Vor der OP: Ambulante Operationen
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Am Morgen erscheinen Sie in der Praxis oder im Krankenhaus, werden operiert und gehen dann später am gleichen Tag wieder nach Hause. Doch ist das auch die richtige Vorgehensweise? Ja, denn je besser die Planung, desto erfolgreicher die Operation und die anschließende Genesung.
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1996 wurden in Deutschland 142.000 ambulante Operationen in Krankenhäusern (Deutsches Krankenhaus-Institut e.V., Düsseldorf) und 4,2 Millionen Operationen durch niedergelassene Ärzte in ihren Praxen (Kassenärztliche Bundesvereinigung, Köln) ambulant durchgeführt. Dies wurde erst durch Operationsmethoden, die den Körper weniger belasten (z.B. endoskopische Methoden), bessere Narkosen und eine verbesserte Schmerzbehandlung nach der Operation ermöglicht.
Zu den Vorbereitungen einer ambulanten Operation gehört nicht nur, die medizinischen Anordnungen des Chirugen zu befolgen. Der Erfolg Ihrer Genesung hängt zum Teil auch davon ab, wie gut Sie die Erholung zu Hause planen.
Was Sie alles planen können
Eine ambulante Operation, und vor allem die Zeit danach, können Sie gut im voraus planen. Fragen Sie Ihren Arzt, welche speziellen Einschränkungen Sie nach der Operation erwarten können und wie lange diese anhalten. Mit dieser Information können Sie:
Überlegen, welche Veränderungen Sie in Ihrem Haushalt durchführen müssen – Wenn Sie zum Beispiel nach der Operation Probleme beim Treppensteigen haben werden und sich Ihr Schlafzimmer im oberen Stockwerk befindet, können Sie Ihr Haus entsprechend umräumen.
Mahlzeiten vorbereiten – Sie können mehrere Mahlzeiten vorkochen und sie einfrieren. Sie legen sich einen Vorrat an Fertiggerichten an. Bewährt hat sich zum Beispiel eine Mikrowelle.
Überlegen, wobei Sie nach der Operation zu Hause Hilfe brauchen – Planen Sie mit ein, daß Sie jemanden haben, der Sie nach der Operation nach Hause fährt, und wenn möglich, mindestens 24 Stunden danach bei Ihnen bleibt. Darüber hinaus könnten Sie mit Verwandten oder Freunden verabreden, daß sie Ihnen in den ersten Tagen helfen oder Sie besuchen.
Überlegen, ob Sie Hilfsorganisationen einschalten – Viele Krankenhäuser bieten eine Sozialberatung an, die Ihnen wichtige Kontaktadressen vermitteln oder Vorschläge zur Hilfe zu Hause machen kann. Auch die niedergelassenen Ärzte können entsprechende Kontakte vermitteln. Soziale und kirchliche Institutionen, wie zum Beispiel Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz bieten Pflegedienste an.
Was Sie unmittelbar vor der Operation beachten sollten
Schonen Sie sich vor Ihrer Operation und versuchen Sie, sich gut auszuruhen. Wenn Sie in dieser Zeit Halsschmerzen, Fieber oder eine Erkältung bekommen, teilen Sie das dem Arzt mit: Ihre Operation muß eventuell verschoben werden.
Ihr Arzt wird Sie wahrscheinlich anweisen, am Abend vor Ihrer geplanten ambulanten Operation nach Mitternacht weder zu essen noch zu trinken. Er könnte Ihnen raten, die Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, am Morgen der Operation mit ein paar Schlucken Wasser zu nehmen. Sie sollten zum Operationstermin eine Liste Ihrer Medikamente mit ihrer Dosierung, sowie genügend Medikamente mitbringen.
Bequeme, weite Kleidung ist angebracht, besonders dann, wenn Sie einen Bauchschnitt bekommen oder Sie mit einem Gipsverband oder einer Schiene nach Hause kommen werden.
Schminken Sie sich nicht. Mögliche Veränderungen der Gesichtsfarbe während der Narkose sind wichtige Zeichen für den Anästhesisten. Am besten entfernen Sie gegebenenfalls auch den Nagellack an jeweils einem Finger jeder Hand, damit der Sauerstoffgehalt Ihres Blutes überwacht werden kann. Falls Sie eine Brille, Kontaktlinsen oder eine Zahnprothese tragen, bringen Sie für die Aufbewahrung während der Operation die entsprechenden Behälter mit.
Wann können Sie nach Hause gehen?
Sobald der operative Eingriff vorüber ist, wird mit der Schmerztherapie begonnen. Sie könnten danach gefragt werden, Ihre Schmerzen nach einer Schmerzskala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (größtmöglicher Schmerz) einzuschätzen. Sie werden Schmerztabletten in angemessener Menge und Anweisungen zu deren Gebrauch erhalten.
Wie lange Sie in der Klinik oder Praxisklinik bleiben müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört, ob Sie:
- Ihre Schmerzen erträglich finden
- trinken können
- laufen können
- Harn lassen können
Bevor Sie entlassen werden, erhalten Sie schriftliche Anweisungen zum Verhalten nach der Operation, sowie eine Liste mit Telefonnummern, die die Nummern Ihres Arztes, eines ambulanten Pflegedienstes und des ärztlichen Notdienstes enthalten. Sie werden außerdem Informationen darüber erhalten, worauf Sie achten müssen und wann Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen sollten, falls Ihre Genesung nicht wie geplant verläuft.
Nach einem ambulanten Eingriff in die gewohnte Umgebung zu kommen, kann sehr aufmunternd sein, besonders dann, wenn Sie gut vorgesorgt haben.
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