Dauerstress kann zu Alzheimer führen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Stress
vom 31. Mai 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
das hören wir natürlich alle nicht gern: Seelischer Stress kann unter Umständen zu Alzheimer führen. Das berichten Forscher vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie. "Wer es schafft, hohen Dauerstress im Alltag zu reduzieren, ist besser vor Depression geschützt. Möglicherweise gilt das jedoch auch für langfristige Gehirnschäden wie etwa Alzheimer", erklärt Studienleiter Osborne Almeida.
Die Forscher kamen zunächst allerdings nur im Tierversuch zu dieser Erkenntnis. Sie setzten Ratten einen Monat lang täglich in überbesetzte Käfige oder auf vibrierende Plattformen, was bei den Tieren Stress auslöste. Gleichzeitig beobachteten sie den Hippocampus - die für Lernen und Gedächtnis zuständige Gehirnregion - sowie die präfrontalen Hirnrinde, die höhere geistige Fähigkeiten ermöglicht. Was sie hier vorfanden, entsprach den Veränderungen am Anfang einer Alzheimer-Erkrankung: In beiden Regionen traten so genannte phosphorilierte Tau-Proteine auf. Tatsächlich wurden die Tiere vergesslicher.
Sieht man von den zehn Prozent erblich bedingten Fällen ab, sind die Auslöser von Alzheimer bislang noch nicht bekannt. Schon in einer früheren Studie hatten die Forscher gezeigt, dass Stresshormone auch die Bildung des Beta-Amyloid-Proteins beschleunigen. Dieser Hauptverdächtige für die Krankheit bildet ebenfalls giftige Ablagerungen in den Nervenzellen und führt somit zum Gedächtnisverlust. Nun wurde ein zweiter Mechanismus entdeckt, der zu Impulsen der Alzheimer-Entstehung betragen dürfte.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb