Das Geheimnis des Salzwassertanks
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 15. November 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
Der Arzt und Neurophysiologen Dr. John C. Lilly entwickelte die ersten mit Salzwasser gefüllten Floating-Tanks vor gut 60 Jahren in Kalifornien. Er entdeckte, dass Körper und Seele gleichermaßen positiv auf das Schweben reagieren. Es stellt sich eine totale körperliche Entspannung ein, Verspannungen lösen sich und Stresssymptome schwimmen davon. Lilly erforschte daraufhin die Reaktion des menschlichen Gehirns auf einen vollständigen Reizentzug. Dabei konnte er typische Veränderungen der Hirnfunktion feststellen: Die beiden Hirnhälften tauschen verstärkt Informationen aus und arbeiten in einer niedrigeren Frequenz. Stress und Hektik werden einfach ausgeblendet, Stresshormone wie Kortisol oder Adrenalin abgebaut und die Ausschüttung von körpereigenen Schmerzhemmern (Endorphinen) gesteigert. Der Puls wird langsamer, die Blutgefäße erweitern sich, das senkt den Blutdruck und verbessert die Nährstoffversorgung sämtlicher Körpergewebe. Muskulatur, Gelenke und Wirbelsäule werden durch die Schwerelosigkeit entlastet.
Inzwischen ist die positive Wirkung des Floatings auch hinreichend wissenschaftlich belegt. Psychologen der Universität Amsterdam werteten insgesamt 27 Studien zum Schwebezustand im Salzwassertank aus. Ihr Fazit: Die günstigen Effekte des Floatings auf Entspannung, Stimmung und Leistungssteigerung sind etwa doppelt so hoch wie diejenigen von anderen und stärker verbreiteten Entspannungstechniken wie der progressiven Muskelentspannung oder dem Biofeedback etwa.
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