Daran erkennen Sie einen Hautkrebs
Täglich Gesund zum Thema Hautkrebs
vom 21.11.2007 16:00 Uhr
GNL5356
Unter Pigment- und Leberflecken leiden viele Menschen. Aber wie genau können Sie erkennen, ob es harmlose Flecken sind? Und woran erkennen Sie Hautkrebs?
Wer viele Pigmentmale hat, sollte besonders wachsam sein. Meist sind sie durch zu starke Sonneneinwirkung in der Kindheit entstanden. Menschen mit mehr als 40 Pigmentmalen am Körper zählen zur Risikogruppe für Hautkrebs. Die Zahl der Menschen, die an Hautkrebs erkranken, hat sich nach den Erfahrungen von Hautärzten in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. Die Ursache dafür ist der übertriebene Sonnen- und Solarienkult. Die Furcht vor Hautkrebs hat auf der anderen Seite zu einer fast hysterischen vorsorglichen Schnippelei an Muttermalen und Pigmentflecken geführt. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen hat dies kritisiert – zumal die operativen Eingriffe oft nicht wirklich der Diagnose von Hautkrebs dienten, sondern auf die Profitgier mancher Hautärzte zurückzuführen seien. Zunächst einmal ist nur das geschulte Auge des Arztes gefordert. Er kann erkennen, ob der Pigmentfleck, das Muttermal oder der Leberfleck in Farbe, Form und Durchmesser auffällig ist.
Hautkrebs hat viele Gesichter
Deshalb sollten Sie regelmäßig einen Hautarzt aufsuchen, um Ihre Pigmentmale begutachten zu lassen. Zumal es Körperstellen gibt, die Sie selbst nicht exakt genug einsehen können – etwa am Rücken oder an der Hinterseite der Beine. Hautkrebs entwickelt sich meist über Jahre hinweg. Auch raue Stellen oder Krusten, die nicht mehr weggehen, sollten Sie im Auge behalten. Nur ein Bruchteil aller Hautkrebse entsteht aus Leberflecken. Viele bilden sich auch an anderen Hautstellen – etwa unter den Fußnägeln oder zwischen den Zehen. Auch stellen, die sich wie Sandpapier anfühlen, oder helle Knötchen können sich als Hautkrebs entpuppen.
Der gefährlichste ist der Schwarze Hautkrebs, das Maligne Melanom. Er entwickelt schon früh Metastasen und ist deshalb unbehandelt lebensgefährlich. Dabei ist der „helle Hautkrebs“ – der Stachelzellkrebs – viel häufiger und kann ebenfalls zum Tod führen, wenn er nicht frühzeitig behandelt wird. Gerade diese Form von Hautkrebs hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen.
Hautkrebs entwickelt sich meist an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind
Vorstufen für einen hellen Hautkrebs können raue Stellen, rötliche Flecken oder Knötchen sein, die von allein nicht wieder verschwinden. Sie können einem Ekzem, einer Pilzinfektion oder einer Schuppenflechte ähneln. In der Medizin werden sie aktinische Keratosen genannt. Sie treten meist an Hautarealen auf, die stark der Sonne ausgesetzt sind: Stirn, Kopfhaut, Nasenrücken, Wangen oder Ohrmuscheln. Erst später treten die für den Stachelzellkrebs typischen knotigen Verhornungen auf, die sehr leicht zu bluten beginnen. In 20 % der Fälle entwickelt sich daraus der Stachelzellkrebs, der auch Tochtergeschwülste bildet. Vergleichsweise harmlos ist der Basalzellenkrebs. Er bildet keine Metastasen und entsteht überwiegend im Gesicht. Dort kann er allerdings recht groß werden. Die Basaliome können jedoch in die Tiefe wachsen und sich in seltenen Fällen durch Knochen oder Blutgefäße „fressen“.
Das Maligne Melanom erkennt der Hautarzt unter anderem an der A-B-C- D-E-Regel:
A = Asymmetrie: Das Hautmal hat eine unregelmäßige Form.
B = Begrenzung: Es hat keine scharfen, sondern eher ausgefranste Ränder.
C = Colour: Das Mal hat keine einheitliche, sondern unterschiedliche Farben, oft ist es gescheckt.
D = Durchmesser: Es wird gefährlich, wenn es größer als 5 Millimeter ist.
E = Erhebung: Ist das Hautmal nicht eben, ist das Krebsrisiko hoch.
Besteht dann der Verdacht auf ein Melanom, wird sich der Arzt das Hautmal beziehungsweise den verdächtigen Hautbezirk unter einem Auflichtmikroskop anschauen. Erst wenn sich jetzt der Verdacht erhärtet, sollte operiert und das entnommene Gewebe histologisch untersucht werden. Bei kleineren Stellen macht das normalerweise der Hautarzt selbst. Besser aufgehoben sind Sie aber in einer Hautklinik, in der Sie im Falle einer Krebserkrankung auch weiterbehandelt werden. Sitzt das betreffende Gewebe an einer exponierten Stelle, empfiehlt es sich, zu einem ästhetisch-plastischen Chirurgen zu gehen, damit ein optisch gutes Ergebnis erzielt wird.
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