Dengue Fieber Vorsicht bei Reisen zur Südhalbkugel der Erde

von unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Dengue-Fieber
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Seit Jahren freuen Sie sich auf Ihren Ruhestand und die damit verbundene Möglichkeit zu reisen. Ihr nächstes Ziel ist die Karibik - mehrere Inselbesuche winken. Umso erstaunter sind Sie, als der freundliche Herr aus dem Reisebüro Sie darauf hinweist, dass Sie sich auf Grund des Infektionsrisikos für Dengue Fieber besonders vor Insektenbissen schützen sollten. Das Dengue Fieber stellt für die Volksgesundheit in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde eine Bedrohung dar. Das gilt insbesondere für die Regenzeit und die daran anschließende Zeit.


Heimische Krankheit: Erreger und Übertragungsweg sind bekannt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Zahl der Dengue-Fieber-Infektionen pro Jahr auf 50 Millionen. Das Dengue-Fieber-Virus ist in den tropischen und subtropischen Regionen von Afrika, Nord- und Südamerika, den Karibischen Inseln, dem östlichen Mittelmeerraum, Südostasien und dem Westpazifik ständig vertreten.

Damit ist das Dengue Fieber in diesen Gegenden eine heimische Krankheit, von der ein größerer Anteil der Bevölkerung regelmäßig erfasst wird - Mediziner nennen das eine Endemie. Falls Sie also diese Gegenden bereisen wollen, sollten Sie sich klarmachen, dass Dengue Fieber eine ständige Gefahr darstellt, auch wenn gerade keine Epidemie grassiert.

Vier nahe miteinander verwandte Viren sind die Erreger des Dengue Fiebers (Flavivirus Typ 1 bis 4) und des weniger verbreiteten, aber dafür ernsteren Dengue-hämorraghischen Fiebers, das auch Dengue-Schock-Syndrom genannt wird.

Das Dengue Fieber kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Bestimmte Stechmückenarten sind das Bindeglied im Übertragungs-Zyklus. Häufigster Überträger ist die Stechmücke Aëdes aegypti. Sie sticht tagsüber und bevorzugt Städte als Lebensraum.

Gehen Sie bei Fieber nach einem Tropenaufenthalt unbedingt zum Arzt

Wenn Sie kurz nach Ihrer Rückkehr aus einer Region der Erde, in der Dengue Fieber endemisch ist, Fieber bekommen, sollten Sie so schnell wie möglich ärztlichen Rat suchen. Ihr Arzt kann mithilfe eines Bluttests herausfinden, ob Sie sich mit einem Dengue-Fieber-Virus infiziert haben.

Bei einer Erstinfektion entwickeln die Betroffenen das Dengue Fieber, eine ernste, grippeähnliche Erkrankung, die nur selten zum Tode führt. Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Schmerzen in den Augen, Gelenk- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Ausschlag. Bei jüngeren Kindern ist der Krankheitsverlauf normalerweise schwächer.

Für das Dengue Fieber gibt es keine spezielle Behandlung. Ärzte verordnen den betroffenen Patienten Bettruhe, eine hohe Flüssigkeitszufuhr und Medikamente, die das Fieber senken. Paracetamol ist im Allgemeinen wirksam. Dagegen sollten weder Acetylsalicylsäure- (Aspirin) noch Ibuprofen-haltige Arzneien verwendet werden. Bei deren Einnahme besteht bei Dengue Fieber ein erhöhtes Blutungsrisiko. Die Genesung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen.

Das weniger verbreitete, allerdings möglicherweise tödlich verlaufende hämorraghische Dengue Fieber bedarf der intensiven stationären Versorgung im Krankenhaus. Es tritt dann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf, wenn sich eine Person nach einer Erstinfektion zusätzlich mit einem weiteren Dengue Virus infiziert.

Mit diesen Symptomen müssen Sie rechnen

Zu den Symptomen des hämorraghischen Fiebers gehören hohes Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Schwindel und die Neigung zu Blutergüssen, Nasen- oder Zahnfleischbluten sowie manchmal auch zu inneren Blutungen. Die Infizierten können zudem lethargisch werden und ihr Geisteszustand kann sich verändern. Letzten Endes können dann Kreislaufversagen und Schock zum Tod führen.

Welche Möglichkeiten haben Sie, sich zu schützen?

Wenn Sie in eines der Dengue-Fieber-Infektionsgebiete reisen, sollten Sie versuchen, eine Erstinfektion zu vermeiden. So können Sie dem Ausbruch des gefährlichen hämorraghischen Dengue Fiebers nach einer weiteren Infektion am besten vorbeugen.

Moskitos, die das Dengue-Fieber-Virus übertragen, stechen gerne in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag, bevor es dunkel wird. Wenn Sie draußen sind, sollten Sie ein Insektenabwehrmittel benutzen, das den Wirkstoff DEET in einer 30%- bis 35%igen Konzentration enthält. Wenn Sie das entsprechende Produkt nach den Anwendungshinweisen verwenden, bietet diese Konzentration im Allgemeinen einen sicheren Schutz für Menschen jeden Alters.

Schützen Sie sich durch lange Hosen und Ärmel

Tragen Sie Schutzkleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen, Socken und Schuhe. In stark befallenen Regionen sollten Sie Ihre Kleidung mit dem Insektizid Permethrin behandeln. Permethrin schützt bis zu 2 Wochen, wenn es nach den Herstellerangaben angewendet wird.

Das Center for Disease Control und Prevention, eine amerikanische Gesundheitsbehörde, räumt für den amerikanischen Kontinent ein kleines, aber signifikantes Risiko für den Ausbruch von Dengue Fieber ein. Die Bedrohung wird von den Experten als minimal, aber dennoch real eingestuft.

Das gilt insbesondere für Texas und Teile des Südostens der USA, wo bereits mit dem Dengue Virus infizierte Moskitos nachgewiesen wurden.

Wissenschaftler forschen an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Dengue Fieber. Bislang sehen die Ergebnisse viel versprechend aus. Experten erwarten, dass der Impfstoff in naher Zukunft in den USA zugelassen wird.


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