Cremes gegen Falten: Wirkung nur unter dem Mikroskop sichtbar
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Sanfte Faltentherapie
vom 16. April 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Faltencremes sind der Renner unter den Kosmetikprodukten. Gerade Frauen geben das Geld für solche Produkte aus, in der Hoffnung, sich jugendliche Haut zu bewahren oder aber Falten und Fältchen zu mindern. Und zumindest in der Werbung wird ja auch versprochen, dass der neueste Wirkstoff tatsächlich Falten deutlich mindern kann.
Leider bleibt von dieser Faltenminderung nicht mehr viel, wenn die Cremes einmal auf Herz und Nieren bzw. auf Faltenminderung hin untersucht werden. Dies hat zum Beispiel das französische Verbrauchermagazin Que choisir" gemacht und eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die die Wirkung von Anti-Falten-Cremes untersuchte.
215 Frauen im Alter zwischen 37 und 70 Jahren testeten 11 Cremes, die sich alle damit rühmen, Falten zu mindern. Vier Wochen lang wurde die Feuchtigkeit in der Haut der Frauen gemessen. Es wurden aber auch 3-D-Abbildungen der Haut gemacht, um den Effekt der Cremes auf die Falten zu untersuchen.
Das Ergebnis war geradezu enttäuschend: Zwar konnten einige Cremes die Haut besser mit Feuchtigkeit versorgen als andere. Aber die beste Creme verringerte die Falten gerade einmal um 10 %. Ein Effekt, der sich vielleicht noch gut anhören mag, aber mit bloßem Auge für Menschen noch nicht einmal erkennbar ist. Dazu brauchen Sie schon Lupe oder Mikroskop. Im Durchschnitt wurden Fältchen und Falten nur um 4 % verringert.
Erschreckend ist aber nicht nur die geringe Wirkung der Cremes, sondern auch der Preis: zwischen 25 und 100 Euro kosten 100 ml - dafür erhalten Sie lediglich leere Werbeversprechen und Ihre Haut ein bisschen Feuchtigkeit, die aber auch eine normale Tages- oder Nachtcreme aus der Drogerie liefert.