Der Druck des Kammerwassers bedroht Ihr Auge
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 12. Oktober 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Ist der Innendruck Ihres Auges dauerhaft erhöht, können die empfindlichen Fasern Ihres Sehnervs so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass er abstirbt. Der Überdruck entsteht dadurch, dass das Kammerwasser zwischen Linse und Hornhaut im Bereich des so genannten Kammerwinkels nicht mehr richtig abfließen kann. Der Druck wird auf den hinter der Linse liegenden Glaskörper "weitergereicht". Dieser wiederum drückt dann auf die Netzhaut und beginnt die empfindlichen Nervenfasern des Sehnervs zu quetschen. Wird der Druck über längere Zeit nicht abgebaut, entstehen irreparable Schäden am Sehnerv.
Es kommt zu so genannten Gesichtsfeldausfällen. Da diese jedoch am Rande Ihres normalen Blickfeldes stattfinden, bleibt das gewohnte Sehen im Mittelpunkt erhalten. Dennoch kann es besonders im Straßenverkehr zu kritischen Situationen kommen, weil Sie rechts und links außerhalb Ihres Sehzentrums nichts mehr sehen und in diesen Winkeln andere Verkehrsteilnehmer übersehen können. Im Spätstadium der Erkrankung ist auch das Zentrum Ihres Sehfeldes beeinträchtigt.
Die Früherkennungsuntersuchung wird allen vom 40. Lebensjahr an empfohlen. Je früher ein Augen-Leiden entdeckt wird, umso bessere Aussichten hat Ihre Sehfähigkeit. Bei der schmerzlosen Untersuchung werden Ihnen zunächst Tropfen (Belladonna) in die Augengeträufelt, die Ihre Pupillen erweitern. So kann der Innendruck Ihres Auges, Blickfeld und Spitze des Sehnervs schmerzfrei untersucht werden. Manchmal liegen trotz des Glaukoms normale Druckwerte vor. Dann ist ein überempfindlicher Sehnerv die Ursache für die Erkrankung.