Der Wirkstoff-Mix der Chelat-Therapie soll die Durchblutung fördern

in Naturmedizin aktuell
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von Sylvia Schneider

Die Effekte der Chelat-Therapie wurden von ihren Befürwortern vielfach untersucht. Das Ergebnis einer brasilianischen Studie an knapp 3.000 Patienten beispielsweise belegte, dass Herzprobleme in 93 Prozent aller Fälle, Hirnleistungsstörungen in 54 Prozent und arterielle Durchblutungsstörungen der Beine in 98 Prozent aller Fälle gelindert werden konnten. Viele Patienten berichten schon nach wenigen Infusionen von einer Zunahme der Belastbarkeit. Die quälenden Schmerzen und Missempfindungen durch die Durchblutungsstörungen sollen nachlassen, die Füße wieder warm, Konzentrations- und Sehsstörungen gebessert werden.


Nebenwirkungen sind so gut wie unbekannt

Selten wird über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Muskelkater berichtet. Relativ häufig hingegen klagen die Patienten über ein Brennen an der Einstichstelle der Infusion. Ein erfahrener Therapeut kann das unter anderem lindern, indem er die Infusionsgeschwindigkeit mindert.

Pro Infusion müssen Sie etwa zwischen 100 und 150 Euro zahlen. Etwa 20 Infusionen gelten als das Wirkminimum. Dazu kommen je nach Lebensalter und weiteren Krankheiten zusätzliche Infusionen. Die Anzahl verdoppelt sich beispielsweise, wenn ein Diabetes und gleichzeitig eine Gefäßkrankheit vorliegen. Damit kommt ein ganz erkleckliches Sümmchen zusammen. Die Krankenkassen übernehmen davon nichts, da die Chelat-Therapie wissenschaftlich als nicht abgesichert gilt.

Gesunden Patienten, die die Chelat-Therapie lediglich zur Vorbeugung einsetzen möchten, werden zwei Infusionen pro Woche empfohlen. Ältere und kranke Menschen sollten nur einmal pro Woche eine Infusion erhalten. Für eine Infusion, die ambulant verabreicht wird, müssen Sie mindestens dreieinhalb bis vier Stunden Zeit mitbringen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Chelat-Therapie ist es bislang nicht zu schweren Nebenwirkungen gekommen.

Die Wissenschaft bleibt skeptisch

Kritiker bewerten die Chelat-Therapie hingegen äußerst skeptisch, denn sie sei mit erheblichen Risiken und Kosten verbunden und obendrein nicht wirksamer als ein Placebo. Zu einem vernichtenden Urteil kommt Professor Edzard Ernst vom Departement of Complementary Medicine in Exeter, der sich seit Jahren mit der Bewertung dieser Behandlungsform befasst und alle bislang veröffentlichten Studien analysiert. Er hält sie mindestens für überflüssig. Gestützt wird er durch eine Studie, in der bei den untersuchten Herzpatienten keine positiven Auswirkungen der Chelat-Therapie gefunden werden konnten. Bei einer einjährigen Nachuntersuchung waren in der Chelatgruppe ebenso viele Testpersonen an Koronaren Herzleiden erkrankt wie in der Kontrollgruppe.

Auf keinen Fall sollten Sie bei einer Arteriosklerose eine schulmedizinische Behandlung aufschieben oder aufgeben!

Weitere Informationen:

Deutsche Ärztegesellschaft für Chelat-Therapie

Atzelberg 2

65388 Schlangenbad

Tel.: 06129/5029719

Fax:06129/5029765
www.chelat-gesellschaft.de


von
Sylvia Schneider

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