Darauf sollten Sie beim Zahnpasta-Kauf achten
Täglich Gesund
vom 10.02.2005 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
Herr Ingo M. schrieb mir, dass sein Zahnarzt ihm geraten habe, sich nach einer neuen Zahnpasta umzusehen – am besten nach einer mit möglichst vielen natürlichen Inhaltsstoffen. Daraufhin wollte Herr M. von mir wissen, wozu eigentlich die vielen "chemischen" Inhaltsstoffe in den Zahnpasten nötig sind und ob eine natürliche Paste genauso gut gegen Karies hilft.
Grundsätzlich einmal wirkt keine Zahnpasta alleine gegen Karies. Sie ist immer nur ein unterstützendes Mittel. Es kommt genauso auf die richtige Putztechnik an; zudem sollten Sie sich von Ihrem Zahnarzt auch die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraum-Bürstchen zeigen lassen.
Eine "chemische" Zahnpasta besteht zu jeweils 30 % aus den Putzkörpern, Feuchthaltemitteln und Wasser – den Rest bilden Bindemittel, Schaummittel und Konservierungsstoffe, sowie Geschmacks-, Süß- und Farbstoffe. Manchmal sind in diesen 10 % auch noch therapieunterstützende Stoffe enthalten.
Sie sollten vor allem auf die Putzkörper achten. Dies sind bestimmte Stoffe, zum Beispiel Calciumcarbonat, die den Zahnbelag sanft abschleifen sollen. Bei Zahnpasten mit natürlichen Inhaltsstoffen werden als Putzkörper meist Kieselerde, Lavaerde, Kreide oder Meersalz eingesetzt. Der Wirkungsgrad der Schleifwirkung, der Relative Dentin Abrieb (RDA) darf einen Wert von 250 nicht überschreiten und kann von den Herstellen auf der Packung angegeben werden. Suchen Sie sich eine Zahnpasta mit einem RDA-Wert von maximal 80, diese ist für den täglichen Gebrauch ausreichend.
Vermeiden sollten Sie auf jeden Fall Zahnpasten mit dem Inhaltsstoff Natriumlaurylsulfat. Dies ist ein Schaumbildner, der sich oft auch hinter der Bezeichnung Sodium Lauryl Sulfat versteckt. Er gilt als stark hautreizendes Tensid und kann das Zahnfleisch schädigen.
Diese Zutat, aber auch chemische Aromastoffe sind in "natürlichen" Zahnpasten nicht enthalten. Auch auf Konservierungsstoffe und auf Schaumbildner wird verzichtet; Flourid ist nur in wenigen Zahnpasten enthalten. Statt dessen finden Sie in solchen Pasten Kräuter und ätherische Öle, die den frischen Geschmack nach dem Putzen luiefern und gleichzeitig für eine Kräftigung des Zahnfleischs sorgen.
Ist Ihr Zahnfleisch gereizt oder wund, sollten Sie eine Pasta mit Arnika, Ringelblume oder Hamamelis wählen – diese wirkt heilend. Zahncremes mit Teebaumöl, Echinacea, Salbei oder Rosmarin wirken gegen kariesauslösende Bakterien. Enthält Ihre Zahncreme Kamille, Myrrhe oder Eibischwurzel, wirkt sie vorbeugend gegen Entzündungen.