Das sind die häufigsten Schädlinge im Haushalt
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 24. Januar 2012, 06:00 Uhr
GNL5356
wenn Sie viele Vollkornprodukte in Ihrer Küche verwenden und sich gern etwas vorsorglich eindecken wie ich, werden Sie garantiert auch eines Tages die dazugehörigen Vorratssschädlinge kennenlernen. Die meisten dieser unerwünschten Plagegeister kommen mit dem Einkaufskorb ins Haus. Dörrobstmotte, Brotkäfer, Mehlmotte, Wollkrautblütenkäfer oder Speichermotte ziehen als blinde Passagiere in gekauften Lebensmitteln bei Ihnen ein. Praktisch ist kein Lebensmittel vor Schädlingen sicher. Bis auf Salz, Zucker und reines Fett mögen sie alles. Besonders gern befallen sie Getreide und Getreideprodukte, die ja meist in der normalen Speisekammer aufbewahrt werden, in der es oft zu warm ist. Backzutaten wie Nüsse, Rosinen, Trockenobst, Kakao oder Schokolade haben es ihnen angetan. Müsli steht ebenso hoch im Kurs wie Nudeln und Reis. Die Mehlmilbe verschmäht auch Tierfutter nicht.
Die Tiere sind nicht immer ganz leicht zu entdecken, da sie sich gekonnt hinter Schränken, in Hohlräumen und Ritzen einnisten. Erste Hinweise können Fraßspuren an Ecken und Kanten von Verpackungen sein. Haben sie sich erst einmal heimisch gemacht, locken sie auch andere Schädlinge an. Sie verunreinigen die Lebensmittel durch ihren Kot, Spinnfäden oder Häutungsreste. Solche Hinterlassenschaften sind nicht nur äußerst unappetitlich, sondern auch gesundheitsschädlich, denn sie verursachen allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Hautreizungen, Bindehautentzündungen und Darmerkrankungen. Besonders gefürchtet ist Ungeziefer wie die Schabe, die sich nicht nur in Ihrer Küche tummelt, sondern auch auf Müll und Aas zuhause ist.
Die häufigsten Schädlinge im Haushalt
Dörrobstmotte: Sie lebt als Larve gern in den übrig gebliebenen Zutaten der Weihnachtsbäckerei, um im Frühjahr dann als Falter in anderen Lebensmitteln oder Tierfutter ihre Eier abzulegen. Sie erkennen dies an Gespinsten in den Nahrungsmitteln, die klumpig werden.
Brotkäfer: Er frisst etwa stecknadelgroße Löcher in Brot, Brötchen, Getreidekörner, Schokolade oder Hülsenfrüchte. Außerdem durchnagt er Verpackungsmaterialien. Wenig befallene Produkte können Sie erhitzen oder einfrieren und dann weiter verwenden. Bei starkem Befall sollten Sie die Lebensmittel entsorgen und Ihre Schränke gründlich reinigen.
Mehlwurm oder Mehlkäfer: Larven und Käfer verputzen Mehlprodukte, Teig- und Backwaren. Das Mehl wird klumpig und riecht muffig. Sind Larven drin, sind sie am Wuseln zu erkennen, Mehlkäfer können Würmer übertragen.
Kornkäfer: Hier richten vor allem die Larven einen großen Schaden an. Sie fressen das Innere von Körnern auf und lassen nur die Hülle übrig. Auch Backwaren und andere pflanzliche Produkte verschmähen sie nicht. Die befallenen Lebensmittel werden warm und riechen muffig. Sie sollten entsorgt werden, selbst wenn die Käfer keine Krankheiten übertragen.
Ameisen: Sie lieben Brot und zuckerhaltige Nahrungsmittel. Die winzigen honiggelben Pharaonenameisen können Kranheiten übertragen. Bei schwerem Befall muss vor allem die Königin im Nest getötet werden. Das ist mit Köderdosen mit Gift zu schaffen (Vorsicht mit Haustieren und Kleinkindern), empfehlenswerter ist es, professionelle Hilfe zu holen.
Wollkrautblütenkäfer: Zieht gern zum Herbst in Ihre Wohnung ein, um sich in Federn, Pelzen oder Wolle häuslich niederzulassen. Im Frühjahr beginnt dann das große Krabbeln.
Fruchtfliegen: Die winzige Fliege Drosophila tritt in der warmen Jahreszeit meist in größeren Mengen auf. Sie lebt von Obst, Saft, Wein, Bier, Küchenabfällen und Kompost. Bei warmem Klima und Fäulnis jeder Art vermehrt sie sich rasch.
Schaben: Sie fühlen sich auf allen Arten von Lebensmitteln wohl, aber auch in Schmutz und Dreck. Als Krankheitsübertager sind sie gefürchtet. Schaben sollten von einem professionellen Schädlingsbekämpfer ausgerottet werden.
Das können Sie tun, um das Küchen-Ungeziefer zu vertreiben
Wenn Sie einen dieser Schädlinge in Ihrem Haushalt finden, ist dies keine Schande und kein Beweis für eine unhygienische Haushaltsführung. Keine Wohnung ist vor diesen Eindringlingen sicher. Sie müssen auch nicht gleich mit der Giftspitze losziehen. Bei einer Unterdosierung erledigen Sie die kleinen Biester nicht, diese können jedoch Resistenzen gegen die Mittel aufbauen. Bei Überdosierung verseuchen Sie Ihre eigene Atemluft. Die meisten Schädlinge können Sie ohne Gift erfolgreich bekämpfen.
So erkennen Sie den Befall von Lebensmitteln: Selbst ungeöffnete Verpackungen bieten keinen Schutz vor den Schädlingen. Inspizieren Sie deshalb den Inhalt von allen Lebensmittelverpackungen gründlich. Sind Fraßspuren an der Verpackung zu sehen? Häufig sind Fraßschäden, Kot, Fäden oder Schmutzteilchen zu erkennen, die zu kleinen Klumpen in dem entsprechenden Lebensmittel führen. Manche Schädlinge hinterlassen auch versponnene Puppen oder Häutungsreste. Milben und Staubläuse sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Schütten Sie deshalb Mehl oder Grieß auf einer Platte aus und schauen nach einer halben Stunde nach, ob sich Furchen gebildet haben oder sich die Oberfläche verändert hat.
Darüber hinaus helfen Ihnen folgende Maßnahmen:
- Gönnen Sie Ihrer Vorratskammer regelmäßig Licht und Luft. Wischen Sie sie so oft es geht mit Essigwasser aus.
- Lagern Sie die Lebensmittel kühl und trocken.
- Kaufen Sie nicht so große Mengen und verbrauchen Sie diese rasch.
- Kontrollieren Sie Ihre Vorräte auf Fraßschäden, bevor Sie diese einlagern.
- Füllen Sie die Lebensmittel aus Plastik- und Folienverpackungen um in fest verschließbare Behälter aus Glas. Dieses ist sauerstoffdicht und geschmacksneutral, so dass das Lebensmittel nicht beeinträchtigt wird wie es bei Plastik häufig der Fall ist.
- Kontrollieren Sie Ihre Backzutaten regelmäßig. Nüsse, Rosienen oder Korinthen werden meist selten gebraucht und lagern von Einsatz zu Einsatz in angebrochenen Tüten.
- Befallene Lebensmittel müssen Sie außerhalb Ihrer Wohnung entsorgen. Schränke und Behälter müssen feucht ausgewischt und gut abgetrocknet werden. Ecken und Ritzen saugen Sie am besten aus und erhitzen sie zusätzlich mit einem Fön, um verbliebene Eier abzutöten.
- Gegen Motten helfen giftfreie Methoden wie Ahornbügel oder -holzklötzchen, Lavendelbäusche oder Pheromonfallen. In Bioläden erhalten Sie so genannte Trichogramma-Karten, aus denen Schlupfwespen schlüpfen, die Ihre Motten und deren Eier auffressen. Sind keine Motten mehr da, sterben die Schlupfwespen.