Chronisch bstruktive Lungenerkrankung: So verbessern Sie Ihre Atmung
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund
vom 16. September 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Wenn Sie noch einen weiteren Grund suchen, sich das Rauchen abzugewöhnen, so ist es diese Diagnose: Aufgrund Ihres anhaltenden Hustens und Ihrer Kurzatmigkeit stellt Ihr Arzt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (= chronic obstructive pulmonary disease, COPD) fest. Diese fortschreitende Krankheit tritt dann auf, wenn bei einer meist durch Rauchen geschädigten Lunge die Atemwege verengt sind. Dieses kann Ihr Leben verkürzen.
Wird COPD im Anfangsstadium entdeckt, wie es meistens der Fall ist, können die Krankheitssymptome oft durch die Einstellung des Rauchens und eine gesündere Lebensweise abgemildert werden. Auf diese Weise verbessert sich die ganze Situation. Bei schwereren Formen von COPD können Medikamente und Therapien eingesetzt werden, die Ihnen das Atmen erleichtern und somit Ihre Lebensqualität steigern.
Nach Angaben der European Lung Foundation hat die COPD weltweit den Status einer Volkskrankheit erreicht. Rund 15% der über 40-Jährigen sind davon betroffen, bei den 70-Jährigen sind es bereits 30%. In Deutschland rangiert COPD bei älteren Menschen unter den Haupttodesursachen. Dennoch sterben die meisten Patienten, die nur leicht bis mittelschwer an COPD erkrankt sind, nicht mehr an dieser Lungenerkrankung, wenn sie das Rauchen aufgeben.
In den meisten Fällen tritt COPD durch eine Kombination dieser beiden Funktionsstörungen auf:
- Chronische Bronchitis Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung der Bronchien, die mit einer Schwellung der Schleimhäute einher geht. Bei dieser Erkrankung kommt es zu dauerhaftem Husten mit ständiger Schleimbildung.
- Lungenemphysem Hierbei handelt es sich um eine Entzündung, die durch eine Schädigung der kleinen, elastischen Luftbläschen (Alveolen) am Ende der Bronchien hervorgerufen wird. Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung ist das erste Symptom eines Lungenemphysems.
Probleme entwickeln sich schleichend über die Jahre
Diese Probleme entwickeln sich schleichend im Verlauf der Jahre. Im Anfangsstadium kommt es nur zu geringen Krankheitssymptomen. Wenn Sie Raucher sind, kann eine Messung des Atemvolumens namens Spirographie und eine Röntgenaufnahme des Brustraumes Aufschluss darüber geben, ob Sie an COPD zu erkranken drohen oder nicht.
Die Untersuchungen können ein Ergebnis liefern noch bevor erste Symptome von COPD auftreten. Jedenfalls sollten ein chronischer Husten oder andere Atemveränderungen nicht allzu leicht als ,,Raucherhusten" oder mangelnde körperliche Fitness abgetan werden. Es könnten erste Anzeichen für COPD sein.
So atmen Sie besser
Um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, sollten Sie die Ursachen ausschalten. In den meisten Fällen bedeutet das: Sie müssen mit dem Rauchen aufhören. Leiden Sie an leichter bis mittelschwerer COPD, dann ist das folgende Ergebnis einer Studie wichtig für Sie: Nach 11 Jahren senkt das Aufgeben des Rauchens das Risiko, an schwerer COPD zu erkranken, deutlich von 18% auf 3%.
Folgende Maßnahmen können Ihnen bei leichter bis mittelschwerer COPD helfen:
- Vermeiden Sie Atemwegsinfektionen Zur Vorbeugung sollten Sie sich einer Pneumokokken-Impfung sowie der jährlichen Grippe-Impfung unterziehen. Auch grundlegende Gesundheitsvorkehrungen, wie häufiges Händewaschen, sind hilfreich.
- Tägliches körperliches Training Hierdurch wird die Funktionsfähigkeit Ihrer Muskeln und Ihres Kreislaufsystems erhöht.
- Verwendung von schnell wirksamen Bronchodilatatoren Die Bronchialmuskeln entspannen sich und sind weniger krampfanfällig. So wird das Abhusten gefördert und das Atmen erleichtert.
- Meiden Sie Reizstoffe Sie sollten nicht nur aufhören zu rauchen, sondern auch Stoffe meiden, die Ihre Lunge reizen. Dazu gehören zum Beispiel das Passivrauchen, Luftverschmutzung, Holzrauch aus offenen Feuerstellen sowie starke Gerüche oder Staub.
Eine ausgewogene Ernährung Halten Sie Ihr Wohlfühlgewicht. Sind Sie zu dünn, werden Sie anfälliger für Krankheiten, haben Sie Übergewicht, begünstigt das Kurzatmigkeit
Diese Behandlungsmöglichkeiten können Ihnen bei mittelschwerer bis schwerer COPD helfen:
- Lang wirksame Bronchodilatatoren Hierzu gehören Beta-Agonisten Salmeterol (Serevent®) und Formoterol (Foradil®). Diese Medikamente können die Lebenserwartung erhöhen und die Lungenfunktion sowie die Lebensqualität verbessern. Somit wird das Risiko von lebensbedrohlichen Infektionen (Krankheitsschübe) und Krankenhausaufenthalten reduziert. Eine weitere Art von Bronchodilatatoren sind die lang wirksamen Antimuskarinika, wie Tiotropium (Spiriva®). Dieses Medikament zeigt ähnliche Wirkung, wurde jedoch noch nicht dahingehend geprüft, ob es die Lebenserwartung verlängert. Kürzlich kamen Bedenken bezüglich Schlaganfallrisiken auf, die durch die Einnahme von Tiotropium ausgelöst werden könnten. Die FDA (Food and Drug Administration = Arzneimittelzulassungsbehörde der USA) gab für dieses Medikament eine Warnung heraus. Jedoch ist bis heute nicht bekannt, ob die Vorteile von Tiotropium dieses geringe Risiko aufheben. Eine für diesen Herbst erwartete Studie soll diese Fragen beantworten.
- Corticosteroide Bei schwerer und unkontrollierbarer COPD ist die Verwendung eines Corticosteroid-Inhalators empfehlenswert.
- Zusätzliche Sauerstoffzufuhr Wenn Sie Ihrem Blut mit dem normalen Atemvorgang nicht genügend Sauerstoff zuführen können, so benötigen Sie eventuell ein Gerät, das die Sauerstoffzufuhr Ihrer Lunge unterstützt. Da diese Maßnahmen alle sehr schwierig in der Durchführung sind, profitieren Patienten oft von einem umfassenden Lungenrehabilitationsprogramm. Im Falle eines schweren fortgeschrittenen Lungenemphysems sollten Sie auch eine Operation in Betracht ziehen. Dabei wird angegriffenes Lungengewebe entfernt, damit das gesunde Gewebe effizienter arbeiten kann.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wolfgang Börner (16.09. 2009 16:29 Uhr):
Ein Lungenemphysem ist keine Entzündung, sondern eine Aussackung im Lungengewebe aufgrund vieler geplatzter Alveolen. Nach häufigen Entzündungen und auch mechanischen Reizungen der Wandungen der Alveolen durch Rauch und Teer werden diese in Bindegewebe - Narben, umgestaltet. Die Aussackungen entstehen,wenn geschädigte Alveolen bei höherem Druck durch zum Beispiel einen Hustenanfall platzen. Das Emphysemgewebe, ,die Aussackungen sind für die Aufnahme von Sauerstoff verloren. Eing gut verständliches Bild: Alle Lungenbläschen eines Menschens würden ausgebreitet ungefähr die Fläche eines Fußballfeldes bedecken. Schädliche Einflüsse bis zur Mittellienie kann der Körper verkraften, erreicht der Gegener jedoch den eigenen Strafraum, ist das Spiel kaum mehr zu retten.
Antworten - Kommentar von Eva Kelly (16.09. 2009 17:51 Uhr):
Ich habe den Artikel bezueglich COPD durchgelesen. Mein Mann hat die Krankheit und will einfach nicht aufhoeren zu rauchen...auf mich hoert er sowieso nicht. Waer es moeglich diesen Text in ENGLISCH zu kriegen. Vielleicht wenn er es selber liest, reagiert er ein bischen besser. Ich kann es uebersetzen aber ich glaube nicht, dass das die gewuenschte Reaktion bringt. Danke Eva Kelly
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