Der Notfallplan für Ihren Reizdarm
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 14.11.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Der Reizdarm – das spastische Kolon beziehungsweise Colon irritabile – ist ein typisches Frauenproblem: Etwa 85 % aller Patienten sind Frauen. Das typische Opfer: die Mittvierzigerin, die sich schon seit 10 oder 15 Jahren mit ihrem nervösen Darm herum quält. Ständig hat sie einen aufgeblähten, harten Unterleib, manchmal Bauchweh. Häufig wechseln sich Verstopfung und Durchfälle ab. Sie fühlt sich matt, abgeschlagen und ohnmächtig.
Psychologen sagen, dies sei meist die Quittung für die Last der Doppelt- und Dreifachbelastung. Vor allem ehrgeizige Frauen seien betroffen. Die wahren Ursachen sind aber bisher nicht bekannt.
Bei einem Reizdarmsyndrom werden häufig auch folgende Sypmtome beobachtet:
• hastiges Essen
• Luft schlucken
• Bewegungsmangel
• ballastarme Kost
• zu häufiges und ausgiebiges Naschen.
Medikamentös werden Mittel gegen Darmkrämpfe eingesetzt. Viel wichtiger aber ist es, dass Sie Stress abbauen, wenn Ihr Darm auf diese Weise rebelliert. Regelmäßige Bewegung und regelmäßige, in Ruhe eingenommene Mahlzeiten sowie ausreichend Ruhepausen und das regelmäßige Ausüben von Entspannungsverfahren sind für Reizdarm-Geplagte das A und O.
Hilfreiche Kräuter – zum Beispiel als Tee - sind Kamille, Kümmel und Schafgarbe. Bei Bauchweh versuchen Sie es mit feuchtwarmen Bauchwickeln und Zubereitungen zum Beipsel aus Schöllkraut, Kümmel und anderen Heilkräutern. Hier gibt es verschiedene bewährte pflanzliche Präparate, nach denen Sie in der Apotheke fragen sollten.
Probieren Sie einmal aus, ob kurzfristiges Heilfasten Ihnen Linderung verschafft. Dabei sollte natürlich vorher der Rat des Arztes eingeholt werden. Manchmal werden bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen, die Sie dann konsequent meiden sollten. Auch homöopathische Zubereitungen sind häufig erfolgreich. Positive Erfahrungen werden ebenso mit chinesischer Pflanzenmedizin (lassen Sie sich von einem erfahrenen Therapeuten behandeln und kaufen Sie keine Mittel im Internet), Ozontherapie, Eigenblutbehandlung, Akupunktur und Entspannungsmethoden gemacht.
So sieht Ihr Erste-Hilfe-Programm für den Reizdarm aus
- Bevorzugen Sie leichte, nicht blähende Kost.
- Gewöhnen Sie sich eine feste Toiletten-Routine an.
- Verwöhnen Sie Ihren gestressten Bauch mit Wärmflasche, Heublumensack und Co..
- Lösen Sie die Krämpfe mit Pfefferminztee oder einem Fertigpräparat mit Minzöl aus der Apotheke.
- Weitere Magen- und Darmkräuter sind Anis, Fenchel und Kümmel.
- Bitterstoffreiche Nahrung stimuliert Ihren Appetit und harmonisiert Ihre Verdauung.
- Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen.
- Lernen Sie Entspannungsverfahren.
- Meiden Sie Stress, wo Sie nur können.