Der Blinddarm sollte nicht "vorbeugend" operiert werden

Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Blinddarm
vom


von Dr. Martina Hahn-Hübner

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie Ihren Blinddarm noch? Meiner ist nur 13,5 Jahre alt geworden – dann musste er raus. Er war noch nicht entzündet, nur gereizt. Aber da ich schon von klein auf häufig Bauchschmerzen gehabt hatte, entschieden sich die Ärzte damals, zu operieren. (Übrigens: seitdem gehören auch die ständigen Bauchschmerzen der Vergangenheit an).


Meine Leserin Anna E. stellt sich eine Frage, die in eine ähnliche Richtung geht. Sie möchte wissen, ob man einen Blinddarm „einfach so“ entfernen lassen sollte.

Sicherlich würde es manchen Menschen beruhigen, wenn er wüsste, dass er einer Blinddarmentzündung aus dem Weg gehen kann. Eine Blinddarmentzündung ist übrigens nicht ganz korrekt ausgedrückt – es handelt sich bei dem Körperteil, das Probleme machen kann, nur um ein Anhängsel des Blinddarms, den so genannten Wurmfortsatz. Während bei einigen Vogelarten der Blinddarm durchaus Verdauungsfunktionen übernimmt, hat er beim Menschen keinerlei Funktion.

Dennoch sollte man ihn nicht einfach so entfernen. Immerhin handelt es sich bei solch einem Eingriff um eine Operation, die unter Narkose gemacht wird. Für den Körper ist so ein Eingriff nicht harmlos – zudem birgt jede Operation Risiken. Daher sollten Sie den Blinddarm lieber behalten, solange er keine Probleme bereitet.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner.


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