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Vor der Operation - es gilt, einige Dinge zu beachten!

Es war keine leichte Entscheidung. Doch nachdem Sie mit Ihrem Arzt und dem Chirurg über die Risiken, die Vorteile sowie die anschließende Rehabilitation sprachen, war die Entscheidung klar: Sie lassen sich operieren. Jetzt sind Sie froh, dass Sie sich für die Operation entschieden haben. Bereiten Sie nun die nächsten Schritte vor.

Sich einem operativen Eingriff zu unterziehen, bedeutet auch, dass Sie keine Kontrolle mehr über sich haben. Ihre Gesundheit und Ihr Leben liegen in den Händen von anderen. Auf der anderen Seite bedeutet eine Operation, dass Sie die Kontrolle wieder erlangen.

Klären Sie alles ab!

Vor jeder Operation informieren Sie den Operateur über alle eingenommenen Medikamente, verschreibungspflichtige und frei verkäufliche. Nehmen Sie nur solche ein, die der Chirurg für unbedenklich erklärt. Darüber hinaus sprechen Sie über jegliche Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate, die Sie gerade einnehmen. Einige erhöhen unter Umständen das Blutungsrisiko.

Wenn Sie rauchen, sollten Sie zwei Wochen vor der Operation damit aufhören und es bis zu zwei Wochen danach unterlassen. Wundheilungsstörungen und starke Narbenbildung treten häufiger bei Rauchern auf.

Notieren Sie Ihre Fragen

Eine vorbereitende Visite im Krankenhaus ist schnell wieder vorbei. Leicht vergisst man eine Frage oder die Details einer Antwort. Versuchen Sie Folgendes, um von dem Arztgespräch optimal zu profitieren:

  • Schreiben Sie sich Ihre Fragen und Bedenken auf, bevor das Gespräch stattfindet.
  • Nehmen Sie Stift und Notizblock mit.
  • Lassen Sie sich von einem Freund oder Ihrem Partner begleiten, der Ihnen bei Fragen und Antworten hilft oder zur Seite steht.

So bereiten Sie sich vor einer Operation angemessen vor

Der stationäre Aufenthalt vor einer Operation verkürzte sich in den letzten Jahren zunehmend. Häufig nehmen die Chirurgen die Operationen am Tag der Einlieferung ins Krankenhaus vor. Die Verantwortung für die Vorbereitung liegt damit bei den Patienten. Eine gute Planung nimmt Ihnen die Angst vor der Operation und reduziert den Stress während der Abheilungsphase. Lesen Sie auf jeden Fall sorgfältig das Ihnen ausgehändigte Merkblatt.

Trautes Heim?

Arrangieren Sie Ihr Zuhause so, dass Sie möglichst keine Treppen steigen oder nach hoch gestellten Gegenständen greifen. Ziehen Sie Hilfskonstruktionen wie einen Toilettensitz oder einen mechanischen Greifer in Betracht. Überlegen Sie, ob ein Aufbocken Ihres Bettes das Aufstehen erleichtert.

Lagern Sie Lebensmittel und Badezimmerartikel ein, damit Sie später nicht einkaufen gehen müssen. Kochen Sie Mahlzeiten im Voraus und frieren Sie diese ein. Planen Sie jemanden für die Zeit im Krankenhaus ein, der Ihnen hilft und Sie nach Hause fährt.

Sprechen Sie sich mit Freunden und Familie ab, damit Sie bei Bedarf Hilfe erhalten. Wenn diese nicht die gewünschte Hilfe leisten können, empfiehlt Ihnen Ihr Arzt einen Krankenpflegedienst.

Vorbereitung des Körpers

Viel Erholung und gesunde Ernährung bereiten Ihren Körper gut auf den Stress der Operation vor. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, machen Sie damit weiter. Wenn Sie wenig Bewegung bekommen, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie vor der Operation mit sportlichen Übungen anfangen können.

Wenn Sie Raucher sind, versuchen Sie mindestens zwei Wochen vor der Operation aufzuhören. Sehr wahrscheinlich dürfen Sie im Krankenhaus nicht rauchen.

Bereiten Sie sich auf alles vor!

Wenn Sie nur für eine Nacht im Krankenhaus bleiben, bringen Sie Waschzeug, Unterwäsche, Bademantel, Pantoffeln, locker sitzende Kleidung für den Nachhauseweg und nötige Papiere wie Versicherungsunterlagen mit.

Klären Sie, welche Ihrer Medikamente, Vitamine und Zusätze Sie weiter einnehmen und welche Sie absetzen. Fragen Sie nach, wann Sie das gegebenenfalls tun sollten.

Führen pflanzliche Wirkstoffe zu Komplikationen?

Vor einer Operation empfiehlt Ihnen Ihr Arzt, die Einnahme bestimmter Medikamente rechtzeitig vorher zu unterbrechen. Sie könnten während und nach der Operation zu Komplikationen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen.

Die Ergebnisse einer neueren Veröffentlichung zeigen, dass dies auch für die Einnahme bestimmter pflanzlicher oder natürlicher Mittel gilt. Die Studie benennt acht gängige Pflanzenpräparate. Sie verursachen Komplikationen, wenn man sie bis kurz vor einer Operation einnimmt.

Die Probleme reichen von einem erhöhten Blutungsrisiko bis zu Wechselwirkungen mit den Anästhetika. Deren Wirkung vermindert sich unter Umständen. Der am 11. Juli 2001 im Journal of the American Medical Association erschiene Report empfiehlt, innerhalb welcher Frist man das jeweilige Medikament vor der Operation absetzen sollte:

Ephedra offincinale) (24 Stunden), Knoblauch (7 Tage), Gingko (36 Stunden), Ginseng (7 Tage) und Johanniskraut (5 Tage). Die Daten über die Empfehlung eines Einnahmestopps von Echinacea und Baldrian sind in dieser Veröffentlichung wenig beweiskräftig. Die Ärzte der Mayo Clinic schließen sich diesen Empfehlungen an.

Dennoch ist weitere Forschung notwendig, um ein besseres Verständnis der Frage zu erlangen, wie Pflanzenpräparate auf Operationen einwirken. Sie betonen die Notwendigkeit, Ihren Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, auch über die frei verkäuflichen und Pflanzenpräparate.

Tipps und Tricks

  • Teilen Sie den Ärzten alle Beschwerden mit, die Sie haben: Wenn Sie unter einer Erkältung, Fieber oder einem entzündeten Hals leiden, müssen Sie Ihre Operation möglicherweise verschieben.
  • Essen oder trinken Sie nach Mitternacht nichts mehr. Ausnahme: Ihr Arzt rät Ihnen, Ihre Medikamente am Morgen vor der Operation mit einigen Schlucken Wasser einzunehmen.
  • Tragen Sie kein Makeup. Dadurch erkennen die Anästhesisten besser, falls sich Ihre Hautfarbe ändert.
  • Bringen Sie Aufbewahrungsbehälter mit. Ihre Brille, Kontaktlinsen oder Zahnprothese müssen Sie während der Operation aufbewahren. Lassen Sie Schmuck und andere wertvolle Gegenstände zu Hause.
  • Bringen Sie eine Liste oder ausreichend Medikamente für Ihren Krankenhausaufenthalt mit wie Insulin oder ein Inhalationspräparat.
  • Sorgen Sie für eine Rückfahrmöglichkeit. Erwarten Sie nicht, dass Sie nach der Operation selbst nach Hause fahren können. Eventuell benötigen Sie jemanden, der Sie für einige Tage fährt.
  • Lassen Sie sich zu Hause helfen. Die Menge und die Art des Ihnen verabreichten Narkotikums bestimmt, wann Sie wieder für sich selbst sorgen. Richten Sie sich darauf ein, dass man Ihnen mindestens für 24 Stunden hilft.

Gegen die Angst vor dem Messer der Chirurgen

Patienten empfinden Ängste. Es gilt als Albtraum, die eigene Operation mitzubekommen, obwohl man tief in der Narkose schlafen sollte. Ebenso groß ist die Angst, nach einer Operation nicht mehr aufzuwachen.

Angst zu haben liegt in der Natur des Menschen. Wir fürchten uns vor Dingen, die uns fremd erscheinen, die für uns eine Gefahr darstellen und die wir nicht selbst kontrollieren. Es gab Zeiten, in denen wir nicht ohne dieses starke Gefühl überlebt hätten. Angst nimmt in unserer Evolution einen großen Stellenwert ein.

Ein schneller Herzschlag, der Blutdruck schnellt in die Höhe: Wir sind hellwach und bereit, zu kämpfen oder zu fliehen. Für Ärzte und Krankenschwestern stellen Operationen eine Routine dar. Der Patient hingegen befinden sich in einer Ausnahmesituation.

Er muss sich mit seiner Krankheit und mit dem Eingriff auseinandersetzen. Und wer geht gerne ins Krankenhaus, um sich operieren zu lassen? Es ist wichtig, sich mit seiner Angst auseinanderzusetzen. Tut man das nicht, hat das unter Umständen gesundheitliche Folgen:

Beispielsweise wenn sich ein Patient weigert, sich einer zwingend notwendigen Operation zu unterziehen. Das Krankheitsbild verschlechtert sich, die Schmerzen nehmen zu. In manchen Fällen rettet eine Operation das Leben. Der Umgang mit Angst will gelernt sein. Mit ein paar Tipps kann man das Gefühl besser einordnen. Ein Patentrezept für ein angstfreies Dasein existiert nicht.

Tipp 1

Sprechen Sie mit Ihrer Familie und mit Freunden über Ihre Befürchtungen. Sie werden sehen, dass Sie mit Ihren Ängsten nicht alleine dastehen.

Tipp 2

Informationen bedeuten das halbe Leben! Je mehr Sie über Ihre Erkrankung und Therapien wissen, desto leichter stellen Sie sich der Situation. Als Informationsquellen dienen Broschüren, Gesundheitsdienste im Internet, Selbsthilfegruppen sowie Ihr Arzt.

Tipp 3

Sie sind sich nicht sicher, dass die Operation nötig ist? In manchen Fällen ist gesundes Misstrauen gut und notwendig. Ziehen Sie eine zweite Fachmeinung heran und konsultieren Sie beispielsweise einen weiteren Arzt.

Tipp 4

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und stellen Sie Fragen! Lassen Sie sich im Detail erklären, was während und nach der Operation geschieht. Mediziner sind dazu verpflichtet, Sie vor einer Operation aufzuklären.

Tipp 5

Es hilft, sich zu entspannen. Das ist leichter gesagt als getan. Die Lieblingsmusik, ein tolles, spannendes Buch oder Meditation helfen gegen Ängste. Wer sich ablenkt, lässt los.

Tipp 6

Fragen Sie Angehörige oder enge Freunde, ob sie Sie zu dieser Operation begleiten. Das demonstriert Verbundenheit; es stellt sich gar nicht erst das Gefühl ein, der Situation alleine gegenüber zu stehen.

Operationen bei Kindern

Operationen bei Kindern stellen eine Ausnahmesituation für Eltern und Kind dar. Da ist es wichtig, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Kinder spüren die Ängste und Sorgen ihrer Eltern und nehmen diese auf. Um ihnen die Angst vor einer Operation zu nehmen, sollten sich Eltern vorab informieren und ihre Sorgen mit dem Arzt besprechen.

Darüber hinaus sollte man dem kleinen Patienten von dem Eingriff erzählen und ihm den Ablauf der Operation erklären. Dabei geht es nicht um Details, sondern vielmehr um den groben Ablauf – beispielsweise bei der Narkoseeinleitung. Darüber hinaus spielt Ablenkung eine wichtige Rolle.

Es beruhigt und entspannt Eltern und Kind. Am Besten weicht ein Elternteil bis zur tatsächlichen Operation nicht von der Seite des Kindes. Wenn es aus der Narkose aufwacht, sollten sie auf jeden Fall da sein.

Fühlen Sie Ihrem Chirurgen auf den Zahn!

  • Erläuterte Ihr Chirurg Ihnen das Ziel der Operation genau? Die Berufsordnung für Ärzte ist eindeutig: Eine persönliche Aufklärung des Patienten vor der Behandlung ist Pflicht eines jeden Mediziners.
  • Ist die Indikation für den Eingriff lehrbuchmäßig? Jede Operation (selbst eine Blutentnahme) ist rechtlich eine Körperverletzung, der Sie zustimmen müssen. Weicht ein Chirurg von allgemein anerkannten Methoden ab, muss er Ihnen dies stichhaltig begründen.
  • Welche Alternativen zu der geplanten Operation gibt es? Ärzte verpflichten sich zur Sorgfalt: Sie müssen Ihnen alle Möglichkeiten der Behandlung ohne Operation darlegen.
  • Wie hoch ist Ihr Risiko bei der Operation? In welchem Verhältnis steht das zu erwartende Operationsergebnis zum Grund des Eingriffs? Fragen Sie nach: Zu jeder Operation lassen sich mögliche Komplikationen und deren ungefähre Wahrscheinlichkeit angeben.
  • Hat Ihr Chirurg für diese Operation besonders viel Erfahrung? Die Chirurgie umfasst viele Teilgebiete. Nicht jeder kann alles und sollte sich nicht alles zutrauen. Fragen Sie Ihren Chirurg nach seiner Ausbildung und wie viele Patienten er bereits operierte.
  • Würde Ihr Chirurg in gleicher Situation sich selbst operieren lassen? Stellen Sie ihm diese Gewissensfrage. Viele Chirurgen sind zurückhaltender, wenn es um ihr eigenes Fleisch und Blut geht.
  • Was sagt ein zweiter und dritter Arzt zu dem geplanten Eingriff? Fragen Sie einen anderen Arzt, der Sie nicht operiert. Präsentieren Sie ihm die bisherigen Untersuchungsunterlagen.
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