Defekte Herzklappen reparieren oder ersetzen?
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 10. Februar 2011, 10:00 Uhr
GNL5356
Ca. 5,8 Millionen Deutsche leiden unter einer defekten Herzklappe. Am vergangenen Dienstag habe ich Ihnen gezeigt, welche Folgen der Defekt einer Herzklappe haben kann und an welchen Symptomen Sie einen Herzklappendefekt erkennen können. Lesen Sie heute, welche Therapiemöglichkeiten der Medizin heute zur Verfügung stehen.
Ein Herzklappendefekt lässt sich mit Medikamenten nicht beheben. Ein Eingriff wird daher bei einem fortgeschrittenen oder schwerwiegenden Herzklappenfehler immer notwendig sein.
Studien haben ergeben, dass eine Rekonstruktion der Klappen die Herzfunktion besser wieder herstellt als ein Austausch. Konsultieren Sie daher einen Chirurgen, der sich auf Herzklappenrekonstruktionen spezialisiert hat. Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für eine Rekonstruktion, denn die Langzeitrisiken künstlicher Herzklappen sind noch nicht erforscht.
Wenn ein Ersatz unvermeidlich ist: Es gibt rein mechanische, künstliche Herzklappen und biologische (Humantransplantate oder Material von Schweinen oder Rindern). Mechanische Klappen halten meist lebenslang, setzen aber die ebenso lange Einnahme von Blutverdünnern voraus, da immer eine latente Thrombose-Gefahr besteht.
Dieses Risiko besteht bei biologischen Ersatzklappen nicht. Dafür beträgt deren Haltbarkeit zurzeit nur 20 Jahre, dann ist ein erneuter Eingriff erforderlich. Die biologische Alternative ist vor allen bei älteren Patientin oft die bessere Wahl, da dann eine Dauermedikation mit Blutverdünnern entbehrlich ist.