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Rauchen: Lunge und Leber verlangen „Aufhören!“

Während der Feiertage traf ich bei einem Familientreffen einen alten Sportsfreund wieder. Er leidet seitdem wir uns zum letzten Mal sahen schwer an der COPD, der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit. Seine Lungenfunktion beträgt nur noch 40 Prozent. Das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

COPD: Die Seuche des 21. Jahrhunderts?

Er ist in seiner Bewegung stark eingeschränkt, weil er kaum noch schnaufen und krauchen kann. Doch Bewegung ist für ihn so immens wichtig, denn er muss ja sein Herz am Laufen halten. Besserung spürt er dadurch allerdings keine, denn das schöne Körpergefühl nach sportlicher Betätigung macht ihm seine rasselnde Lunge zunichte. Leider ist dieses Leiden progredient, wie die Mediziner sagen. Fortschreitend. Irreparabel. Früher war Hartmut einer unserer Cracks, heute ist er eines unserer Wracks.

Der Grund: Er hat 40 Jahre gequalmt ohne Ende. Wie so viele von uns. Trotz Sport. Aber Sie kennen das ja: Es gibt ein Lebensalter, in dem man glaubt, man sei unverwundbar. Was für ein Irrtum! Das Leiden COPD hat in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches zugenommen. Schon ist von der Seuche des 21. Jahrhunderts die Rede. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet damit, dass COPD schon bald die dritthäufigste Todesursache ist. Mehr als fünf Millionen Bundesbürger sollen bereits erkrankt sein.

Quälende Atemnot als Hauptmerkmal

Das Gewebe der Bronchien ist durch ständige Entzündungen vernarbt und hat sich zurückgebildet. Das Lungengewebe wird immer starrer. Das Atmen fällt immer schwerer. Logischerweise steht an erster Stelle der Behandlung der Verzicht auf den Glimmstängel. Das ist das Nonplusultra, denn damit können Sie das Fortschreiten der Krankheit stoppen oder zumindest verlangsamen.

Einmal von diesem schweren Leiden abgesehen: Viele wollen mit Jahresbeginn dem Rauchen abschwören und der Zukunft schon wegen der Anti-Raucher-Gesetze sowie der damit verbundenen drastischen Einschränkungen qualmfrei in die Augen schauen. Um mit dem Rauchen aufzuhören, müssen Sie wirklich innerlich bereit sein. Und das muss natürlich nicht unbedingt an Neujahr sein. Doch Phasen, in denen Sie besonders gestresst sind, eignen sich nicht zum Aufhören. Deshalb ist so eine Art Neubeginn wie der Jahresanfang eine gute Gelegenheit. Vor allem aber sollten Sie Familie und Freundeskreis unterstützen. Forscher haben nämlich festgestellt, dass Männern das Aufhören wesentlich leichter fällt, wenn sie in dieser Zeit von ihren Partnerinnen, Familie und Freunden besonders „gepampert“, sprich umsorgt werden wie ein Baby.

Rauchen: Zusätzliche Gefahr für Ihre Leber

Rauchen kann viele Folgeschäden verursachen. Lunge, Herz, Zähne, Haut können unter anderem von zu viel blauem Dunst betroffen sein. Weniger bekannt: Auch die Leber ist dem Zigarettenrauch schonungslos ausgeliefert und gerade wenn diese vorgeschädigt ist, kann es zu verheerenden Folgen kommen. Der Grund dafür: Die Leber ist das Entgiftungsorgan unseres Körpers. Die Schadstoffe, die Sie mit dem Zigarettenrauch aufnehmen, filtert sie wieder aus dem Blut. Das belastet sie extrem.

Besonders gefährlich ist das, wenn Ihre Leber schon durch eine andere Erkrankung oder ungesunde Lebensweise angegriffen ist. Dann kann das Rauchen zum Beispiel eine bereits vorhandene Fettleber so stark schädigen, dass es zu einer lebensgefährlichen Leberzirrhose kommt. Daher sollten Sie das Rauchen aufhören. Das ist natürlich ein guter Rat für alle Raucher. Besonders aber sollten Sie ihn sich zu Herzen nehmen, wenn Ihre Leber bereits vorgeschädigt ist. Denn kommt es durchs Rauchen zu einer Leberzirrhose, schrumpft Ihre Leber und vernarbt. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass eine Lebertransplantation nötig ist.

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