Der Kreisverkehr des Lebens
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 8. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5223
am Wochenende habe ich Ihre aufbauenden und nachdenklichen Leserbriefe zum Thema „Glück im Umglück: Zufriedenheit trotz Krankheit" gelesen. Sie haben mir und den anderen Lesern mit Ihren ehrlichen Worten viel mit auf den Weg gegeben. Krankheit - sei sie nun akut oder chronisch - ist immer ein Einschnitt, ein Anlass zum Nachdenken und Bilanzziehen. Auch wenn sie Menschen widerfährt, die man lieb hat oder gerne mag, hält man inne und verharrt vor Schreck. Und ab einem bestimmten Alter kommen ja die Einschläge auch immer häufiger und näher, wie man so schön sagt.
Niemand hört gern, dass der Zahn der Zeit an ihm nagt. Je älter, desto fitter - dieser Trend galoppiert. Doch niemand kann aus seinem eigenen Leben aussteigen. Nach wie vor ist es meist der Körper, der auf der Strecke bleibt. Dabei bedarf er einer besonderen Aufmerksamkeit, damit er uns durchs Leben tragen kann. Wir müssen uns im Laufe unseres Lebens auch mit seinen unangenehmen Seiten befreunden, mit Schmerzen und Krankheiten beispielsweise. So wie es Zeiten der Gesundheit gibt, gibt es Zeiten des Unwohlseins. Die Gegensätze von Anspannung und Entspannung halten sich so die Waage, ebenso wie das Streben hinaus in die Welt und zurück zu den Wurzeln. Das Leben wogt hin und her.
Das menschliche Interesse richtet sich fast immer auf das, was man gerade nicht hat: Ihr Leben ist voll Arbeit und Mühsal? Dann träumen Sie sicher von Ruhe und Reichtum! Ihr Leben verläuft in allzu ruhigen Bahnen? Dann sucht Sie gewiss Sehnsucht nach neuen Herausforderungen heim. Sie haben gar keine Wahl? Dann wird der Vogel der Freiheit vor Ihrem inneren Auge aufsteigen. Wenn Sie krank sind, wollen Sie nur noch eines: wieder gesund werden und dieses Glück genießen. Dankbar dafür sein. Doch wie schnell sind Schmerzen und Unglück dann auch wieder vergessen?
Nur das, was sich verschlimmert, kann sich verbessern, hat mich eine liebe Schwester in der Klinik getröstet. Lebendig sein umfasst immer auch die andere Seite - das Unangenehme und Schmerzhafte. Niemand sucht freiwillig den Schmerz. Dieser stellt sich von allein ein. Das Gefühl des Glücks tritt wahrscheinlich nur dann ein, wenn wir es schaffen, gerade das Negative in unserem Leben zu akzeptieren. Wenn wir uns eingebettet fühlen in einen größeren Zusammenhang, in dem Gutes und Schlechtes seinen Platz hat. Erst das Unangenehme schenkt der Dankbarkeit das Leben. Wenn wir nicht immer nur nach dem Positiven gieren, müssen wir vor Negativem nicht krampfhaft fliehen.
Der lebenskluge „philosophische Seelsorger" Professor Willi Schmid bringt es auf diesen Nenner: „Erfülltes Leben ist ein Balancieren zwischen den Polen des Positiven und des Negativen: Mit dem, was gut tut, neuen Atem zu schöpfen, gerade in einer problematischen Zeit, wenn das Leben eng wird - und auf der Höhe des Lebens vorbereitet zu sein, dass es auch andere Zeiten geben wird." So kann jeder Mensch mit seinem Leben fließen - und das sogar größtenteils heiter und gelassen, selbst wenn es mal nicht so gut geht. Die Kunst der Lebensbalance besteht darin, auf eine nüchterne Art trunken zu sein, glaubt der Professor.
Wie sehen Sie das?
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Annelore Krahmüller (08.09. 2009 07:19 Uhr):
Wie w a h r !!! Ganz ausgezeichnet. Danke und mit freundlichem Gruß
Antworten - Kommentar von Ursula Groll (08.09. 2009 08:58 Uhr):
Sehr gut auf den Punkt gebracht. Man müßte nur viel früher im Leben im Leben mit solchen "Weisheiten" vertraut gemacht werden, damit man mit den späteren Situationen besser umgehen kann.
Antworten - Kommentar von Ulrike Beisenherz (08.09. 2009 09:36 Uhr):
Natürlich ist das die ideale Einstellung,doch ich glaube, dass man zu bestimmten Meinungen, Tendenzen und Gefühlen auch ein Potential, sozusagen ein Talent braucht. Warum tun denn viele immer wieder, etwas , von dem sie wissen, dass es sie eigentlich zermürbt (Gedankenkreise, die sich immer gleich ziehen, ohne erkennbare Ergebnisse zu erzielen), krank macht (Lebensweisen). Warum führen sie Kriege,im Großen und im kleinen Stil? Darauf weiß ich nicht die Antwort, aber ich bin sicher, man sollte niemandem ein schlechtes Gewissen machen, weil er, oder sie, einfach nicht anders denken und handeln kann. Sie tun das nicht, in Ihrem Schreiben- dennoch suggeriert es eine gewisse Leichtigkeit, wenn man "nur" so und so die Sache sieht. Nette Grüße! Ulrike Beisenherz
Antworten - Kommentar von Hoffmann Dr med Horst A (08.09. 2009 12:02 Uhr):
Liebe Frau Schneider! Darf ich Sie so nennen? Spontan eine kurze Antwort: Ihre klugen und nachdenklichen Worte heben sich wohtluend ab von den vielen blanden Kommentaren und Empfehlungen in Sachen Gesundheit. Danke ! Das Erkennen ist aber eine Sache, das Umsetzen eine andere. Aber am Anfang steht zumindest immer eine Erkennen und Einsehen als erster Schritt. Alles Gute für Sie und Ihr Engagement. Mit fherzlichem Gruß, H. A. Hoffmann
Antworten - Kommentar von Edeltraut Pommerenke (08.09. 2009 12:39 Uhr):
Das ist der beste Bericht,den ich je gelesen habe,eine positive Einstellung haelt uns im Gleichgewicht. Vielen Dank
Antworten
- Kommentar von Karl chöni (09.09. 2009 08:55 Uhr):
Sie fragen um Kommentar. Nun, obwohl das was da zu lesen ist, ein eirklich guter Anfang ist, zu einem angenehmeren Weltbild zu kommen, haben. Ist es nur eine sehr begrenzte Ansicht. Mnschen sind ihre eigenen Schöpfer. Gedanken werden zu Gefühlen und Gefühle erstellen materielle Formen. Denke ich Krankheit so erstelle ich Krankheit, Denken wir Gesundheit, so erstellen wir Gesundheit. So erstellt sich jeder was er, durch die begrenz erfassenden Sinne, für wahr hält. Glauben wir an Lüge und Betrug so erstellen wir Lüge und Betrug. Es ist wertvoll, darüber tief nachzudenken, resp nachzufühlen, denn Denken erstellt immer, in jedem Moment, das, was man aus seinem Denken auslegt. Sie möchten Beweise, gibt es nicht, es kann nur erfahren werden, Lieber Gru7ss Karl Schöni.
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