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Rückenoperation - Das kann helfen!

Meist helfen nichtoperative Behandlungsmethoden

Verletzungen, Alterungsprozesse, eine schlechte Körperhaltung und normaler Verschleiß – all dies kann Ihrer Wirbelsäule schaden. Schäden am Rücken – besonders an Nerven – können zu Schmerzen und anderen Symptomen führen. Starke Schmerzen bedeuten nicht in jedem Fall, dass operiert werden muss.

Einigen Menschen kann eine Operation sogar zusätzlich Probleme bereiten. Insbesondere dann, wenn die Schmerzen ohne andere Symptome auf den Rücken beschränkt sind. Die meisten Rückenprobleme können erfolgreich mit nichtoperativen Methoden behandelt werden.

Dazu gehören Bewegung in Maßen, Schmerzmittel, Wärme- und Kälteanwendungen, Massage, Training, Krankengymnastik (Physiotherapie), manuelle Behandlung der Wirbelsäule und andere Behandlungen. Eine Operation kommt normalerweise nur in Betracht, wenn konservative Methoden versagt haben. Selbst dann ist sie häufig nicht angezeigt.

Rückenoperationen: Sinnvoll bei folgenden Beschwerden

Eine Operation ist dann notwendig, wenn ein Nerv stark eingeklemmt ist, das Rückenmark komprimiert wird oder die Wirbelsäule instabil ist. Ihr Arzt könnte Ihnen zur Operation raten, wenn Sie an Rücken- oder Nackenschmerzen leiden, die von Symptomen einer Nervenschädigung begleitet werden.

  • Ausstrahlende Schmerzen in die Beine („Ischias“) oder Arme
  • Schmerzen, Taubheitsgefühl, Schwäche oder Kribbeln in den Beinen oder Armen,
  • Verlust der Kontrolle über die Funktion der Blase oder des Mastdarms (beim Stuhlgang).

Die besten Chancen auf Linderung durch eine Operation haben folgende Rückenprobleme:

  • Bandscheibenvorfall (Diskushernie) – Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich knorpelige „Kissen“, die Bandscheiben genannt werden. Sowohl normale Beanspruchung als auch Überanstrengung können dazu führen, dass sich eine Bandscheibe vorwölbt oder reißt (Bandscheibenvorfall). Wenn eine Bandscheibe vorfällt, nimmt sie nicht mehr ihre normale Position zwischen den Wirbelkörpern ein. Übt ein solches Bandscheibenfragment dabei Druck auf einen benachbarten Nerv aus, können Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schwäche in Armen oder Beinen die Folge sein.
  • Rückenschmerzen, die durch Alterungsvorgänge (Degeneration) der Bandscheiben verursacht werden – Die Operation hilft nicht immer, wenn Rückenschmerzen das einzige Symptom sind. Daher nehmen Ärzte sie nur unter bestimmten Voraussetzungen vor.
  • Spinalkanalstenose – Hierbei handelt es sich um eine Verengung (Stenose) der Öffnungen (Foramina), durch die die Nerven den Rückenmarkskanal (Spinalkanal) verlassen, oder eine Verengung des Spinalkanals selbst. Sie können die Folge von knöchernen Anbauten (Knochenspornen) sein. Diese entstehen, wo Bandscheiben eingesunken sind und Wirbelkörper aufeinander reiben. Knochen oder Bänder, die Druck auf Nerven oder den Spinalkanal ausüben, müssen gegebenenfalls operativ entfernt werden.
  • Wirbelkörperbrüche (Frakturen) – Eine direkte Verletzung der Wirbelsäule kann dazu führen, dass Wirbelkörper in der Wirbelsäule brechen. Wirbelkörperbrüche müssen eventuell operativ behandelt werden, wenn die Wirbelsäule instabil wird, oder der Spinalkanal oder die Nervenwurzeln zusammengedrückt werden.
  • Osteoporose (Verlust an Knochenmasse) kann die Struktur der Wirbelkörper schwächen, so dass diese einbrechen oder zusammensinken können. Das kann Rückenschmerzen verursachen. Normalerweise werden osteoporotische Wirbelkörperbrüche nur operiert, wenn sie die Stabilität der Wirbelsäule bedrohen oder andere Maßnahmen nicht helfen.
  • Infektionen und Tumore – Manchmal muss eine Operation vorgenommen werden, um einen Tumor (Geschwulst) aus dem Rücken oder Rückenmark zu entfernen. Sehr selten breitet sich eine Infektion aus einem anderen Teil des Körpers in der Wirbelsäule aus und ruft einen Abszess hervor, der chirurgisch behandelt werden muss.
  • Deformierungen der Wirbelsäule – Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule), Kyphose (Buckelbildung) und Spondylolisthesis (Gleitvorgang eines Wirbels über den anderen) machen in fortgeschrittenen Stadien eine Operation notwendig. Das gilt auch, wenn sie starke Schmerzen verursachen oder einen Nerv einklemmen.

Rückenoperationen: 3 verschiedene Methoden

Bevor Sie sich zusammen mit Ihrem Arzt für eine Rückenoperation entscheiden, werden viele Faktoren, einschließlich Ihrer allgemeinen gesundheitlichen Verfassung, gegeneinander abgewogen. Eine Rückenoperation kann mehrere Stunden dauern. Wenn die Vorderseite der Wirbelsäule operiert werden muss, wird der Schnitt möglicherweise am Bauch oder auf der Vorderseite des Halses durchgeführt.

Unterschieden werden grundsätzlich 3 Typen von Rückenoperationen:

1. Laminotomie oder Laminektomie – Bei diesen Operationen werden Teile des Wirbelbogens (die Rückseite des Knochens, der den Spinalkanal umgibt) entfernt. Bei einer Laminotomie wird nur ein Teil der Wirbelbogen entfernt, um den Druck auf den Nerv zu nehmen, oder dem Chirurgen den Zugang zu einer Bandscheibe zu ermöglichen, die auf einen Nerv drückt. Bei einer Laminektomie wird der gesamte Wirbelbogen entfernt.

2. Diskektomie – Dabei wird ein Teil der Bandscheibe entfernt, um den Druck auf einen Nerv zu nehmen.

3. Fusion (Spondylodese) – Bei der Wirbelsäulenfusion (oder Wirbelsäulenversteifung) werden 2 oder mehr Wirbelkörper fest verbunden. Das kann die Stabilität der Wirbelsäule verbessern, eine Deformierung korrigieren oder Schmerzen lindern. Für die Fusion benötigt der Chirurg zusätzlich kleine Knochenstücke, um den Zwischenraum zwischen 2 Wirbelkörpern aufzufüllen (bei Fusion der Vorderseite der Wirbelsäule wird die Bandscheibe zuerst entfernt).

Der eingesetzte Knochen kann vom eigenen Körper stammen (meist Beckenknochen) oder aus einer Knochenbank. Manchmal werden auch Metallstäbe, Schrauben, Metallkörbe oder Metallplatten benutzt. Das gilt besonders, wenn die Wirbelsäule instabil ist, oder wenn eine Deformierung korrigiert wird.