehrfach-Allergiker. Um die richtige Therapie anzuwenden, muss man erst einen Allergietest durchführen. Zunächst überprüft der Arzt, unter welchen Bedingungen die Symptome auftreten. Im Anschluss daran testet er den Betroffenen.

Es existieren Hauttests, Blutuntersuchungen und Provokationstests. Beim Hauttest trägt man Proben möglicher Allergene auf die Haut auf und beobachtet, ob sich eine allergische Reaktion zeigt. Beim Prick-Test erfolgt dies durch Auftragen einer Lösung und leichtes Anritzen der Haut. Weitere Hauttests sind der Intrakutantest, Scratch-Test, Reibetest und Epikutantest.

Blut- und Provokationstest

Beim Bluttest entnimmt man dem Patienten eine Blutprobe und untersucht diese im Labor auf Antikörper beziehungsweise beobachtet, wie viel Histamin (die Allergie unterstützendes Hormon des Abwehrsystems) der Körper freisetzt. Dieser Test findet in der Regel bei Kleinkindern und Säuglingen statt, da andere Tests nicht zumutbar wären.

Beim Provokationstest bekommt der Patient das Allergen so zugeführt, wie es in der Realität der Fall wäre (z. B. durch die Nase). Dieser Test findet nur dann statt, wenn das Ergebnis der anderen Tests nicht eindeutig war und nur unter strenger ärztlicher Kontrolle wegen der Gefahr eines allergischen Schocks. Die Frage, welcher Test sich für welchen Patienten eignet, kann nur individuell entschieden werden.

Auch Ihr Hausarzt kann Sie testen

Bisher musste Sie Ihr Hausarzt stets zu einem Allergologen überweisen, um den Allergieverdacht zu erhärten. Doch seit Herbst 2004 ist in Deutschland ein Allergie-Test erhältlich, den auch Ihr Hausarzt durchführen kann. Bei manchen Patienten mit Hautproblemen, Atemnot oder Verdauungsbeschwerden vergehen Jahre, bis sie selbst oder ein guter Therapeut endlich auf den Gedanken kommen, es könnte sich um eine Allergie handeln. Ein Problem in der Allergie-Diagnostik war bisher, dass sie meist nur von einem Facharzt (Allergologen) sicher durchgeführt werden konnte. Doch mit dem neuen Test (Fast-Checkpoc®) hat sich das geändert. Er ist so einfach, dass er schnell und problemlos in der Praxis Ihres Hausarztes durchgeführt werden kann.

Das sind die Vorteile des neuen Fast-Checkpoc®:

  • Er ist beim Hausarzt durchführbar.
  • 2 Tropfen Blut aus der Fingerkuppe genügen.
  • Das Ergebnis liegt nach 30 Minuten vor.
  • Die Einnahme von Allergiemitteln (Kortison, Antihistaminika) stört nicht.

Die meisten anderen Allergietests sind nicht durchführbar, wenn Sie in der Woche vorher allergiedämpfende Medikamente wie Kortison Medikamente wie Kortison oder Antihistaminika (aber z. B. auch Antidepressiva oder Schlafmittel) eingenommen haben. Diese Einschränkung entfällt bei der oben beschriebenen Methode.

95 % aller Allergien können nachgewiesen werden

Mit dem Schnelltest kann Ihr Arzt auf einen Schlag die zwölf gängigsten Auslöser von Atemwegsallergien (z. B. Heuschnupfen oder Asthma) und die zwölf häufigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien nachweisen. Die Auswahl ist so getroffen, dass etwa 95 % aller Allergiker auf einen dieser Stoffe ansprechen, d. h., nur 5 % der Allergien können nicht nachgewiesen werden. Die betreffenden Allergene sind auf einem Teststreifen aufgetragen, der mit Ihren verdünnten Blutstropfen getränkt wird. Wenn in Ihrem Blut Antikörper gegen diese Stoffe vorhanden sind, erscheint nach einer halben Stunde ein dunkles Pluszeichen – ohne Allergie-Antikörper wird ein Minuszeichen sichtbar. Allerdings werden mit diesem Test nur „echte“ Allergien (so genannte Soforttyp-Allergien) erkannt. Diese werden durch Antikörper der Klasse IgE ausgelöst. Daneben gibt es z. B. auch Kontaktallergien, die nicht durch IgE verursacht werden. Das gilt auch für einige Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeitsreaktionen gegen Nahrungsinhaltsstoffe wie Histamin.

Jeder zweite Allergietest liegt daneben

Trotz dieser Vorteile bedeutet ein positives Testergebnis mit dem neuen Verfahren noch lange nicht, dass Sie auch wirklich an einer Allergie leiden müssen: Nur die Hälfte der Patienten, die auf einen Stoff reagieren, sind auch tatsächlich allergisch gegen die Substanz. D. h., in jedem zweiten Fall wird eine Allergie angezeigt, die in Wirklichkeit gar nicht oder nur extrem schwach ausgeprägt ist. Dies ist aber kein alleiniges Problem des neuen Tests, sondern trifft in etwa dieser Größenordnung auf alle Allergie-Diagnoseverfahren zu. Wenn jedoch tatsächlich eine besteht, dann spürt der Hausarzt-Test sie auch in 9 von 10 Fällen auf. Er ist damit ebenso genau wie die aufwändigeren Bluttests bei einem Allergologen. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass Sie an einer Allergie leiden, können Sie das nun sehr schnell bei Ihrem Hausarzt klären lassen. Die Kosten des Tests werden von den Krankenkassen übernommen. Wenn das Ergebnis negativ ist, dann ist Ihr Verdacht vermutlich unbegründet. Wenn jedoch bei einer Substanz das Pluszeichen erscheint, dann sollten Sie diesen Anfangsverdacht zum Anlass nehmen, eine genauere Untersuchung bei einem Allergologen durchführen zu lassen.

Verschiedene Formen der Desensibilisierung

Wenn Sie unter einer Pollenallergie leiden und diese bekämpfen wollen, ist eine bestimmte Zeit entscheidend für Sie: Wenn die Belastung durch die allergieauslösenden Pflanzenteile langsam nachlässt ergibt sich für Sie genau der richtige Zeitpunkt, um eine Hyposensibilisierung zu beginnen. Sie kann Ihre Allergie deutlich mindern. Die klassische Form dieser Desensibilisierung erfolgt durch Spritzen. Nach einem engen Zeitplan bekommen Sie genau die Stoffe, die Ihre Allergie auslösen, unter die Haut gespritzt. Aber es geht auch anders: Gerade bei Gräser- und Pflanzenallergien können Sie die Allergene auch in Tablettenform zu sich nehmen. Der Vorteil: Sie können Ihre Hypersensibilisierung nach ärztlicher Einweisung auch alleine durchführen. Zudem ist das Risiko geringer, dass es zu einem allergischen Schock kommt.

Egal ob Sie die klassische Desensibilisierung oder eine Desensibilisierung durch Tabletten bevorzugen, das gewünschte Ergebnis ist immer das Gleiche: Sie kommen gewollt und immer wieder in Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff. So soll sich Ihr Körper an das Allergen gewöhnen und die allergische Reaktion soll eingedämmt werden. Auf Dauer verringert sich so auch das Risiko eines Etagenwechsels. Das bedeutet, dass Sie weniger Gefahr laufen, dass sich aus Heuschnupfen zum Beispiel allergisches Asthma entwickelt. Übrigens dürfen Sie nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, bevor Sie mit einer Hyposensibilisierung beginnen. Denn wenn wir einen milden Winter bekommen, können Erlen- oder auch Haselnusspollen bereits Ende Dezember wieder fliegen.

Nanopartikel gegen Allergien und allergisches Asthma

30 Prozent aller Deutschen leiden unter Allergien, 8 Prozent unter Asthma und diese Zahlen erhöhen sich ständig. Allergien werden das neue Volksleiden. Bei allergischem Asthma ist es wichtig, dass Sie ständig Ihr Medikament bei sich tragen, um es im Notfall schnell einnehmen zu können. Das ist der einzige Weg, wie Sie die Entzündungsreaktion im Körper unterdrücken und den Anfall stoppen können. Amerikanische Forscher der Northwestern University haben nun aber einen Weg gefunden, der Asthmatikern, aber auch Menschen, die unter anderen Allergien leiden, das Leben stark erleichtern kann. Sie schafften es, das Immunsystem mit Nanopartikeln so zu beeinflussen, dass es die Stoffe, die die Allergien auslöst, wieder akzeptiert und nicht mehr angreift.

Die Wissenschaftler stellten Nano-Kügelchen her, die aus einem Stoff bestanden, der unter anderem Milch- und Glycolid-Säure enthielt. Dieses Biopolymer-Kügelchen hat den Vorteil, dass es im Körper sehr schnell abgebaut wird. In der Hülle der kleinen Kugel versteckten die Forscher ein Ei-Protein. Die Kugel selbst mischten sie bestimmten Labormäusen unter das Futter; die Tiere reagierten eigentlich hoch allergisch auf das Protein. Doch getarnt in dieser Kugel blieb die Allergie aus. Die Fresszellen des Immunsystems „kümmerten“ sich um das Nanoteilchen und verschlangen es. Die Hülle des Kügelchens löste sich erst in den Fresszellen auf; dort wurde dann der eigentlich allergieauslösende Stoff freigesetzt. Er sorgte daraufhin nicht mehr für eine allergische Reaktion, denn das Immunsystem erkannte ihn nicht mehr als bedrohlich. Man könnte den Vorgang schon fast als „Neustart“ für das Immunsystem bezeichnen. Ab diesem Moment zeigten die Mäuse keinerlei allergische Reaktionen mehr.

Langfristige Universaltherapie für Allergien?

Neben allergischem Asthma ließen sich auch schwere Allergien heilen. Die Forscher wiesen darauf hin, dass sich je nach Allergie die Kügelchen mit allen möglichen Stoffen „beladen“ lassen. Es handelt sich um eine Universaltherapie. So können die Nanopartikel zum Beispiel mit Erdnussproteinen oder bestimmten Pollen von Pflanzen bestückt werden. Damit kann es in Zukunft, wenn die Methode auf den Markt kommt, wirklich möglich sein, Allergien dauerhaft zu heilen.

Bisher war dies nur in bestimmten Fällen möglich und wenn allergisches Asthma vorlag, schon gar nicht mehr. In der Regel blieb dann nur, den Allergieauslöser zu meiden oder Medikamente einzunehmen. Diese aber können Nebenwirkungen auslösen. Gerade die Asthma-Mittel können zu Heiserkeit, Halsbeschwerden oder sogar Pilzinfektionen führen. Müssen kortisonhaltige Mittel verwendet werden, die dann in großen Dosen zum Einsatz kommen, kann dies bei betroffenen Kindern sogar Wachstumsverzögerungen auslösen. Durch die Nanopartikel können all diese Spätfolgen in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Mit diesen 10 Tipps und Tricks erleichtern Sie sich den Alltag

Wenn Sie unter einer Pollenallergie leiden, sind Taschentücher Ihr ständiger Begleiter. Je nachdem, auf was für Pollen Sie allergisch reagieren, kämpfen Sie von März bis Oktober mit Ihren Symptomen – wenn der Winter warm ist, beginnt die Leidenszeit noch eher. Doch es gibt einige Tricks, mit denen Sie sich den Alltag erleichtern können.

Nutzen Sie Vermeidungsstrategien

  1. Beschaffen Sie sich einen Pollenflugkalender. Den erhalten Sie in jeder Apotheke, aber auch im Internet. Auf der Internetseite des Deutsche Wetterdienstes finden Sie unter Pollenflug-Gefahrenindex tagesaktuell Informationen, wie es um den Pollenflug in Ihrer Gegend bestellt ist.
  2. Halten Sie sich an Tagen, an denen „Ihre“ Allergieauslöser durch die Luft fliegen, nicht zu lange im Freien auf.
  3. Lüften Sie, wenn nur wenige Pollen unterwegs sind. In der Stadt sollten Sie dazu die frühen Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr nutzen. Auf dem Land öffnen Sie abends zwischen 19 und 24 Uhr die Fenster.
  4. Rüsten Sie Ihre Fenster mit Pollenschutzgittern aus. Diese erhalten Sie im Handel zum Selbst-Anbringen. Die netzartigen Gewebe erinnern an Insektenschutzgitter und können über 85 Prozent der Pollen abhalten.
  5. Legen Sie Ihre getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ab. Sonst holen Sie sich die Pollen direkt ans Bett (und in Ihre Nase), während Sie schlafen. Duschen Se außerdem vorm Ins-Bett-gehen und waschen Sie sich die Haare.
  6. Sehen Sie Ihre Allergie gelassen. Sie haben vom Arzt sicherlich Medikamente genommen. Nehmen Sie diese frühzeitig. Ansonsten versuchen Sie, sich eine Einstellung der Allergie gegenüber zu verschaffen, dass Sie „nur“ Husten und Schnupfen haben. Je weniger Sie sich in die Allergiesymptome hineinsteigern, desto weniger belasten Sie diese.
  7. Auslöser der Pollenallergie sind nicht beunruhigend. Wenn Sie unter einer reinen Pollenallergie leiden, reagieren Sie auf Bestandteile der Natur, auf Blatt- oder Grasteile. Es handelt sich weder um giftige, noch um lebensgefährliche Stoffe, Sie müssen sich also nicht ständig Sorgen um Ihre Gesundheit machen.
  8. Unterstützen Sie Ihr Immunsystem. Ihr Immunsystem ist lernfähig, auch wenn Sie eine Allergie haben. Es gibt inzwischen verschiedene Möglichkeiten, eine Allergie zu bekämpfen – von der Hyposensibilisierung bis hin zur SLIT-Therapie. Fragen Sie Ihren Arzt, welche dieser Methoden für Sie angebracht ist, um Ihre Allergie zu verringern oder sogar zu heilen.
  9. Lassen Sie sich vom Wetter nicht verrückt machen. Natürlich können Sie sich zu Hause einsperren, wenn der Bio-Wetterbericht verkündet, dass „Ihre“ Pollen stark unterwegs sind. Besser ist es, wenn Sie gelassen bleiben und eine ruhige innere Einstellung Ihrer Allergie gegenüber entwickeln. Eine Haltung wie „Ich warte erst einmal, wie stark die Pollen tatsächlich unterwegs sind“ hilft Ihnen dabei weiter.
  10. Erlernen Sie Entspannungstechniken. Diese können Ihnen sogar helfen, dass Ihre Allergiesymptome geringer werden – weil Sie selbst gelassener bleiben!

Einfache Verhaltensregeln lindern Beschwerden

Wenn sich die Allergiebedingtheit Ihrer Augenprobleme herausstellt, könnte Ihr Arzt Ihnen bei der Identifikation der allergieauslösenden Ursache behilflich sein. Ist der Auslöser bekannt, ergreifen Sie Maßnahmen zur Verringerung oder Vermeidung des Kontaktes. Dazu gehören:

  • Sie mindern die Wirkungen von jahreszeitlich auftretenden Pollen, indem Sie die Fenster schließen und eine Klimaanlage einschalten. Eine Klimaanlage kühlt, trocknet und reinigt die Luft.
  • Das Auflegen von kühlen Kompressen auf den Augen wirkt lindernd.
  • Versuchen Sie, während der Hauptpollenflugzeit (von etwa 5 bis 10 Uhr morgens) drinnen zu bleiben.
  • Nicht die Augen reiben! Mit den Händen brächten Sie Allergene direkt in die Augen

Wirksame Augentropfen zusätzlich

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen gibt es viele freiverkäufliche und verschreibungspflichtige Augentropfen zur Linderung der Augenallergie. In den USA gehört Olopatadin® zu den neueren verschreibungspflichtigen Tropfen mit Antihistaminwirkung. In Deutschland ist dieser Wirkstoff nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (Berlin) nicht zugelassen. Er wirkt als Mastzellstabilisator, das heißt er hemmt die Mastzellen an der Freisetzung von Histamin. Sie können vorhersehbaren, jahreszeitlich auftretenden Allergien an den Augen vorbeugen. Wenden Sie Olopatadin® eine oder zwei Wochen vor dem zu erwartenden Beginn der Augensymptome an und fahren Sie damit die ganze Saison fort.

Andere verschreibungspflichtige Augentropfen, die als Mastzellstabilisatoren wirken, sind Cromoglicinsäure (Otriven-Augentropfen®) und Ketorolac-Acular® Augentropfen, die eine vorwiegend antientzündliche Wirkung haben. Einige speziell zusammengestellte Augentropfen kombinieren Antihistaminika mit abschwellenden Substanzen zur Minderung der Rötung. Wenn Sie zusätzlich zur allergischen Bindehautentzündung andere Symptome aufweisen, können Antihistamin-Tabletten hilfreich sein. Es gibt zahlreiche freiverkäufliche Produkte.

Mögliche Nebenwirkungen

Müdigkeit und Benommenheit gelten als Nebenwirkungen einiger dieser Medikamente. Andere Arzneimittel rufen Störungen beim Wasserlassen hervor. Dies gilt insbesondere bei einer vergrößerten Prostata.

Neuere verschreibungspflichtige Medikamente (u.a. Fexofenadin® und Ioratidin®) machen weniger müde und verursachen keine Störungen beim Wasserlassen.

Allergiepass ist sehr wichtig

Sie sollten, wenn Sie auf ein Medikament allergisch reagieren, immer einen Allergiepass mit sich führen. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihre Allergie an, wenn Sie ein neues Medikament verordnet bekommen und fragen Sie ihn auch, ob hier eine Kreuzreaktion möglich ist.

Gräsertablette hilft Ihnen nur bei einer Graspollenallergie

Die so genannte “Grastablette” – Grazax – ist seit einigen Jahren im Handel erhältlich. Sie verspricht eine Hyposensibilisierung, bei der nicht mehr gespritzt werden muss. Der Körper des Heuschnupfen-Geplagten wird bei einer Hyposensibilisierung mit dem Stoff in Kontakt gebracht, gegen den er allergisch reagiert, damit er auf Dauer unempfindlich gegen ihn wird. Das passierte bislang mittels Spritze vom Arzt – meist über einen Zeitraum von 3 Jahren. In 60 bis 70 % aller Fälle gehen die Beschwerden danach weg.

Die Grastablette auf Pollenbasis ist eine bequemere und leicht anzuwendende Alternative. Sie hilft allerdings nur jenen, die allergisch auf die Pollen von Gräsern reagieren. Dies betrifft jedoch die meisten Allergiker. In Studien wurde festgestellt, dass die Tablette bei Graspollenallergikern bereits nach 10 Wochen die Symptome um 30 % reduzieren konnte. Die Behandlung sollte mindestens 8 Wochen vor Beginn des Pollenflugs beginnen, besser noch etwas früher.

Mit einer Tablette täglich sollten Sie die Behandlung über 3 Jahre durchhalten

Die Grastablette ist eine Weiterentwicklung der SLIT-Therapie (Sublinguale Immun Therapie), bei der die Hyposensibilisierung in Tropfenform geschieht. Der Allergologe stellt nach einer Reihe von Voruntersuchungen eine Allergen-Lösung zusammen, die Sie ebenfalls 3 Jahre lang dreimal wöchentlich unter die Zunge träufeln. Damit können bis zu 3 Allergene bekämpft werden. Diese Therapie ist verträglicher als die Spitzenkur, da die allergieauslösenden Stoffe über die Mundschleimhaut in den Körper gelangen und deshalb nicht so heftige Abwehrreaktionen des Körpers auslösen. Die Grastablette wird ebenfalls unter die Zunge gelegt, wo sie sich rasch auflöst.

Ob eine Therapie mit Gräserpollen-Tabletten für Sie infrage kommt, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Allergologen besprechen. Die Tabletten-Kur ist verschreibungspflichtig und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Auch andere, gut verträgliche Medikamente kommen gegen Heuschnupfen oder Allergien zum Zuge und haben keine nennenswerten Nebenwirkungen:

  • topische Mastzellstabilisatoren (Chromoglicinsäure-Präparate, DNCG): Sie blockieren die Ausschüttung des Histamins und sollten eine Woche vor Beginn der Heuschnupfen-Saison eingenommen werden.
  • Antihistaminika zum Einnehmen: Sie unterdrücken die Wirkung des Histamins und bringen im akuten Fall sofort Linderung.
  • Nasenspray, Nasensalbe und Augentropfen mit dem Wirkstoff Levocabastin: Diese Mittel beseitigen rasch die Symptome und helfen bis zu 12 Stunden.
  • Kortison-Spray: Gegen Bronchial-Beschwerden gibt es sehr wirksame Kortison-Sprays. Diese sollten ebenfalls schon einige Tage vor Beginn der jeweiligen Saison verwendet werden.

Chromoglicinsäure-Präparate und lokale Antihistaminika erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Wie Nasenspülungen und Akupunktur gegen eine Pollenallergie helfen

Die ersten Pollen von Zaubernuss, Erle und Weidenkätzchen sind schon unterwegs. Wenn Sie zu den ca. 15 Millionen Pollenallergikern in Deutschland gehören, beginnt für Sie jetzt wieder eine schwierige Zeit. Denn den Pollen kann man nicht immer ausweichen. Aber Sie müssen dann nicht gleich zu starken schulmedizinischen Medikamenten greifen. Auch die Naturheilkunde kann akute Symptome sehr gut lindern: Neben schnellen Spülungen von Nase und Augen eignen sich dazu besonders die Ohr- und die Körperakupunktur, deren wichtigste Allergiepunkte wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen.

Über 12 Millionen Bundesbürger leiden an Heuschupfen

Viele von Ihnen kennen den Pollenflugkalender bereits in- und auswendig und ergreifen entsprechende Vorbeugemaßnahmen. Doch manchmal überraschen einen die Pollen völlig ungeschützt: Sei es, dass sie früher fliegen als gewöhnlich, sei es, dass man sich auf Reisen befindet und auf Pollen trifft, die eine Kreuzallergie mit Ihrem heimischen Allergen bilden, z. B. Birken- und Buchenpollen.

Das gehört zur Ersten Hilfe bei plötzlichem Heuschnupfen:

  • sofort der Pollenquelle ausweichen, z. B. durch Aufenthalt in geschlossenen Räumen
  • Spülen der Nase bzw. der Augen
  • umgehendes Duschen, Haarewaschen und Kleiderwechsel
  • Behandlung mit Ohr- oder Körperakupunktur
  • Verzicht auf tierisches Eiweiß (einige Tage lang)
  • Einnahme des natürlichen Antihistaminikums Vitamin C, je 1 bis 2 g täglich über 3 Tage

Die allergische Rhinitis, wie der Heuschnupfen medizinisch korrekt heißt, ist mit Abstand die häufigste Form der Pollenallergie. Rund 12 Millionen Bundesbürger werden davon geplagt. Weitere drei Millionen Pollenallergiker leiden an allergischer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder an allergischem Asthma bronchiale.

Wenn Sie zu allergischem Asthma neigen, sollten Sie sicherheitshalber gleich einen Arzt aufsuchen und sich ein entsprechendes Notfallmedikament verschreiben lassen!

Ohrakupunktur

In den Allergiepunkt, der genau mittig unterhalb der Ohrmuschelspitze liegt, kann neben den normalen Nadeln auch eine Dauernadel für 2 bis 3 Wochen gesetzt werden.

Besonders auf Reisen sollten Sie als Pollenallergiker immer ein Nasenkännchen und eine Augenbadewanne bei sich haben, um Nase und Augen schnell von den lästigen Pollen befreien zu können. Nasenkännchen und Augebadewannen erhalten Sie in Apotheken, Reform- und Sanitätshäusern zum Preis von ca. 10 € bzw. 5 €. In der Apotheke gibt es auch sterile physiologische Kochsalzlösung, die Sie zum Spülen nutzen können. Ansonsten sollten Sie Leitungswasser abkochen, einige Salzkörner hinzufügen, sodass die Lösung wie Tränenflüssigkeit schmeckt, und nach dem Abkühlen damit spülen (siehe Seite 7 unten). Beide Spülungen dürfen Sie mehrmals täglich durchführen. Das Salz fördert die Befeuchtung von Nase und Augen, sodass die Pollen nicht so gut haften.

Akupunktur beruhigt Ihre Immunabwehr

Für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sind akute allergische Beschwerden die Folge von zu viel Hitze und heißem Wind. Beide werden durch die Akupunktur ausgeleitet, – und zwar nach dem Prinzip: Oberfläche öffnen, Wind ausleiten und Hitze kühlen.

Die einfachste Erste Hilfe ist die Ohrakupunktur, bei der v. a. der zentrale Allergiepunkt „gestochen“ wird. Er liegt an der oberen Spitze der Ohrmuschel, und zwar genau in der Mitte der Innenseite. Er kann mit echten Nadeln (auch Dauernadel) oder mit einem Laser-Akupunkturgerät stimuliert werden.

Die klassische Körperakupunktur „nadelt“ dagegen mehrere Punkte, um zu viel Hitze und Wind auszuleiten.

Die wichtigsten Allergiepunkte der Körperakupunktur sind:

  • Dickdarm 4 (Di 4 – Vereinte Täler): Treibt Wind aus und öffnet die Oberfläche, macht die Nase frei. Lage: Spitze des Muskelbauchs zwischen Daumen und Zeigefinger.
  • Dickdarm 11 (Di 11 – Teich am Ellenbogen): Wind ausleitend, Hitze kühlend. Lage: Äußeres Ende der Ellbogenfalte, wenn Sie Ihren Arm vor Ihrer Brust anwinkeln.
  • Dickdarm 20 (Di 20 – Empfang der Düfte): Leitet Wind und Hitze aus der Nase aus. Lage: Äußere Ecke der Nasenlöcher.
  • Lunge 6 (Lu 6 – Tiefes Loch): Besänftigt die Lunge, öffnet die Oberfläche und kühlt Hitze. Lage: Auf der äußeren Hälfte der Innenseite des Unterarms, einen Daumen breit oberhalb der halben Strecke zwischen Ellenbogen- und Handgelenksfalte.
  • Extrapunkt 1 (Ex 1 – Siegelhalle): Wirkt kühlend und ausleitend. Lage: Mitte zwischen den Augenbrauen.
  • Extrapunkt 3 (Ex 3 – Durchgängige Nase): Öffnet eine verstopfte Nase. Lage: Am oberen Ende der Nasenflügelkerbe.
  • Gallenblase 20: (Gb 20 – Teich des Windes): Klärt den Kopf von Wind und Hitze. Lage: Am Hals in der Kuhle hinter dem dicken Muskelstrang, der zur Schulter führt.

Unser Rat: In der Not können Sie alle diese Punkte sogar selbst stimulieren, z. B. mit einem kreisenden Daumendruck oder der Spitze eines Kugelschreibers (mit eingezogener Mine).

Die genannten Punkte dienen einer schnellen Notfallbehandlung. Für eine tief greifendere Behandlung sollten Sie sich in der pollenfreien Zeit (Winter) gründlich von einem erfahrenen Akupunkteur untersuchen lassen. Häufig finden sich bei allergischen Erkrankungen auch andere energetische Dissonanzen, z. B. in den Funktionskreisen Leber oder Niere. Wenn diese behoben werden, beruhigt sich oft auch das Immunsystem, und die Allergie bleibt im nächsten Jahr aus.

Beachten Sie die Lagerung Ihrer Lebensmittel

Fruchtfliegen, Motten und Käfer fühlen sich in der warmen Zeit bei Ihnen besonders wohl. Sie verunreinigen Lebensmittel und Kleidungsstücke. Ihre Hinterlassenschaften sorgen für Hautreizungen, Entzündungen, Allergien und Darmprobleme.

Wenn Sie viele Vollkornprodukte in Ihrer Küche verwenden und sich gern etwas vorsorglich eindecken, werden Sie garantiert auch eines Tages die dazugehörigen Vorratssschädlinge kennenlernen. Die meisten dieser unerwünschten Plagegeister kommen mit dem Einkaufskorb ins Haus. Dörrobstmotte, Brotkäfer, Mehlmotte, Wollkrautblütenkäfer oder Speichermotte ziehen als blinde Passagiere in gekauften Lebensmitteln bei Ihnen ein. Praktisch ist kein Lebensmittel vor den Schädlingen sicher. Bis auf Salz, Zucker und reines Fett mögen sie alles. Besonders gern befallen sie Getreide und Getreideprodukte, die meist in der normalen Speisekammer aufbewahrt werden, in welcher es oft sehr warm ist. Backzutaten wie Nüsse, Rosinen, Trockenobst, Kakao oder Schokolade haben es ihnen angetan. Müsli steht ebenso hoch im Kurz wie Nudeln und Reis. Die Mehlmilbe verschmäht auch Tierfutter nicht.

Sagen Sie den ungebetenen Gästen den Kampf an – allerdings ohne Gift!

Gluten als Auslöser für Allergien

Brot möchten die meisten Deutschen nicht missen. Es stellt einen unverzichtbaren Teil ihres Speiseplans dar. Außerdem ist Brot ja auch ein Teil unserer Kultur. Normalerweise ist Brot-Getreide von großer Bedeutung für die Gesundheit, da es den Körper mit Kohlenhydraten, Vitaminen und einer großen Menge Ballaststoffe versorgt. Doch im Brot steckt auch Gluten, das mehr Menschen als bislang angenommen nicht vertragen können. Unerklärliche Übelkeit, Durchfälle und Bauchschmerzen machen ihnen zu schaffen.

Nun wäre es dennoch vergleichsweise einfach, auf Brot zu verzichten und so die unangenehmen Begleiterscheinungen zu umschiffen – wenn der Grund für das Unwohlsein einmal erkannt ist. Gluten steckt vor allem in Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel, aus denen Brot und Nudeln hergestellt werden. Dummerweise versteckt sich Gluten heute aber nicht nur in Brot, sondern in vielen anderen Lebensmitteln – etwa in Fertiggerichten, Fruchtjoghurts, Schokolade, Wurst, Pizza, Gewürzmischungen, Ketchup, Süßigkeiten, Vitamintabletten oder Babynahrung. In der Nahrungsmittelindustrie wird es Lebensmitteln als Aromastoff oder Stabilisator zugefügt.

Einer von 1.200 Bundesbürgern leidet der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE zufolge an einer Zöliakie, einer Überempfindlichkeit des Dünndarms gegen das Klebereiweiß Gluten aus Getreide. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Dunkelziffer ist hoch, da die Krankheit oft nicht oder erst spät erkannt wird. Manche Experten sprechen neuerdings gar von einem auf 200 Bundesbürgern. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass sich immer mehr Menschen fast ausschließlich von fertig hergestellten Nahrungsmitteln ernähren. Tritt eine Gluten-Unverträglichkeit bei Erwachsenen auf, wird das Leiden auch oft Sprue genannt.

Unter dem Einfluss von Gluten verkürzen sich die Darmzotten, die unter anderem für die Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm verantwortlich sind. Die Zotten entzünden sich, die Innenseite des Dünndarmes flacht allmählich ab. Die Folge ist eine mangelhafte Ausnutzung der Nahrungsinhaltsstoffe. Aus dieser Autoimmunerkrankung können schwere Mangelzustände resultieren – etwa Osteoporose, chronische Hepatitis und bei Kindern Wachstumsstörungen. Außerdem ist das Risiko für Darm- und Lymphkrebs deutlich erhöht. Daraus wird ersichtlich, wie wichtig es ist, dass Sie etwas gegen die Zöliakie unternehmen, wenn Sie zum betroffenen Personenkreis gehören.

Hühnereiweißallergiker: Vorsicht bei Impfungen

Wenn Sie ein Kind oder ein Enkelkind haben, dass eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß aufweist, sollten Sie vorsichtig sein, wenn es um Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln oder Grippe geht.

Gerade erstere Impfung ist zu empfehlen, da die Zahl der Erkrankungsschäden vor allem bei Masern um ein Vielfaches höher ist als die der eventuellen Impfschäden, die auftreten können. Und bei bestimmten kleinen Risikopatienten kann auch eine Grippeimpfung sinnvoll sein.

Aber beim Vorliegen einer Hühnereiweißallergie müssen die Kinder nach der Impfung für längere Zeit genau beobachtet werden. Der Grund dafür: Es kann sein, dass in den Impfstoffen noch Hühnereiweiß-Reste aus der Produktion vorhanden sind. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass es in seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion kommt.

Dagegen ist nicht nachgewiesen und völlig unbegründet die Angst, die Impfungen könnten Allergien erst auslösen. Vielmehr ist diese Behauptung inzwischen klar durch zahlreiche seriöse und streng wissenschaftlich durchgeführte Studien widerlegt worden.

Auch eine Wollallergie ist möglich

Vielleicht werden Sie ja jetzt gewissermaßen aufatmen, wenn Sie auch einen Pullover aus Merinowolle haben, durch den Sie unter Hautjucken leiden, wenn Sie ihn tragen. Bedeutet dies, dass Sie gegen die Wolle allergisch sind, also eine Wollallergie haben? Und: Geht das überhaupt?

Wollallergie oder Reizung – das ist hier die Frage

Es kann sein, dass Ihre Haut durch den Pullover gereizt wird. Das können Sie ganz einfach herausfinden: Stecken Sie Ihre Hand innen in den Pulli und fahren Sie mit ihr über die Innenseite. Fühlt sich das Material rau und kratzig an? Dann kann es sein, dass einfach „nur“ eine Reizung durch das Material vorliegt.

Wollunverträglichkeit existiert tatsächlich

Empfinden Sie das Material dagegen als sehr weich und angenehm, kann eine Unverträglichkeit bzw. Allergie vorliegen. Diese ist gar nicht so selten. Es gibt viele Menschen, die Kleidung aus reiner Wolle nicht tragen können, weil sie davon Hautjucken bekommen. Sie können dann ausprobieren, ob Sie unter Ihrem Pulli einen dünnen Unterziehpulli tragen können. Manchmal hilft das. Wenn nicht, müssen Sie leider auf Ihr Kleidungsstück verzichten.

Die zehn häufigsten Ursachen für Kontaktallergien

Eine wissenschaftliche Studie der Mayo Clinic hat die zehn häufigsten Ursachen für eine Kontaktallergie herausgefunden. Die Kontaktdermatitis ist eine Entzündung der Haut, die durch eine allergische Reaktion hervorgerufen oder durch äußere Einflüsse verursacht werden kann.

Etwa 9% der Deutschen, so schätzt der Deutsche Allergie- und Asthma-Bund, leiden an einer Kontaktallergie. Der wiederholte Kontakt mit dem Allergen kann zur Rötung und Schwellung der Haut sowie juckendem Ausschlag führen.

Zur Hitliste der Auslöser einer Kontaktallergie gehören:

  • Nickel, das häufig in Schmuckverschlüssen oder Knöpfen vorkommt.
  • Gold, das in der Regel als Schmuck getragen wird.
  • Balsam oder Perubalsam, die als Duftstoffe in Hautpflegeprodukten und Parfums verwendet werden.
  • Thimerosal, ein Konservierungsmittel, das in medizinischen Präparaten, zum Beispiel Impfstoffen, verwendet wird.
  • Neomycitinsulfat, das bei bakteriellen Infektionen als Antibiotikum eingesetzt wird.
  • Eine Mischung verschiedener Duftstoffe, die häufig in den verschiedensten Produkten verwendet werden.
  • Formaldehyd, einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie, der in zahlreichen Produkten verwendet wird, darunter Bindemittel, Klebstoffe, Papierharze, Kunst- und Schaumstoffe, Textilhilfsmittel, Düngemittel, Konservierungsmittel und Medikamente.
  • Cobaltchlorid, ein Metall, das in medizinischen Produkten, Haarfärbemitteln, Deodorants, Schnaps, Knöpfen und Werkzeugen vorkommt.
  • Bacitracin, ein äußerlich angewendetes Antibiotikum.
  • Quaternium 15, ein Konservierungsmittel, das in Kosmetika sowie Industrieprodukten wie Farbe, Poliermitteln und Wachsen verwendet wird.

Wenn der Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht, kann ein Hautallergie-Test die Substanzen herausfinden, die zu einer allergischen Reaktion führen.

Hennatattoos und ihre schmerzhaften Folgen

Es geht um einen sehr beliebten Sommerschmuck: Um aufgemalte, schwarze Tattoos. Immer wieder kann man, beispielsweise auf einer Kirmes, beobachten, wie gefragt die kleinen Stände sind, an denen diese Körperbemalungen angeboten werden. Scheinbar haben diese Bilder große Vorteile: Sie bleiben nicht dauerhaft auf der Haut, schmerzen nicht, weil sie nicht gestochen werden und sind preiswert. Schon Kinder lassen sich so ein Bildchen anfertigen.

Dennoch sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie sich so ein Bild aufmalen lassen. Es wird nämlich mit schwarzer Henna angefertigt. Henna scheint ja ein Naturprodukt zu sein – das trifft aber nur auf rote Henna zu. Bei ihr kommt es auch kaum zu Allergien. Schwarze Henna ist dagegen kein Naturprodukt, ganz im Gegenteil: Sie enthält viele chemische Substanzen, unter anderem das so genannte Paraphenylendiamin (PPD). Diese Stoffe sollen eigentlich nur bewirken, dass die Bilder dunkler sind und schneller auf der Haut haften.

Schwarze Henna bewirkt aber noch etwas ganz anderes. Sie kann dafür sorgen, dass sich die schönen Tattoos schnell in heftig schmerzende Wunden verwandeln. Es kommt nach 3 bis 4 Tagen zu schweren allergischen Reaktionen, ausgelöst eben durch das PPD.

Normalerweise treten allergische Reaktionen auf das PPD erst nach rund 10 Tagen auf – dann wären die Bilder aber schon längst wieder abgewaschen. Experten vermuten, dass die frühe Ausprägung der allergischen Reaktionen daran liegt, dass die Konzentration in schwarzer Henna 4 bis 5-mal höher ist, als normalerweise. Lassen Sie sich also den Sommer nicht durch hässliche Allergien verderben – verzichten Sie einfach auf diese Bilder.

So bekommen Sie eine Sonnenallergie in den Griff

Hautreaktionen, die durch Sonneneinwirkung entstanden sind, werden im Volksmund unter dem Sammelbegriff „Sonnenallergie“ zusammengefasst. Meistens steckt jedoch keine echte Allergie hinter den Hautsymptomen, sondern vielmehr eine Überempfindlichkeits-Reaktion der Haut auf ungewohnte Lichteinwirkung.

Echte Allergien der Haut können durch Sonneneinwirkung entstehen, wenn Sie bestimmte Substanzen einnehmen oder auf die Haut auftragen.

Diese Stoffe können Hautreaktionen in der Sonne auslösen:

  • Medikamente (z. B. Antibiotika, Johanniskraut, Roter Sonnenhut, Psychopharmaka)
  • ätherische Öle
  • Fette und Emulgatoren in Hautpflegeprodukten
  • Duftstoffe in Parfums
  • Konservierungsstoffe (z. B. Parabene)
  • chemische Lichtfilter (z. B. Oxybenzon)

Falls Sie auch während Ihres Urlaubs Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie sich vorher bei Ihrem Arzt erkundigen, ob Sie eventuell mit einer photoallergischen Reaktion rechnen und sich daher besonders schützen müssen.

Mit Antioxidantien und Kalzium beugen Sie der Sonnenallergie vor

Bei bestehender Neigung zu unerwünschten Hautreaktionen auf die Sonne, können Sie versuchen, Ihre Haut mit Beta-Carotin vorzubereiten. Nehmen Sie dazu etwa vier Wochen vor Ihrem geplanten Sonnenurlaub täglich 25 mg dieses Vitalstoffs in Form von Kapseln ein. Ebenso wie Beta-Carotin ist auch Lycopin als starkes Antioxidans in der Lage, die Haut für die Abwehr der durch die Sonnenstrahlen entstehenden freien Radikale zu stärken. Die tägliche Dosis für diesen Vitalstoff beträgt 10 – 20 mg. Kombinations-Präparate aus beiden Vitalstoffen bieten Ihnen doppelten Schutz.

Auch Kalzium hat sich bewährt, um die Haut vor entzündlichen Licht-Reaktionen zu schützen. Es stabilisiert die Zellmembran, sodass der Botenstoff Histamin schlechter aus den Zellen austreten und allergische Reaktionen auslösen kann. Beginnen Sie mindestens zwei Tage, bevor Sie sich intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen, täglich mindestens 500 mg Kalzium (aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke) einzunehmen, und führen Sie die Einnahme während Ihres gesamten Urlaubs fort.

Achtung! Wenn Sie Raucher sind, dürfen Sie täglich nicht mehr als 20 mg Beta-Carotin zu sich nehmen, da sich sonst die Lungenkrebsgefahr erhöhen könnte.

Eine Darmkur schützt Sie vor Immunreaktionen auf Sonnenlicht

Eine nicht ganz billige, aber sehr wirkungsvolle Methode der Vorbeugung ist die Stärkung des Immunsystems über die Darmschleimhaut. Da alle entzündlichen und allergischen Reaktionen über das Immunsystem, das zu 70 % in der Darmschleimhaut lokalisiert ist, gesteuert werden, ist eine Stärkung dieses Schleimhaut-Immunsystems so wirkungsvoll. Hierzu können Sie eine Woche vor Reiseantritt beginnen, ein aus Stoffwechselprodukten von Darmbakterien (Echerichia coli) hergestelltes Medikament einzunehmen. Dieses Präparat enthält keine Keime und ist daher ein reines Schleimhauttherapeutikum und kein Mittel zur Symbioselenkung. Es hat auf die Darmschleimhaut eine entzündungshemmende und immunregulierende Wirkung und kann dadurch den ganzen Organismus gegen überschießende Immunreaktionen stabilisieren.

Homöopathisches Kochsalz vertreibt die Bläschen bei Sonnenallergien

Wenn es doch zu viel Sonne war und sich trotz aller Vorbeugung juckende Bläschen gebildet haben, hilft Ihnen das homöopathische Mittel Natrium chloratum. Legen Sie 3 Globuli von dem potenzierten Kochsalz in der Potenz C 6 trocken unter die Zunge. In den meisten Fällen lässt der Juckreiz schon nach wenigen Stunden nach.

 

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