Der Schmerz fährt wie ein Blitz in Ihre Nerven
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 23. September 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Unter einer Neuralgie versteht die Medizin einen akuten, anfallsartig einsetzenden, äußerst heftigen Schmerz (ähnlich wie bei der Post-Zoster-Neuralgie, von der ich Ihnen in der vergangenen Woche berichtete) im Versorgungsgebiet eines bestimmten Nerven. Am häufigsten kommt es zur Trigeminus-Neuralgie.
Die Trigeminusneuralgie trifft vor allem Frauen über 50 Jahren. Warum das so ist, weiß man noch nicht. Erleidet eine jüngere Frau eine solche Neuralgie, ist die Ursache meist nicht in den Nerven zu suchen. Diese liegt dann häufig in einem Tumor oder entzündlichen Veränderungen des Gehirns begründet.
Bei der so genannten essentiellen Form der „älteren Semester" lassen sich keine organischen Ursachen finden. Es wird vermutet, dass arteriosklerotisch veränderte Blutgefäße eine Rolle spielen könnten, wenn diese auf die Nervenwurzel drücken. Möglicherweise sind auch winzige Veränderungen in den Nerven selbst ein Auslöser der Neuralgie.
Der Schmerz bei der Trigeminusneuralgie fährt wie ein Blitz durch den Gesichtsnerv. Typisch ist, dass er in der Regel nur eine Gesichtshälfte betrifft. Am häufigsten beginnt er im Oberkiefer und strahlt zum Auge oder in die seitliche Stirn aus. Oft sind Ober- und Unterkiefer gemeinsam betroffen.
Ausgelöst wird der Schmerz meist durch Berühren eines so genannten Triggerpunktes - meist im Bereich des Oberkiefers, an der Wange oder am Nasenflügel. Um den Nervenschmerz auszulösen genügt oft schon eine leichte Berührung oder Bewegung, etwa beim Zähneputzen, Kauen oder Sprechen. Auch kalte Luft oder Veränderungen der Mimik können die Neuralgie triggern.
Meist dauert der Schmerz nur wenige Sekunden, manchmal 1/2 bis 1 Minute. Er kann sich im Laufe eines Tages in rascher Folge bis zu hundert Mal wiederholen. Zwischen den Schmerzattacken können im Anfangsstadium noch längere Pausen von mehreren Monaten oder gar Jahre liegen. Später werden diese schmerzfreien Intervalle deutlich weniger. Einen massiv vermehrten Speichel- und Tränenfluss, Naselaufen und Gesichtsrötung, Depressionen und Lebensangst gibt es "gratis" dazu.